WFV-U21-Auswahl gewinnt sensationell den DFB-Länderpokal 2009

Die Stuttgarter Kickers gratulieren ihren erfolgreichen Nachwuchsspielern Dominique Fennel, Gökhan Gümüssu und Caglar Celiktas zum Titel

Die Auswahlmannschaft des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) hat sich beim DFB-U21-Länderpokal in Duisburg mit einer sensationellen Leistung den Turniersieg gesichert. Im abschließenden Spitzenspiel gegen die Auswahl des Südwestdeutschen Fußballverbandes – Tabellenerster gegen -zweiter – gelang dem Team von Verbandssportlehrer Wolfgang Kopp ein 1:0-Sieg. Nach dem Gewinn des U20-Titels bei den Frauen 2008, dem Titel bei den U15-Juniorinnen und dem Sieg bei den U18-Junioren ist dies bereits der vierte Triumph innerhalb eines Jahres. Ein deutlicher Beleg für die hervorragende Sichtungs- und Ausbildungsarbeit beim Württembergischen Fußballverband und seinen Vereinen. Von den Stuttgarter Kickers haben Dominique Fennel, Gökhan Gümüssu und Caglar Celiktas zum Erfolg beigetragen – die Blauen gratulieren dem Trio sehr herzlich.

Mit vier Siegen aus vier Spielen gelang dem Team Württemberg damit der überraschende Durchmarsch. Zum Auftakt war das WFV-Team mit 2:0 gegen das Rheinland erfolgreich. Im zweiten Turnierspiel am Samstag gelang ein 1:0-Sieg gegen Bayern. „Dieses Spiel war sicherlich der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben uns den Sieg durch eine überragende Teamleistung verdient. Ab da wussten wir, dass es schwierig sein würde, uns zu schlagen“, jubelte Wolfgang Kopp direkt nach Ende des Turniers. Im dritten Turnierspiel folgte am Montag ein 2:1-Erfolg gegen Westfalen, das schon vor Beginn des Wettbewerbs zum Favoritenkreis gezählt wurde.

Durch die gleichzeitigen Punktverluste der Kontrahenten genügte dem Team aus Württemberg bereits ein Unentschieden im abschließenden Vergleich gegen den Südwesten. Doch Württemberg übernahm sofort die Initiative und ging durch Manuel Fischer vom VfB Stuttgart II in der 25. Spielminute in Führung und sollte diese nicht mehr hergeben. Der Jubel nach dem Spielende war riesig, und der Star war der Trainer. Innerhalb von nur zwei Wochen feierte Wolfgang Kopp zwei Länderpokalsiege: mit der A-Junioren-Auswahl und anschließend bei den Männern. Der Erfolgscoach: „Das Double hat es noch nie zuvor gegeben. Wahnsinn! Ich hatte hier ein geniales Team mit Spielern, die derzeit im Verein oft nur zweite Wahl sind. Wir waren absolut hungrig, haben taktisch toll gespielt und haben perfekt nach der Philosophie des ballorientierten Spiels agiert.“

Vom vergangenen Freitag an fand in der Sportschule Wedau der DFB-U21-Länderpokal statt. Dabei haben insgesamt 21 Auswahlmannschaften der DFB-Landesverbände ihre Kräfte gemessen. Dieser Leistungsvergleich der höchsten Junioren-Altersklasse gilt als die große Talentschau des deutschen Fußballs. Im Vorjahr hatte sich die Auswahl aus dem Südwesten, den Sieg gesichert. Letztmals ging der DFB-U21-Länderpokal im Jahr 2001 nach Württemberg. Insgesamt dreimal gewann die wfv-Auswahl seit 1951den wichtigsten Wettbewerb für Amateurspieler der höchsten Altersklasse (zuvor 1988 und 1979).

Folgende WFV-Auswahlspieler haben den Titel nach Württemberg geholt:
Kevin Kraus, Shaban Ismaili, Benedikt Röcker (alle SG Sonnenhof Großaspach), Marcel Schmid, Ermin Bicakcic, Manuel Fischer, Fabian Broghammer, Ali Pala (alle VfB Stuttgart), Marvin Länge, Antonio Pangallo (beide SSV Ulm 1846), Dominique Fennel, Gökhan Gümüssu; Caglar Celiktas (alle Stuttgarter Kickers), Daniel Hägele (VfR Aalen), Marc Golinski (SSV Reutlingen), Armin Orhan (VfL Kirchheim/Teck), Betreuer Herbert Göpferich.

Weitere Informationen zum DFB-Länderpokal gibt es hier:
http://www.dfb.de/index.php?id=160661

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Das Kickers-Lazarett hat sich vergrößert: Auch Enzo Marchese fällt verletzt aus

Nach Angreifer Dominik Salz (Zehenbruch) und Mittelfeldmann Franco Petruso (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fällt beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers nun auch noch der Mittelfeld-Regisseur Enzo Marchese mit einer Verletzung aus. Der 26-Jährige hat sich im Training eine Muskelzerrung im rechten Oberschenkel zugezogen und steht Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster voraussichtlich zehn bis 14 Tage nicht zur Verfügung. In Schusters Mannschaftskader fehlen außerdem weiterhin die beiden langzeitverletzten Rekonvaleszenten Marcel Charrier (Abwehr/Kreuzbandriss) und Luis Rodrigues (Tor/Schienbeinbruch).
Die Stuttgarter Kickers wünschen ihrem momentan nicht einsatzfähigen Spieler-Quintett eine möglichst schnelle Genesung!

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Ein Eigengewächs ist bei den Kickers die Entdeckung der Saison

Abruscia: Ein Toptalent mit Bodenhaftung

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Dieses Tor zeigte alle seine Qualitäten: Mit dem Ball am rechten Fuß dribbelte Alessandro Abruscia in hohem Tempo an drei Spielern des Regionalligarivalen SSV Reutlingen vorbei, dann kurvte der feine Techniker nach innen und schoss überlegt mit einem knallharten Linksschuss das 1:0 für die Stuttgarter Kickers. Am Ende hieß es 3:1 im WFV-Pokal-Achtelfinale – und Abruscia war der gefeierte Mann. „Endlich bin ich mit meinem ersten Tor belohnt worden“, jubelte der 19-Jährige.

