Vorberichte Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching

Kickers erwarten Unterhaching

Smeekes spielt
STUTTGART (StZ). Dass den Stuttgarter Kickers heute (19 Uhr) im Nachholspiel gegen die SpVgg Unterhaching Sascha Traut wegen der fünften Gelben Karte fehlt, ist für den Trainer Edgar Schmitt kein Beinbruch. „Angesichts der bevorstehenden englischen Wochen wird es sowieso die eine oder andere Rotation geben“, sagt der Trainer des Fußball-Drittligisten. Gerade Traut hätte wegen des Trainingsrückstandes kaum alle drei Partien in dieser Woche durchspielen können.

An seinem System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und einem offensiven (Bashiru Gambo) sowie drei Stürmern will Schmitt aber festhalten. So ist davon auszugehen, dass die zuletzt gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes wieder in die Startformation rücken. Offen ist die Position des Mittelstürmers. Es bieten sich Sokol Kacani, Marco Tucci und Danny Galm an.

Der Gegner aus Unterhaching muss seine Aufstiegsambitionen nach zuletzt zwei Niederlagen fast schon abschreiben, weshalb der Wintereinkauf Francisco Copado nach dem Spiel in Sandhausen gesagt hat: „Wir haben gespielt wie Mädchen.“ Daraufhin konterte der Kickers-Manager Joachim Cast: „Das können sie gerne noch einmal machen.“

Stuttgarter Zeitung

Der ewige Azubi mit dem Torriecher
Kickers-Stürmer Tucci: Unauffällig, aber effektiv

Stuttgart – Ohne seinen Torriecher hätten die Stuttgarter Kickers den Sprung in die dritte Liga nicht geschafft. Nun möchte Marco Tucci erneut zur Aufholjagd der Blauen beitragen – auch heute (19 Uhr) im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching.

VON JÜRGEN FREY

In dieser Jubelpose steckte unheimlich viel Genugtuung. Marco Tucci saß mit ausgestreckten Beinen auf dem Rasen des Erzgebirgsstadions und riss die Arme weit nach oben. Er strahlte und blickte sich um nach seinen Mitspielern. Dann kamen sie aus allen Richtungen auf ihn zugestürmt, um ihm zu gratulieren. Soeben hatte er nach einem Konter das 2:0 der Blauen in Aue erzielt. Es war sein erster Saisontreffer. Und damit machte der 23-Jährige den ersten Auswärtssieg der Kickers perfekt. „Er hat bewiesen, dass er einen sehr guten Torinstinkt hat“, lobte ihn Trainer Edgar Schmitt.

Nach der Pause hatte der Kickers-Coach den quirligen Joker für Sokol Kacani gebracht. Chance bekommen – Chance genutzt. Doch deshalb steht noch lange nicht fest, dass Tucci am heutigen Mittwoch gegen Unterhaching von Beginn an zum Einsatz kommen wird. „Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich noch nicht“, sagte Schmitt gestern, der eine andere Personalie dagegen entschieden hat: Der ehemalige Kapitän Jens Härter wird heute nicht im Kader stehen. „Er kann sich aber wieder zurückkämpfen“, erklärte Schmitt.

Härter gehört zu ruhigen Vertretern seiner Zunft. Genauso wie Tucci. Endlich seinen ersten Einsatz von Beginn an in dieser Saison zu fordern, käme dem zurückhaltenden Halbitaliener (die Mutter ist Deutsche, der Vater kommt aus Apulien) nicht in den Sinn. Brav sagt Tucci : „Das muss der Trainer entscheiden.“

Der kennt die Qualitäten des 1,78 Meter großen Angreifers. Es gibt zwar auffälligere Stürmer. Stürmer, die im Spiel viel mehr Ballkontakte haben, die immer präsent sind. Doch Edgar Schmitt weiß auch, dass Tucci die Bälle gut halten kann, sie gut prallen lassen kann. Und er schätzt seine Effektivität vor dem Tor. Doch hundertprozentig überzeugt ist er von dem gebürtigen Sindelfinger eben nicht. Noch nicht. „Er muss robuster werden“, betont Schmitt. Und Tucci, den auch Verletzungen immer wieder zurückwarfen, merkt selbstkritisch an: „Vielleicht ist meine Spielweise zu unauffällig.“

