StN: Kickers-Manager Cast: „Es wird eine Frage der Ehre“

Stuttgart – Die Spieler des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers haben viel gutzumachen. Und Manager Joachim Cast ist sich vor dem Heimspiel am 7. April (19 Uhr) gegen Kickers Offenbach im Interview sicher: „Die Spieler werden mit neuer Leidenschaft zur Sache gehen.“

Herr Cast, die Kickers stehen vor einem richtungsweisenden Spiel.
Ja, wieder einmal steht sehr viel auf dem Spiel. Nach dem Frusterlebnis gegen den VfB II wäre ein Erfolgserlebnis vor allem für die Psyche enorm wichtig.

Sind Sie von einem Sieg überzeugt?
Ja, und zwar deshalb, weil ich fest mit einer Trotzreaktion und Wiedergutmachung der Mannschaft rechne. Das Spiel wird auch eine Frage der Ehre. Es wird ein ganz anderer Geist in der Mannschaft herrschen. Die Spieler werden mit neuer Leidenschaft zur Sache gehen.

Warum war das im Derby nicht der Fall?
Die Elf hat dem Druck in diesem Spiel nicht standgehalten. Sie war wie gelähmt.

Im Etat droht bis zum Saisonende ein Loch von über 300000 Euro – das macht die Lage auch nicht einfacher.
Solche Probleme sind uns nicht unbekannt. Es wird nicht leicht, sie zu lösen, aber wir werden es auch diesmal schaffen.

Würden die Kickers bei einem Abstieg in der Regionalliga antreten?
Stand heute, ja.

Mit Ihnen als Manager?
Es kommt auf die Rahmenbedingungen an. Meine grundsätzliche Bereitschaft ist da.

Ihr Tipp für das Spiel gegen Offenbach?
Wir gewinnen, weil die Truppe schon öfter bewiesen hat, dass sie Rückschläge wegstecken kann.

Das komplette Interview lesen Sie in der Print-Ausgabe der Stuttgart am 7. April 2009.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers setzen auf Parmak

Test vor Spiel gegen Offenbach

Stuttgart (jüf) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat die erschütternde Leistung beim 0:3 gegen den VfB II aufgearbeitet und hofft morgen (19 Uhr/Gazistadion) gegen Kickers Offenbach auf eine Reaktion der Elf. Hält der angeschlagene Mustafa Parmak den Belastungstests im Training heute (14.30 Uhr) und morgen (11 Uhr) vor dem Spiel stand, wird er zum Einsatz kommen. „Wir brauchen Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten“, sagt Manager Joachim Cast. Dazu gehört auch Bashiru Gambo. Doch nach seiner Auswechslung im Derby meldete er sich krank. Dem Team wünschte er viel Spaß beim Mannschaftsessen vergangenen Freitag und viel Glück am Dienstag. Cast geht allerdings davon aus, dass Gambo heute wieder am Training teilnimmt: „Dann dürfte er gegen Offenbach zumindest auch im Kader sein.“ Und könnte das Glück der Kickers in diesem „Endspiel“ selbst mit erzwingen – wenn ihn der Trainer lässt.

Stuttgarter Nachrichten

Bild: Morgen Sieg – sonst müssen die sie Brezeln backen

Stuttgarter Kickers
Von HELMUT HEIMANN

Wenn die Stuttgarter Kickers morgen (19 Uhr, Gazi-Stadion) gegen die Offenbacher Kickers nicht gewinnen, sieht‘s in der Tabelle zappenduster aus. Weil der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz dann eventuell noch größer werden könnte.

Eine Niederlage würden einige Spieler noch mehr als sonst zu spüren bekommen.

Denn: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl hat mit Sponsor Max Siegfried Lang gewettet, dass das Drittliga-Schlusslicht gewinnt. Falls Wahl die Wette verliert, müssen drei Kickers-Profis morgens um 6 Uhr zum Brezel-Backen in die Bäckerei Lang kommen und die Ware danach eine Stunde lang in Stuttgart verkaufen.

Noch steht nicht fest, welche Spieler es treffen würde.

Vielleicht ist ja auch Bashiru Gambo dabei. Der Offensivmann hat seine Magen-Darm-Grippe auskuriert und soll heute wieder das Training aufnehmen.

Übrigens: Bei jedem Einkauf über 5 Euro in den Filialen der Bäckerei Lang gibt‘s bis morgen zusätzlich eine Eintrittskarte für das Schicksalsspiel.

