Schuster will seine Startelf ändern

Fabian Gerster hat vorgesorgt – und bei seinem alten Verein ein paar Extrafreikarten organisiert. Schließlich spielen die Stuttgarter Kickers (morgen, 14 Uhr) beim SC Pfullendorf, wo Gerster neun Jahre seines Fußballerlebens verbracht hat, ehe er im Sommer zum Regionalliga-Konkurrenten Stuttgarter Kickers gewechselt ist. „Ich wollte einfach mal etwas Neues erleben“, sagt der 22-Jährige, der zudem ein Sportmanagementstudium in Tübingen beginnt – quasi auf halbem Wege also.

Gerster dürfte seinen Stammplatz an alter Wirkungsstätte sicher haben, das gilt aber nicht für alle Spieler. Auf die Frage, ob er auch zum neunten Male in der gleichen Startformation beginnt, antwortete der Trainer Dirk Schuster: „Ich glaube nicht.“ Vieles spricht dafür, dass es vor allem im Angriff eine Änderung gibt, wobei auch Enzo Marchese als zweite Spitze denkbar wäre – zusammen mit zwei defensiven Mittelfeldspielern wie in der Schlussphase gegen Fürth II. „Ich will aber nicht zu viel verraten“, sagt Schuster vor der Partie bei den heimstarken Pfullendorfern, die zum Beispiel Reutlingen 6:1 und den Tabellenführer Aalen 2:0 geschlagen haben.

Wobei gegen die Kickers nicht nur Stuttgarter Zuschauer mit Freikarten kommen werden: insgesamt werden 400 Kickers-Fans erwartet. „Das ist schon was anderes als beim SC Pfullendorf“, sagt Fabian Gerster, „da hatten wir im Schnitt fünfhundert Zuschauer – bei den Heimspielen.“ ump

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Kurz-Arbeit bei den Kickers dürfte verlängert werden

Prima Klima bei den Blauen gefällt dem Präsidenten: „Tendiere zum Weitermachen“ – Ex-Manager Cast beim DFB im Gespräch
 
Von Jürgen Frey

STUTTGART. Abgesehen von der Verletzung von Philip Türpitz (Außenbandriss im Knöchel) läuft es derzeit sportlich rund bei den Stuttgarter Kickers. Und auch hinter den Kulissen herrscht vor dem Regionalliga-Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) in Pfullendorf weitgehend Ruhe. Kein Wunder, dass Präsident Edgar Kurz sich in seinem Amt wohlfühlt: „Wir haben eine positive Grundstimmung. Mir macht der Job Spaß. Ich tendiere zum Weitermachen.“ Die zermürbenden Zeiten, in denen sich Präsidium und Aufsichtsrat bis tief in die Nacht zum Teil selbst zerfleischten, sind vorbei. Bei der gemeinsamen Sitzung am Dienstag wurden die Themen sachlich und konstruktiv erörtert. „Wir befinden uns in ruhigem Fahrwasser, alles geht deutlich entspannter zu“, bestätigt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker.

Die Hauptversammlung am 24. November rückt näher. Und im Hinblick auf die Neuwahlen wurde am Dienstag auch die Bereitschaft der Gremiumsmitglieder abgeklopft, weiterhin zur Verfügung zu stehen. Bisher sei noch nichts spruchreif. „Die ersten Rückmeldungen waren jedoch positiv, und das ist mir persönlich auch sehr wichtig“, betont Kurz, der auf Kontinuität setzt. Gut möglich, dass der Aufsichtsrat von aktuell sechs auf neun Mitglieder erhöht wird. Derzeit stehen Gespräche mit Vertretern der Großsponsoren an, die ins Kontrollgremium aufrücken könnten.