Er ist die Entdeckung der Saison. In jedem Spiel stand er bisher seinen Mann. Entweder rechts hinten in der Viererkette oder eine Position weiter vorne im Mittelfeld. „Er hat sich seinen Stammplatz erkämpft“, sagt Trainer Dirk Schuster. Womit wir bei einer weiteren positiven Eigenschaft wären. Abruscia zeigt Biss und gibt keinen Ball verloren. Manchmal könnte seine Spielweise noch einen Tick ökonomischer sein. Aber die Einstellung stimmt. Auch außerhalb des Platzes. „Er hat was im Kopf, aber er denkt nicht zu viel“, sagt sein früherer A-Jugend-Trainer Ralf Strogies, „Alessandro ist ein ruhiger, lernwilliger Kerl mit Bodenhaftung.“ In der B-Jugend war der Junge aus Waiblingen-Hohenacker von der TSG Backnang zu den Blauen gekommen. Davor war er in der D-Jugend auch für den VfB Stuttgart am Ball. Vergangene Runde empfahl er sich über die Oberligaelf der Kickers für höhere Aufgaben.

Derzeit baut der Mann mit den italienischen Eltern sein Fachabitur in der 13. Klasse der Cotta-Schule. Mit seiner sportlichen Perspektive will sich der Fan des AC Mailand mit dem Vorbild Philipp Lahm noch nicht beschäftigen. „Ich konzentriere mich nur auf die laufende Saison“, sagt er artig. Die Gespräche über eine Verlängerung seines am Rundenende auslaufenden Vertrags führen seine Berater Jürgen Schwab und Silvio Meißner. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Trainer Schuster. Schön wär“s für die Kickers.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen 3:1 (3:0)

Abruscia zeigt, was er kann

WFV-Pokal Kickers nach 3:1 gegenReutlingen im Viertelfinale.

Von Joachim Klumpp

Bonlanden, wir kommen! Nach dem 3:1-(3:0-) Sieg vor 2080 Zuschauern im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen sind die Stuttgarter Kickers ins Viertelfinale eingezogen. Wann die Partie beim Oberligisten SV Bonlanden ausgetragen wird, ist offen; auf jeden Fall nicht mehr in diesem Jahr. „Es war unser erklärtes Ziel, in dem Wettbewerb zu überwintern“, sagte der Kickers-Trainer Dirk Schuster zufrieden. Vor allem nach einer furiosen ersten Hälfte, als seine Mannschaft innerhalb von 20 Minuten die Weichen auf Sieg gestellt hatte. Alessandro Abruscia (13.), Simon Köpf (15.) und Marcel Ivanusa (32.) sorgten für eine beruhigende Führung, nach dem Motto: jeder Schuss ein Treffer. Die Vorarbeit leistete dabei jeweils der als Stürmer nominierte Enzo Marchese, der seine starke Leistung in der 76. Minute hätte krönen können, aber mit einem Foulelfmeter an Schlussmann Tobias Linse scheiterte.

Überboten wurde er vielleicht nur noch vom jungen Alessandro Abruscia, so etwas wie dem Senkrechtstarter der Saison. Wer bisher noch an dessen Fähigkeiten gezweifelt hatte, wurde spätestens mit dem Führungsftreffer überzeugt, als er mit dem rechten Fuß kurzerhand drei Gegenspieler versetzte und dann mit links unhaltbar ins kurze Eck schoss. Der Kapitän Marcel Rapp schwärmte geradezu: „Ich sehe ihn ja jeden Tag im Training. Er bringt alles mit, um später einmal oben zu spielen.“

Also im Profibereich. Zunächst einmal arbeiten die Kickers deshalb intensiv an einer Vertragsverlängerung, um zumindest finanziell von einem möglichen Wechsel zu profitieren. „Er traut sich für sein Alter viel zu“, sagt Schuster über den erst 19-Jährigen. „Und wir fordern ihn auch dazu auf, solche Überraschungsmomente auf seiner Seite zu schaffen.“ Das ist die rechte Außenbahn, wo er zunächst im Mittelfeld, später in der Viererkette agierte, als Moritz Steinle ins defensive Mittelfeld rückte, um dem Reutlinger Druck nach der Pause etwas entgegenzuhalten. Zu mehr als dem Ehrentor durch einen Distanzschuss von Daniel Bogdanovic (57.) reichte es aber nicht mehr für die Gäste. „Die drei schnellen Tore steckt keine Mannschaft weg“, sagte Reutlingens Trainer Roland Seitz, der nach öffentlicher Kritik des Kapitäns Sascha Boller diesen kurzerhand von seinem Posten enthoben hat – und Jens Härter zum neuen Spielführer ernannte.

Solche internen Querelen gibt es bei den Kickers derzeit nicht. Im Gegenteil: heute Abend steht ein gemeinsamer Volksfestbesuch an, den sich die Mannschaft redlich verdient hat. Damit nicht genug: Morgen geht“s ins Varieté und am Freitag schon wieder auf den Wasen, diesmal zum Handballspiel der Bittenfelder in die Porsche-Arena. Das alles soll dem Teamgeist zugute kommen – der im Moment auch so etwas wie das Erfolgsgeheimnis der Kickers ist.

Stuttgarter Zeitung

3:1 – Kickers kommen souverän weiter
Sieg im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen – im Viertelfinale geht es zu Oberligist SV Bonlanden

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Kickers-Trainer Dirk Schuster forderte vor dem Achtelfinalspiel im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen von seiner Mannschaft nicht nur Fußball mit Herz, sondern vor allem einen Sieg. Beides ging in Erfüllung. Die Blauen gewannen gegen das Team von Trainer Roland Seitz souverän mit 3:1 (3:0) und zeigten vor 2080 Zuschauern besonders in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung.

Bissig in den Zweikämpfen, gute Laufarbeit, beste Chancenauswertung – im Duell der beiden Regionalligisten hatten die Kickers die Nase vorn. Die Reutlinger hielten nur die ersten 15 Minuten gut mit. Bei den Blauen spielte besonders Alessandro Abruscia frech auf. Das Eigengewächs erzielte auch prompt das 1:0. In der 13. Minute umkurvte der 19-Jährige gleich drei Reutlinger, zog nach innen und donnerte den Ball mit dem linken Fuß ins Tor. Zwei Minuten später folgte das 2:0. Simon Köpf verwandelte eine Freistoßhereingabe von Enzo Marchese mit dem Kopf. Marcel Ivanusa erhöhte gar auf 3:0 (32.), wieder war Marchese glänzender Vorbereiter.

