StN: Interview mit Rainer Kraft zum Spiel gegen den VfR Aalen

„Derby ist Riesenchance für uns“
Kickers-Trainer Rainer Kraft rechnet morgen gegen den VfR Aalen mit einem heißen Spiel

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Wenn es dumm läuft, ist Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers nach dem kommenden Spieltag auch rechnerisch abgestiegen. Andererseits sieht Trainer Rainer Kraft das morgige Derby gegen den VfR Aalen (19 Uhr/ Gazistadion) auch als Riesenchance, es noch mal spannend zu machen.

Herr Kraft, wie sehr haben Sie den Paderborner Ausgleichstreffer zum 3:3 in Aalen bejubelt?

Gar nicht. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Stadion. Als ich es auf der Rückfahrt im Radio hörte, war ich natürlich nicht unglücklich darüber, aber grundsätzlich ist es so, dass es nicht viel bringt, auf die anderen Clubs zu schauen.

Dennoch scheint der Trainerwechsel bei Aalen neuen Schwung reingebracht zu haben.

Im Spiel hatte man den Eindruck, als sei in der Mannschaft eine Riesenblockade gelöst worden. Auffällig war auch, dass viele altgediente Aalener Spieler auf dem Platz standen, die sich mit dem Club identifizieren.

Ist das bei den Blauen auch der Fall?

Hundertprozentig. Auch durch die eine oder andere personelle Maßnahme ist das Team enger zusammengerückt. Jeder zerreißt sich für den anderen.

Reicht das für einen Sieg gegen Aalen?

Das weiß ich nicht. Aber klar ist, dass es ein heißes Spiel wird, das mit offenem Visier geführt wird. Das Derby ist eine Riesenchance für uns. Wir können den Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz verkürzen, und je nachdem, wie die anderen Spiele ausgehen, könnte es noch ein richtig spannendes Saisonfinale geben.

Also doch noch Hoffnung auf ein blaues Wunder?

Wir reden in der Mannschaft nicht darüber. Das hat sich bewährt. Mit einer gewissen Lockerheit gelingen plötzlich wieder Dinge, die uns keiner mehr zugetraut hat.

Sind Sie in die Planungen für die neue Saison eingebunden?

Wenn wir gefragt werden, äußern Alexander Malchow und ich unsere Meinung.

Sie wissen also nicht, ob es mit Ihnen bei den Blauen weitergeht?

Es haben noch keine Gespräche stattgefunden. Ich bin nach allen Seiten offen, wobei die Kickers erster Ansprechpartner sind.

Stuttgarter Nachrichten

Rainer Kraft
1962 geboren am 30. Juli in Stuttgart.

1996 ging der ehemalige Verbandsligaspieler (TSV Reichenbach) als Physiotherapeut und Rehatrainer zum KSC. Nach einer Saison wechselte er in gleicher Funktion zum VfB Stuttgart. Als Cheftrainer war Kraft für den Kreisligisten FC Unterheimbach tätig.

2005 ging er als Co-Trainer und Verbandsligacoach zum VfR Aalen.
Seit 2007 DFB-Fußball-Lehrer.
Seit 14. April 2009 Kickers-Cheftrainer.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum WFV-Pokal Stuttgarter Kickers II – FC Heidenheim (0:2)

FCH steht im Pokal-Halbfinale
Spann und Gmünder trafen beim 2:0 gegen eine starke Reserve der Stuttgarter Kickers

Riesenfreude bei den Fußballern des FCH. Mit einem 2:0-Sieg bei den Stuttgarter Kickers II zogen die Schützlinge von Trainer Frank Schmidt ins Halbfinale des WFV-Pokals ein, in dem sie nun auf den Tabellenführer der Oberliga, die SG Sonnenhof/Großaspach, treffen.
Schmidt gönnte einigen seiner Stammspieler in Stuttgart eine Pause und ließ dafür andere in der ersten Elf auflaufen, die nicht immer von Beginn an spielen oder durch Verletzungen noch Aufholbedarf haben.

Dass sich das Team in dieser Konstellation erst einmal finden musste, war eigentlich klar, obwohl die Begegnung mit einem Paukenschlag begann. Schon in der ersten Minute hatte Demirkiran eine große Chance und nur Sekunden später fiel das 1:0 für Heidenheim. Spann spielte sich in einer Situation eins gegen eins wunderbar frei und ließ Ex-FCH Torwart Benni Huber im Kickers-Tor keinerlei Abwehrchance.

