F. C. Zürich gegen Stuttgarter Kickers 4:2. (Korr. aus Stuttgart.)

Aus Anlaß des 20-jährigen Bestehens des Sportvereins Stuttgarter Kickers, des bad.-württ. Meisters, weilte der F. C. Zürich zu einem Freundschaftsspiel in Stuttgart. Etwa 10.000 Personen wohnten dem Spiel auf Degerlochshöhen bei. Beide Mannschaften zeigten sich anfangs scheinbar gleichwertig und erst nach Verlauf von fast einer halben Stunde konnte Sturzenegger mit einem scharfen Schuß erfolgreich sein. Eine Viertelstunde darauf konnte Kickers durch Maneval den Ausgleich und noch ein weiteres Tor rasch aufeinander erzielen. Damit war es aber mit den Erfolgen der Stuttgarter aus. 2:1 für Kickers gings in die Halbzeit. Danach kam F. C. Zürich langsam auf. Besonders gut in Form war der Mittelläufer Mantel, der nun allein noch drei Tore für seine Farben erzielen konnte. Bei dem Jubiläumsfestbankett des Stultgarter Jubelvereins überbrachte Remmele vom F. C. Zürich die Glückwünsche seines Vereins und gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß der F. C. Zürich zu einem Jubiläumsspiel nach Stuttgart aufgefordert wurde. Er begrüßte die wieder angebahnten Beziehungen zwischen den Stuttgarter Kickers und der Schweizer Sportgemeinde. Als Festgeschenk übergab er dem Verein ein Bild seiner Heimatstadt Züürich und den Abguß einer altertümlichen Weinkanne.

Neue Zürcher Zeitung, Nummer 1190, vom 11. August 1924

Der Sport an Pfingsten

Stuttgart 22. Mai. Das größte Interesse auf dem Gebiete des Fußballsportes über Pfingsten nahm das internationale Spiel der Stuttgarter Kickers auf dem Eintrachtplatze in Stuttgart gegen den Meister der Ostschweiz, den F.C. Zürich, in Anspruch, welches wider völliges Erwarten mit einer schweren Niederlage von 0:3 der Kickers schloß. Wenn auch die Kickers mit präziserem Paßspiel den Schweizern sich überlegen zeigten, so glich dieser Vorteil aber ihre Schwächen im Abwehrspiel nicht aus. Die Schweizer verstanden ihren Vorsätzen eine große Wucht beizulegen und waren im Anbringen von Schüssen sicherer. Die Gäste führten mit 3:0 bei Seitenwechsel. Kickers konnten nach Seitenwechsel trotz stark überlegenem Spiele nicht einmal den verdienten Ehrentreffer buchen.

Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkur zweite Abteilung. Nr. 116b, Dienstag vom 22. Mai 1923

Die Stuttgarter Kickers schlagen V.f.B. Leipzig mit 3:0 Toren

-a- Das Abschlußspiel der Nordlandreise des württ. Meisters in Sachsens Hauptstadt gestern Mittwoch endete mit einem weiteren Siege der Stuttgarter Kickers über einen sehr starken Gegner, den langjährigen mitteldeutschen Meister, V.f.B. Leipzig. Die Schwaben lieferten auch diesem Rivalen ein glänzendes Spiel, das bis zur Pause unter Sturm und Regen beeinträchtigt war. Die Leipziger leisteten hartnäckigen Widerstand, konnten aber nicht verhindern, daß die Kickers dem in der ersten Halbzeit durch Wunderlich erzielten Tor noch zwei weitere durch Maneval, und Krauß anreihten. — Mit vier Siegen bei vier Spielen errangen die Stuttgarter auf ihrer großen Pfingstreise den bedeutendsten aller ihrer bis jetzt gebuchten Erfolge. Die siegreiche Kickersmannschaft trifft heute abend 9,18 Uhr mit dem Berliner Schnellzug wieder hier ein.

Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkur. Nr. 113, vom 17. Mai 1923

Die Stuttgarter Kickers auf ihrer Nordlandreise zum dritten Male siegreich.