In der zweiten Hälfte schalteten die Kickers einen Gang zurück und kassierten prompt das 1:3. Daniel Bogdanovic (57.) zog aus 25 Metern ab und traf unhaltbar für Torhüter Daniel Wagner unter die Latte. Trotz des Anschlusstreffers war der Sieg der Blauen nie in Gefahr. Im Gegenteil: Marchese hatte sogar die Möglichkeit auf 4:1 (75.) zu erhöhen. Doch er scheiterte mit einem Foulelfmeter an SSV-Torhüter Tobias Linse. „Wir haben unser Ziel erreicht und sind weiter, ich bin sehr zufrieden. Nur in der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Faden verloren und das Ergebnis nur verwaltet“, sagte Kickers-Trainer Schuster.

Im Viertelfinale treffen die Blauen, deren zweite Mannschaft ebenfalls noch im Pokal dabei ist, auf den Oberligisten SV Bonlanden. Die Partie findet im nächstens Jahr statt, der Termin steht noch nicht fest.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart Reutlingen 3:1 Effektive Kickers: Drei Versuche, drei Tore. Bittere Pokal-Pleite für die Seitz-Truppe

SSV geht in 180 Sekunden k.o.

VON MANFRED KRETSCHMER

STUTTGART. Den Traum von den großen Einnahmen im DFB-Pokal müssen sich die Regionalliga-Fußballer des SSV Reutlingen einmal mehr abschminken. Im Verbandspokal-Achtelfinalspiel beim Liga-Konkurrenten Stuttgarter Kickers zogen die Nullfünfer vor 2080 Zuschauern mit 1:3 (0:3) den Kürzeren. Die Kickers müssen nun im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden ran. Es war kaum zu glauben, aber wahr: Die »Blauen« brachten bis zur 32. Minute drei Bälle in Richtung Reutlinger Gehäuse und alle drei landeten im Netz.

Beim 1:0 in der 13. Minute ließ sich die SSV-Defensiv-Abteilung auf der linken Seite gleich mehrmals düpieren. Der 19 Jahre junge Alessandro Abruscia schnappte sich das Spielgerät, tanzte drei Gegenspieler aus und ließ Torhüter Tobias Linse mit seinem Schuss aus zehn Metern keine Abwehrchance.

180 Sekunden später war der SSV-k.o. fast schon besiegelt. Nach einer Freistoß-Flanke des technisch beschlagenen Ex-Ulmers Enzo Marchese köpfte Simon Köpf zum 2:0 ein. Mit anderen Worten: Der ehemalige Aalener Köpf überwand seinen früheren Team-Kollegen Linse.

Und weil aller schlechten Dinge drei sind, landete auch die dritte Chance der Kickers im Tor. Marchese flankte und Marcel Ivanusa traf volley ins Schwarze.

»Wir haben bei allen drei Gegentoren gepennt«, übte der neue SSV-Kapitän und Innenverteidiger Jens Härter Selbstkritik. Und fügte hinzu: »Auf unsere Leistung in der zweiten Halbzeit kann man allerdings aufbauen.« SSV-Geschäftsführer Klaus Weiss schüttelte nach Spielende ungläubig den Kopf und formulierte: »Wenn man solche individuellen Böcke schießt, kann man kein Spiel gewinnen.« Jugendliches Zweikampf-Verhalten warf er der Truppe vor.

Im Spiel des Jahres für die Kreuzeiche-Elf präsentierte sich das Team von Trainer Roland Seitz wesentlich engagierter und spielfreudiger als zuletzt. Allerdings muss man auch konstatieren, dass die Stuttgarter noch sieges- und torhungriger auftraten. »Wir funktionieren in dieser Saison als Team. Jeder Spieler geht ans Limit«, lobte Kickers-Coach Dirk Schuster seine Schützlinge.

Beim SSV lief der Ball im Mittelfeld phasenweise flüssig durch die Reihen. Aber immer wenn es ans Eingemachte ging, sprich: wenn sich der Ball in Tornähe befand, dann leisteten sich die Gäste ein schlampiges Zuspiel oder verloren den entscheidenden Zweikampf. Sein Team habe »gut angefangen«, stellte Seitz fest, »allerdings haben wir es nicht geschafft, ein Zeichen zu setzen«. Positiv bewertete der Reutlinger Kommandogeber die Leistung in der zweiten Hälfte: »Da sind wir volles Risiko gegangen, haben das 1:3 gemacht, aber leider gelang uns das Anschlusstor nicht.«

In der 57. Minute wars, als Innenverteidiger Daniel Bogdanovic mit einem satten 28-Meter-Schuss an die Unterkante der Latte auf 1:3 verkürzte. Der SSV setzte nun alles auf eine Karte, allerdings schwanden mit zunehmender Spieldauer die Kräfte, so dass die Kickers in der letzten Viertelstunde den Sieg sicher über die Zeit brachten. Nach 76 Minuten gab es einen äußerst fragwürdigen Strafstoß für die Gastgeber, doch Marchese scheiterte mit dem Elfmeter an Linse.

Neben Alexander Schreckinger, Ivan Cosic und Thomas Mayer konnte beim SSV auch Andreas Rill nicht auflaufen. Er absolvierte gestern Vormittag einen Belastungstest, musste aber wegen einer Muskelverletzung passen. Bei der Aufstellung hatte Seitz eine Überraschung parat: Alexander Blessin, der nach der Pause eine gute Leistung ablieferte, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sascha Boller durfte sich im zentralen Mittelfeld und Marc Golinski auf der rechten Außenbahn versuchen. Es nützte alles nichts. Der SSV muss sich den Traum von einer großen Einnahme im DFB-Pokal abschminken. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger

Presse zum Turniersieg der U19 in Klengen

Die Kickers siegen in Klengen

Der FC Klengen veranstaltete am Sonntag ein internationales U13-Turnier. Sechs Jugendteams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gastierten beim FC Klengen und spielten um die Platzierungen. Sieger des Turniers sind die Stuttgarter Kickers.Im letzten Spiel der Stuttgarter Kickers kam es zum großen Showdown des Turniertages. Die Schwaben trafen auf die Grashoppers aus Zürich, die ebenfalls noch um den Gesamtsieg spielten. Die Partie der beiden Teams blieb bis in die Schlussminuten spannend und ausgeglichen, allerdings setzten sich die Stuttgarter durch einen Doppelschlag letztlich mit 2:0 gegen die Eidgenossen durch und sicherten sich Platz eins. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden gegen Freiburg und Luzern waren die Stuttgarter Kickers mit 14 Punkten verdienter Turniersieger.