Sorgen bereitet nach wie vor die angespannte finanzielle Situation. Fest steht, dass bis zum 15. Mai 2010 ein Darlehen in Höhe von 200 000 Euro an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurückgezahlt werden muss. Unsicher ist dagegen, was aus dem Rangrücktrittsdarlehen der verstorbenen Ursi Dünnwald-Metzler in Höhe von rund 300 000 Euro wird. Erst gestern wurde sie beerdigt, verständlicherweise hat der Präsident aus Gründen der Pietät noch nichts unternommen. Kurz sagt nur so viel: „Wir hoffen auf eine verträgliche Lösung.“

Die hat es mit dem ehemaligen Manager Joachim Cast längst gegeben. Offiziell endet sein Arbeitsverhältnis bei den Blauen aber erst am 30. September. Seine berufliche Zukunft ist offen, gerüchteweise wird der 41-Jährige beim DFB als Mitarbeiter für den Bereich Spielbetrieb gehandelt.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten

Generali steigt als Sponsor ein

Gestern haben die Stuttgarter Kickers ihr 110-Jahr-Jubiläum gefeiert – und wurden „reich beschenkt“, wie es der Präsident Edgar Kurz formulierte. Mit 25 000 Euro, die für die laufende Saison aus dem frisch abgeschlossenen Werbevertrag mit den Generali Versicherungen in die Kassen fließen. „Solche Partnerschaften sind für uns lebensnotwendig“, sagte Kurz bei der offiziellen Verkündung. Über die zeitliche Dauer sagte Karl-Heinz Pfister, der Leiter der Direktion Stuttgart: „Wir sehen das Engagement mittelfristig, das sind bei uns drei bis fünf Jahre.“ Auch eine Erhöhung der finanziellen Zuwendung schloss Pfister nicht generell aus, wobei er betonte, dass dies nicht vom Tabellenplatz abhängt.

Der Versicherungskonzern zählt damit zu den sogenannten Premiumpartnern des Regionalligisten, die sich nach dem Hauptsponsor Gazi und der Firma Schober einreihen. Zum WFV-Pokalspiel gegen den SSV Reutlingen (am 6. Oktober) werden von beiden Seiten noch entsprechende Werbemaßnahmen geplant. Gestern gab es für die Spieler zunächst einmal – angelehnt an der Geburtstagszahl – einen Scheck über 1100 Euro für die Mannschaftskasse. ump

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Kickers trauern um Ursula Dünnwald-Metzler

Die Stuttgarter Kickers trauern um Ursula „Ursi“ Dünnwald-Metzler. Die Gattin des langjährigen Kickers-Präsidenten, Axel Dünnwald-Metzler, verstarb am gestrigen Dienstagnachmittag im Kreise Ihrer Familie in ihrem Haus am Kräherwald nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren.

Frau Dünnwald-Metzler prägte an der Seite Ihres Mannes wie keine andere die Stuttgarter Kickers. Über Jahrzehnte war sie die Grande Dame der Blauen, die ihrem ADM mit voller Kraft und Begeisterung zur Seite stand. Bereits in ihrer Jugend fand sie die Begeisterung für den Degerlocher Traditionsverein. Ihr Vater, der Unternehmer Philipp Metzler, führte die Stuttgarter Kickers in den Jahren 1956 und 1957 als Präsident. Zu dieser Zeit lernten sich auch Ursula Metzler und Axel Dünnwald kennen, der in diesen Jahren als Spieler der ersten Mannschaft das Trikot der Blauen trug.

„Die Kickers sind tief bestürzt vom Tode Ursula Dünnwald-Metzlers. Wir werden Sie immer als starke Persönlichkeit mit einer herausragenden menschlichen Größe in Erinnerung behalten. Ihr Engagement und Wirken für die Stuttgarter Kickers werden wir in ehrendem Andenken bewahren“, so Kickers-Präsident Edgar Kurz. „Unsere Gedanken sind bei den Kindern Alexandra und Alexander, denen wir von Herzen viel Kraft für die schwere, bevorstehende Zeit wünschen.“

Zu Ehren von Ursula Dünnwald-Metzler werden beide aktiven Mannschaften der Stuttgarter Kickers in ihren Partien am Freitag und Samstag mit Trauerflor spielen und eine Gedenkminute vor dem Spiel einlegen.

