Pokal-Sensation: Kickers besiegen HSV 4-3 n.V.

11. September 2006 in Allgemein

WAHNSINN! Die Kickers schlagen den Hamburger SV in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 4:3 nach Verlängerung. 10.500 begeisterte Fans im ausverkauften GAZi-Stadion auf der Waldau erlebten eine tollen Pokalnachmittag mit sieben Treffern und durften am Ende die Mannschaft von Trainer Robin Dutt feiern.
Die Blauen legte einen Traumstart hin und führten bereits nach sechs Minuten nach den Treffern von Recep Yildiz (5.) und Christian Okpala (6.) mit 2:0. Danach wachte der Bundesligist aber auf und drehte bis zur Pause die Partie. Boubacar Sanogo (28.), Danijel Ljuboja (36.) und Guy Demel (44.) trafen zum zwischenzeitlichen 2:3 für die Hanseaten.
In der zweiten Halbzeit spielte der HSV zu sehr auf Ergebnis verwalten, die Kickers hingegen gaben bis zur 90. Minute Gas und wurden belohnt: Recep Yildiz traf zum verdienten 3:3 in den Schlußminuten der regulären Spielzeit.
Als in der 98. Minute Christian Okpala den Elfmeter nach einem Foul an Laszlo Kanyuk zum 4:3 verwandelte, lag die Sensation in der Luft. Die Kickers kämpften sich aufopferungsvoll durch die Verlängerung und schafften es tatsächlich den Sieg über die Zeit zu bringen. Was dann nach Spielende im Stadion abging, ist nur schwer in Worte zu fassen….

Zur Aufstellung:

Obwohl sich im Laufe der Woche auch die verletzen Spieler wieder zurückmeldeteten ließ Trainer Robin Dutt im heutigen Pokalspiel dieselbe Elf der letzten Spiele auflaufen. Im Tor spielte David Yelldell, auf der rechten Abwehrseite Sascha Benda, zentral Recep Yildiz und Jens Härter, links lief wieder Moritz Steinle auf. Vor der Abwehr räumte Manuel Hartmann ab, auf den Flügeln Sven Sökler und Bashiru Gambo, Mustafa Akcay spielte zentral. Vorne stürmte das Duo Mirnes Mesic und Christian Okpala.
Die Gäste aus Hamburg spielten mit demselben System: Vierabwehrkette, die Raute im Mittelfeld und zwei Spitzen. HSV-Trainer Thomas Doll musste in Stuttgart auf fünf Akteure verzichten: Atouba, Kompany, Neuzugang Sorin, Jarolim und van der Vaart standen dem Coach nicht zur Verfügung. Im Angriff gab dafür Neuzugang Danijel Ljuboja seinen Einstand.