Die Grashopperslegen ordentlich vor

Die Grashoppers hatten ordentlich vorgelegt und eigentlich ein beruhigendes Torkonto. Doch als der FC Schaffhausen in der letzten Begegnung des Tages nach wenigen Minuten mit 5:0 gegen den FC Bregenz führte, mussten die Zürcher plötzlich doch noch um Rang zwei zittern. Zwar versuchten die Schaffhausener noch einmal alles, nutzen aber ihre weiteren Chancen nicht mehr und so blieb es am Ende beim 5:0. Somit reihte sich der FC Schaffhausen nach anfänglich schwächerer Leistung doch noch hinter den Kickers aus Stuttgart und den Grashoppers Zürich auf Platz drei ein.

Auf den Folgerängen standen der SC Freiburg, der FC Luzern, der FC Bregenz und der FC Klengen. Der Gastgeber spielte nur eine Nebenrolle und sah sich nicht auf Augenhöhe mit den Gästen. Nicht einmal ein Pünktchen war den FC-Jungs gegen einen der »Großen« gegönnt.

Schwarzwälder Bote

Jugend gibt sich hochklassig
Als repräsentative Veranstaltung für hochklassigen Jugendfußball hat sich einmal mehr das vom FC Klengen ausgerichtete internationale D-Jugendturnier erwiesen. Sieben Teams aus Deutschland, der Schweiz und Österreich boten einen interessanten Pokalkampf, aus dem die Stuttgarter Kickers als Sieger hervorgingen.

Obwohl das vom FC Klengen erst vor zwei Jahren in das sportliche Veranstaltungsprogramm aufgenommene internationale D-Jugendturnier noch eine junge Geschichte vorzuweisen hat, ist sie umso erfolgreicher. Zum dritten Mal in Folge wurde hochklassiger Jugendfußball von sieben Mannschaften aus der Schweiz, Österreich und Deutschland im Klengener Höhenstadion geboten.

Wenn es nach dem Veranstaltungskalender des FC Klengen gegangen wäre, hätte die dritte Auflage dieses Turniers eigentlich erst im Juni des nächsten Jahres stattgefunden. Doch völlig unerwartet richteten die schon zwei Mal an dem Turnier teilnehmenden Stuttgarter Kickers an den FC Klengen die Anfrage, ob der Verein bereit sei, kurzfristig eine drittes Turnier auszurichten. Nicht lange zu überlegen brauchte der Cheforganisator der bisherigen Turniere, Paul-Thomas Weich, der sich umgehend mit der Vereinsführung zusammensetzte, wobei die Vorstandschaft des FC Klengen sofort grünes Licht für die Austragung des außerplanmäßigen Turniers gab. Vorfreunde herrschte beim Veranstalter auch schon deshalb, weil mit dem SC Freiburg zum ersten Mal die Jugendmannschaft eines Bundesligavereins für diese Veranstaltung gewonnen werden konnte. So war man im Vorfeld schon gespannt, wie sich die Nachwuchskicker aus dem Breisgau gegen die übrigen Teilnehmer schlagen werden.

Kurzfristig umbauen musste Paul-Thomas Weich den Spielplan, weil mit dem FC Luzern aus der Schweiz ein weiteres Team hinzukam, sodass sieben statt der geplanten sechs Mannschaften antraten. Um dennoch im Zeitplan zu bleiben, wurde die ursprünglich auf 23 Minuten angesetzte Spielzeit pro Partie auf 17 Minuten verkürzt.

Was die zahlreichen Zuschauer bei idealem Fußballwetter auf dem satten Grün von den Nachwuchskickern geboten wurde, wäre eigentlich einen Eintrittspreis wert gewesen. Doch darauf wurde von Seiten des Vereins verzichtet. Zahlreiche Sponsoren unterstützen den FC Klengen bei der Bewältigung der mit dem Jugendturnier einhergehen Unkosten.

Wer bei den Spielen genau hinschaute, für den war leicht erkennbar, dass die Jugendlichen aus den Großvereinen über eine Spielkultur verfügen, die weit über dem liegt, was der Nachwuchs anderer Clubs zu bieten im Stande ist. Die Kicker traten im übrigen nicht nur auf dem Spielfeld äußerst diszipliniert in Erscheinung, sondern auch auf den Nebenschauplätzen, was dem als Turnierleiter fungierenden FCK-Jugendleiter Paul-Thomas Weich sehr angenehm auffiel. „Unsere Jugendlichen können vom Auftreten solcher Teams nur lernen“, fasste Weich zusammen.

Turniersieger wurden die Stuttgarter Kickers. Die Plätze zwei und drei belegten die Grashoppers Zürich und der FC Schaffhausen aus der Schweiz. Nachfolgend platzierten sich der SC Freiburg, FC Luzern (Schweiz), SC Bregenz (Österreich) und der gastgebende FC Klengen.

Südkurier

Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen

WFV-Pokal
Kickers im Derby gegen Reutlingen

Man soll den zweiten Schritt ja nicht vor dem ersten machen. Dennoch: der nächste Gegner im WFV-Pokal steht mit dem SV Bonlanden schon fest – vorausgesetzt der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers schafft heute (19 Uhr) im Derby gegen den SSV Reutlingen, zu dem 2500 Zuschauer erwartet werden, den Einzug in das Viertelfinale: „Das ist unser Ziel“, betont der Trainer Dirk Schuster, „nach wie viel Minuten ist mir egal.“ Im Zweifel auch erst im Elfmeterschießen. Nachdem die Kickers in den vergangenen drei Jahren jeweils frühzeitig gegen unterklassige Gegner (Crailsheim, Kirchheim und Sonnenhof) ausgeschieden sind, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann: „Das ist eines der wichtigsten Spiele in diesem Kalenderjahr.“ Schließlich qualifiziert sich nur der WFV-Pokalsieger für den DFB-Pokal, in dem es ein Startgeld von 113 000 Euro gibt.