Der württ. Meister schlägt eine Auswahlmannschaft Aarhus-Vejle 7:1. Eine würdige Vertretung deutschen Sports im Ausland, wie es schon beim ersten Spiel mit dem bereits gemeldeten Sieg von 5:2 über Gymnastikforening Aarhus am Himmelfahrtstag der Fall war, hat auch das zweite Treffen in Dänemark am gestrigen Sonntag gezeigt. Es war eine auserlesene, verstärkte Elf, welche den Stuttgarter Kickers in Aarhus diesmal gegenüberstand. Die dänischen Repräsentanten mußten sich dem besseren Spiel der Schwaben beugen. Den sieben Toren vermachten die spielstarken Dänen nur ein einziges entgegenzusetzen. Wie vor zwei Jahren in Kopenhagen hinterließen die Kickers mit ihrer eleganten Spielweise bei dem sportbegeisterten Publikum Dänemarks den denkbar besten Eindruck. Sie haben bei beiden Gastspielen Süddeutschlands Spielstärke ins richtige Licht gerückt. Während das erfolgreiche Spiel in Berlin (2:0 gegen Norden-Nordwest) bei der Hinreise den Auftakt gab, wird das 4. Spiel auf der Rückreise gegen den mehrmaligen mitteldeutschen Meister V.f.B. Leipzig am kommenden Mittwoch das Abschlußtreffen bilden.

Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkur. Nr. 110, vom 14. Mai 1923

Die Stuttgarter Kickers siegen in Dänemark über Gymnastikforening Aarhus 5:2

K. Dem glänzenden Erfolg in Berlin auf der Hinreise gegen Norden-Norwest reihte der württ. Meister beim ersten Spiel auf dänischem Boden am Himmelfahrtsfest einen weiteren an. Mit dem Endergebnis 5:2 schlugen die Kickers, wie der Draht meldet, den anerkannt spielstarken jütländischen Meister , Gymnastikforening Aarhus, obwohl die Stuttgarter auf die Mitwirkung ihrer beim Länderspiel gegen Holland in Hamburg an diesem Tage verpflichteten Repräsentativspieler Maneval und Wunderlich verzichten mußten. Einzelheiten über das dänischen Treffen liegen noch nicht vor. Der klare Sieg besagt jedoch schon allein, daß die Kickers gleichwie in die Reichshauptstadt die südd. Farben gegen die spielstarken Dänen auf hervorragende Weise vertreten haben. Das zweite Treffen in Dänemark gegen eine verstärkte, sog. Städtemannschaft von Aarhus, nicht wie ursprünglich geplant gegen Sportfreunde in Vejle, findet am kommenden Sonntag statt.

Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkur zweite Abteilung. Nr. 108b, vom 11. Mai 1923

Stuttgarter Kickers siegen in Berlin gegen „Norden-Nordwest 1898“ mit 2:0 Toren

K. Einen schönen Erfolg errangen die Kickers am gestrigen Sonntag in Berlin mit obigem Ergebnis. Auf der Dänemarkreise hatte sich beim Hinweg der württ. Meister eine anerkannt spielstarke Elf des Nordens als Gegner gewählt. Wie im Jahre 1908 im Schlußspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Viktoria Berlin und im Jahre 1911 beim Gastspiel gegen „Preußen“ erwarben sich die Schwaben mit ihrer guten und sympathischen Spielweise die volle Sympathie des Berliner Publikums. Die erste Spielhälfte verlief nach spannendem Kampfe ausgeglichen. Im zweiten Teil zeigten sich die flott kombinierenden Kickers meist überlegen. In jeder Halbzeit errangen die Stuttgarter ein Tor. In der Spielart trat ein gewisser Unterschied in Erscheinung. Norden-Nordwest kämpfte mit Macht und äußerst schwungvoll, ohne von Erfolg begleitet zu sein.

Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkur. Nr. 103, vom 7. Mai 1923