Die Stuttgarter Reserve hatte sich mit einigen Hochkarätern aus der Ersten verstärkt, doch zunächst waren die FCHler besser als Landeka, Kacani und Co. und hätten durch einige gute Möglichkeiten auf 2:0 erhöhen müssen, doch Spann und Bergheim verpassten es, das Ergebnis auszubauen. Beste Möglichkeit der Kickers in der ersten Halbzeit resultierte aus einem Freistoß, der Ball wurde jedoch sichere Beute von Torwart Dennis Baum.

In der zweiten Hälfte übernahmen die Kickers das Kommando und hatten sehr gute 20 Minuten, in denen sie den Ausgleich hätten erzielen müssen. Doch zwei bis drei 100-prozentige Möglichkeiten der Blauen machte Baum in sensationeller Art und Weise zunichte. Der FCH-Keeper wuchs über sich hinaus und zeigte, dass er immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird.

Trotz der Stuttgarter Drangphase blieb der FCH bei Kontern brandgefährlich. In der 75. Minute wurde ein eben solcher zum vorentscheidenden 2:0 genützt. Heidenfelder schickte Spann mit einem mustergültigen Pass auf die Reise, der sah in der Mitte Gmünder stehen, passte zu ihm und der Treffer war perfekt.

Danach war der Wille der Kickers schon ein wenig gebrochen. Zwar hatten beide Mannschaften noch die eine oder andere Chance, aber es blieb letztlich beim verdienten, wenn auch aufgrund der Druckphase der Stuttgarter ein wenig glücklichen, Sieg des FCH, der nun am 20. Mai im Halbfinale des WFV-Pokals in Großaspach antreten wird.

Trainer Frank Schmidt und die FCH-Verantwortlichen zeigten sich hoch zufrieden mit dem Sieg und auch damit, dass kein Spieler überstrapaziert wurde, was angesichts des „heißen“ Mai immens wichtig ist. hs/neck
FCH: Baum; Jurzyk, Endler, Göhlert, Gündüz, Klarer, Demirkiran (60. Bagceci), Gmünder (75. Meier), Essig (46. Schnatterer), Bergheim (60. Heidenfelder), Spann.

Heidenheimer Zeitung

Presse zur angeblichen Ratlosigkeit der Kickers nach dem Spiel in Jena

Zu wenig Zuschauer
Kickers hoffen auf mehr Fans

STUTTGART (ump). Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach dem 0:0 in Jena muss der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers seine letzten drei Saisonspiele wohl gewinnen, um die Chance auf den Klassenverbleib zu wahren.

Ein Punkt gewonnen, zwei verloren? Die Bewertung des 0:0 in Jena fiel bei den Stuttgarter Kickers auch einen Tag später nicht einhellig aus. „Mit der Einstellung und dem Auftreten können wir zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht“, sagte der Trainer Rainer Kraft. Denn letztendlich heißt das, dass die Kickers wahrscheinlich alle drei Spiele gewinnen müssen, um noch eine Chance auf den Klassenverbleib in der dritten Liga zu haben – und selbst bei 41 Punkten kann man nicht sicher sein, dass es reicht.

Nach dem insgesamt kompakten, aber nicht überragenden Auftritt in Jena wird immer deutlicher, dass der Trainerwechsel möglicherweise zu spät kam. Eine Erkenntnis, die sich anscheinend auch bei den Verantwortlichen durchgesetzt hat. „Aber man muss dabei bedenken, dass wir auch eine gewisse Kontinuität wollten“, sagt der Schatzmeister Frieder Kummer. Der meinte übrigens: „Ich kann mit dem Ergebnis in Jena leben.“ Besser jedenfalls als mit den Zuschauerzahlen der vergangenen Wochen.

Denn während die Kickers in der Vorrunde – allerdings mit den attraktiven Paarungen gegen Düsseldorf, Dresden und den VfB Stuttgart II – noch bei den kalkulierten 4000 lagen, fehlen dazu inzwischen gut 500 im Schnitt; macht auf die Saison hochgerechnet fast 10 000 – oder rund 100 000 Euro in der Kasse. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen hoffen, im nächsten Heim- und Endspiel gegen den Nachbarn VfR Aalen am kommenden Dienstag endlich mal wieder auf eine gute Kulisse hoffen: 5000 plus x. Kummer betont: „Die Kickers brauchen jetzt jeden Fan.“ Und jeden Euro.