Die Beerdigung wird im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.

Quelle: Stuttgarter Kickers

Presseschau: Kickers – Greuther Fürth II 1:0

1:0 – Kickers halten Anschluss

Die Geduld der Fans der Stuttgarter Kickers ist gestern ernsthaft auf die Probe gestellt worden. Zunächst einmal verzögerte sich der Anpfiff der Regionalligapartie um zehn Minuten, weil die Gäste der Spvgg Greuther Fürth II mit ihren Privat-Pkw (!) im Stau stecken geblieben waren. Und wer zu spät kommt, den bestraft in diesem Fall Marcel Ivanusa, der nach schöner Vorarbeit von Enzo Marchese in der 34. Minute zur 1:0-Führung einköpfte, die gleichzeitig der Endstand war. Doch bis der unter Dach und Fach war, mussten die immerhin 2160 Anhänger im Gazi-Stadion am Ende nochmal bangen, weil es die Kickers versäumt hatten, ihre phasenweise Überlegenheit auch in Tore umzumünzen.

Vor allem nach der Pause hatten Salz, Marchese, Prediger oder Jung das 2:0 auf dem Fuß; was erneut unterstrich, dass sich die Mannschaft mit dem Toreschießen schwer tut. „Das war ein hartes Stück Arbeite“, gab der Trainer Dirk Schuster zu, „aber ich bin froh, dass die Mannschaft nach der Niederlage gegen Großaspach die richtige Reaktion gezeigt hat. Das war ein sehr wertvoller Sieg, auch vom Kopf her.“

Damit halten die Kickers nun den Anschluss ans obere Tabellendrittel. Den Sieg widmete die Mannschaft zudem der unter der Woche verstorbenen Ursula Dünnwald-Metzler, der Witwe des langjährigen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler. ump

Kickers: Wagner – Abruscia, Köpf, Rapp, Gerster – Jung (86. Petruso), Rizzi, Marchese, Ivanusa – Salz (57. Tunjic), Prediger (62. Steinle).

Quelle: Stuttgarter Zeitung

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1:0 – Ivanusa trifft für Kickers

Hart erkämpfter, aber verdienter Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth II – Marchese bester Spieler

Wenige Tage nach der ersten Saisonniederlage haben die Stuttgarter Kickers in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der Fußball-Regionalligist siegte am Freitag verdient mit 1:0 gegen Greuther Fürth II.

Von Jürgen Frey

STUTTGART. So ein kleines bisschen war sie zu spüren, die Verunsicherung nach der ersten Niederlage vergangenen Sonntag gegen Großaspach. Die Kickers agierten zu Beginn der Partie, die wegen Verspätung der Fürther mit zehn Minuten Verzögerung angepfiffen wurde, nicht ganz so aggressiv und benötigten eine Weile, bis sie sich gute Chancen herausspielten. Aber immerhin: Gleich die erste echte Tormöglichkeit führte zum 1:0 in der 35. Minute. Enzo Marchese hatte geflankt, Marcel Ivanusa nickte ein – das gab Sicherheit. Fortan übernahmen die Blauen das Kommando, vor allem Enzo Marchese erwies sich als Denker und Lenker im Kickers-Spiel. Hinterher erklärte er: „Es war wichtig, dass wir den Ausrutscher gleich wettgemacht haben.“ Trainer Dirk Schuster lobte: „Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt.“ Das Team widmete den Arbeitssieg der in dieser Woche verstorbenen Ursi Dünnwald-Metzler.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten

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„Arbeitssieg“ der Stuttgarter Kickers