Zum Spielverlauf:
Ohne Respekt vor dem Bundesligisten legten die Kickers los wie die Feuerwehr und hatten bereits in der 1. Mitte mit dem Warnschuss von Mirnes Mesic die erste Möglichkeit. Die Hamburger schienen noch gar nicht auf dem Platz, als es bereits in der 5. Spielminute 1:0 für die Kickers hieß. Nach einem Freistoß von Sascha Benda stand Recep Yildiz sträflich frei und köpfte zur 1:0-Führung ins lange Eck. Damit aber noch nicht genug, denn direkt nach dem Anspiel klingelte es bereits wieder im HSV-Kasten. Der Anstoß wurde ausgeführt, nach hinten gespielt, doch den schlechten Rückpass auf HSV-Keeper Kirschstein brachte ihn so in Schwierigkeiten, dass sein Befreiungsschlag genau in den Füßen von Christian Okpala landete. Der Kickers-Stürmer umspielte noch den Keeper und schob zur 2:0-Führung ein. Was war das für ein Auftakt! Das Stadion stand Kopf, die Fans stimmten bereits den Schlachtruf „Berlin, Berlin wie fahren nach Berlin“ an und HSV-Trainer Thomas Doll saß nur kopfschüttelnd auf seiner Trainerbank.Danach fing sich der Bundesligist aber und übernahm zusehends das Kommando auf dem Spielfeld. Zwar spielten sie sich zunächst keine Chancen heraus, aber man merkte, dass der HSV nun von Minute zu Minute besser wurde. Fortan kamen die Kickers immer mehr unter Druck, das Spiel des HSV wurde schnell gemacht und der Ball laufen gelassen. Die Kickers kamen nicht mehr in die Zweikämpfe und wirkten zu passiv, was sich dann in der 28. Minute erstmals rächen sollte: Einen Freistoß von Trochowski verlängerte Boubecar Sanogo per Kopf ins Eck zum 2:1-Anschlußtreffer. Ein Fernschuss von Guy de Jong strich noch über die Latte (30.), doch nur wenig später fiel der Ausgleich. Nach einen tollen Pass von Trochowski über die Abwehr waren sich Torhüter David Yelldell und Verteidiger Recep Yildiz nicht einig, Danijel Ljuboja nutzte die Unsicherheit und spitzelte den Ball an David Yelldell vorbei zum 2:2 Ausgleich ins Tor (36.). Die Stimmung im Stadion sank noch weiter, als die tolle Direktabnahme von Guy Demel im langen Eck einschlug. Ein Traumtor des Nigerianers zu 2:3-Führung der Hanseaten, die gleichzeitig auch den Pausenstand bedeutete.
Auch in der zweite Halbzeit begannen die Kickers wieder besser und machten gleich wieder Druck, doch der HSV kam dieses Mal wacher aus der Kabine. Die Abwehr der Hanseaten stand sicher und ließ kaum Chancen der Kickers zu. Nach einigen Minuten hatten die Hanseaten das Spiel wieder im Griff und kamen auch zu Chancen, die Partie zu entscheiden: Zunächst scheiterte Trochowski mit seinem Schuss aus 20 Metern am Pfosten (57.), kurz darauf an Torwart David Yelldell (59.), der Kopfball von Ljuboja ging knapp am Pfosten vorbei (63.) Trainer Robin Dutt reagierte nun und brachte Laszlo Kanyuk für Mustafa Akcay, der heute sein Debüt für die Kickers gab. Zudem stellten die Kickers auf Dreierkette um, um im Mittelfeld eine Überzahl zu bewirken. Die Blauen kämpften und rannten unermüdlich an und wurden tatsächlich noch belohnt. Eine Flanke von Oliver Stierle versenkte Recep Yildiz mit einem sehenswerten Seitfallzieher zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich (89.). Das Stadion stand Kopf, als Schiedsrichter Peter Sippel die reguläre Spielzeit abpfiff und somit die Verlängerung anstand. Die Mannschaftsbetreuer des HSV hatten bereits den Bus zur Abreise im Stadion, die sich nun aber verzögerte. Nach den vergebenen Chancen zum Anfang der zweiten Halbzeit versuchte der HSV die Führung über die Runden zu bringen, was sich somit noch rächte.Die Verlängerung gehörte dann nur noch den Kickers, die die Sensation schaffen wollten. Als Hamburgs Reinhardt Kickers-Neuzugang Laszlo Kanyuk durch ein Foul im Strafraum stoppte, entschied der Schiedsrichter sofort auf Strafstoß. Das ganze Stadion hielt den Atem an, als Christian Okpala den Foulelfmeter sicher ins linke obere Ecke zur 4:3 Führung der Kickers verwandelte (96.). Nur vier Minuten später kamen die Gäste aber zum vermeindlichen Ausgleich: Alexander Laas traf mit seinem Schuss flach ins rechte Eck, doch das Schiedsrichter-Gespann entschied auf Abseits, weil der eingewechselte Lauth vor dem Kickers-Torhüter stand und ihm damit die Sicht nahm.
Was danach im Stadion abging, war Gänsehautfeeling pur: Die Blauen kämpften um jeden Ball, die Fans saßen auf den Zäunen und trieben die Spieler an, die Zuschauer auf der Haupttribüne standen auf, als der B-Block aufforderte: „Steht auf, wenn ihr Kickers seid“. In der restlichen Spielzeit passierte nicht mehr viel: Als Kickers-Schlussmann David Yelldell den Freistoß vom eingewechselten Mahdavikia entschärfte, war auch die letzte Chance der Gäste überstanden (106.). Die letzte Möglichkeit in diesem tollen Pokalspiel hatte Sascha Benda, sein Schuss sprang aber leider nur an den Pfosten (115.).
Als Schiedsrichter Peter Sippel die Partie abpfiff, war die Pokalsensation perfekt. Das GAZi-Stadion auf der Waldau stand Kopf, es war eine Stimmung unter dem Fernsehturm wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Spieler machten vor jeder Tribüne ihre Laola-Welle, Timo Schlabach kletterte auf der Gegentribüne wieder auf den Zaun und stimmte die Fangesänge an. Die Mannschaft um Trainer Robin Dutt, der erneut von den Fans zu seiner Welle gerufen wurde, ließen sich noch minutenlang im Stadion feiern. Sie hatten es sich wahrlich verdient …
Die Auslosung der zweiten Hauptrunde wird am Samstag, 16. September, im Rahmen des ZDF-Sportstudios vorgenommen.



ickers: David Yelldell – Sascha Benda, Recep Yildiz, Jens Härter, Moritz Steinle – Manuel Hartmann, Sven Sökler (71. Bastian Bischoff), Mustafa Akcay (57. Laszlo Kanyuk), Bashiru Gambo (35. Oliver Stierle) – Christian Okpala, Mirnes Mesic – Trainer: Robin Dutt
HSV: Kirschstein – Demel, Reinhardt, Mathjisen, Benjamin – De Jong (66.Mahdavikia), Wicky, Laas, Trochowski (71.Klingbeil) – Sanogo, Ljuboja (74.Lauth) – Trainer: Doll

Torfolge:
1:0 Yildiz (5.)
2:0 Okpala (6.)
2:1 Sanogo (28.)
2:2 Ljuboja (36.)
2:3 Demel (44.)
3:3 Yildiz (89.)
4:3 Okpala (96.)
 

Zuschauer:
10.500 Fans im ausverkauften GAZi-Stadion auf der Waldau
 

Schiedsrichter:
Peter Sippel (Bremen)
 
Verwarnungen:
Gelbe Karten: Härter – Demel
Kim-Tobias Stehle
Quelle:www,stuttgarter-kickers.de

Bilder vom Spiel von Sascha Feuster hier klicken: http://www.tausendsascha.de/fotodatenbank/feuster_fotos/index.php?kat=95_Fußball_DFB-Pokal_Stgt.Kickers_vs_Hamburg .

 

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