StN: Bayern-Spiel als Rettungsanker

Kickers brauchen Geld – vor allem wenn“s am Samstag schiefgeht

STUTTGART (jüf). Für die Stuttgarter Kickers steht im Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig viel auf dem Spiel. Bleibt ein Sieg aus, wäre der letzte Funke Hoffnung auf den Ligaverbleib weg. Damit würde sich die finanzielle Lage verschärfen. Um die Deckungslücke zu stopfen, soll das Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern (21. Juli) möglicherweise an einen Sponsor verkauft werden, um schon vorher Geld in die Kasse zu bekommen. Aus der Partie gegen die Münchner wird eine Netto-Einnahme von rund 100 000 Euro erwartet. Zum Vergleich: Im Rahmen des Benefizspiels gegen den VfB Stuttgart kamen 54 000 Euro für die Blauen zusammen. Jetzt schon sicher: Für das Spiel in Jena (5. Mai) sponsert ein Gönner kostenlos einen Fan-Bus.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers stehen am Ende mit leeren Händen da

Bis zur 88. Minute lagen die „kleinen“ Blauen beim Nachholspiel gegen den ASV Durlach in Front, am Ende standen sie mit leeren Händen da. Der Aufsteiger aus dem Nordbadischen siegte am Mittwoch Abend mit 2:1 und sicherte sich wichtige Punkte gegen den Abstieg. Die Kickers verloren neben den drei Punkten auch Innenverteidiger Andre Olveira, der in der 72. Spielminute die Rote Karte sah. Das Tor zum 1:0 erzielte Maikel Boric, der einen diagonalen Pass von Torsten Reiss mit einem sehenswerten Linksschuss abschloss. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal acht Minuten gespielt.

Die Gäste aus Durlach verstärkten nach dem Platzverweis den Druck und kamen kurz vor Spielende durch ein Eigentor zunächst zum Ausgleich. In der Nachspielzeit (91. Minute) erzielte Patrick Becker sogar noch den Siegtreffer und drei Punkte für seinen Club.

Offizielle Homeapge

Presse zur Bündelung der Kräfte im Abstiegskampf

Die Kickers bündeln die Kräfte

Im Endspurt der dritten Liga setzt der Trainer Rainer Kraft auf Spieler, „die uns am meisten helfen“

STUTTGART. Gestern haben die Stuttgarter Kickers die angekündigten Personalien umgesetzt. Der Trainer Rainer Kraft hat die Spieler Parmak, Schürg und Landeka ausgemustert, die sich bei der zweiten Mannschaft fit halten dürfen.

Von Joachim Klumpp

Als die Mannschaft der Stuttgarter Kickers gestern um 10 Uhr das Trainingsgelände im ADM-Sportpark betrat, da fehlten einige Spieler: Mustafa Parmak, Michael Schürg und Josip Landeka, dazu wird Sokol Kacani, wie zuletzt schon, vorwiegend bei der zweiten Mannschaft trainieren. Eine Maßnahme, die der Trainer am Wochenende schon angekündigt hatte, um im Schlussspurt der Liga auf jene Spieler zu setzen, „von denen wir überzeugt sind, dass sie uns am meisten helfen“, wie Rainer Kraft es ausdrückt.

Er hat diese Entscheidung mit seinem Assistenten Alexander Malchow getroffen sowie in Abstimmung mit dem Kickers-Manager. „Das ist eine sinnvolle und notwendige Maßnahme“, sagt Joachim Cast. Das sieht zumindest Parmaks Berater Michael Hofstetter etwas anders: „Wir wissen alle, dass er besser spielen könnte, wenn er hundertprozentig fit wäre. Aber wenn sie meinen, das sei richtig, kann man es nicht ändern.“ Den genannten Spielern ist es freigestellt, sich bei der zweiten Mannschaft fit zu halten, „was wir ihnen empfehlen“, sagt Kraft.

Wenn die Kickers ihre minimale Chance auf den Klassenverbleib wahren wollen, dann geht das nur über eine mannschaftliche Geschlossenheit. So ähnlich also wie sie zum Beispiel Jahn Regensburg in dieser Saison demonstriert, das mit einem keineswegs besser besetzten Kader deutlich mehr Punkte auf dem Konto hat. Diese Kraft“sche Bündelung der Kräfte auf 20 Feldspieler im Abstiegskampf wirft natürlich die Frage auf, ob der Kader zuvor nicht übermäßig aufgebläht worden ist. Zeitweise standen schließlich bis zu 28 Spieler auf der Liste. „Diese Kritik kann man natürlich anbringen“, sagt Cast, gibt aber zu bedenken, dass in der Winterpause fünf, sechs Langzeitverletzte im Aufgebot standen. „Deshalb haben wir Spieler wie Köpf und Dittrich noch dazugenommen.“

Diese Alternativen waren eigentlich als Vorteil gedacht, angesichts der vielen englischen Wochen zum Beginn der Rückserie. Doch dieses Konzept ging nicht auf. „Die Rotation hat nicht so funktioniert, wie wir erhofft hatten“, gibt der Manager Cast zu. Unter dem Trainer Edgar Schmitt wechselten Personen und Systeme am Ende auch zu häufig, als dass man von Kontinuität sprechen konnte – was dann auch noch in den ersten beiden Spielen unter Kraft seine Auswirkungen hatte. „Wir hatten einfach nicht die Zeit, um kurzfristig groß etwas zu verändern“, sagt Kraft im Rückblick auf die beiden Partien gegen Regensburg und Wuppertal.