„Es ist finanziell eng, aber das ist es jedes Jahr“, sagt Kummer, der auf der Hauptversammlung im November ein Minus von 300 000 Euro für die laufende Saison prognostiziert hatte. „Wir arbeiten daran, dass es weniger wird“, sagt der Schatzmeister und weist darauf hin, dass der Verein in dieser Saison auf der Einnahmeseite ein Plus von 400 000 Euro verbucht, allerdings auch die Ausgaben gesteigert hat. Zudem klagt das Expräsidiumsmitglied Walter Kelsch auf Rückzahlung seines Darlehens (50 000 Euro plus Zinsen). Und was passiert im Falle des Abstiegs? „Auch in der Regionalliga geht es weiter“, sagt Kummer. Im WFV-Pokal hat dagegen die zweite Kickers-Mannschaft ausgespielt. Das Oberliga-Team unterlag gestern im Viertelfinale dem Regionalligisten 1. FC Heidenheim trotz vieler Chancen mit 0:2 (Tore durch Spann und Gmünder).

Stuttgarter Zeitung

Kickers nach 0:0 in Jena ratlos
Trainer Kraft hofft weiter auf ein Fußball-Wunder in Degerloch

STUTTGART (jük). Nach dem 0:0 beim FC Carl Zeiss Jena wissen die Stuttgarter Kickers nicht, wie sie das Remis einordnen müssen. War es im Kampf gegen den Abstieg ein Punktgewinn oder war“s für den Fußball-Drittligisten gar ein doppelter Punktverlust? Trainer Rainer Kraft erbittet sich Bedenkzeit bis zum Wochenende, bis die übrigen Partien des 35. Spieltages beendet sind. „Am Sonntagabend wissen wir mehr“, sagt der 46-Jährige. Die Blauen haben derzeit vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz – am Wochenende treffen die unmittelbaren Abstiegskandidaten Bremen II und Burghausen aufeinander, der VfR Aalen empfängt den Tabellenzweiten Paderborn.

Eigentlich spielen die anderen Resultate eine untergeordnete Rolle – die Kickers müssen die drei restlichen Partien gegen Aalen (12. Mai), in Bremen (16. Mai) und gegen Paderborn (23. Mai) ohnehin gewinnen, wenn sie in der kommenden Saison nicht in der Regionalliga spielen wollen. „Falls wir diese Spiele gewinnen“, sagt Kraft und legt jedes Wort auf die Goldwaage, „halten wir uns die Chance offen, in der dritten Liga zu bleiben.“ Sollte es so kommen, müssen die Blauen am 23. Mai im Gazisatdion zwingend eine Platte von Schlagerstar Katja Ebstein auflegen: „Wunder gibt es immer wieder“.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers II heute im WFV-Pokal

Nur Außenseiter
STUTTGART (StZ). Nachdem sich die Fußball-Drittligamannschaft der Stuttgarter Kickers schon früh aus dem WFV-Pokal verabschiedet hat, ruhen die Hoffnungen plötzlich auf der zweiten Mannschaft. Die trifft heute (18 Uhr) im Viertelfinale auf den Regionalligazweiten 1. FC Heidenheim. „Wir sind krasser Außenseiter“, sagt der Kickers-Trainer Björn Hinck, obwohl sein Team in der Oberliga zuletzt beim Spitzenreiter SG Sonnenhof gewonnen hat, der im Pokal gestern dafür mit 2:1 nach Verlängerung den Regionalligisten Reutlingen ausschaltete, der nicht nur deshalb finanziell vor schweren Zeiten steht.

Von der Aufstellung her dürfte es keine großen Änderungen bei den Kickers geben. Die Drittliga-erprobten Thorsten Reiß, Sokol Kacani und Josip Landeka werden wie zuletzt mitwirken, dagegen ist ein Einsatz von Mustafa Parmak und Michael Schürg unwahrscheinlich. Hinck: „Sie waren nur im Abschlusstraining. Es kann aber sein, dass einer auf der Bank sitzt.“

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Carl Zeiss Jena – Stuttgarter Kickers (0:0)

0:0 – Kickers treten auf der Stelle
Stuttgart bleibt nach dem Unentschieden in Jena Letzter – Werbeagentur kündigt Zusammenarbeit

JENA/STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben im Abstiegskampf der dritten Fußballliga nichts gutgemacht. „Der Punkt hilft beiden Mannschaften nicht wirklich weiter“, sagte der Trainer Rainer Kraft nach dem 0:0 in Jena.