„Ich denke, das ist Motivation genug“, sagt Schuster, zudem habe die Elf beim 2:0 gegen den Karlsruher SC II Selbstvertrauen getankt. Im Gegensatz zum SSV Reutlingen (1:4 gegen Freiburg), bei dem in Jens Härter und Marco Tucci auch zwei ehemalige Kickers-Spieler im Team stehen. Nicht im Kickers-Kader sind Torwart Frank Becker, dessen Vertrag erwartungsgemäß aufgelöst wurde, und Franco Petruso, der mit Muskelfaserriss ausfällt. ump

Stuttgarter Zeitung

Schuster erhöht Druck auf das Team
STUTTGART (jok). Bisher forderte Dirk Schuster von seinem Team Fußball mit Herz, heute (19 Uhr/Gazi-Stadion) will er mehr. „Wir haben erstmals den Druck, ergebnisorientiert spielen zu müssen“, erklärt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor dem Achtelfinale gegen den SSV Reutlingen, „wir wollen den WFV-Pokal holen. Also müssen wir gewinnen, egal wie.“ Das verlangt auch Jens Zimmermann, denn der WFV-Pokal-Sieger zieht in den lukrativen DFB-Pokal ein, in dem jeder Teilnehmer 100 000 Euro sicher hat. „Das ist ein großer Fleischtopf“, sagt der Geschäftsführer der Blauen, „mit dieser Einnahme wären viele Dinge leichter zu stemmen.“ Zunächst allerdings muss der SSV geschlagen werden. Die Kickers hoffen auf mindestens 2500 Zuschauer – und Schuster verspricht: „Wir werden Reutlingen unter Druck setzen.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen eine Runde weiter

Stuttgart (bw) – Für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers geht es heute (19 Uhr) im Gazi-Stadion um den Einzug ins WFV-Pokal-Viertelfinale. Achtelfinal-Gegner ist der Liga-Konkurrent SSV Reutlingen. 200 Polizisten und 90 Ordner wollen für die Sicherheit beim Derby sorgen. Die „Blauen“ haben sich mit einem 2:0-Sieg zu Hause gegen den Karlsruher SC II auf die Pokalpartie eingestimmt, während der SSV zuletzt eine 1:4-Heimklatsche gegen den SC Freiburg II kassierte. In der Tabelle trennen die Rivalen gerade mal zwei Plätze: Die Kickers sind Achter, die Reutlinger Zehnter. „Wenn wir die Leistung aus dem Spiel gegen Karlsruhe wieder abrufen und mit derselben Leidenschaft in die Partie gehen, dann bin ich optimistisch, dass wir die nächste Runde erreichen“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der seinen Schützlingen eine klare Zielvorgabe gegeben hat: „Wir wollen den WFV-Pokal gewinnen und in den DFB-Pokal einziehen.“ Dort spielten die Stuttgarter zuletzt im Jahr 2006. Verzichten muss der Coach heute neben Dominik Salz (Zeh gebrochen) auch auf Franco Petruso. Der Mittelfeldspieler hat sich in der Partie gegen den KSC II einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt mindestens zwei Wochen aus. Unterdessen wurde der Vertrag mit Ersatztorwart Frank Becker im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. „Es hat einfach nicht gepasst“, begründet Schuster.

Eßlinger Zeitung

SSV-Präsidiumsmitglied Walter Braun redet Klartext, Trainer Roland Seitz greift durch. Nach der 1:4-Pleite am vergangenen Freitag gegen den SC Freiburg II und vor dem Verbandspokal- Achtelfinalspiel am heutigen Dienstag (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers war an der Kreuzeiche Feuer unter dem Dach. In den vergangenen Tagen gabs beim Fußball-Regionalligisten nicht nur eine Aussprache. »Das Duell bei den Kickers ist für uns das Spiel des Jahres«, nimmt Braun die Elf nach einer Zusammenkunft mit dem Mannschaftsrat in die Pflicht. »Das Team war zuletzt etwas leblos«, so Braun.

Manfred Kretschmer

Trainer Seitz nahm sich seine Schützlinge gestern Abend etwa eine Stunde zur Brust. »Wir wollen unsere nach wie vor gute Ausgangsposition in der Regionalliga nicht aufs Spiel setzen«, so der 45-jährige Ex-Profi, »außerdem wollte ich das Team vor dem Pokal-Duell in Stuttgart aufwecken«. Seitz rammte zudem einen Eckpfeiler ein, indem er Sascha Boller als Kapitän absetzte. Ab heute trägt der bisherige Stellvertreter Jens Härter die Spielführer-Binde.

Die Gründe für diesen Schritt? Seitz erklärt, dass er mit Boller bereits nach dem Spiel gegen Eintracht Bamberg (1:1) ein Gespräch geführt habe, weil der Mittelfeldspieler sich gegenüber seinen Teamkollegen negativ geäußert habe. Nun legte der einst für Hoffenheim und Fürth aktive Boller nach dem Debakel gegen Freiburg noch eins drauf. »Wir haben kein Konzept in der Tasche. Wir wissen nicht, wie wir nach vorne spielen wollen. Das zentrale Mittelfeld, normalerweise das Herzstück einer Mannschaft, ist bei uns tot«, formulierte der mit drei Punktspiel-Toren zu Buche stehende Boller nach der Partie gegen die Breisgauer in den Katakomben des Kreuzeiche-Stadions.

Seitz verarbeitete diese Worte übers Wochenende und machte am Montag einen Knopf dran, indem er Boller die Binde wegnahm. »Das ist das Normalste der Welt, dass sich ein Trainer das nicht gefallen lassen kann, sonst verliert er seine Autorität«, so Seitz. Boller habe nicht nur ihn kritisiert, sondern bereits das zweite Mal seine Mannschaftskameraden. Boller selbst sagte gegenüber dem GEA: »Ich bin zum Rücktritt aufgefordert worden.«

Seine Elf werde bei den Stuttgarter Kickers »alles daran setzen«, eine Runde weiterzukommen, verspricht der Reutlinger Kommandogeber. Der Sieger von heute Abend tritt im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden an. Seitz: »Das wäre keine leichte, aber eine machbare Aufgabe. Und ab dem Halbfinale ist alles möglich.«

Der Coach weiß allerdings auch, dass sich sein Team bei den Kickers auf einen heißen Tanz einstellen muss. Er habe den Drittliga-Absteiger im Heimspiel gegen 1860 München II (1:1) beobachtet. »Da haben mir die Stuttgarter imponiert, weil sie wahnsinnig viel Feuer entfachten und Leidenschaft zeigten.« In der Punkterunde haben die Kickers nur zwei Punkte mehr als der SSV auf dem Konto. Auffallend sind aber die lediglich sieben Gegentore. Reutlingen musste bereits 17 Mal einen Treffer einstecken .