Das ist inzwischen anders, was sich auf die Stimmung und vor allem das Selbstbewusstsein der Mannschaft positiv niederschlagen soll. „Dennoch mussten wir in Dresden das Glück auch ein Stück weit erzwingen“, sagt Kraft. „Die Abstimmung im Defensivverhalten hat noch nicht so gut geklappt, und in der Offensive müssen wir die Konter besser zu Ende spielen“, so lauten Krafts Schwerpunkte dieser Woche, in der das Augenmerk nur dem Heimspiel gegen Braunschweig gilt. „Wir brauchen nicht nur jeden Punkt, sondern auch jeden Zuschauer“, sagt der Trainer und verspricht: „Die Einstellung wird stimmen.“ Das Ergebnis auch?

Stuttgarter Zeitung

Aussortierte Spieler bei Kickers II am Ball

STUTTGART (jüf). Wie angekündigt trainiert Chefcoach Rainer Kraft beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers seit gestern nur noch mit 22 Spielern. Die aussortierten Mustafa Parmak, Michael Schürg, Sokol Kacani und Josip Landeka erklärten allesamt, dass sie sich im Training der zweiten Mannschaft fit halten möchten und möglichst auch im Oberligateam spielen wollen. „Ich kann die Entscheidung zwar nicht nachvollziehen, doch ich akzeptiere sie zum Wohle der Kickers“, erklärte Schürg, an dem Ligarivale Kickers Emden interessiert sein soll. „Vielleicht kann ich mithelfen, die zweite Mannschaft zum WFV-Pokalsieg und damit in den DFB-Pokal zu schießen“, ergänzte der 24-jährige Stürmer.

Kraft wollte sich zu den einzelnen Spielern nicht äußern – er erklärte vor dem Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig lediglich: „Wir haben jetzt die 20 Feldspieler, von denen wir glauben, dass sie die beste Mannschaft ergeben.“ Die Oberligaelf der Blauen spielt bereits heute (18.30 Uhr) daheim gegen den ASV Durlach. Wer von den aussortierten Spielern zum Einsatz kommt, entscheidet Trainer Björn Hinck kurzfristig.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur fleißigen Spieler-Aussortiererei der Kickers

Ohne Landeka, Parmak, Schürg

Kickers reduzieren den Kader
STUTTGART (ump). Wenn die Mannschaft des stark abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers heute nach zwei freien Tagen wieder ins Training einsteigt, dann wird der Trainer Rainer Kraft seine Ankündigung wahrmachen und bis zum Saisonfinale auf drei Spieler verzichten. „Die Spieler sind informiert“, sagt Kraft nur.

Große Überraschungen wird es bei den Streichkandidaten allerdings nicht geben, nachdem Josip Landeka zuletzt schon aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden war. Daneben dürfte es nun noch Mustafa Parmak und Michael Schürg treffen, die beide bereits die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Dresden nicht mitgemacht haben und nun ebenfalls für die zweite Mannschaft freigestellt werden sollen.

Die bestreitet bereits morgen ein Nachholspiel gegen Durlach und steht zudem im Viertelfinale des WFV-Pokals, in dem sie am 6. Mai auf den Regionalligisten 1. FC Heidenheim trifft. Schon in den vergangenen Wochen hat die zweite Mannschaft auf Spieler von oben zurückgegriffen, zum Beispiel Sokol Kacani, Marcel Rapp oder Simon Köpf. Im Gegenzug sind die Verantwortlichen mit den bisherigen Oberligaspielern Marcel Ivanusa und Mijo Tunjic in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung für die neue Saison.

Stuttgarter Zeitung

Kickers sortieren aus
Parmak, Schürg und Kacani

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers plant für die restlichen fünf Saisonspiele nur noch mit 20 Feldspielern und zwei Torhütern. Unter anderem spielen für Trainer Rainer Kraft künftig Mittelfeldspieler Mustafa Parmak sowie die Stürmer Michael Schürg und Sokol Kacani keine Rolle mehr. Ohne auf einzelne Namen einzugehen, begründete Kraft die Maßnahme wie folgt: „Wir müssen näher zusammenrücken und das Training effektiver gestalten.“

Präsident Dirk Eichelbaum mischte sich in die Entscheidung nicht ein: „Das ist Sache des Trainergespanns, das sich mit Manager Joachim Cast abgestimmt hat.“ Den aussortierten Spielern ist es freigestellt, sich im Training der zweiten Mannschaft fitzuhalten und möglicherweise auch dort zu spielen.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers (1:2)

Kraft mistet den Kickers-Kader aus
Der Trainer arbeitet bis Saisonende nur noch mit 20 Spielern

STUTTGART. Die Rechnung des Trainers Rainer Kraft ist beim 2:1-Sieg der Stuttgarter Kickers in Dresden aufgegangen. Ob die Rechnung des Tabellenletzten der dritten Liga am Ende auch aufgeht, ist eine andere Frage. „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel“, sagt Kraft.

Von Joachim Klumpp

Der Kreis hat sich bei den Stuttgarter Kickers am Samstag schon vor dem Anpfiff geschlossen. Auf dem Spielfeld. Normalerweise wird dieses Ritual in der Kabine zelebriert, „doch diesmal wollten wir ganz offen demonstrieren, dass wir noch eine Mannschaft sind“, sagt der Kickers-Trainer Rainer Kraft zu der kleinen Programmänderung. Inwieweit diese zum 2:1-Sieg bei Dynamo Dresden beigetragen hat, ist zwar hypothetisch, doch insgesamt haben die Maßnahmen gefruchtet.