BILD

STN: Kickers droht dickes Minus

Präsident Eichelbaum: „Wir müssen nacharbeiten“

Stuttgart (StN) – Den Stuttgarter Kickers droht bis zum Saisonende ein großes Loch im Etat. „Wir müssen nacharbeiten“, gab der Präsident des Fußball-Drittligisten, Dirk Eichelbaum, zu.

Als das Präsdium und der Aufsichtsrat am Donnerstagabend turnusmäßig zusammenkamen, war die miserable Vorstellung der Kickers beim 0:3 gegen den VfB II immer noch Gesprächsthema. Die Hoffnung, auch in der neuen Saison in der dritten Liga zu spielen, sinkt mit jeder Niederlage, gestorben ist sie aber noch nicht. „Wir glauben daran, dass sich die Dinge für uns zum Guten wenden“, sagte Eichelbaum. Trotz allem Optimismus – an einer zweigleisigen Planung für die neue Saison führt kein Weg vorbei. „Dies als Tabellenletzter nicht zu tun wäre grob fahrlässig“, betonte Eichelbaum: „Wir haben am Donnerstag deshalb vor allem strategische Dinge für den Fall Regionalliga besprochen.“ Zumal viele Spielerverträge nur für die dritte Liga gültig sind.

Noch größere Sorgen bereiten allerdings die Finanzen der Blauen: Bis zum Saisonende droht ein Loch im Etat in der Größenordnung von bis zu 300 000 Euro. „Es gab einige Liquiditätsverschiebungen“, erklärte Eichelbaum, „zum Beispiel durch einen erhöhten Personaletat. Wir müssen nacharbeiten.“ Hauptsponsor Gazi hat deshalb bereits 10 000 Euro zusätzlich überwiesen, das Benefizspiel gegen den VfB brachte 54 000 Euro. Außerdem überlegt eine neue Werbeagentur, mit welchen Aktionen man das Stadion bei den Heimspielen füllen kann.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Tiefpunkt statt Wendepunkt

Bei den Stuttgarter Kickers regiert nach dem Drittligaderby gegen den VfB das Prinzip Hoffnung

STUTTGART. Schlimmer geht“s nimmer – auf diesen Nenner lässt sich der Auftritt der Stuttgarter Kickers beim 0:3 im Drittligaderby bringen. Die Frage im Abstiegskampf lautet nun: wer setzt jetzt neue Reizpunkte?

Von Joachim Klumpp

So stellt man sich ein Derby nicht unbedingt vor. Aber die Mannschaft des VfB Stuttgart II hat am Mittwoch einen geruhsamen Abend verbracht – und trotzdem drei Tore erzielt und drei Punkte gewonnen. Also sagte der Kapitän Marijan Kovacevic nach dem Spiel: „Ein wenig mehr Gegenwehr hatten wir schon erwartet, aber die Kickers haben eben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gespielt.“

Diese Möglichkeiten scheinen sehr limitiert zu sein, wenn man die letzten beiden Auftritte gegen die zweiten Mannschaften der Bayern und des VfB als Maßstab nimmt. Fazit: das reicht nicht für die dritte Liga. Das weiß auch der Präsident Dirk Eichelbaum, dessen Hoffnung darauf beruht, „dass wir zehn Endspiele haben“. Und das vornehmlich gegen Vereine aus der unteren Tabellenhälfte. „Die Mannschaft hat ja gezeigt, dass sie es besser kann, aber wir müssen die Lage genau analysieren“, sagte Eichelbaum in Richtung Trainer, wobei es keine Diskussion um die Personalie Edgar Schmitt geben soll.

Dabei hat auch der Coach seinen Teil zur Misere beigetragen. Mit reichlich taktischen und personellen Wechseln, so dass die Kickers in der Rückrunde, zuweilen auch verletzungsbedingt, nie zweimal mit derselben Startformation aufgetreten sind. Und der als Vorteil gedachte Konkurrenzkampf in dem auf 28 Mann angewachsenen Kader könnte nun zur Verunsicherung führen, namentlich bei Spielern wie Sokol Kacani und Marco Tucci, die mal in der Startelf standen und dann wieder in der zweiten Mannschaft wie am Mittwoch. Erst recht natürlich bei Bashiru Gambo, dessen Auswechslung noch vor der Pause den Ghanaer (Schmitt: „Er blieb nicht in der Ordnung“) in den Schmollwinkel treiben könnte. Gestern jedenfalls fehlte er prompt wegen Magen-Darm-Problemen.