Natürlich macht er sich Gedanken, warum er den Durchbruch bei den Kickers noch nicht geschafft hat. Trotz der sieben Tore in der vergangenen Rückrunde, mit denen er die Blauen in die dritte Liga schoss. „Als ewiger Azubi hat man es schwer“, sagt er mit leiser Stimme. Seit der B-Jugend geht der glühende Fan von Juventus Turin unterm Fernsehturm auf Torejagd. Über die zweite Mannschaft hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen. Seine Ziele? Klar, ein Stammplatz im Drittligateam. Dazu am Saisonende der Klassenverbleib. „Und ich will in meiner Karriere so weit wie möglich nach oben kommen“, sagt er.

Für den Mann, der die stillen Töne bevorzugt, kommt das fast schon einer Kampfansage gleich. Vielleicht lässt er heute eine weitere folgen. Auf dem Platz. Wenn ihn der Trainer lässt.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir müssen permanent Gas geben“

Die Stuttgarter Kickers wollen ihre Aufholjagd heute gegen Unterhaching fortsetzen

Stuttgart – Jetzt geht es Schlag auf Schlag für die Stuttgarter Kickers: Nur vier Tage nach dem ersten Auswärtssieg der „Blauen“ in der dritten Fußball-Liga beim FC Erzgebirge Aue (2:0) ist heute (19 Uhr) die SpVgg Unterhaching im Gazi-Stadion zu Gast. „Wir werden mit neuem Elan wieder angreifen“, kündigt Trainer Edgar Schmitt an.

Von Beate Wockenfuß

Der Sieg in Aue nach der vierwöchigen Zwangspause war ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit und soll nun der Startschuss für eine Aufholjagd sein. Weil auch die Konkurrenz mitspielte, konnte das Tabellenschlusslicht den zuletzt stetig gewachsenen Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen von neun auf sechs Punkte verkürzen. „Wir sind immer noch in einer prekären Situation. Da brauchen wir überhaupt nichts schönzureden. Wir müssen permanent Gas geben“, betont der Coach vor den richtungsweisenden Wochen. „Wir werden auch Rückschläge einstecken müssen, aber hoffentlich nicht am Mittwoch oder am Samstag“, sagt Schmitt auch mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt. Unterm Fernsehturm soll nun das „Wir-Gefühl“ gestärkt werden. „Wir sind alle Teil einer Schicksalsgemeinschaft und können es nur gemeinsam schaffen“, findet Manager Joachim Cast ähnlich eindringliche Worte wie ziemlich genau vor einem Jahr, als die Kickers im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga auf der Strecke zu bleiben schienen. Auch jetzt wird wieder eifrig am Teamgeist gearbeitet. Vor dem Spiel in Aue waren Präsidium und Aufsichtsrat in der Mannschaftsbesprechung. Am Montag gab es ein gemeinsames Essen mit den Spielern, deren Anhang, den Trainern und allen Gremiumsmitgliedern. „Wir müssen darauf achten, dass wir die Kräfte einteilen“, warnt Schmitt und kündigt für die kommenden Spiele „rein sportlich bedingte“ Personalwechsel an, um das Tempo durchzuhalten. Das zuletzt siegreiche Team muss für die heutige Partie – bei der alle Frauen übrigens freien Eintritt haben – aber ohnehin geändert werden. Torschütze Sascha Traut ist gesperrt (fünfte Gelbe Karte) und wird durch Orlando Smeekes ersetzt, der seine Rot-Sperre abgesessen hat. Von ihm verspricht sich Schmitt noch mehr Schwung für die zuletzt starke Offensive. Auch Kapitän Alexander Rosen steht nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Smeekes, Gambo, Landeka – Kacani.