Zum einen ließ Kraft den „für unser Spiel“ nicht fitten Mustafa Parmak zu Hause, und auch Michael Schürg bekam „eine Denkpause“. Zum anderen erzielte ausgerechnet der für den Stürmer nachgerückte und in Dresden eingewechselte Mijo Tunjic drei Minuten vor Schluss den Siegtreffer. Alles richtig gemacht? „In diesem Fall stimmt das“, sagt Kraft, „aber da gehört auch etwas Glück dazu. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir Tucci oder Tunjic bringen sollen.“

Immerhin hat die Mannschaft vor 13 250 Fans in Dresden gezeigt, dass sie in der dritten Fußballliga mithalten kann, wenn sie zusammenarbeitet. Umso schwerer wiegen da die Punktverluste in den zwei Heimspielen gegen die Abstiegskonkurrenten Regensburg und Wuppertal. Doch nachkarten bringt nichts, „wir schauen nur von Spiel zu Spiel“, sagt Kraft. Vielleicht kann mit dieser Einstellung der Druck vom Team genommen werden, das mindestens vier der fünf Spiele gewinnen muss, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenverbleib zu haben.

Rainer Kraft ist in Dresden seinem Motto treu geblieben, das da lautet: „Bei mir spielt die beste Mannschaft und es spielen nicht die besten Spieler – wenn die dann dazugehören, umso besser.“ Das könnte in der Schlussphase der Saison noch die eine oder andere Überraschung bereiten. Gestern und heute ist trainingsfrei, doch morgen wird laut Kraft endgültig ein Schnitt gemacht: „Wir trainieren bis zum Saisonende nur noch mit 20 Spielern.“ Das soll ein gezielteres Arbeiten möglich machen und die Zahl der unzufriedenen Spieler möglichst gering halten. Nachdem bereits Josip Landeka aus disziplinarischen Gründen bei der zweiten Mannschaft gelandet ist, droht dieses Los nun auch Parmak und Schürg. „Das werden wir noch mal intern besprechen, bevor wir Wasserstandsmeldungen abgeben“, so Kraft.

Genauso will es der Präsident Dirk Eichelbaum halten, was die Personalien Trainer und/oder Manager angeht. Auch die Frage, ob die Trennung von Edgar Schmitt nicht zu spät gekommen sei, hält er für überflüssig. „Wir hatten unsere Gründe, aber hinterher ist man manchmal schlauer.“ An den Planungen hat der Sieg in Dresden – in Anbetracht von sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz – nichts geändert.

Die Planung der vierten Liga hat Priorität vor der dritten, und den Etat aufzustellen „wird schwer genug“. Einige Sponsoren haben verlängert, andere gekündigt. „Wir müssen nachbessern“, sagt Eichelbaum. Zunächst einmal wird das Gespräch mit dem Hauptsponsor gesucht: „Wenn der ein Bekenntnis zum Verein abgibt, wäre das auch ein Signal an die anderen Sponsoren.“ Schließlich soll sich auch da der Kreis schließen.

Dresden: Keller – Hübener, Oppitz, Palionis – Pfeffer (81. Kügler), Truckenbrod, Wagefeld, Nikol – Savran (70. Müller), Dobry, Bröker.

Stuttgart: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner (46. Härter) – Traut, Rosen, Gambo (80. Ortlieb), Ivanusa – Smeekes, Galm (67. Tunjic).

Schiedsrichter: Schumacher (Oberhausen).

Tore: 1:0 Savran (25.), 1:1 Galm (30.), 1:2 Tunjic (87.).

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers lassen sich nicht hängen
2:1 in Dresden als positives Signal für Sponsoren und Fans – doch Sieg verbessert fast aussichtslose Lage der Blauen nur unwesentlich

Statt acht Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sind es nur noch sieben. Doch Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 2:1 in Dresden nur noch fünf Spiele zur Aufholjagd.

Von Jürgen Frey

DRESDEN/STUTTGART. Viele Kickers-Höhepunkte gibt es in dieser Saison nicht zu bestaunen. Einer davon war der Siegtreffer bei Dynamo Dresden durch den 21-jährigen Mijo Tunjic. Das Dumme daran für Dirk Eichelbaum: Als der eingewechselte Holländer mit viel Durchsetzungvermögen, Willen und Zielstrebigkeit drei Minuten vor Schluss sein Solo übers halbe Spielfeld kaltschnäuzig abgeschlossen hatte, war der Kickers-Präsident schon nicht mehr im Stadion. Er musste früher weg – da kein anderer Rückflug mehr zu bekommen war. Eichelbaum trug es mit Fassung: „Viel wichtiger war, dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie lebt.“ Sie ließ sich nicht hängen – und deshalb freute sich auch Präsidiumsmitglied Dieter Wahl: „Dieser Sieg ist ein letzter Hoffnungsfunke und war Gold wert.“

Weniger weil deshalb die Minimalchance auf den Ligaverbleib groß gestiegen wäre, sondern weil die Mannschaft zeigte, dass sie wenigstens einen Funken Charakter besitzt. „Natürlich wollen Sponsoren im Hinblick auf die neue Saison in erster Linie ein schlüssiges Konzept sehen, doch dieser Erfolg hilft uns in der Endphase der Saison weiter“, erklärte Wahl. Die restlichen drei Heimspiele werden durch den dreifachen Punktgewinn nun nicht zwangsläufig zu Geisterspielen. Auch wenn Wahls Prognose („Gegen Eintracht Braunschweig rechne ich mit 5000 Zuschauern, gegen den VfR Aalen mit noch mehr“) sehr kühn erscheint.