Natürlich ist in erster Linie die Mannschaft gefordert. Die machte zuletzt einen desolaten Eindruck: leblos, lustlos, lieblos. Da fehlte das Herz, die Einstellung, der Siegeswille, nimmt man am Mittwoch Josip Landeka einmal aus. „Wenn man nicht ins Spiel kommt, kann auch kein Feuer aufkommen“, sagt dazu Markus Ortlieb. Edgar Schmitt kritisierte zuletzt die unprofessionelle Einstellung – offensichtlich zu Recht, wenn man Spieler sieht, die nach dem Training schnurstracks mit Zigarette im Mund das Gelände verlassen. Das ist amateurhaft.

Auch im Präsidium scheint es Misstöne zu geben. Dass der Marketingmann Dieter Wahl vor dem Spiel bei Erzgebirge Aue einen verbalen Reizpunkt gesetzt hat („Jetzt ist Schluss mit Schönreden“), kam beim Präsidenten nicht gut an, so dass Wahl sagt: „Solche Aktionen kann man nicht ständig wiederholen, wir müssen jetzt am Selbstvertrauen der Mannschaft arbeiten.“ Fragt sich nur wie? Die Liste der Möglichkeiten – von Zuckerbrot bis Peitsche – ist längst ausgereizt. „Wir werden sicher nicht auf die Mannschaft draufhauen“, sagte Edgar Schmitt.

Parallel zum Ligaalltag arbeiten die Kickers an einem Plan für den Fall des Abstiegs, denn just am Tag des Derbys mussten beim DFB auch die Lizenzierungsunterlagen für die Regionalliga eingereicht werden, für die mit circa 1,5 Millionen Euro kalkuliert würde.

Dabei tut der Verein zumindest abseits des Platzes alles, um auch wirtschaftlich weiter voranzukommen, nachdem beim laufenden Etat immer noch eine Lücke klafft. 54 000 Euro brachte das Benefizspiel gegen die VfB-Profis. Und eine neue Werbeagentur überlegt, mit welchen Aktionen man das Stadion bei den Heimspielen füllen kann. Wobei nach solchen Auftritten wie am Mittwoch selbst der beste Slogan Makulatur ist. Dessen ist sich der Kickers-Präsident Eichelbaum bewusst: „Das Spiel kostet uns gegen Offenbach am Dienstag tausend Zuschauer.“

Stuttgarter Zeitung

StN: Kickers-Chefetage schließt Trainerwechsel aus

Nach Blamage gegen VfB

Stuttgart – Am Tag nach dem kollektiven Versagen beim 0:3 gegen den VfB II hat bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers die Aufbauarbeit begonnen. Einen Trainerwechsel schloss Präsident Dirk Eichelbaum aus.

Jeder reagiert auf solch ein Debakel auf seine Weise. Doch am 2. April war auf Degerlochs Höhen eines auffallend: Keiner packte den Holzhammer aus.

Der Trainer: Die Rolle als Rumpelstilzchen hat Edgar Schmitt längst ausgereizt. Eigentlich bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als nun zu versuchen, ruhig und sachlich das Team noch einmal aufzurichten. Genau das tat er am 2. April. Motto: Kopf hoch, noch ist nichts verloren. Wie das Wunder noch gelingen soll? „Wir werden Lösungen finden“, sagt Schmitt nur – und ist sicher: „Ich erreiche das Team nach wie vor.“

Die Führungsetage: Am 2. April tagten turnusmäßig Präsidium und Aufsichtsrat. Eines betonten Eichelbaum und Aufsichtsratschef Rainer Lorz unisono: „Ein nochmaliger Trainerwechsel ist ausgeschlossen.“ Das gelte laut Präsident auch bei Niederlagen gegen Kickers Offenbach (7. April, 19 Uhr/Gazistadion) und bei Union Berlin (12. April, 14 Uhr).

Die Mannschaft: Um den Zusammenhalt zu stärken, geht das Team am 3. April gemeinsam in Stuttgart essen. Ob Bashiru Gambo dabei sein wird, ist offen. Der Mittelfeldspieler meldete sich am 2. April krank. Um den Konkurrenzkampf zu stärken, trainieren seit dem 2. April aus der eigenen Oberligaelf Marcel Ivanusa (15 Saisontreffer) und Mijo Tunjic (10) mit dem Drittligateam mit.