Von Matthias Koch und Joachim Klumpp

Das Ende war recht unrühmlich. Als der Schiedsrichter die wahrlich nicht hochklassige Partie zwischen Carl Zeiss Jena und den Stuttgarter Kickers abgepfiffen hatte, musste Carsten Nulle beim Abgang in die Kabine von seinen Mitspielern zurückgehalten werden, um nicht völlig die Beherrschung zu verlieren. War es der Frust des Jenaer Torhüters über nur einen Punkt beim 0:0 gegen den Tabellenletzten aus Stuttgart? Bei dem wiederum jubelten nach dem Schlusspfiff die Spieler Manuel Salz und Marcus Mann, obwohl der eine Punkt den Kickers im Abstiegskampf auch nicht so recht weiterhilft.

Der Trainer Rainer Kraft nahm gegenüber dem Sieg gegen Braunschweig zwei Umstellungen vor, die sich bereits angedeutet hatten. Im Angriff spielte der am Samstag starke Orlando Smeekes für Tunjic, in der Viererkette bekam Moritz Steinle den Vorzug gegenüber Benedikt Deigendesch, „weil er in der Offensive stärker ist“, wie Kraft betonte. Sein Ziel war ja klar: „Wir wollen hier gewinnen.“ Dementsprechend engagiert gingen die Gäste zu Werke, zumindest in der Anfangsphase. Nach einem Eckball von Danny Galm hatte der aufgerückte Verteidiger Torsten Traut (12.) die Chance, doch sein Volleyschuss wurde abgeblockt.

Das war es dann aber auch schon mit der Strum-und-Drang-Phase der Kickers, Jena kam jetzt etwas besser ins Spiel und hatte auch einige Möglichkeiten. Sebastian Hähnge (24.), mit neun Treffern bisher der beste Schütze, und André Schembri (36.) scheiterten aber jeweils am glänzenden Kickers-Schlussmann Manuel Salz. Unmittelbar vor der Pause dann noch eine unschöne Szene, als Moriz Steinle hart gegen Sträßer einstieg – und Gelb bekam, auch wenn die Zuschauer Rot forderten.

Nach der Pause wollten beide Mannschaften dann ihre Zurückhaltung ablegen und gingen engagierter zur Sache. Kraft setzte auf Offensive und brachte Tucci, der eine gute Möglichkeit überhastet verstolperte, sowie acht Minuten vor Schluss noch Tunjic. Kurz zuvor hatte Jena die bis dahin größte Chance, doch Schembris Schlenzer ging an die Latte (83.). Glück für die Kickers. „Der letzte, entscheidende Pass hat bei uns gefehlt“, sagte Rainer Kraft. „Der Punkt hilft beiden Mannschaften nicht wirklich weiter“, fügte der Kickers-Trainer hinzu, während sein Kollege Fascher meinte: „Was der Punkt wert ist, wird man am Ende sehen.“

Bereits am Montagabend hatte es ein erstes Treffen zwischen Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum und dem Hauptsponsor Eduardo Garcia über ein weiteres Engagement in der Regionalliga gegeben. Dieser wollte allerdings keine Details zu dem Gespräch unter vier Augen nennen. Dafür bestätigte Hajo Auch von der gleichnamigen Werbeagentur, dass er die Zusammenarbeit mir den Kickers aufgekündigt habe. „Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Markenführung“, wie der Firmenchef betonte – nicht wegen des drohenden Abstiegs in die vierte Liga.

Carl Zeiss Jena: Nulle – Riemer, Robert Müller, Tim Petersen, Ralf Schmidt – Kikuchi – Ziegner, Sträßer (76. Fuchs) – Hähnge – Schembri, Mayombo.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Graub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa (69. Gentner) – Smeekes (84. Tunjic), Galm (61. Tucci).

Schiedsrichter: Metzen (Mechernich).

Zuschauer: 6548.