Der neue Cheftrainer beschäftigt sich mit solchen Dingen nicht. Für Rainer Kraft zählt nur das Hier und Jetzt: „Mannschaft und Trainerteam wollen in jedem Spiel zeigen, was wir können“, sagt er. In Dresden ist das gelungen. Dass seine Chancen mit solchen Siegen nicht kleiner werden, in der neuen Runde Trainer zu bleiben, ist klar. Doch eine Jobgarantie gibt Eichelbaum nicht: „Wir würden selbst bei einem Happy End nicht noch mal, vom Wunder geblendet, alles beim Alten lassen.“ Jeder kommt auf den Prüfstand. Das hielt Kraft nicht davon ab, gestern A-Junioren und Oberligaelf unter die Lupe zu nehmen. „Wir Trainer tun so, als ob es mit uns weiterginge“, sagt Kraft.

Schaden dürfte das den Kickers nicht.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers senden Lebenszeichen
Das Drittliga-Schlusslicht gewinnt in Dresden mit 2:1

Dresden (bw) – Die Stuttgarter Kickers haben sich noch nicht aufgegeben. Das Schlusslicht der dritten Fußball-Liga beendete mit dem glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg bei Dynamo Dresden seine Durststrecke und wahrte damit die theoretische Chance auf den Klassenverbleib.

Mit ihrem sechsten Saisonsieg haben die Kickers in der Tabelle zumindest etwas den Rückstand verkürzt. Fünf Spieltage vor Schluss trennen sie aber immerhin noch sieben Punkte vom rettenden Ufer. „Wir liegen nach wie vor im Koma und sind in akuter Lebensgefahr“, hielt Trainer Rainer Kraft den Ball flach. „Es hat sich an unserer Situation überhaupt nichts geändert, außer, dass wir jetzt drei Punkte mehr haben“, betonte der Coach.Mann des Tages bei den Kickers war Mijo Tunjic. Der U-23-Spieler erzielte bei seinem zweiten Einsatz für die Profis drei Minuten vor dem Abpfiff nach einem entschlossenen Antritt den umjubelten Siegtreffer. Der Stürmer war in der 67. Minute für Danny Galm eingewechselt worden, der nach Zuspiel von Orlando Smeekes für den 1:1-Ausgleich gesorgt hatte (30.). Halil Savran war vor 13 253 Zuschauern der Schütze des Führungstors (25.). „Wir wollten unser Spiel durchziehen, egal, wie es steht. Das hat die Mannschaft hervorragend umgesetzt“, lobte Kraft. Seine Strategie, auf Durchhalteparolen zu verzichten, hatte neue Kräfte freigesetzt, die es sogar möglich machten, auf fremdem Platz ein Spiel zu drehen. „Das Team hat mit Sicherheit Selbstvertrauen getankt“, sagte der Coach, warnte aber zugleich: „Es braucht niemand den Kopf rauszuheben. Wir müssen den Sieg schnell abhaken.“ Nach zwei freien Tagen gilt ab morgen die volle Konzentration der Partie am Samstag gegen Eintracht Braunschweig. Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner (46. Härter) – Traut, Rosen, Gambo (80. Ortlieb), Ivanusa – Galm (67. Tunjic), Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Dresden kann seine Chancen nicht nutzen
Tunjic schlägt spät zu

Die Partie zwischen Dynamo Dresden und dem Tabellenschlusslicht aus Stuttgart begann schnell und chancenreich. Vor allem in der ersten Hälfte lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Der 1:1-Halbzeitstand spiegelte den Spielverlauf durchaus wieder. Nach der Halbzeit waren die Gastgeber um mehr bemüht, den entscheidenden Treffer makierten aber die Schwaben.

Die Heimmannschaft startete im Vergleich zum 2:1 in Paderborn mit einer Veränderung in die Partie. Pfeffer rückte für Kegel in die Startaufstellung. Kickers-Trainer Rainer Kraft veränderte seine Startaufstellung nach dem 0:1 gegen Wuppertal am letzten Wochenende auf zwei Positionen. Rosen spielte für Parmak und der 20-jährige Gentner kam aus der zweiten Mannschaft für Ortlieb in die Abwehr.

Den Gästen war von Beginn an Entschlossenheit anzumerken, auch wenn die Heimmannschaft zunächst die besseren Chancen hatte. Dobry setzte sich nach 21 Minuten auf der linken Seite durch, sein Heber ging aber knapp übers Tor. Savran hatte vier Minuten später mehr Glück. Bröker schlug eine Flanke von der rechten Seite, der 23-jährige Savran war da und netzte zur 1:0-Führung für Dresden ein. Doch die Kickers steckten nicht auf: In der 30. Minute gelang Galm nach Zuspiel von Smeekes der 1:1-Augleich.

Die Sachsen überwanden ihrerseits den Schock ebenfalls recht schnell. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Dynamo die besseren Torraumszenen hatte. Mehr und mehr kam Dresden mit Bröker über die rechte Seite. Truckenbrod traf in der 41. Minute den Ball nicht richtig und vergab die beste Chance der Gastgeber nach dem Ausgleich.

Nach der Halbzeitpause nagelten die Dresdener die Kraft-Schützlinge in deren Hälfte fest, spielten sich aber selbst kaum noch Chancen heraus. Der entscheidende Pass wollte den Hausherren nicht gelingen. So versuchten sie es aus der Distanz, was aber, wie im Fall von Wagefeld (72.), auch nicht zum gewünschten Ergebnis führte.