Stuttgart (red) – Die Stuttgarter Kickers haben am achten Spieltag der Fußball-Regionalliga den dritten Saisonsieg eingefahren. Gegen die SpVgg Greuther Fürth II reichte es in Stuttgart zu einem 1:0-Erfolg. Das goldene Tor köpfte in der 33. Minute Marcel Ivanusa nach Vorlage von Enzo Marchese, der als Denker und Lenker der Partie auftrumpfte. „Enzo hat versucht, das Spiel an sich zu reißen und das richtig gut gemacht“, lobte Kickers-Trainer Dirk Schuster. Den Erfolg vor 2160 Zuschauern stufte der Coach als „Arbeitssieg“ ein. In einer Partie mit wenigen Tormöglichkeiten hätten die Stuttgarter „sehr viel investiert“ und daher die drei Punkte verdient.

In der zweiten Hälfte verpassten es die konternden Kickers mehrmals, die Führung zu erhöhen. In der Tabelle stehen die Stuttgarter nun mit 13 Punkten auf dem siebten Rang. Die Fürther liegen mit neun Punkten auf Rang 13.

Quelle: Eßlinger Zeitung

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Kleines «Kleeblatt« im freien Flug

Stuttgarter Kickers – SpVgg Greuther Fürth II 1:0 (1:0) – Wieder keine Punkte für das «kleine Kleeblatt«: Trotz einer ordentlichen Leistung mussten sich die Schützlinge von Trainer Frank Kramer in einem tempogeladenen und abwechslungsreichen Spiel zum fünften Mal hintereinander geschlagen geben. Das Tor des Tages erzielte Ivanusa per Kopfball nach einer Ecke. Nach dem Wechsel machten die Fürther Druck, während die Stuttgarter auf Konter lauerten. Zwingende Torchancen sprangen dabei aber nicht heraus für die Gäste. Die Partie wurde letztendlich von den sicher stehende Abwehrreihen beider Teams dominiert.

Stuttgart: Wagner, Köpf, Jung (86. Petruso), Marchese, Salz (57. Tunjic), Rapp, Rizzi, Gester, Ivanusa, Abrusica, Prediger (62. Steinle) / Greuther Fürth II: Kajgana, Herl, Pickel, Bauer, Wiechers, Kleinheismann (65. Sauter), Philp, Stangl, J.-P. Müller (78. Weber), Kakoko, Ghasemi-Nobakht (74. Weiser) / Tor: 1:0 Ivanusa (33.) / SR: Bartsch (Wöttigheim) / Zuschauer: 2160.

Quelle: Fürther Nachrichten

Stuttgarter Kickers an diesem Sonntag zu Gast bei der SG Sonnenhof Großaspach

Anpfiff um 14 Uhr im Heilbronner Frankenstadion – Die FAdSKi empfiehlt allen Fans zur Anreise eine gemeinsame Zugfahrt

Die noch ungeschlagenen Stuttgarter Kickers sind am 7. Spieltag der Fußball-Regionalliga Süd an diesem Sonntag zu Gast im Heilbronner Frankenstadion und wollen dort ihre Erfolgsstrecke fortsetzen. Der Gegner, der Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach, trägt seine ersten vier Heimspiele in der laufenden Saison auf fremdem Terrain aus, weil seine eigentliche Heimstätte nicht den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entspricht und derzeit erst Regionalliga-tauglich gemacht wird. Spielbeginn zwischen dem Tabellenzehnten und dem Tabellensechsten aus Degerloch ist um 14 Uhr. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Florian Benedum (Mehlingen). Die FAdSKi (Fanabteilung der Stuttgarter Kickers) empfiehlt allen Fans der Blauen eine gemeinsame Zugfahrt zu dieser Auswärtspartie mit dem kostengünstigen Baden-Württemberg-Ticket: Treffpunkt ist am Sonntag um 11.45 Uhr im Stuttgarter Hauptbahnhof an der Marktstation, Abfahrt um 12.09 Uhr.