Der Manager: „Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als in vielen Einzelgesprächen die Mannschaft wieder aufzurichten“, sagt Joachim Cast. Dass er selbst in der Kritik steht, sich personelle Fehlgriffe ankreiden lassen muss, ändert nichts am Vertrauen, das ihm die Chefetage entgegenbringt. Eichelbaum und Lorz wollen ihn auch bei einem Abstieg halten. „Cast hat bewiesen, dass er mit einem Minietat etwas auf die Beine stellen kann“, sagt Eichelbaum, „er steht im Fokus anderer Vereine.“

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum schwachen und enttäuschen Spiel VfB Stuttgart II – Stuttgarter Kickers (3:0)

Die VfB-Fans rufen: „Absteiger, Absteiger“
Die Kickers sind beim 0:3 im Drittligaderby ohne Chance

STUTTGART. Jeder blamiert sich, so gut er kann. So wie die Stuttgarter Kickers, die gestern das Derby der dritten Fußball-Liga gegen den VfB II mit 0:3 (0:2) verloren. „Wir waren heute physisch und psychisch unterlegen“, sagte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

Eine Viertelstunde vor Schluss gingen im Gazi-Stadion gestern die Lichter aus. Doch selbst der Stromausfall konnte die Stuttgarter Kickers im Drittligaderby nicht mehr retten. Dank der Sommerzeit stand ein Spielabbruch nie zur Debatte, zumal das Flutlicht nach fünf Minuten wieder funktionierte – im Gegensatz zur Kickers-Mannschaft, die beim 0:3 (0:2) auf verlorenem Posten stand, von der ersten bis zur letzten Minute. „Wir waren heute physisch und psychisch unterlegen“, gab der Kickers-Trainer Edgar Schmitt zu.

So konnte sich selbst eine ersatzgeschwächte VfB-Mannschaft, bei der eine Handvoll Stammspieler fehlte, den Ball wie im Training zuschieben – und gelegentlich noch ein Tor erzielen. Zum Beispiel in der 21. Minute, als Tobias Feisthammel nach einem Freistoß mutterseelenallein zum 1:0 einköpfte. Dass der zweite Treffer kurz vor der Pause durch ein Eigentor fiel, passte ins Bild. Der Verteidiger Thomas Gentner köpfte nach einem Missverständnis mit Torwart Manuel Salz von der Strafraumgrenze ins Netz.

Zu diesem Zeitpunkt war Bashiru Gambo schon nicht mehr auf dem Platz, er wurde nach gut einer halben Stunde vom Trainer ausgewechselt – die Höchststrafe, an der der sensible Ghanaer wohl noch eine Zeit lang zu knabbern haben wird. Nach der Halbzeit verwaltete der VfB das Ergebnis, so dass der Trainer Rainer Adrion sagte: „Da hätte ich mir etwas mehr Souveränität gewünscht.“ Und auch der Kapitän Marijan Kovacevic übte Kritik: „Da haben wir zu wenig gemacht.“ Trotzdem fiel noch das 3:0 durch den eingewechselten Sven Schipplock (89.), so dass der VfB 2009 seine fünf Heimspiele im Gazi-Stadion alle zu null gewonnen hat.

Von so einer Serie können die Kickers nur träumen. „Wir waren wie gelähmt“, sagte der Manager Joachim Cast, der nur zu gut weiß, dass eine deutliche Leistungssteigerung nötig ist, wenn das Ziel Klassenverbleib geschafft werden soll. Die VfB-Fans unter den 3050 Zuschauern skandierten jedenfalls schon einmal: „Absteiger, Absteiger“, während Schmitt abermals betonte: „Wir schaffen es.“

Woher er seinen Optimismus nimmt? „Vier Punkte Abstand zum Nichtabstiegsplatz sind machbar.“ Allerdings nicht in der Verfassung von gestern, in der jegliches Feuer auf dem Platz fehlte. Zudem wirkte die taktische Marschroute mit drei defensiven Mittelfeldspielern in so einem verkappten Heimspiel nicht gerade optimal. „Man muss sich klar überlegen, woran so eine Leistung liegt“, sagte der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum nur, der das wohl intern mit Edgar Schmitt besprechen wird. Ehe bei den Kickers endgültig die Lichter ausgehen.

VfB Stuttgart II: Ulreich – Pisot, Pischorn, Kovacevic, Feisthammel – Karikari, Kolinger, Didavi – Klauß (82. Ismaili), Hofmann (82. Schipplock), Hindelang (59. Klotz).

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Rosen, Ortlieb, Deigendesch (46. Traut) – Gambo (33. Landeka) – Schürg (62. Galm), Smeekes.

Schiedsrichter: M. Kempter (Sauldorf).

Tore: 1:0 Feisthammel (21.), 2:0 Gentner (42./Eigentor), 3:0 Schipplock (89.).

Stuttgarter Zeitung

0:3 im Derby gegen VfB II

Kickers wie ein Absteiger

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben die Leidensfähigkeit ihrer Fans schon häufig auf die Probe gestellt. Beim 0:3 (0:2) im Drittligaderby gegen den VfB II erreichte sie eine neue Dimension. Die Blauen zeigten eine erschütternde Vorstellung.