Die Kickers schienen mit dem Unentschieden zufrieden und beschränkten sich darauf, dass Dresdener Spiel zu zermürben. Der 2:1-Siegtreffer der Gäste in der 86. Spielminute fiel dem zu Folge aus dem Nichts. Tunjic traf aus spitzem Winkel. Ein alles in allem glücklicher Sieg für die Kickers, die sich somit zumindest eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt wahren.

Dresden gastiert am nächsten Samstag bei der Fortuna in Düsseldorf. Die Stuttgarter Kickers empfangen zeitgleich die Eintracht aus Braunschweig.

Kicker

Dynamos schmerzhafte Landung
Von Sven Geisler
Die Dresdner verlieren auch zu Hause gegen Schlusslicht Stuttgarter Kickers mit 1:2.

Von einer Blamage wollte niemand reden. „Wenn man acht Chancen kreiert, hat man guten Fußball gespielt“, meinte Trainer Ruud Kaiser sogar. Trotzdem kassierte Dynamo Dresden gegen die Stuttgarter Kickers eine unnötige wie peinliche 1:2-Schlappe – und damit bereits die zweite Niederlage gegen das Schlusslicht der 3.Fußball-Liga.

Aufbaugegner Dynamo! „Die mögen uns auf jeden Fall“, sagte Thomas Bröker mit bissigem Unterton. Der flinke Außenstürmer hatte mit seiner Eingabe auf Halil Savran das Führungstor in der 25.Minute vorbereitet. Damit sah sich Kaiser bestätigt. „Unsere Planung war okay, schließlich haben wir 1:0 geführt“, erklärte der Trainer ungefragt seine taktische Formation.

Mit vier Angreifern und zwei Dreierketten dahinter hatte der Niederländer mal wieder eine überraschende Variante aufgestellt. Ausschlaggebend für die Niederlage war das System nur bedingt. Mit den Freiräumen im Mittelfeld konnten die harmlosen und verunsicherten Gäste jedenfalls kaum etwas anfangen. Doch den Gelb-Schwarzen mangelte es an Konsequenz im Abschluss und Konzentration in der Defensive.

So viele gute Chancen, wie Kaiser gezählt haben will, hatten die 13253 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Halbrund zwar nicht zu sehen bekommen, aber für einen Sieg hätten sie allemal reichen müssen. Vor dem Führungstreffer vergab Pavel Dobry nach klasse Zuspiel des agilen Sascha Pfeffer, indem er den Ball übers Dreiangel schlenzte, anstatt in die Mitte auf Jens Truckenbrod abzulegen (20.). Später scheiterte Savran mit einem eleganten Versuch. Sein Heber über Kickers-Keeper Manuel Salz ging am Tor vorbei (34.). „Da wollte einer den Maradona mimen“, ließ Kaiser zumindest Kritik anklingen.

Nach dem Seitenwechsel spielte sich Dynamo keine klaren Möglichkeiten mehr heraus, und die Fernschüsse (Maik Wagefeld, Gerrit Müller) konnten Salz nicht schrecken. „In der zweiten Halbzeit haben wir komplett den Faden verloren und nicht mehr gespielt, sondern nur noch lange Bälle geschlagen“, analysierte Thomas Hübener.

Die Schuldfrage ist mit der mangelnden Effektivität in der Offensive ohnehin nur zum Teil geklärt. „Natürlich müssen wir das 2:0 nachlegen“, meint Savran, und der Torschütze ergänzt: „Wir dürfen aber auch nicht so dumme Gegentreffer kassieren.“

Fehlerketten in der Defensive

Drei ordentliche Angriffe reichten den Stuttgartern, wobei ihnen die Dresdner den Weg frei machten. „Beim 1:1 hatten wir die Zentrale im Mittelfeld nicht besetzt“, analysierte Kaiser. Plötzlich stürmten vier Kickers auf drei Dynamos zu. Orlando Smeekes spielte auf Danny Galm, der die Kugel am herausstürzenden Axel Keller vorbei schob. „Das geht an der Mittellinie los, wo wir einen Rückpass spielen“, monierte der Torwart: „Ich schlage den Ball raus, wir können ihn nicht sichern und stehen ungestaffelt.“

Eine weitere Fehlerkette ging dem 1:2 in der 86.Minute voraus. „Das Tor fällt nach einem Einwurf, unglaublich!“, schimpfte Kaiser: „Unser Umschalten auf Defensive war ganz schlecht.“ Hübener räumte seine Mitschuld ohne Zögern ein. „Ich mache einen Pressschlag, statt den Ball direkt ins Aus zu klären“, sagte der 26-Jährige. Nach ihm versäumen es aber auch Truckenbrod und Volker Oppitz, den eingewechselten Mijo Tunjic energisch zu attackieren. Der trifft aus spitzem Winkel. Keller kommt zwar an den Ball. „Ich schaffe es aber leider nicht, ihn wegzudrücken“, erklärt der 31-Jährige.

Nach der Jubelstimmung in den vergangenen Wochen sind die Dresdner hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. „Wir dürfen den Blick für die Realität nicht verlieren“, mahnt Keller und meint den Abstiegskampf. „Von der Mannschaft hat noch keiner gesagt, dass wir durch sind“, unterstreicht Kapitän Wagefeld. Bevor bei Dynamo schon Hochrechnungen angestellt werden können, wie viele Punkte möglich gewesen wären, müssen erst einmal noch drei Zähler für den sicheren Klassenerhalt geholt werden.