Offizielle Homepage

Wochenblatt: Kickers-TV online

Spiele, Kommentare und Weiteres der Blauen nun verfügbar im Internet

Berichte über die Fußball-Regionalliga Süd sucht man im Fernsehen oft vergebens. Doch was tun, wenn man die spielentscheidende Szene nicht gesehen hat, den strittigen Elfmeter nochmals sehen will oder gar das Heimspiel nicht besuchen konnte?

Genau dieser Frage haben sich die Stuttgarter Kickers in der Sommerpause angenommen und haben jetzt das neue Projekt Kickers-TV ins Leben gerufen! Neben einem Live-Ticker im Internetportal der Stuttgarter Kickers und einem neuen SMS-Ergebnisdienst bieten die Blauen von jetzt an auch bewegte Bilder im Internet an.

Nachdem die Rechte und Rahmenbedingungen mit den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für eine Online-Berichterstattung abgeklärt wurden, steht dieser nun nichts mehr im Weg. Der DFB stellt den Vereinen der Fußball-Regionalliga in dieser Saison die Möglichkeit frei, Highlights in Form eines Spielberichts vom jeweiligen Spieltag in einer Länge bis maximal fünf Minuten zu veröffentlichen. Bedingungen sind, diese frühestens ab Mitternacht kostenfrei und bis maximal zwei Wochen nach dem jeweiligen Spieltag auf die Vereinshomepage einzustellen.

Der erste Bericht vom Heimspiel vom vierten Spieltag gegen den TSV 1860 München II ist durch eine Software-Erweiterung auf dem Internetportal unter http://www.stuttgarter-kickers.de jetzt online.

„Unsere Zielsetzung war es, sowohl den Fans der Stuttgarter Kickers ein tolles Feature und ebenso auch unseren Partnern und Sponsoren eine weitere, attraktive Plattform zu bieten“, sagt Jens Zimmermann, Geschäftsführer der Kickers. Geplant sind außer den Heimspielberichten inklusive der anschließenden Pressekonferenzen darüber hinaus auch Interviews und Berichte rund um den Mannschaftsalltag, sowie interessante Einblicke in das Vereinsleben.

Verantwortlich für die Berichterstattung ist das neugegründete Team von Kickers-TV: Initiator und Regisseur ist Steffen Vollmer, Rainer Berg und Michael Wurst, der für Kamera und Schnitt zuständig ist, und Frank Pfauth, der den Kommentar macht.

Stuttgarter Wochenblatt

Presse zu Stuttgarter Kickers – SSV Ulm 1846 (0:0)

Nur das Ergebnis stimmt nicht
Regionalliga Gegen den SSV Ulm spielen die Stuttgarter Kickers 0:0. Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers arbeiten in manchen Punkten sehr professionell. Selbst in der Regionalliga. Seit dem vergangenen Wochenende bietet der Club ein eigenes TV-Programm an, in dem von jetzt an auch bewegte Bilder im Internet (bis zu fünf Minuten, laut DFB-Auflagen) von den Spielen gezeigt werden können. Tore gab es zur Premiere im Derby gegen den SSV Ulm zwar nicht zu sehen, „aber es war ein hochinteressantes 0:0“, wie der Kickers-Trainer Dirk Schuster sagte. Eines der besseren Sorte also. Und eines, in dem seine Mannschaft mehr Spielanteile, auch mehr und vor allem bessere Chancen besaß, die größte durch Simon Köpf (82.), der nur den Pfosten traf. Schuster: „Wer seine Chancen nicht nutzt, muss mit einem Unentschieden zufrieden sein.“

Das vierte schon in dieser Saison. Und wenn es derzeit überhaupt etwas zu bemängeln gibt, dann sicher die fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse. Sieben Tore in sechs Spielen zeugen noch nicht von Durchschlagskraft. Woher soll sie auch kommen? Dominik Salz spielte vergangene Saison, wenn überhaupt, noch in der Kreisliga, und Dirk Prediger ist zwar ein Energiebündel und Laufwunder, was wiederum dazu führt, dass ihm ab und zu die Konzentration im Abschluss fehlt. Erste Alternative im Angriff ist Mijo Tunjic, der jedoch nach der Einwechselung nicht nachhaltig seine Ambitionen auf einen Stammplatz unterstreichen konnte.