Personell siehts beim SSV etwas besser als vor dem Freiburg-Spiel, aber längst nicht rosig aus. Andreas Rill absolvierte gestern eine Laufeinheit und dürfte heute im defensiven Mittelfeld in der Startformation stehen. Wieder einsatzfähig ist auch Angreifer Anton Makarenko, den zuletzt ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht setzte. Abwehrspieler Ivan Cosic hat weiterhin mit der Patellasehne Probleme und nimmt voraussichtlich als Joker auf der Bank Platz. Definitiv ausfallen werden Linksverteidiger Thomas Mayer (muskuläre Probleme), der gegen Freiburg nach 39 Minuten vom Platz musste, und der seit Wochen fehlende Alexander Schreckinger.

SSV-News.de

WfV-Pokal-Vorberichte: Kickers – SSV Reutlingen

Kickers im Derby gegen Reutlingen

Man soll den zweiten Schritt ja nicht vor dem ersten machen. Dennoch: der nächste Gegner im WFV-Pokal steht mit dem SV Bonlanden schon fest – vorausgesetzt der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers schafft heute (19 Uhr) im Derby gegen den SSV Reutlingen, zu dem 2500 Zuschauer erwartet werden, den Einzug in das Viertelfinale: „Das ist unser Ziel“, betont der Trainer Dirk Schuster, „nach wie viel Minuten ist mir egal.“ Im Zweifel auch erst im Elfmeterschießen. Nachdem die Kickers in den vergangenen drei Jahren jeweils frühzeitig gegen unterklassige Gegner (Crailsheim, Kirchheim und Sonnenhof) ausgeschieden sind, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann: „Das ist eines der wichtigsten Spiele in diesem Kalenderjahr.“ Schließlich qualifiziert sich nur der WFV-Pokalsieger für den DFB-Pokal, in dem es ein Startgeld von 113 000 Euro gibt.

„Ich denke, das ist Motivation genug“, sagt Schuster, zudem habe die Elf beim 2:0 gegen den Karlsruher SC II Selbstvertrauen getankt. Im Gegensatz zum SSV Reutlingen (1:4 gegen Freiburg), bei dem in Jens Härter und Marco Tucci auch zwei ehemalige Kickers-Spieler im Team stehen. Nicht im Kickers-Kader sind Torwart Frank Becker, dessen Vertrag erwartungsgemäß aufgelöst wurde, und Franco Petruso, der mit Muskelfaserriss ausfällt. ump

Stuttgarter Zeitung

 

Schuster erhöht Druck auf das Team
 
STUTTGART (jok). Bisher forderte Dirk Schuster von seinem Team Fußball mit Herz, heute (19 Uhr/Gazi-Stadion) will er mehr. „Wir haben erstmals den Druck, ergebnisorientiert spielen zu müssen“, erklärt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor dem Achtelfinale gegen den SSV Reutlingen, „wir wollen den WFV-Pokal holen. Also müssen wir gewinnen, egal wie.“ Das verlangt auch Jens Zimmermann, denn der WFV-Pokal-Sieger zieht in den lukrativen DFB-Pokal ein, in dem jeder Teilnehmer 100 000 Euro sicher hat. „Das ist ein großer Fleischtopf“, sagt der Geschäftsführer der Blauen, „mit dieser Einnahme wären viele Dinge leichter zu stemmen.“ Zunächst allerdings muss der SSV geschlagen werden. Die Kickers hoffen auf mindestens 2500 Zuschauer – und Schuster verspricht: „Wir werden Reutlingen unter Druck setzen.“

Stuttgarter Nachrichten

 

Kickers wollen eine Runde weiter

Stuttgart (bw) – Für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers geht es heute (19 Uhr) im Gazi-Stadion um den Einzug ins WFV-Pokal-Viertelfinale. Achtelfinal-Gegner ist der Liga-Konkurrent SSV Reutlingen. 200 Polizisten und 90 Ordner wollen für die Sicherheit beim Derby sorgen. Die „Blauen“ haben sich mit einem 2:0-Sieg zu Hause gegen den Karlsruher SC II auf die Pokalpartie eingestimmt, während der SSV zuletzt eine 1:4-Heimklatsche gegen den SC Freiburg II kassierte. In der Tabelle trennen die Rivalen gerade mal zwei Plätze: Die Kickers sind Achter, die Reutlinger Zehnter. „Wenn wir die Leistung aus dem Spiel gegen Karlsruhe wieder abrufen und mit derselben Leidenschaft in die Partie gehen, dann bin ich optimistisch, dass wir die nächste Runde erreichen“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der seinen Schützlingen eine klare Zielvorgabe gegeben hat: „Wir wollen den WFV-Pokal gewinnen und in den DFB-Pokal einziehen.“ Dort spielten die Stuttgarter zuletzt im Jahr 2006. Verzichten muss der Coach heute neben Dominik Salz (Zeh gebrochen) auch auf Franco Petruso. Der Mittelfeldspieler hat sich in der Partie gegen den KSC II einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt mindestens zwei Wochen aus. Unterdessen wurde der Vertrag mit Ersatztorwart Frank Becker im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. „Es hat einfach nicht gepasst“, begründet Schuster.

Eßlinger Zeitung

 

SSV Reutlingen hofft auf das Viertelfinale

Heute um 19 Uhr steigt im Gazi-Stadion der Pokal-Hit im Achtelfinale des WFV-Pokals, wenn die Stuttgarter Kickers auf den SSV Reutlingen treffen. Beide Trainer haben den Gegner intensiv ausspioniert.

Wolfgang Gattiker

Die Lage ist klar: der Sieger des Spiels muss im Viertelfinale beim SV Bonlanden antreten. Das Spiel ist für 19. Dezember geplant, es könnte aber auch erst 2010 stattfinden. Im Viertelfinale steigt das Spiel FV Illertissen gegen Stuttgarter Kickers II. Die Kickers sind also bei Sieg der Regionalliga-Truppe mit zwei Teams im Viertelfinale vertreten.