Sächsische Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers II – VfL Kirchheim/Teck (0:0)

0:0 – Teilerfolg auf der Waldau setzt Kirchheimer Märchen fort

Revanche für Pokalpleite gegen die Stuttgarter Kickers II geglückt – Gelb-Rote Karte für Philipp Schraivogel

Der „Wahnsinn“ des VfL Kirchheim fand – wenn auch nur partiell – seine Fortsetzung auf der Waldau. Die Oberliga-Kicker aus der Teckstadt erkämpften sich gestern vor rund 150 Zuschauern im Schatten des Fernsehturms ein verdientes 0:0 gegen die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers.

HELGE WAIDER

Stuttgart. 0:4 – die unlängst bezogene Kirchheimer Klatsche im WFV-Pokalwettbewerb war wohl jedem Akteur noch präsent, als Schiedsrichter David Gonzalez gestern um 15.48 Uhr die Partie beendete. Dieses Mal hatte die Baumann-Truppe (fast) alles richtig gemacht und verbuchte einen Teilerfolg, der das Kirchheimer Märchen von der wundersamen Rettung des einstigen Abstiegskandidaten weiter an Form gewinnen ließ.

Dementsprechend erhellten sich auch die Gesichter der VfL-Kicker nach dem Abpfiff einer Partie, in der sie über weite Strecken des Spiels ein mindestens ebenbürtiger Gegner waren. Kickers-Coach Björn Hinck suchte hinterher nach Erklärungen: „Die englischen Wochen haben meine Jungs müde im Kopf gemacht. Wir hatten zwar Chancen, die letzte Konsequenz fehlte aber schließlich.“ Eine feine Kerbe, die Hinck da geschlagen hatte und in die VfL-Coach Rolf Baumann nur zu gerne mit einschlug: „Wir haben ähnlich konzentriert gespielt wie am letzten Mittwoch, hatten oftmals die besseren, zielstrebigeren Aktionen. Lediglich vor dem Tor der Kickers ging das Rezept dann nicht ganz auf.“

Im Klartext: Bei beiden Teams blieben die Sturmreihen trotz guter Chancen hinter den Erwartungen zurück. Sowohl die jeweils in der Spitze agierenden Tunjic-Brüder (Mijo auf Kickers-Seite, Antonio auf VfL-Seite) als auch ihre jeweiligen Offensivpartner Sokol Kacani (Kickers) und Maximilian Laible (VfL) waren zwar bemüht, schafften es aber nicht, das sprichwörtliche „Runde“ in das „Eckige“ zu verfrachten. Tormöglichkeiten sowohl für die Stürmer als auch die Mitspieler gab’s von Beginn an. Die Einheimischen verschafften sich in der Anfangsphase mit viel Druck ein leichtes optisches Übergewicht. Maikel Boric schoss knapp übers VfL-Tor (10.), Simon Köpf nach einer der seltenen Uneinigkeiten in der Kirchheimer Verteidigung knapp daneben (11.) und Michele Rizzi scheiterte am gut parierenden VfL-Goalie Michael Stowers (13.).

Nach einer Viertelstunde „Hurra-Fußball“ der Stuttgarter Kickers machte der VfL fortan die Räume enger, agierte statt zu reagieren und kam prompt zu ersten Chancen. Mannschaftskapitän Christopher Eisenhardt suchte mit einem feinen 40-Meter-Diagonalpass Tunjic, der per Kopf auf Emrah Polat weiterleitete. Dessen Schuss aus zwölf Metern strich knapp übers Kickers-Gehäuse (16.). Kurz vor Halbzeit der nun ausgeglichenen Partie fand Maximilian Laible – nach seiner Verletzung erstmals wieder im Einsatz – mit einer Flanke in Tunjic einen dankbaren Abnehmer. Der VfL-Goalgetter drosch das Leder jedoch frei vor Kickers-Keeper Luis Rodrigues über die Latte (41.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später bediente nun umgekehrt Tunjic Laible, doch auch der Schlenzer des Ex-Heidenheimers rollte knapp am langen Toreck vorbei.

Nach dem Seitenwechsel spielte Armin Ohran für den angeschlagenen Oliver Otto und Nebih Kadrija für den ausgepumpten Laible. Das Spielgeschehen verlagerte sich zusehends ins Mittelfeld. Beide Abwehrreihen standen gut – auf Kirchheimer Seite zusammengehalten von Nico Kauffmann, der in der Innenverteidigung eine Top-Leistung ablieferte. Selim Altinsoy hatte eine der wenigen Tormöglichkeiten, scheiterte jedoch an Kickers-Torspieler Rodrigues (47.). Vier Minuten später war es erneut Tunjic, der – von Hans-Alex Thies bedient – frei stehend über das Tor zielte.

Für kurze Aufregung sorgte Innenverteidiger Philipp Schraivogel, der – bereits gelb-belastet – seinen Gegenspieler im Mittelfeld attackierte und dafür die Ampelkarte sah. Coach Baumann reagierte, beorderte den bis dahin im Mittelfeld lenkenden Ferdi Er in die Innenverteidigung zurück und hatte somit das potenzielle Loch schnell gestopft. In der Folgezeit sollte sich dies jedoch auf den Offensivdrang der Kirchheimer negativ auswirken. Folge: Die Kickers kamen noch einmal auf, ohne sich jedoch zwingende Torchancen erarbeiten zu können.

Unterm Strich blieb ein Remis, das sich beide Teams redlich verdient hatten – auf Kirchheimer Seite freilich in erster Linie durch eine konzentrierte und fehlerarme Abwehrleistung. Angesichts der Ergebnisse der in der Tabelle hinter den Kirchheimern platzierten Teams darf das Remis getrost als gewonnener Punkt bezeichnet werden.