Dennoch: die Kickers sind aggressiv, zeigen Leidenschaft, und versuchen Fußball zu spielen. „Wir wollen einfach glaubhaft rüberkommen“, betont der Kapitän Marcel Rapp, für den der Blick auf die Tabelle zweitrangig ist. „Mit jedem Spiel, das wir nicht verlieren, bleiben wir oben dran.“ Auch wenn der Mitabsteiger VfR Aalen mit sechs Punkten mehr auf dem Konto schon etwas davongeeilt ist. „Aber wir haben keinen Druck, was den Aufstieg angeht, den hat Ulm“, sagte Enzo Marchese. „Trotzdem schade, wir haben viel investiert“, fügte der Spielmacher hinzu, der gegen seinen Exverein besonders motiviert war – und sogar von dessen Fans gefeiert wurde. 3520 Zuschauer, das konnte sich sehen lassen – wenn man bedenkt, dass die Kickers nur mit 1500 kalkuliert haben. „Das Allerwichtigste ist die positive Außendarstellung, die wir derzeit haben“ sagte der Präsident Edgar Kurz, „das ist wichtiger als zwei, drei Punkte mehr.“ Und die beste Werbung. So kamen Bilder vom Derby nicht nur im Kickers-TV, sondern auch im SWR. „Beides ist nicht selbstverständlich“, sagt der Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann.

Beim Lokalrivalen SSV Reutlingen dürften die Fans indes wenig Lust verspürt haben, sich die 0:1-Niederlage gegen den Karlsruher SC II nochmal freiwillig anzutun. „Dabei wollten wir die Scharte vom 1:5 in Pfullendorf auswetzen“, sagte der Kapitän Sascha Boller. Doch Müllers frühes Gegentor (6.) schockte den SSV. „Da war die ganze Taktik über den Haufen geworfen“, sagte Boller, obwohl der Gästecoach Markus Kauczinksi (der kurzzeitig bei den Profis auf der Bank saß) zugeben musste: „Das war eine Abwehrschlacht.“ Vor 2200 Zuschauern bestritt Giuseppe di Leone sein erstes Punktspiel für Reutlingen, dennoch will man „nachrüsten“, sagt der SSV-Sportchef Stefan Hack, nachdem Alexander Schreckinger mit einer Muskelzerrung ausschied. Drei Mann sind in der engeren Wahl, einer davon spielte zuletzt in Österreich beim Erstligaabsteiger SC Altach.

Ohne Treffer in der Regionalliga blieb auch die SG Sonnenhof Großaspach. Die Mannschaft des Trainers Jürgen Hartmann kam bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus. Es war das dritte Spiel nacheinander, in dem dem Aufsteiger kein Tor gelang. „Wir waren vor dem gegnerischen Gehäuse zu zögerlich“, bekannte Hartmann. Dem Fußballtrainer gefiel aber die „aggressive Spielweise in der Defensive“, wie er sagte. Am Sonntag trifft die Mannschaft nun auf die Stuttgarter Kickers. „Wenn wir in der Defensive weiter so sicher stehen, dann werden wir auch bald wieder vorne treffen.“

Stuttgarter Zeitung

Im hitzigen Derby fehlt der kühle Kopf
0:0 – Kickers werden für ihren hohen Aufwand nicht belohnt

Blau ist derzeit in: Selbst das 0:0 der Stuttgarter Kickers gegen den SSV Ulm 1846 hatte hohen Unterhaltungswert. Einziges Problem: Der enorme läuferische und kämpferische Aufwand schlägt sich noch zu wenig in Tore nieder.