Gelbe Karten: Sträßer, Wuttke / Mann, Steinle, Traut.

Stuttgarter Zeitung

Kickers unzufrieden über 0:0 in Jena
Trainer Kraft: „Ergebnis hilft keinem wirklich weiter“

Von Maik Vogel

JENA. „Das ist ein Endspiel. Endspiele sind dafür da, dass man sie gewinnt“, sagte Jenas Torsten Ziegner noch kurz vor der Nullnummer am Dienstagabend gegen seinen Ex-Club. Ziegner hatte damit den Mund etwas zu voll genommen. Denn der Gastgeber verkrampfte zu Beginn gegen eine kampfstarke Truppe aus Degerloch. Die 6548 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld von Jena, auch „Das Paradies“ genannt, sahen in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel ohne Höhepunkte. Für FFC-Coach Marc Fascher war das eindeutig zu wenig. Er marschierte wütend in die Kabine.

Sein Kollege Rainer Kraft machte dagegen einen zufriedenen Eindruck. 0:0 zur Pause – das machte Hoffnung. Wahrscheinlich dachte er sich: Vielleicht kann meine Mannschaft doch noch einen Konter zum Sieg setzen. Doch nach dem Seitenwechsel brauchte der Kickers-Trainer starke Nerven. Seine Mannschaft musste einige brenzlige Situationen überstehen. Die Chancen von Jena im Stenogramm:

67. Kickers-Torwart Manuel Salz pariert einen Schuss von Sebastian Hähnge aus 16 Metern.

74. André Schembri köpft an die Latte.

77. Hähnge zielt aus neun Metern drüber.

84. Schembri trifft wieder die Latte.

Aber am Ende stand die Null. Hinten und vorne. Und genau das machte die Sache für beide Trainer etwas unbefriedigend. Denn beide hatten auf einen Sieg gesetzt, um im Kampf gegen den Abstieg Boden gutzumachen. So resümierte Kickers-Coach Kraft unzufrieden: „Dieses Ergebnis hilft keinem wirklich weiter. Meine Mannschaft hat zwar gut gekämpft, aber der letzte Pass in die Spitze hat gefehlt.“

Jenas Coach Fascher nickte zustimmend und meinte: „Am letzten Spieltag werden wir wissen, wem dieser Punkt geholfen hat: uns oder den Kickers.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers holen Punkt
Die Stuttgarter ringen Jena im Kellerduell ein 0:0 ab

Jena (bw) – Die Stuttgarter Kickers haben sich nach zwei Siegen in Folge gestern Abend beim FC Carl Zeiss Jena zumindest einen Punkt erkämpft – der im Abstiegskampf aber nicht wirklich weiterhilft. Das vorgezogene Kellerduell der dritten Fußball-Liga endete 0:0.

Damit haben es die Kickers verpasst, einen weiteren Schritt in Richtung Klassenverbleib zu machen. Zwar hat das Schlusslicht den Rückstand auf das rettende Ufer drei Spieltage vor Saisonende auf vier Punkte verkürzt. Jedoch hat die Konkurrenz am Wochenende die Möglichkeit sich abzusetzen. „Ich kann noch nicht richtig einschätzen, ob ich mich eher freuen oder enttäuscht sein soll“, sagte Kickers-Manager Joachim Cast direkt nach der Partie und hielt sich daher mit Prognosen zurück: „Was der Punkt wert ist, werden wir erst am Ende der Saison sehen.“ Und so bleiben die „Blauen“ bei ihrer Devise, die sie unter Trainer Rainer Kraft für die Endspiele ausgegeben haben: Ruhe bewahren, von Spiel zu Spiel konzentrieren und am Ende sehen, was herauskommt. Die Kellerkinder lieferten sich vor 6548 Zuschauern einen leidenschaftlichen Kampf. Die Gastgeber hatten die besseren Tormöglichkeiten, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. „Es war ein Nervenduell. Unsere Mannschaft hat sich gegen den drohenden Abstieg gestemmt, aber leider hat der letzte Pass dieses Mal gefehlt“, so Cast.Zumindest eines ist nach dem Punktgewinn sicher: Rechnerisch ist immer noch alles drin. „Wir haben uns die Chance am Leben erhalten“, sagte Cast. Weiter geht es für die „Blauen“ am Dienstag (19 Uhr) zu Hause gegen den VfR Aalen, den nächsten direkten Konkurrenten. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa (69. Gentner) – Galm (61. Tucci), Smeekes (84. Tunjic).