Für SSV-Roland Seitz steht fest: „Bei Sieg treffen wir auf Bonlanden, das ist schwer, aber machbar. Da beim Spiel Ulm gegen Heidenheim auch ein Top-Klub ausscheidet und der Sieger gegen Sonnenhof spielt, hat man dann auch unterklassige Gegner und die Chancen steigen, ganz nach vorne zu kommen. So kann der Sieger von heute doch das Halbfinale erreichen. Doch wir haben das Ziel, den WFV-Pokal zu holen.“

Klar, der DFB-Pokal ist reizvoll, da kassiert man im ersten Spiel schon Mal 115 000 Euro plus die Einnahmen. In der zweiten Runde – siehe Lübeck – gibts dann eine Viertel Million Euro und wenn man die dritte Runde erreicht wie Regionalligist Eintracht Trier kann man eine gute halbe Million sich gutschreiben lassen. Für den SSV und auch für die Blauen wäre das angesichts der finanziellen Lage ein Lottohauptreffer.

Die Kickers siegten ja am Freitag bei der Generalprobe gegen den KSC II mit 2:0, der SSV kassierte eine Heimklatsche, aber Trainer Roland Seitz hofft: „Rill und Makarenko werden wohl auf jeden Fall spielen können, Oytun wird sich auch erholen, nur Schreckinger wird eben fehlen und er fehlt eben als Sechser sehr. Bei Mayer steht noch ein Fragezeichen.“ Da muss der Trainer weiterhin improvisieren und das heutige Abschlusstraining abwarten, vielleicht entscheidet sich ein Einsatz erst am Spieltag beim Aufwärmen wie gegen Freiburg, als Rill abwinkte. Der SSV kann den einstelligen Platz in der Regionalliga erreichen – das sieht auch das Umfeld, wenn die ersten Zwölf fit sind, doch es gab eine Sitzung nach dem Spiel und derzeit reagieren ja viele Fußball-Manager überzogen und verfrüht. Doch man will eben mehr Leistungsbereitschaft sehen, auch wenn Leistungsträger ausfallen. Viele Fans vermissten das Herz, die Leidenschaft, den Biss und der muss heute kommen. Man muss immer sehen: es fehlt ein Co-Trainer, ein Torwartrainer etc., deshalb kann man eben spielerisch keinen Glanz erwarten, aber Einsatz und Kampf.

Das Team muss sich heute im Derby anders präsentieren als am Freitag, das ist klar, sonst kann man die Ziele 2010/2011 nicht erreichen. Doch die Konzentration gilt dem Pokal-Spiel. Mit Marco Tucci und Jens Härter spielen heute zwei ehemalige Stuttgarter im SSV-Trikot. Auch Alex Blessin spielte schon auf der Waldau: „Das ist ein wichtiges Spiel, wir müssen Gas geben, alles abrufen, haben ja dann eine elftägige Pause bis zum Kassel-Spiel am 17. Oktober. Deshalb gilt es alles zu geben, wir versuchen, den Sieg zu erringen.“

Der SSV setzt einen Fan-Bus ein, es gibt noch am heutigen Dienstag Stehplatzkarten für 8,50 Euro, eine Stehplatzkarte für 12,50 Euro mit Roter Wurst und Freigetränk und Tribünenplätze von 22 bis 32 Euro in der Mitte. Das gute daran: der SSV kassiert ja 40 Prozent der Einnahmen. Die Reutlinger haben gegen Balingen und Rottweil jeweils mit 3:0 gewonnen, in Empfingen nach Verlängerung gabs einen 4:1-Sieg. Die Kickers siegten in Baiersbronn 11:0, in Altdorf 7:0 und in Herrenberg nur 1:0. So ist das Erreichen des Viertelfinales ein Ziel für den SSV, der im Vorjahr am Sieger Sonnenhof scheiterte, als der Abstiegskampf im Vordergrund stand – das ist jetzt nicht der Fall. Seitz wird die genaue Aufstellung erst gegen 18. 30 Uhr nach dem Aufwärmen bekannt geben können. Er hoffe auf tollen Kampf vor großer Kulisse und wird wohl mit dem 4-5-1-System spielen. Er glaubt, dass im Stadion in diesem Derby alles möglich ist. Auf jeden Fall fällt heute eine Entscheidung, notfalls in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen, doch die Reutlinger wollen das Ding nach 90 Minuten entscheiden. Sascha Boller: „Da müssen wir uns anders präsentieren und zwar alle, dann haben wir eine Chance. Auf der Waldau herrscht sicher eine gute Stimmung, da geht die Post ab.“ Das hoffen auch Seitz und die Verantwortlichen.

Reutlinger Nachrichten

 

Boller abgesetzt, Härter macht’s – Pokal-Duell bei den Kickers

SSV-Präsidiumsmitglied Walter Braun redet Klartext, Trainer Roland Seitz greift durch. Nach der 1:4-Pleite am vergangenen Freitag gegen den SC Freiburg II und vor dem Verbandspokal- Achtelfinalspiel am heutigen Dienstag (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers war an der Kreuzeiche Feuer unter dem Dach. In den vergangenen Tagen gabs beim Fußball-Regionalligisten nicht nur eine Aussprache. »Das Duell bei den Kickers ist für uns das Spiel des Jahres«, nimmt Braun die Elf nach einer Zusammenkunft mit dem Mannschaftsrat in die Pflicht. »Das Team war zuletzt etwas leblos«, so Braun.

Manfred Kretschmer

Trainer Seitz nahm sich seine Schützlinge gestern Abend etwa eine Stunde zur Brust. »Wir wollen unsere nach wie vor gute Ausgangsposition in der Regionalliga nicht aufs Spiel setzen«, so der 45-jährige Ex-Profi, »außerdem wollte ich das Team vor dem Pokal-Duell in Stuttgart aufwecken«. Seitz rammte zudem einen Eckpfeiler ein, indem er Sascha Boller als Kapitän absetzte. Ab heute trägt der bisherige Stellvertreter Jens Härter die Spielführer-Binde.

Die Gründe für diesen Schritt? Seitz erklärt, dass er mit Boller bereits nach dem Spiel gegen Eintracht Bamberg (1:1) ein Gespräch geführt habe, weil der Mittelfeldspieler sich gegenüber seinen Teamkollegen negativ geäußert habe. Nun legte der einst für Hoffenheim und Fürth aktive Boller nach dem Debakel gegen Freiburg noch eins drauf. »Wir haben kein Konzept in der Tasche. Wir wissen nicht, wie wir nach vorne spielen wollen. Das zentrale Mittelfeld, normalerweise das Herzstück einer Mannschaft, ist bei uns tot«, formulierte der mit drei Punktspiel-Toren zu Buche stehende Boller nach der Partie gegen die Breisgauer in den Katakomben des Kreuzeiche-Stadions.