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Dirk Prediger (22) trabte ausgepumpt vom Feld. „Wir haben wieder unheimlich viel investiert. Schade, dass nicht mehr dabei herausgekommen ist“, sagte der Kickers-Stürmer nach dem hitzigen Regionalliga-Derby. Prediger ist so etwas wie der Prototyp der neuen Kickers. Der Wayne-Rooney-Verschnitt ist extrem laufstark, giftig, aggressiv. Er gibt keinen Ball verloren. Wie viele seiner Mitspieler hatte sich auch der Ex-VfB-Jugendspieler nach seinem Wechsel vom FC St. Pauli zu den Kickers im Januar 2008 zunächst über die zweite Mannschaft für höhere Aufgaben empfohlen. Was dem 1,70 m kleinen Prediger und dem Großteil des tapferen Kickers-Teams noch fehlt, ist die Abgeklärtheit, die Effizienz in den entscheidenden Situationen. Wenn zum heißen Herzen noch der kühle Kopf hinzukommt, dann ist den Blauen vieles zuzutrauen. Doch dieser Reifeprozess braucht Zeit. Kurzfristige Aufstiegsträume wären kontraproduktiv. Und zu den neuen Kickers gehört auch, dass alle Beteiligten die Lage wohltuend sachlich einordnen. „Natürlich wollen wir so lange wie möglich ungeschlagen bleiben“, sagt Trainer Dirk Schuster, „aber klar ist, dass Rückschläge kommen werden.“ Dann wird sich zeigen, wie die Elf reagiert.

Nicht nur Präsident Edgar Kurz spricht davon, dass es wieder Spaß mache, zu den Kickers zu kommen. Gegen Ulm hatte er erstmals seinen Sohn Marco mit dabei. Auch der Trainer des 1. FC Kaiserslautern fühlte sich von der spannenden Partie gut unterhalten. „Marco war von den flüssigen Kombinationen und von der Atmosphäre im Stadion begeistert“, sagte Papa Kurz, für den feststeht: „Wenn wir zwischen Platz drei und acht landen würden, wäre das nach dem Umbruch eine sensationelle Leistung.“

Die nächste Aufgabe führt die Kickers kommenden Sonntag (14 Uhr) zur SG Sonnenhof Großaspach nach Heilbronn. Dort ist Dirk Prediger geboren. Ein passender Ort, um seine enorm intensive Spielweise mit seinem ersten Saisontor zu belohnen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers gegen SSV 0:0
Spatzen holen Punkt in Stuttgart
Viertes Unentschieden in Folge für die Regionalliga-Fußballer des SSV Ulm 1846. Bei den Stuttgarter Kickers kam das Team von Trainer Manfred Paula zu einem 0:0.

Gerold Knehr

Es war ein Resultat, das auf zweierlei Arten gelesen werden kann. Der eine Punkt hilft den Spatzen in der Tabelle nicht weiter. Der zwölfte Tabellenrang, neun Zähler hinter Spitzenreiter VfL Aalen, genügt den Ulmer Ansprüchen keineswegs. Die zweite Lesart: Gegenüber dem 1:1-Heimauftritt am vergangenen Dienstag war immerhin ein leichter Aufwärtstrend festzustellen. „Wichtig war, dass die Mannschaft 90 Minuten lang geschlossen aufgetreten ist. Das Spiel war nicht hochklassig, aber jederzeit spannend“, meinte SSV-Trainer Manfred Paula über das erwartet heiße, bisweilen sogar bissige Derby, das Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter erst nach vier gelben Karten in der ersten halben Stunde in den Griff bekam.

Paula hatte sein Glück mit Rückkehrer Marijo Marinovic versucht, der neben Christian Sauter im defensiven Mittelfeld spielte, und mit Michael Schürg als einziger echter Sturmspitze. Dinko Radojevic wurde als hängende Spitze aufgeboten.