Esslinger Zeitung

StZ: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl über die neue Zuversicht der Kickers

„Unser Wunsch wäre ein jährliches Derby“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Stuttgarter CDU, Dieter Wahl, ist auch Präsidiumsmitglied beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers und innerhalb des Vereins für das Marketing zuständig. In diesem Zusammenhang versucht der 60-Jährige den wirtschaftlichen Erfolg in Einklang mit dem sportlichen zu bringen, was nicht immer leicht ist. Joachim Klumpp hat sich mit Dieter Wahl über die dringlichsten Aufgaben unterhalten.

Herr Wahl, Sie haben sich in der vergangenen Woche mit der Aussage „Es ist Schluss mit dem Schönreden“ sportlich weit aus dem Fenster gelehnt. Würden Sie diese Aussage noch einmal so machen?

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es richtig war, dies kontrovers zu diskutieren. Natürlich bin ich froh, dass es mit dem 2:0-Sieg in Aue so funktioniert hat, sonst hätte ich mich wahrscheinlich warm anziehen müssen. Wobei wir das Ziel noch nicht erreicht haben, denn das sind vier Punkte aus zwei Spielen. Aber ich bin mit dem Trainer Edgar Schmitt einer Meinung: in der letzten Woche, verbunden mit dem Sieg am Samstag, ist ein Ruck durch den gesamten Verein gegangen.

Wird sich der Ruck denn auch auf die wirtschaftliche Seite des Clubs übertragen?

Wir müssen diesen Schwung nun auf die wirtschaftliche Seite übertragen. Und damit gleich am Mittwoch beginnen. Gegen Unterhaching haben wir erstmals einen sogenannten Sponsor of the Day – den Lesezirkel Springbrunnen – so dass morgen alle Frauen freien Eintritt haben. Die Aktion mit den Tagessponsoren wollen wir bei möglichst vielen Heimspielen mit weiteren Partnern fortsetzen.

Was springt da finanziell für die Stuttgarter Kickers heraus?

Das sind etwa drei Euro pro Zuschauer, bei 3000 Besuchern wären es also 9000 Euro Zusatzeinnahme pro Spiel. Deshalb hoffe ich, dass dieser Funke nun auch auf die Zuschauer überspringt.

Zum Spiel nach Aue ist der geplante Fanbus mangels Nachfrage gar nicht erst gefahren, das spricht nicht gerade für die Rückendeckung durch die Anhänger.

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich gesagt, wir chartern den Bus auf Vereinskosten, um damit Solidarität zu bekunden.

Die Aktion Sponsor of the Day alleine reicht aber noch nicht aus, um die prognostizierten 300 000 Euro Defizit bis zum Saisonende zu decken.

Als weitere Maßnahme setzen wir natürlich auf das Benefizspiel am 25. März gegen den VfB Stuttgart, das den Auftakt zu unserem ADM-Gedenkjahr darstellt.

Und in dem Sie auf 7000 Besucher hoffen. Ist das nicht zu optimistisch geplant?

Da muss ich mich dann korrigieren. Wir sind immer von 6000 Zuschauern ausgegangen. Aber auch das ist natürlich ein ambitioniertes Ziel.

Das Spiel gegen den VfB stand ja schon lange im Raum, warum hat es erst jetzt mit der Realisierung geklappt?

Ich denke, entweder hat man zu vage darüber gesprochen oder es haben die Termine einfach nicht gepasst und, und, und. Aber als ich beim VfB-Präsidenten Erwin Staudt vergangenen Oktober angefragt habe, war der von Anfang an sehr interessiert. Ich denke, man kann mit ihm über vieles reden.

Auch über die dauerhafte Einrichtung eines solchen Derbys?

Es wäre natürlich unser Wunsch, dass jedes Jahr so ein Derby stattfindet, quasi als Saisonauftakt im Gazi-Stadion.

Wie steht es eigentlich um die Zusammenarbeit mit der Leonberger Agentur Event Marketing, um die es ruhig geworden ist?

Da hat sich auch null getan, leider, muss man sagen. Wir sind aber nach wie vor in Gesprächen und wollen da auch nicht auf Konfrontationskurs gehen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge würde sich der Vertrag zum Saisonende zwar nicht verlängern, aber wir hoffen natürlich darauf, dass die Agentur uns noch ein oder zwei Werbepartner zuführt – wir sind dankbar für jeden. Wobei man sagen muss, dass der wirtschaftliche Erfolg ganz eng mit dem sportlichen zusammenhängt.