Eßlinger Zeitung

Schembri trifft die Latte

Kickers verpassen den Sprung
Im wegen des U17-Europameisterschaftsspiels zwischen Deutschland und England vorgezogenen Kellerduell verpassten es sowohl Jena als auch die Stuttgarter Kickers, einen Sprung in Richtung Klassenerhalt zu machen. Während sich Carl Zeiss zumindest bis zum Wochenende vor Burghausen schieben konnte und den Abstand zu den Abstiegsrängen auf immerhin zwei Punkte vergrößerte, verharren die Kickers mit vier Punkten Abstand zum rettenden Ufer weiter am Tabellenende.

Jenas Trainer Marc Fascher wechselte nach der 0:2-Niederlage beim SC Paderborn dreimal. Petersen kam für Wuttke zurück in die Abwehr, Schembri und Mayombo begannen anstelle von Amirante (10. Gelbe Karte) und Holzner.

Auf Seiten der Stuttgarter Kickers nahm Coach Rainer Kraft im Vergleich zum 3:1 gegen Braunschweig zwei Änderungen vor. Steinle und Smeekes verdrängten Deigendesch und Tunjic auf die Bank.

Das Kellerduell zwischen Jena und dem wieder Hoffnung schöpfenden Schlusslicht aus Stuttgart versprach, kein fußballerischer Leckerbissen zu werden – und die Begegnung hielt Wort. Die Thüringer begannen nervös und lieferten sich mit den Kickers zunächst ein ausgeglichenes Duell, das sich vorwiegend zwischen den Strafräumen abspielte. Für ansatzweise Torgefahr sorgten lediglich Traut, der nach einer Galm-Ecke aus dem Hintergrund abzog, mit seinem Schuss jedoch in der vielbeinigen Abwehr hängen blieb (12.), und Hähnge. Von Mayombo bedient, zielte der Ex-Rostocker aus spitzem Winkel aber deutlich zu hoch.

In der Folge kam Carl Zeiss langsam besser ins Spiel, vermochte es dennoch nicht, das Gehäuse von Stuttgarts Keeper Salz ernsthaft zu gefährden. Der Schlussmann des Tabellenletzten zeigte sich gegen Mayombo (19.) und bei Hähnges Kopfball (25.) aufmerksam, Mayombos Lupfer verfehlte das Tor (24.).

Erst gegen Ende des ersten Abschnitts nahmen die Angriffe der Fascher-Elf genauere Konturen an. Während von Stuttgart offensiv kaum noch etwas zu sehen war, läutete Schembri mit einem trockenen Schuss von der Strafraumkante einseitige Schlussminuten ein (37.). Jena drängte die Mannen aus Degerloch in den eigenen Strafraum, agierte aber letztlich nicht präzise genug, um mit einer Führung in die Pause zu gehen.

Stuttgart kam deutlich agiler aus der Kabine und trat nun selbst immer wieder offensiv in Erscheinung. Besonders Traut agierte auffällig, weder sein Schuss aus vollem Lauf (48.), noch seine Freistoßhereingaben bereiteten Carl Zeiss-Torhüter Nulle aber ernsthafte Probleme. Jena verlegte sich aufs Kontern, spielte seinerseits die schnellen Gegenangriffe jedoch nicht konsequent zu Ende. Wirklich brenzlig wurde es für die Kickers lediglich nach einem Hähnge-Schuss, den Salz gerade so über den Querbalken lenken konnte (67.).

Das Match wurde zunehmend härter und hektischer, verdiente sich die Bezeichnung „Abstiegskampf pur“. Hähnge hätte die Thüringer ein zweites Mal auf die Siegerstraße bringen können, doch aus der Drehung drosch der Angreifer das Leder haarscharf über den Kasten.

Jena stand in der Schlussphase kurz vor der Entscheidung, doch alleine vor Salz brachte auch Schembri den Ball nicht im Tor unter, als er per Schlenzer nur die Latte traf (84.). Letztlich blieb es beim torlosen Remis, das – wenn überhaupt – nur Carl Zeiss weiterhilft, weil mit den Kickers wenigstens ein Konkurrent auf Distanz gehalten werden konnte.