Seitz verarbeitete diese Worte übers Wochenende und machte am Montag einen Knopf dran, indem er Boller die Binde wegnahm. »Das ist das Normalste der Welt, dass sich ein Trainer das nicht gefallen lassen kann, sonst verliert er seine Autorität«, so Seitz. Boller habe nicht nur ihn kritisiert, sondern bereits das zweite Mal seine Mannschaftskameraden. Boller selbst sagte gegenüber dem GEA: »Ich bin zum Rücktritt aufgefordert worden.«

Seine Elf werde bei den Stuttgarter Kickers »alles daran setzen«, eine Runde weiterzukommen, verspricht der Reutlinger Kommandogeber. Der Sieger von heute Abend tritt im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden an. Seitz: »Das wäre keine leichte, aber eine machbare Aufgabe. Und ab dem Halbfinale ist alles möglich.«

Der Coach weiß allerdings auch, dass sich sein Team bei den Kickers auf einen heißen Tanz einstellen muss. Er habe den Drittliga-Absteiger im Heimspiel gegen 1860 München II (1:1) beobachtet. »Da haben mir die Stuttgarter imponiert, weil sie wahnsinnig viel Feuer entfachten und Leidenschaft zeigten.« In der Punkterunde haben die Kickers nur zwei Punkte mehr als der SSV auf dem Konto. Auffallend sind aber die lediglich sieben Gegentore. Reutlingen musste bereits 17 Mal einen Treffer einstecken .

Personell siehts beim SSV etwas besser als vor dem Freiburg-Spiel, aber längst nicht rosig aus. Andreas Rill absolvierte gestern eine Laufeinheit und dürfte heute im defensiven Mittelfeld in der Startformation stehen. Wieder einsatzfähig ist auch Angreifer Anton Makarenko, den zuletzt ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht setzte. Abwehrspieler Ivan Cosic hat weiterhin mit der Patellasehne Probleme und nimmt voraussichtlich als Joker auf der Bank Platz. Definitiv ausfallen werden Linksverteidiger Thomas Mayer (muskuläre Probleme), der gegen Freiburg nach 39 Minuten vom Platz musste, und der seit Wochen fehlende Alexander Schreckinger.

Reutlinger General-Anzeiger

Presse zu VfL Kirchheim – Stuttgarter Kickers II (2:2)

Gühring klaut dem VfL zwei Punkte

Starker Kickers-Keeper will in die Regionalliga

Seit drei Spieltagen ist der VfL Kirchheim in der Fußball-Oberliga jetzt ohne Sieg: Der Vorsprung an der Tabellenspitze schmilzt und schmilzt. Diesmal spuckte Patrick Gühring dem VfL in die Suppe.

KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Waren es am siebten Spieltag noch fünf Punkte Vorsprung, ist dieser drei Spieltage später bis auf einen Zähler zusammen-geschrumpft. Hatte die Baumann-Elf in den ersten sieben Spielen nur zwei Gegentore kassiert, waren es in den letzten drei Begegnungen fünf an der Zahl: So frisch, wie die VfL-Kicker aus den Startlöchern gekommen sind, sind sie längst nicht mehr. „Wir dürfen jetzt die Köpfe aber nicht hängen lassen“, fordert Trainer Rolf Baumann. Trotz der unnötigen Punkteteilung war der Kirchheimer Coach mit dem Spiel seiner Mannschaft gegen die Stuttgarter Kickers (2:2) sogar zufrieden: „Wir haben heute Fußball gespielt, wie ich mir das vorstelle. Nur mit der Chancenauswertung kann ich nicht zufrieden sein.“

Obwohl es nach 65 Spielminuten nur 1:1 gestanden hatte, nahm Baumann seinen gefährlichsten Stürmer Antonio Tunjic (sieben Saisontore) dann aus dem Spiel. Was der 24-Jährige nicht ganz nachvollziehen konnte, denn ohne Abklatschen mit dem Trainer ging Tunjic schnurstracks in die Katakomben. Diese Aktion nahm Baumann auf der Pressekonferenz seinem Torjäger nicht übel: „Ich denke, jeder Spieler ist enttäuscht, wenn er ausgewechselt wird.“ Kurz darauf verletzte sich auch noch Maximilian Laible (Schienbeinprellung) und musste ebenfalls ausgewechselt werden. Überraschend brachte der VfL-Übungsleiter erneut keinen weiteren Stürmer. Damit musste Visar Braha ein weiteres Mal 90 Minuten auf der Auswechselbank schmoren. Doch für den VfL-Coach („Visar ist selten im Training“) ist der 22-Jährige im Moment keine Alternative.

Ein altbekannter Kirchheimer Spieler war diesmal Erfolgsgarant dafür, dass der Tabellenletzte für eine Überraschung sorgen konnte: VfL-Ex-Keeper Patrick Gühring hatte vor allem in der zweiten Halbzeit mit teilweise glänzenden Paraden großen Anteil am Punktgewinn. Was ihn besonders freute: „Wenn man als Tabellenletzter beim Spitzenreiter einen Punkt holt, ist dies eine großartige Leistung.“ Ob es für ihn eine besondere Genugtuung war, seinen alten Mannschaftskollegen ein Bein zu stellen? „Nein“, sagte er. Dass Kirchheim so erfolgreich in die neue Saison gestartet ist, wundert den Ex-VfL-Keeper nicht: „Dieser Erfolg ist auch noch ein Verdienst von Trainer Michael Rentschler, der in Kirchheim hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Bei den Stuttgarter Kickers hat der 29-Jährige große Pläne. „Ich rechne mir Chancen aus, bald in der Regionalligaelf zu spielen. In drei bis vier Wochen könnte es so weit seit“, verkündete Gühring selbstbewusst. Seit er in der Landeshauptstadt spielt, trainiert er stets bei der ersten Mannschaft mit und ist oft Ersatztorwart bei Spielen.

Nun steht für den VfL wegen des DFB-Länderpokals ein spielfreies Wochenende an, bevor es am 17. Oktober zum ASV Durlach geht. Am kommenden Freitag bestreiten die Teckstädter ein Testspiel gegen den Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach an der Jesinger Allee.