Würden Sie sagen, dass nach der Drittligaqualifikation die Euphorie zu groß war?

Ja, die Euphorie war zu groß. Denn mit dem Abpfiff in Elversberg hat bereits die Drittligasaison begonnen.

Hängen gewisse Defizite im Verein auch damit zusammen, dass die Kickers von der Infrastruktur her, zum Beispiel auf der Geschäftsstelle, einfach unterbesetzt sind?

Das spielt sicher eine Rolle, wenn ich nur sehe, was andere Clubs in der Liga in dieser Hinsicht für Möglichkeiten besitzen. Aber es wäre sicher falsch, wenn man jetzt sagen würde, wir bauen die Geschäftsstelle aus. Das ist nicht machbar, solange wir niemanden haben, der das mitfinanzieren würde.

Zumindest haben die Kickers den Werbeetat in dieser Saison gesteigert. Der Aufsichtsratschef Rainer Lorz hat auf der Hauptversammlung gesagt, man bräuchte in diesem Bereich normalerweise eine Verdoppelung der Einnahmen, um konkurrenzfähig zu sein. Ist das realistisch?

Nein, zumindest nicht, solange wir deutlich im Schatten eines VfB stehen. Da sind wir im Vergleich zu den Mitkonkurrenten einfach im Nachteil, weil die in ihrer Region ein Alleinstellungsmerkmal haben – und wir nicht. Dennoch sind wir auf einem guten Weg. Wir haben den Werbeetat um zehn Prozent gesteigert, und ich denke bis zum Saisonende sind wir bei 20 Prozent, aber das brauchen wir auch.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise Ihnen da einen Strich durch die Rechnung macht?

Das bereitet mir keine schlaflosen Nächte, weil wir bei unseren Sponsoren sehr breit aufgestellt sind, was uns nun zugutekommt. Die werden uns die Treue halten, wenn wir in der dritten Liga bleiben.

Und was passiert, wenn das nicht gelingt?

Daran denke ich heute nicht. Der Optimismus ist seit Samstag wieder größer geworden, auch wenn es noch ein Kampf auf Biegen und Brechen wird. Aber den werden wir gewinnen – genau wie im Vorjahr.

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching

Kickers morgen gegen Haching

Schmitt hält die Spannung hoch
STUTTGART (ump). Gestern Abend trafen sich alle Spieler der Stuttgarter Kickers plus Begleitung, die Offiziellen und Angestellten des Fußball-Drittligisten in einer Feuerbacher Lokalbrauerei zu einem gemeinsamen Abendessen. Eine Aktion, die das Wir-Gefühl stärken soll, nicht zuletzt im Hinblick auf das Nachholspiel morgen (19 Uhr, Gazi-Stadion) gegen die SpVgg Unterhaching. Denn trotz des Erfolges in Aue stecken die Kickers in der dritten Liga weiter in einer schwierigen Situation. „Wir müssen jetzt einfach die Spannung hoch halten“, sagt der Kickers-Trainer Edgar Schmitt und fügt im Hinblick auf die Vorgabe des Präsidiums – vier Punkte aus zwei Spielen – hinzu: „Wir reden nicht über Punkte, sondern nur über gute Spiele.“

Die Chance in den beiden nächsten Heimspielen gegen Unterhaching und dann am Samstag gegen Rot-Weiß Erfurt im Abstiegskampf weiter Boden gutzumachen, stehen nicht schlecht, dennoch betont Schmitt erneut: „Abgerechnet wird am Schluss.“ Also nach 38 Spieltagen, am 23. Mai gegen Paderborn. „Dabei werden wir auch Rückschläge hinnehmen müssen“, sagt Schmitt. Es muss ja nicht unbedingt morgen gegen Unterhaching sein. Zumal der Gegner zuletzt zwei Niederlagen (gegen Burghausen, in Sandhausen) hat einstecken müssen. „Das hat mich zwar etwas überrascht, hat aber nichts zu bedeuten“, sagt Edgar Schmitt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Coach ändert Erfolgsteam
Schmitt setzt auf frische Kräfte