Basler Sportklub Old Boys – Stuttgarter Kickers 5:4

Basel, 10. d. Am Sonntag weihten die Basler Old Boys ihren neuen, großartigen Sportplatz ein. Die Anlage besteht aus drei großen Fußballfeldern, einer schönen Laufbahn und den übrigen Plätzen für Leichtathletik. Vor einer großen Zuschauermenge lieferten die biderben Schwaben den Old Boys einen mindest ebenbürtigen, fairen Kampf. In schönem Zuspiel rücken die Kickers vor und Old Boys eröffnen den Torregen auf ihrem Feld. Allein die Kombinationsmaschine bringt die Württemberger ins Uebergewicht. Unter Führung von Müller (Ex-Aarau) und dem Internationalen Wunderlich erringen die Stuttgarter bis zur Pause drei vielbejubelte Treffer. Old Boys lassen einen zu streng gegebenen Elfmeter aus, um einen zweiten nach der Pause einzuschießen. Wieder führt Stuttgart 4 : 2. Jetzt kommt der Umschwung. Merkt reißt alles mit sich, bald ist der Ausgleich hergestellt und die Schlußminute sieht den 5. Erfolg der Basler. Kickers waren technisch überlegen, allein zu weich vor dem Tor. Bei Old Boys klappte nicht alles. Dem Trainer Mr. Lambe, welcher als Schiedsrichter amtierte, unterliefen, wie allen Sterblichen, Fehler. Sto.

Der Bund, Band 73, Nummer 389, vom 13. September 1922

Stuttgarter Kickers gegen Young Fellows 3:5

Die Stuttgarter traten zu diesem Spiele nach einem Sieg ?über den Karlsruher F. V. mit 6:2 und einer Niederlage gegen St. Gallen mit 2:4 an. Mit zwei Ausnahmen präsentierte sich die Mannschaft komplett. Young Fellows hatte für Leiber den flinken Stürmer Sturzenegger (F. C. Zürich) eingestellt, während die Flügelposten von zwei jungen Spielern, Huber und Letsch, eingenommen wurden. Das Spiel eröffnet Young Fellows mit gut durchdachtem Halfangriff. Kickers kommen auf und gehen zum Angriff über. Unseld (St. K.) schießt das erste Goal. Kaum drei Minuten sind nach diesem ersten Erfolg verflossen und schon stürmt Müller II (früher F. C. Zürich) wieder vor, um den zweiten Treffer zu placieren. In der Folge bringt jeder Angriff der Stuttgarter gefährliche Situationen. Die rotschwarze Verteidigung läßt sich aber nicht überspielen. Die Zürcher Stürmer durchbrechen in schöner Form die Halflinie und kommen vor dem Kickers Tor in ein leichtes Gedränge, dem Meyer zum Opfer fällt. Der Schiedsrichter gibt gerechterweise Penalty den Meyer unter Protest der Gäste einschießt. Die Rotschwarzen sind nun wieder ermutigt und streben zum Ausgleich. Meyer verschafft diesen, nachdem er vorher zweimal mit dem widerspenstigen Pfosten zu kämpfen hatte. Beifall braust über das Spielfeld. Halbzeit 2:2. Nach Wiederbeginn läßt sich Young Fellows einen Corner entgehen. Seine Stürmer schießen einige Male weit über das Tor. Das Spiel ist im übrigen ziemlich ausgeglichen bis zur 20. Minute, die den Rotschwarzen nach Passing Hubers das dritte Tor durch Bertholet bringt. Kickers tragen den Anstoß sofort zum Ausgleich ins gegnerische Tor. Die Zürcher bekunden schönen Willen zum Sieg, der sich besonders bei Sturzenegger bemerkbar macht. Aber die prächtigsten Situationen vergehen resultatlos. Das Spiel wird durch die Gäste scharf geführt. Erst in den letzten fünf Minunten erzielen diese durch den linken Flügel und den Mittelstürmer Unseld die zwei siegbringenden Tore, die auf das Konto eines unter Form spielenden Torwächters zu schreiben sind. Young Fellows hätte nach den gezeigten Leistungen unbedingt ein unentschiedenes Spiel verdient. Die Niederlage ist in der Hauptsache in der schlechten Torbewachung zu suchen. Verteidigung und Halfs befriedigten vollauf. In der Stürmerlinie gefielen vorab Meyer und Huber. Sturzenegger wurde zu wenig bedient. Stuttgarter Kickers boten eine gute Leistung. Die Mannschaft vertritt guten süddeutschen Fußball, der sich jedoch öfters in allzu scharfem Spiel ausdrückt. Das Treffen bot viele schöne Momente. Die Kickers besaßen in ihrem Ersatzmann einen sicheren Spieler, während in der Stürmerlinie Unseld und Müller II leicht hervorstachen.

Neue Zürcher Zeitung, Nummer 1240, vom 29. August 1921