Das Spiel lebte, wie es von einem Derby zu erwarten ist, vom Kampf. Beide Teams boten sich einen mehr oder weniger offenen Schlagabtausch. Die junge Kickers-Elf, bei der der Ex-Ulmer Vincenzo Marchese im zentralen Mittelfeld eine gute Rolle spielte, trat recht kampfstark, mitunter aber zu hektisch auf. „Die Ulmer scheinen mir einen Tick reifer zu sein“, urteilte Tribünengast Rainer Widmayer, Ex-Spatz und beim VfB Stuttgart hinter Teamchef Markus Babbel der verantwortliche Trainer.

Die beste Chance des Ulmer Spiels hatte Michael Schürg in der 59. Minute nach einem Konter, doch in letzter Sekunde klärte Michele Rizzi zur Ecke. Als einzige echte Sturmspitze war Schürg jedoch überfordert, zumal sein geplanter Zulieferer Dinko Radojevic nicht seinen besten Tag hatte. Größte Kickers-Möglichkeit war ein Schuss aus 8 Metern von Simon Köpf, der am Außenpfosten landete (82.). „Es war ein hoch interessantes 0:0, beide Mannschaften hätten gewinnen können“, lautete das Fazit von Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Südwest-Presse/a>

Spatzen holen mageres 0:0
(STUTTGART/ULM/sz) Schürg hat kein Tor für Ulm gegen Stuttgart geschossen und Enzo Marchese kein Tor für Stuttgart gegen Ulm. Genau genommen fielen im Derby zwischen dem SSV Ulm 1846 und den Stuttgarter Kickers gar keine Tore und am Ende stand für die Spatzen im vierten Regionalligaspiel hintereinander das vierte Unentschieden.

Wobei sich mit einem Auswärtspunkt gegen den Drittligaabsteiger eigentlich gut leben lässt. Eigentlich. Denn fraglich ist, ob die grummelnde Fanseele sich mit diesem Ergebnis besänftigen lässt. „Es wäre für alle Beteiligten angenehmer gewesen, wenn mehr raus gekommen wäre“, sagt deswegen auch Manfred Paula.

Am Freitag hatten sich die Spieler noch ohne ihren Trainer und ohne Geschäftsführer Markus Lösch getroffen, um den bisher unbefriedigenden Saisonverlauf und die zuletzt arg mageren Leistungen zu diskutieren. Paula wusste von diesem Termin und er ist ein großer Befürworter von solchen Aussprachen: „Das dient ganz sicher dem Mannschaftsgeist.“

Tatsächlich war bei den Spatzen eine leichte Steigerung gegenüber dem faden 1:1 gegen Nürnberg vom vergangenen Mittwoch durchaus zu erkennen. Die Abwehr um die beiden Innenverteidiger Davor Kraljevic und Daniel Reith ließ wenig zu, vorne allerdings waren die Gäste ebenfalls kaum gefährlich. Zwei Chancen für Schürg in der 59. und 62. Minute und eine für den eingewechselten Marco Grüttner nach einer Radojevic-Ecke in der Schlussphase des Spiels, sehr viel mehr war nicht. Als zweite echte und nicht etwa hängende Spitze hatte Paula Dinko Radojevic aufgeboten, von dem an vorderster Front allerdings kaum Wirkung ausging. Der Trainer wehrt sich trotzdem gegen den Vorwurf einer falschen taktischen Ausrichtung: „Dinko ist wie fast alle Spieler noch ein paar Prozentpunkte vom Maximum entfernt. Das hat nichts mit dem System zu tun.“

Abzuwarten bleiben die Reaktionen des Anhangs auf dieses Ergebnis beim nächsten Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden II am kommenden Freitag. Ein fünftes Unentschieden in Folge jedenfalls würden die Zuschauer der Mannschaft und dem Trainer wohl kaum verzeihen.

Schwäbische Zeitung