Joachim Cast stand in den Katakomben des Gazistadions und starrte ins Leere. Als sich der Kickers-Manager wieder gefangen hatte, sagte er zunächst nur: „Heute bin ich bedient. Nach dieser Lektion fällt es schwer, optimistisch zu bleiben.“ Dann fragte er rhetorisch in die Runde: „Aber sollen wir jetzt den Laden zuschließen und das Licht ausmachen?“ Die Antwort gab er selbst: „Nein.“

Die Kickers wirkten vom Anpfiff weg wie gelähmt. Die Bälle wurden nur planlos nach vorne gedroschen. Das wäre an sich schon ärgerlich genug, doch dass den Spielern auch noch die Leidenschaft vermissen ließen, war das eigentlich Bedenklich an der Geschichte.

Der VfB tat dem Lokalrivalen jedenfalls nicht den Gefallen, sich vom Phlegma der Blauen anstecken zu lassen. Hoch konzentriert begann das Team von Trainer Rainer Adrion. Folge: die Tore durch Tobias Feisthammel (21.) und Thomas Gentner (42./Eigentor).

Kurz danach war Halbzeit, und Trainer Edgar Schmitt blieb nicht viel anderes übrig, als an die Ehre seiner Spieler zu appellieren. Viel besser wurde es nicht. Zwei mickrige Torchancen durch Josip Landeka (53.) und Michael Schürg (61.) gab es – das war’s. Echte Gegenwehr sieht anders aus. Der souveräne VfB musste nicht mehr tun als nötig. Der Sieg war schon lange vor dem 3:0 (89.) durch Sven Schipplock nicht in Gefahr.

Bis zum 7. April (19 Uhr) haben die Blauen nun Zeit, den Tiefschlag wegzustecken. Dann kommt Kickers Offenbach ins Gazistadion. „Heute waren wir in allen Belangen unterlegen“, sagte Kickers-Coach Schmitt, und gab sich zumindest nach außen kämpferischer als zuvor seine Spieler auf dem Platz: „Wir geben nicht auf, wir werden es schaffen.“ Es klang verdächtig nach einer Durchhalteparole.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgarter Kickers weiterhin mit Roter Laterne

Gentner trifft ins falsche Tor
Tabellenschlusslicht Stuttgarter Kickers lieferte im Stadtderby beim VfB Stuttgart II eine wenig berauschende Leistung ab und so gingen die Hausherren verdient als Sieger aus dieser Partie.

Rainer Adrion, Trainer vom VfB Stuttgart II, stellte seine Startformation nach dem 1:1-Remis in Paderborn auf zwei Positionen um: Pisot und Hindelang spielten für Enderle und Walch.

Kickers-Coach Edgar Schmitt sah ebenfalls Handlungsbedarf und änderte seine Startaufstellung im Vergleich zum torlosen Remis gegen Bayern II auf zwei Positionen: Landeka und Tucci pausierten, Rosen und Schürg liefen dafür auf.

Bereits zu Beginn der ersten 45 Minuten zeigten die Kickers zu wenig Engagement, obwohl sie durch einen Sieg bei günstigem Verlauf drei Plätze nach oben hätten klettern können. Der VfB II hatte mehr vom Spiel und so war es wenig überraschend, als Feisthammel in der 21. Spielminute den Führungstreffer zum 1:0 erzielen konnte. Kurz vor der Pause kam dann bereits die Vorentscheidung: Aufgrund eines Missverständnisses zwischen Keeper Salz und Gentner, der den Ball zu seinem Schlussmann zurückköpfen wollte, landete das Spielgerät erneut im Tor der Schmitt-Elf.

Auch in der zweiten Hälfte wurde das Spiel für die Kickers nicht besser. Die Adrion-Elf verwaltete ihre Führung, die Kickers fanden keinen Weg durch die Defensive der Hausherren. Vielmehr Schipplock setzte in der 89. Spielminute noch den Schlusspunkt zum 3:0-Emdstand.

Der VfB Stuttgart II muss am kommenden Samstag in Düsseldorf ran und die Stuttgarter Kickers spielen am kommenden Dienstag zuhause gegen Offenbach.

Kicker

Kickers II siegen weiter

Die U23 Mannschaft der Stuttgarter Kickers baut ihre Siegesserie weiter aus. Bei der SpVgg Au gewinnen die „kleinen Blauen“ mit 3:1 (0:0). Goalgetter Marcel Ivanusa mit einem Doppelschlag (57. und 58.) sowie Marco Tucci in der Nachspielzeit trafen für die Kickers.

Am Samstag treffen die Kickers auf Tabellennachbar Normannia Gmünd.