Stuttgart (jüf) – Den ersten Schritt zu einer Aufholjagd haben die Stuttgarter Kickers mit dem 2:0 in Aue getan. Jetzt will der Fußball-Drittligist morgen (19 Uhr/Gazistadion, Frauen haben freien Eintritt) gegen die SpVgg Unterhaching den zweiten folgen lassen. Trainer Edgar Schmitt wird das Erfolgsteam ändern. Zum einen muss er es, da Sascha Traut nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Zum anderen will der Coach in Anbetracht der vielen englischen Wochen Spielern auch mal eine Pause gönnen. „Wir müssen die Kräfte einteilen“, sagt Schmitt. Klar sein dürfte, dass Alexander Rosen in die Mannschaft zurückkehren wird. An den zuletzt gesperrten Kapitän vergibt Schmitt beim Unternehmen Klassenverbleib eine Hauptrolle: „Alex ist unsere Führungsfigur, er verkörpert zu 100 Prozent Kickers.“ Außerdem befinde er sich in einem physischen Topzustand. Der zweite Neue im Team wird Orlando Smeekes sein. Der Holländer dürfte nach Ablauf seiner Sperre für Traut in die Anfangself kommen.

Unterdessen wollen die Blauen in dieser Woche entscheiden, ob sie künftig mit einem Mentaltrainer zusammenarbeiten werden. Manager Joachim Cast: „Wenn wir es machen, wird das ganze mittel- und langfristige angelegt sein.“

Stuttgarter Nachrichten

Reise in die Vereinsgeschichte: FC Nürnberg – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)

Nach dem ersten Sieg im Jahr 2009 hier auch die nächste Reise in die Vereinsgeschichte. Wir reisen zurück in die Saison 1924/25. Die Kickers werden unter ihrem Trainer Edwin Dutton letztlich souverän Bezirksmeister Württembergisch/Baden vor dem Freiburger FC und qualifizieren sich damit für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft. Dort treffen sie auf die Traditionsvereine VfR Mannheim, FSV Frankfurt und dem damaligen unbezwingbaren Rivalen 1. FC Nürnberg. Am 22.02.1925 müssen die Kickers zum Club nach Nürnberg reisen.

FC Nürnberg – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)

Die Kickers vom dem Kampf gegen den Club in Nürnberg
Die Kickers vom dem Kampf gegen den Club in Nürnberg

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Presse zu FC Erzgebirge Aue – Stuttgarter Kickers (0:2)

Kickers setzen ein Zeichen
Der Drittligist holt im Abstiegskampf drei wichtige Punkte – Am Mittwoch gegen Unterhaching

AUE/STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben mit dem 2:0 in Aue nicht nur den ersten Auswärtssieg der Saison gelandet, sondern sich auch im Abstiegskampf zurückgemeldet. War das die Wende? „Das weiß ich noch nicht“, sagt der Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

Die Mannschaft von Erzgebirge Aue wird im Volksmund aufgrund ihrer Vereinsfarben auch gerne „die Veilchen“ genannt. Ein solches in der Boxersprache durchaus gängiges Relikt haben sich die Stuttgarter Kickers beim Gastspiel am Samstag aber nicht geholt, im Gegenteil. Das unter dem Strich verdiente 2:0 (0:0) war nicht nur der erste Auswärtssieg in dieser Saison, sondern auch ein ganz wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf.

War das jetzt also die Wende? „Das weiß ich nicht“, sagte gestern der Trainer Edgar Schmitt. Er wusste nur: „Der Sieg war auf jeden Fall kein Fehler.“ Auch wenn die Kickers weiter Letzter sind, so gab es in Aue doch einige Indizien, dass die Mannschaft eine erfolgreiche Aufholjagd starten kann.