SV Stuttgarter Kickers II: Rodrigues – Köpf, Oliveira, Kärcher, Landeka – Petruso, Jung (62. Kovac), Rizzi, Boric – Kacani, Tunjic (58. Gümüssu).

VfL Kirchheim: Stowers – Thies, Schraivogel, Kauffmann, Eisenhardt (76. Söylemezgiller) – Polat, Er, Otto (46. Ohran), Altinsoy – Laible (53. Kadrija), Tunjic.

Tore: Fehlanzeige.

Gelbe Karten: Eisenhardt, Schraivogel.

Gelb-Rote Karte: Schraivogel (VfL/62./wiederholtes Foulspiel).

Zuschauer: 150.

Schiedsrichter: David Gonzalez (Wiesental) leitete die faire Partie souverän.

Teckbote

Keine Tore gab es beim gestrigen Derby zwischen den Stuttgarter Kickers II und dem VfL Kirchheim. Die Partie war jedoch alles andere als langweilig. „Es war durchaus ein spannendes Spiel“, sagte der Kirchheimer Trainer Rolf Baumann, dessen Mannschaft vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte recht aktiv war. Nachdem der Kirchheimer Abwehrspieler Philipp Schraivogel Gelb-Rot gesehen hatte, zogen sich die Gäste aber mehr zurück. Bei den überlegenen Kickers fehlte laut ihrem Trainer Björn Hinck die letzte Konsequenz: „Meine Spieler haben einen etwas müden Eindruck gemacht.“

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte II: Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers

Kickers lassen Parmak und Schürg daheim

STUTTGART (jüf). Als die Stuttgarter Kickers am Freitag in den Bus zum Drittliga-spiel bei Dynamo Dresden (Samstag, 14 Uhr) stiegen, war Mittelfeldspieler Mustafa Parmak nicht an Bord. „Er ist körperlich nicht in dem Zustand, wie es sein sollte“, sagte Trainer Rainer Kraft. Parmaks Berater Michael Hoftstetter nennt einen anderen Grund: „Dem Coach passte es nicht, dass sich Parmak nach seiner Auswechslung gegen Wuppertal auf der Tribüne aufgehalten hatte.“ Klar ist: Am Saisonende werden sich die Wege von Parmak und den Kickers wieder trennen. An diesem Sonntag (14 Uhr) spielt der 26-Jährige in der Oberligaelf gegen den VfL Kirchheim. Ebenfalls in Dresden nicht im Kader sind der kranke Moritz Steinle und Michael Schürg – der Stürmer erhält laut Kraft „eine Denkpause“. Für Schürg steht Mijo Tunjic im Kader.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers an diesem Samstag (14 Uhr) zu Gast bei Dynamo Dresden

Das Fünkchen Hoffnung soll weiter glimmen
Die dritte Fußball-Liga geht in ihre Endphase. Sechs Spieltage vor dem Saisonende spielt der Tabellenletzte Stuttgarter Kickers an diesem Samstag bei Dynamo Dresden. Spielbeginn im Rudolf-Harbig-Stadion ist um 14 Uhr. „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt“, sagt der Kickers-Chefcoach Rainer Kraft. Dennoch soll auch gegen den Tabellenzwölften um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden: Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Kraft.

Nach bisher zwei Spielen ohne Sieg unter dem Trainer Rainer Kraft sagt der: „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt.” Dennoch soll um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden. „Schließlich geht es darum, dass jeder bereit ist, alles zu geben.“ Für den Verein, für die Mannschaft – und nicht zuletzt für sich selbst. Mit einem Erfolg in Dresden würde das Fünkchen Hoffnung auf den Klassenverbleib weiter am Glimmen bleiben. Sechs Spieltage vor Schluss trennen acht Zähler den Tabellenletzten aus Degerloch vom rettenden Ufer.

Mit welchem Personal Kraft am Samstag in Dresden beginnen will, dazu gab sich der Trainer noch bedeckt. Klar ist aber, dass „alle Akteure unseres Kaders die Chance haben, sich in den restlichen Partien zu empfehlen“. Fehlen werden im Gastspiel bei den Sachsen außer den Langzeitverletzten Sasa Janic, Jörn Schmiedel und Gino Russo auch die Rekonvaleszenten Ralf Kettemann und Dirk Prediger. Das gleiche gilt auch für den Mittelfeldmann Josip Landeka, der in der zweiten Kickers-Mannschaft in deren Oberliga-Heimspiel gegen den VfL Kirchheim am Sonntag (14 Uhr) eingesetzt wird.

Beim Kontrahenten Dynamo Dresden, der zuletzt in sechs Spielen fünf Siege geholt hat und sich auf den zwölften Tabellenrang verbesserte, stehen dem Übungsleiter Ruud Kaiser alle Kandidaten seiner Mannschafskaders zur Verfügung. Weitere Personalien: Am Donnerstag haben der Dynamo-Kapitän Maik Wagefeld und Leistungsträger Thomas Hübener ihre Verträge bei Dynamo Dresden verlängert. Der Spielführer hofft, dass davon auch ein Signal an andere Spieler geht. Wagefeld unterschrieb für weitere drei Jahre und Hübener wird mindestens zwei Jahre bei Dynamo bleiben. Hübener: „Wir Spieler brauchen auch Planungssicherheit und der Verein auch.“

Für besondere Motivation bei den Dresdenern dürfte bestimmt das Hinspiel sorgen. Im 14. Anlauf hatten die Kickers seinerzeit ihren ersten Saisonsieg geholt, der Treffer von Sascha Traut sowie ein Eigentor des Dynamo-Spielers Jens Grembowietz sicherten den 2:1-Erfolg der Blauen.

