StZ: Oberliga-Vorschau

11. August 2006 in Kickers II, News

Pilzbefall und andere Probleme
 
Die Klubs aus der Region
 
STUTTGART. Heute Abend beginnt die neue Saison in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. Als Favorit gilt der SSV Ulm, die Vereine aus der Region haben vorerst vor allem eines im Blick: den Klassenverbleib.

Von Benjamin Schieler

Es macht den Anschein, als könne man vor dem Saisonstart in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg nahezu überall nachfragen, egal ob bei sportlichen Leitern, Trainern, Pressesprechern oder Platzwarten. Der SSV Ulm 1846 steht bei den Verantwortlichen der Klubs hoch im Kurs, ist der Meisterschaftsanwärter Nummer eins. Nur ein Klub fällt aus der Rolle: der SSV Ulm selbst. „Natürlich wollen wir oben mitspielen“, sagt der Trainer Marcus Sorg. Das Wort Aufstieg nimmt der frühere Coach der Stuttgarter Kickers aber nicht in den Mund, zumal die Spatzen in dem Torschützenkönig Andreas Mayer (TSG Hoffenheim) und Christian Sameisla (1. FC Nürnberg) wichtige Akteure verloren haben.

Sorg schiebt die Favoritenrolle daher weiter, an den SV Waldhof Mannheim, den SV Sandhausen – und den TSV Crailsheim, seinen Auftaktgegner heute Abend. Die Crailsheimer, bei denen Ajet Abazi, der Neuzugang vom Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg, als Kapitän die Fäden ziehen soll, geben sich selbst ambitioniert, ähnlich wie Gerd Dais, der Trainer des SV Sandhausen. Seine Spieler müssen an diesem Wochenende jedoch zunächst zuschauen. Die Heimpartie gegen den FC Nöttingen, jenen Verein, mit dem Dais vor zwei Jahren überraschend den Sprung in die Regionalliga schaffte, ist wegen eines Pilzbefalls des Rasenplatzes in Sandhausen auf Ende August verlegt worden.

Ein Problem ähnlicher Art hatten auch die Stuttgarter Kickers II vor der Partie gegen den Heidenheimer SB. Auf der Bezirkssportanlage in Degerloch bekommt der Platz eine neue Drainage, im Gazistadion nebenan spielen die Footballer der Stuttgart Scorpions. Auf der Suche nach einem Ausweichplatz sind die Kickers gestern beim SV Sillenbuch fündig geworden. Dort werden die Zuschauer eine sehr junge Mannschaft sehen. Der Altersdurchschnitt des Kaders liegt unter 20 Jahren, so niedrig wie nie. Das Ziel der Zweiten lautet wie immer: möglichst viele Spieler ans Regionalligateam heranführen. Dass der Oberligastart ähnlich holprig verlaufen könnte wie die Vorbereitung, sieht der Abteilungsleiter Martin Kurzka gelassen. „Die Spieler treffen erstmals auf Gegner, die teilweise ihre Väter sein könnten. Daran müssen sie sich gewöhnen.“ Immerhin: im ersten Pflichtspiel besiegten die Kickers II im WFV-Pokal den Regionalligisten Reutlingen 3:2.

Eben vom SSV Reutlingen hat die SG Sonnenhof Großaspach den regionalligaerfahrenen Mohammed Abou Shoura verpflichtet, einen Spieler, auf den der Trainer Alexander Malchow große Hoffnungen setzt, erst recht nachdem für den Saisonauftakt beim SC Freiburg II bis zu acht Spieler ausfallen. „Abou Shoura sieht man seine Klasse an“, sagt der ehemalige Profi der Stuttgarter Kickers. Das Verletzungspech und die misslungene Vorbereitung haben Malchow dazu bewegt, das Saisonziel zu korrigieren. Davon, einen einstelligen Tabellenplatz erreichen zu wollen, könne keine Rede mehr sein. Verbessern muss sich im Vergleich zur Vorsaison vor allem eines: die Defensivarbeit. Nur die Absteiger haben in der vergangenen Spielzeit mehr Tore kassiert als Großaspach. Im Training hat Malchow deswegen viel Wert auf das Zweikampfverhalten gelegt. Der Trainer aber weiß: „Simulieren kann man viel. Der Ernstfall sieht meist anders aus.“

Das weiß man auch beim SGV Freiberg, immerhin Siebter der vergangenen Saison. „Ein einstelliger Tabellenplatz wäre schon wieder toll“, sagt der Abteilungsleiter Uwe Hoffmann: „Aber zunächst einmal möchten wir so schnell wie möglich die Punkte für den Klassenverbleib sammeln.“ Darauf, so scheint es, sind die Freiberger gut vorbereitet. Im letzten Härtetest bestätigte die Mannschaft von Trainer Marcus Wenninger die in der Vorsaison gezeigten Leistungen und schlug den ambitionierten Verbandsligisten TSV Schwieberdingen im WFV-Pokal auswärts mit 4:3 nach Verlängerung. Es war eine gelungene Revanche für die Erstrundenniederlage an gleicher Stelle vor einem Jahr. Vor allem eines habe die Vorbereitung gezeigt, sagt der Abteilungsleiter Uwe Hoffmann: „Wir können zufrieden mit der Breite in unserem Kader sein. Durch die Ausgeglichenheit sind wir kaum ausrechenbar.“

Stuttgarter Zeitung

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