Zum einen hat sich die personelle Lage entspannt. Als Schmitt in Degerloch anfing, hatte er oft gerade einmal elf gesunde Spieler im Training, jetzt sind es – trotz einiger Rekonvaleszenten – doppelt so viele; am Mittwoch im Nachholspiel gegen Unterhaching stoßen die zuletzt gesperrten Orlando Smeekes sowie Alexander Rosen wieder zum Kader und voraussichtlich auch in die Mannschaft, dafür fehlt Sascha Traut wegen seiner fünften Gelben Karte. „Der große Kader kann am Ende schon ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein“, sagt Schmitt.

Der Trainer hat die Vorgaben des Präsidiums – vier Punkte aus den zwei Spielen – sehr wohl zur Kenntnis genommen, fügt aber hinzu: „Ich glaube, es ist ein Ruck durch den ganzen Verein gegangen.“ Das zeigte sich am Samstag auch daran, dass fast das komplette Präsidium sowie der Aufsichtsratsvorsitzende vor Ort waren. Und nicht nur das. Die Funktionäre nahmen erstmals an der Mannschaftssitzung teil, als Zeichen des Wir-Gefühls. Zu guter Letzt folgt heute Abend das angekündigte gemeinsame Abendessen mit Spielern plus Begleitung.

Die Mannschaft hat die taktische Umstellung bravourös gemeistert. Schmitt hat auf drei Spitzen – die quirligen Traut und Landeka auf den Flügeln – umgestellt. Mit Erfolg. „Ich glaube, Aue hat nicht damit gerechnet, dass wir von Beginn an so selbstbewusst auftreten.“ Die Konsequenz: nach 18 Minuten ließ sich der Spielgestalter Curri zu einer Tätlichkeit hinreißen und flog vom Platz – was den Kickers natürlich entgegenkam.

In Aue hat sich Marco Tucci eindrucksvoll zurückgemeldet, mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand, womit die Kickers im Angriff eine weitere Option besitzen. „Er ist ein echter Torjäger“, sagt Schmitt, nachdem der Italiener zu Beginn der Schmitt-Ära – auch aufgrund von Verletzungen – etwas in Vergessenheit geraten war. „Er müsste körperlich vielleicht noch zulegen“, sagt Schmitt, der den Spieler unbedingt halten will.

Überhaupt müssen die Kickers in dieser wichtigen Phase der Saison langsam daran denken, die Verträge für die nächste Saison unter Dach und Fach bringen, selbst zweigleisig: Plan A und B. Auch wenn das unter dem zeitlichen Druck der nun folgenden englischen Wochen vor allem für den Manager Joachim Cast Mehrarbeit bedeutet.

Zunächst geht es am Mittwoch gegen Unterhaching, da gilt es nachzulegen, auch wenn Schmitt sagt: „Ich will jetzt gar einen Druck aufbauen.“ Nach dem Eindruck von Aue scheint das auch nicht nötig, die Mannschaft scheint kapiert zu haben, um was es geht: für sie, den Trainer und den Verein. Wobei sich Edgar Schmitt schon festgelegt hat: „Ich glaube, am Ende entscheidet der Wille im Abstiegskampf.“ Und den hat die Mannschaft in Aue an den Tag gelegt.

Aue: Männel – Hochscheidt (59. Agyemang), Kos, Klingbeil, Schaffrath – Cimen (71. Baltes), Stark, Curri, Feick – Hensel, Glasner (42. Müller).

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (59. Köpf), Traub, Mann, Gentner – Deigendesch, Ortlieb – Gambo – Traut (72. Parmak), Kacani (46. Tucci), Landeka.

Schiedsrichter: Markus Pflaum (Hallstadt). Tore: 0:1 Traut (56.), 0:2 Tucci (78.).

Rote Karte: Curri, grobes Foulspiel (18.).

Stuttgarter Zeitung

Hurra, die Kickers leben noch
Neues System, neue Leidenschaft, neuer Glücksbringer – 2:0 in Aue lässt die Blauen wieder hoffen

Aue/Stuttgart – Es war ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt: Mit dem 2:0(0:0)-Auswärtssieg bei Erzgebirge Aue schöpft Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

VON JÜRGEN FREY

Rainer Kraft machte auf Uli Hoeneß. Wie der Bayern-Manager trug auch der Kickers-Co-Trainer auf der Bank im Erzgebirgsstadion erstmals einen Schal seines Vereins um den Hals. Den hatte ihm ein Fan vor dem Spiel geschenkt – als Glücksbringer. „Eigentlich darf er den jetzt nicht mehr abnehmen“, nahm Kickers-Chefcoach Edgar Schmitt seinen Assistenten in die Pflicht.