Jena tritt am Mittwoch in einer Woche bei Fortuna Düsseldorf an, die Kickers empfangen einen Tag früher den VfR Aalen.

Kicker

Kickers in Jena 0:0

In einem puren Abstiegskampf blieb das vorgezogende Spiel vom 35. Spieltag bei Carl Zeiss Jena torlos.

Damit bleiben die Kickers mit 32 Punkten Tabellenletzter mit nunmehr vier Punkten Rückstand auf den rettenden Tabellenplatz. Die Kickers treffen noch auf den VfR Aalen, Werder Bremen II und SC Paderborn und müssen aus diesen Spielen minimal sieben Punkte holen um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Vorberichte Carl Zeiss Jena – Stuttgarter Kickers

Kickers heute bei Carl-Zeiss Jena

„Wir können Vollgas geben“
STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers treten bereits heute (18.30 Uhr) zu der vorgezogenen Partie bei Carl-Zeiss Jena an, dem nächsten Abstiegsendspiel der dritten Liga. „Das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil“, sagt der Trainer Rainer Kraft zu der Terminverlegung, die wegen der U-17-EM in Thüringen zustande kam. Als Vorteil könnte sich dagegen erweisen, dass die Kickers keinerlei Druck mehr haben. „Der Druck liegt bei Jena“, sagt Kraft und fügt hinzu: „Wir können Vollgas geben und wollen gewinnen.“

Ob Orlando Smeekes dazu von Anfang an beitragen wird oder von der Bank kommt, ist noch offen. Ebenso wäre denkbar, dass rechts in der Viererkette Moritz Steinle den Vorzug vor Benedikt Deigendesch erhält. Obwohl die Mannschaft am Mittwoch und Donnerstag trainingsfrei hat, ist nicht daran gedacht, einen der Spieler morgen bei der zweiten Mannschaft im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen Heidenheim einzusetzen.

Abseits des Platzes haben die Kickers gestern Abend erste Gespräche mit dem Hauptsponsor über ein mögliches Engagement in der vierten Liga geführt. „Man kann aber nicht von einem Ergebnis ausgehen“, sagte der Präsident Dirk Eichelbaum vorab.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Scharinger Trainer-Kandidat

Die Blauen wollen heute in Jena ihre Serie fortsezten – Ulm an Tucci dran

STUTTGART (jüf). Zwei Siege in Serie hat Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zuletzt eingefahren, mit dem dritten heute (18.30 Uhr) bei Carl Zeiss Jena wären die Blauen im Kampf um den Ligaverbleib wieder bei der Musik. Trainer Rainer Kraft bleibt dennoch bei seiner Linie: „Für uns hat sich die Lage nicht groß verändert, wir können weiter befreit aufspielen.“ Klar ist, dass mit jedem Sieg seine Chancen steigen, auch in der neuen Saison Chefcoach zu bleiben.

Unabhängig davon sondiert die Chefetage Alternativen. Dazu gehört Ex-Kickers-Spieler Rainer Scharinger, mit dem ein erstes Gespräch stattfand. Der 42-Jährige hört am Saisonende bei 1899 Hoffenheim II auf und war gegen Braunschweig im Stadion. Präsident Dirk Eichelbaum sagte nur so viel: „Es ist sein legitimes Interesse zuzuschauen. Wir konzentrieren uns voll auf die laufende Saison.“ Das tut auch Stürmer Marco Tucci – was nichts daran ändert, dass Regionalligist SSV Ulm 1846 starkes Interesse am Stürmer zeigt.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen Kampf annehmen

Stuttgart (bw) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Nur drei Tage nach dem 3:1-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig, durch den sich das Schlusslicht weiter im Rennen um den Klassenverbleib gehalten hat, geht es heute (18.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim FC Carl Zeiss Jena weiter. Die Partie vom 35. Spieltag musste vorgezogen werden, weil im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld am Wochenende ein Vorrundenspiel der U-17-Europameisterschaft ausgetragen wird. Torhüter Manuel Salz, der gegen Braunschweig mit seinem gehaltenen Elfmeter die Wende einleitete, kommt die Spielverlegung gerade recht. „Dann sind unsere positiven Erinnerungen noch im Kopf. So kann es weitergehen“, sagt der 23-Jährige mit einem gelösten Lächeln.