Offizielle Homepage

Vorberichte Stuttgarter Kickers II – VfL Kirchheim

Geht der Wahnsinn weiter?

VfL will Höhenflug in der Oberliga bei den Stuttgarter Kickers II fortsetzen

Zweiter gegen Vierter – so würde das morgige Oberligaduell zwischen dem VfL und den Kickers lauten, zöge man nur die Rückrundentabelle zurate. So aber ist es für Kirchheims Oberliga-Fußballer „nur“ ein weiteres wichtiges Spiel auf dem Weg Richtung Klassenerhalt. Dieser hat durch den 2:1-Coup über Hoffenheim am Mittwoch konkretere Formen angenommen.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Wenn morgen um 14 Uhr unter dem Stuttgarter Fernsehturm der Anpfiff zum Oberligaderby zwischen der Kickers-Reserve und dem VfL fällt, treffen zwei der besten Rückrundenteams aufeinander. Während die Degerlocher mit 17 Punkten aus neun Spielen seit der Winterpause Vierter sind, belegt der VfL in dieser inoffiziellen Wertung gar den zweiten Platz: 18 Zähler ergatterte die Baumann-Elf in ebenfalls neun Spielen – der VfL 2009: Wahnsinn im positiven Sinne. Nur der designierte Meister aus Großaspach, der nach dem Kirchheimer 2:1-Coup über Verfolger Hoffenheim sieben Punkte Vorsprung auf die Badener hat, war mit 23 Zählern besser seit der Winterpause.

Die VfL-Saison scheint nach total verkorkstem Start (nur ein Punkt aus den ersten neun Partien) also doch noch auf ein Happy End zuzusteuern. „Jeder arbeitet für den anderen, wir sind ein richtiges Team geworden“, versucht Kapitän Christopher Eisenhardt die Kirchheimer Metamorphose vom Kellerkind zum Mittelfeldanwärter zu erklären. Sein Coach leistet Schützenhilfe: „Unsere Stärke ist, dass sich die Mannschaft immer weiter entwickelt. Dazu kommen noch Glück und Cleverness“, so Rolf Baumann, der trotz der jüngsten Erfolgsserie von sechs Heimspielsiegen in sieben Spielen auf dem Teppich bleibt. „Wir wissen, wo wir herkommen: von ganz unten.“

Um dort nicht mehr zu landen, müssen aus den verbleibenden acht Saisonspielen noch möglichst viele Punkte her – am besten schon morgen bei den Kickers. Diese haben sich beim 0:0 am vergangenen Mittwoch beim Tabellenletzten Offenburg zwar nicht gerade mit Ruhm bekleckert, dürften mit ihren 39 Punkten auf Rang neun liegend jedoch kaum noch in den Abstiegsstrudel geraten. Sorgen bereitet den Verantwortlichen auf der Waldau momentan viel mehr die sportliche und finanzielle Entwicklung des eigenen Drittligateams, das bereits mit dem bösen Wort „Insolvenz“ in Verbindung gebracht wird. Ein monetärer K.o. hätte natürlich auch Auswirkungen auf die zweite Mannschaft.

Ob sich der VfL die Verunsicherung der Degerlocher zunutze machen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Kirchheimer noch zwei offene Rechnungen mit dem Nachbarn haben: In Liga und Pokal watschten die Kickers den VfL jeweils mit 4:0 ab – das schmerzt noch immer, wie auch der Kapitän zugibt. „Ein drittes Mal schlagen die uns diese Saison nicht“, glaubt Christopher Eisenhardt, der morgen aller Voraussicht nach die gewohnten Kollegen in der Vierer-Abwehrkette neben sich begrüßen kann. Ferdi Er dürfte nach seinem Ausflug ins defensive Mittelfeld gegen Hoffenheim wieder in die Innenverteidigung zurückkehren.

Dafür erhält Antonio Tunjic im Angriff wieder einen Partner – anders sind die Worte von Rolf Baumann nach dem Hoffenheim-Spiel nicht zu interpretieren. „Gegen die Kickers werden wir sicher anders beginnen“, antwortete er auf die obligatorische Taktikfrage für den Degerloch-Trip, der für zahlreiche VfL-Cracks die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte bedeutet. Michael Stowers, Christopher Eisenhardt, Ferdi Er, Emrah Polat, Hans-Alex Thies, Sabri Gürol, Selim Altinsoy – alle haben entweder in der Jugend oder bei den Aktiven schon das Trikot mit dem blauen „K“ auf der Brust getragen. Ebenso Kagan Söylemezgiller, dessen Blick offenbar schon über den Kirchheimer Tellerrand hinausgeht: Nach Ostern hat der 21-Jährige ein Probetraining bei den Amateuren von Bayer Leverkusen, die von Ex-Nationalstürmer Ulf Kirsten betreut werden, absolviert. Söylemezgillers Vertrag in Kirchheim läuft noch bis Saisonende, ein Wechsel zum nordrhein-westfälischen Regionalligisten wäre also möglich.

Der Randgeschichten nicht genug: Im Schatten des Fernsehturms kommt es morgen zu einem weiteren Duell der Tunjic-Brüder Antonio (24) und Mijo (21). Der Jüngere liegt in der familieninternen Torjägerwertung mit zwölf Treffern klar vorne. Immerhin konnte Antonio (sechs) am Mittwoch per Doppelpack etwas aufschließen.