Allerdings ist der Tabellen-16. Jena ein anderes Kaliber als die Eintracht, die im gesicherten Mittelfeld stand und im Gazi-Stadion daher nichts zu verlieren hatte. „Ich erwarte einen Kampf bis aufs Messer. Den müssen wir annehmen, dagegenhalten und dann schauen, was rauskommt“, sagt Kickers-Trainer Rainer Kraft, der die Partie gegen Braunschweig mit der Mannschaft detailliert ausgewertet hat und keineswegs zufrieden war. „Wir haben den Spielern gesagt, dass es keine Glanzleistung war. Mit der Einstellung, die das Team bis zu dem gehaltenen Elfmeter gezeigt hat, können wir in Jena nichts holen“, erklärt der Coach. Gestern machte sich die Mannschaft auf den Weg nach Thüringen und wird heute wohl in derselben Besetzung wie am Samstag antreten. Möglicherweise könnte jedoch Orlando Smeekes in die Startformation zurückkehren.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Erstes von vier Endspielen

35. Spieltag

Für Fußball-Drittligist Carl Zeiss Jena beginnt am Dienstag (18:30 Uhr) die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt. Im Kellerduell empfangen die Thüringer Schlusslicht Stuttgarter Kickers.

Niels Hansen (l., Jena) und Michael Schürg; Rechte: Matthias Koch
Im Hinspiel setzte sich Jena 3:0 durch – ein Sieg wäre für Jena auch am Dienstag immens wichtig (Archivbild).
„Endspiele zum Gewinnen da“

„Für uns gibt es jetzt nur noch Endspiele“, weiß Carl-Zeiss-Kapitän Nulle. Routinier Ziegner kündigt an: „Das ist ein Endspiel. Endspiele sind dafür da, dass man sie gewinnt.“ Jena muss dringend punkten, die Thüringer liegen nach der Pleite von Paderborn nur noch einen Zähler vor der Abstiegszone. Der Jenaer Coach Fascher kann aber fast aus dem Vollen schöpfen. Fehlen wird vermutlich nur der gesperrte Angreifer Amirante, mit dem angeschlagenen Mittelfeldspieler Schröter plant der Trainer jedoch.
Stuttgart zuletzt doppelt siegreich

Gegner Stuttgarter Kickers kommt mit Rückenwind nach Jena. Das Schlusslicht hat zuletzt zwei Siege in Serie geholt und schöpft mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Fascher: „Restprogramm könnte einfacher sein“

Obwohl das Spiel an einem Dienstag stattfindet, hoffen die Jenaer auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen. Bis Montagnachmittag waren bereits mehr als 3.200 Karten verkauft. Fascher hofft auf zahlreiche Fans und einen Sieg gegen Stuttgart. Dieser ist vor allem mit Blick auf die nächsten Gegner wichtig, denn Düsseldorf und Unterhaching kämpfen noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Unser Restprogramm könnte wahrlich einfacher sein“, so Fascher.

MDR

Stuttgarter Kickers trauern um Norbert Stapel

Die Stuttgarter Kickers trauern um ihr Ehrenmitglied Norbert Stapel, der am vergangenen Samstag, 2. Mai 2009, nur vier Tage nach seinem 76. Geburtstag auf tragische Weise verstorben ist. Beim sogenannten Klub der Samstagskicker (KdSK) erlitt Stapel während eines Trainingsspiels im ADM-Sportpark einen tödlichen Herzinfarkt. Alle sofortigen Wiederbelebungsversuche auf dem Sportplatz durch seine langjährigen Fußball-Kameraden und später durch den Rettungsdienst blieben jedoch erfolglos.

Norbert Stapel, der Frau und drei Kinder hinterlässt, war seit mehr als 63 Jahren Vereinsmitglied bei den Stuttgarter Kickers. In seiner aktiven Sportlerzeit hatte der Uhrmachermeister aus Degerloch für die Kickers-Handballer gespielt.

„Wir sind sehr betroffen über den Tod unseres Ehrenmitglieds“, sagt Dirk Eichelbaum, der Präsident der Stuttgarter Kickers. „Wir werden Norbert Stapel immer in ehrendem Andenken behalten, unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.“

Eine Trauerfeier für den Verstorbenen findet an diesem Donnerstag, 7. Mai, um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof Degerloch statt.

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