Der Beistand von Fortuna kann den Blauen in ihrer heiklen Lage nicht schaden. Und ein bisschen Dusel, oder vielleicht besser die Fügung glücklicher Umstände, half den Kickers in Aue auch, den Sieg einzufahren. Bereits in der 18. Minute hatte Aues Bester, der Albaner Skerdialid Curri, Rot gesehen. Der Spielmacher war nahe der Mittellinie mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Sascha Traut gegangen. Und nach der 1:0-Führung durch Traut (57.) verhinderte Kickers-Keeper Manuel Salz zweimal glänzend den möglichen Ausgleich. „Man kann im Laufe der Saison ja auch nicht nur Pech haben“, fand Präsident Dirk Eichelbaum das alles nur gerecht.

Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Die Blauen haben sich ihr Glück in Aue erarbeitet. Es war der Lohn für einen Auftritt voller Leidenschaft. Im Gegensatz zu der mutlosen Vorstellung in Düsseldorf (0:2) präsentierte sich die Elf diesmal couragiert und hellwach. Die Viererkette um die starken Innenverteidiger Marcus Mann und Torsten Traub stand sicher. Vor der Abwehr räumten Benedikt Deigendesch und Markus Ortlieb kompromisslos ab. Davor stießen die Offensivkräfte Traut, Bashiru Gambo und Josip Landeka immer wieder in die Spitze und unterstützten den einzigen echten Stürmer. Wobei der eingewechselte Marco Tucci nicht nur wegen seines Tors zum 2:0 (80.) Pluspunkte gegenüber Sokol Kacani sammelte. Das neue 4-2-3-1-System funktionierte. Ein Rädchen griff ins andere. Doch in Euphorie verfiel deshalb keiner. „Das war der erste Schritt, 16 weitere müssen jetzt folgen“, sagte Manager Joachim Cast – und ergänzte: „Die Leistung von Aue muss die Messlatte für die Zukunft sein.“

Was positiv stimmt, sind die neuen personellen Alternativen im Kickers-Kader. In Aue ließ sich der erfahrene Neuzugang Traub auch in den turbulentesten Szenen nicht provozieren und sorgte für Ruhe. Mustafa Parmak war nach seiner Einwechslung in der Schlussphase an einigen guten Aktionen beteiligt und bereitete auch das 2:0 mit vor. Hinzu kommt: Schon am kommenden Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen die SpVgg Unterhaching sind die bisher gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes wieder spielberechtigt. Stürmer Michael Schürg (zuletzt Patellasehnenprobleme) dürfte spätestens am Samstag (14 Uhr) im nächsten Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt wieder dabei sein. „Wir haben jetzt sechs Spiele innerhalb kürzester Zeit, da brauche ich einen großen Kader“, sagt Schmitt, der zumindest die Rückkehr von Kapitän Rosen ins Team ankündigte. Der große Kader erhält heute Abend schon mal eine Belohnung. Zusammen mit den Spielerfrauen nehmen die Kickers die Esseneinladung einer Brauerei in Feuerbach an. Auch Co-Trainer Kraft wird dabei sein. Den Kickers-Schal als Glücksbringer braucht er allerdings erst wieder am Mittwoch mitzubringen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers machen Boden gut
Der Fußball-Drittligist feiert beim 2:0 in Aue den dritten Saisonsieg

Stuttgart (bw) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist mit einem Erfolgserlebnis aus der vierwöchigen Zwangspause gestartet. Das Schlusslicht gewann beim FC Erzgebirge Aue mit 2:0 (0:0) und verkürzte damit den Abstand auf die Nichtabstiegszone auf sechs Punkte.

„Wir haben gewonnen, nicht mehr und nicht weniger“, hielt Trainer Edgar Schmitt nach dem ersten Auswärtssieg und dem dritten Dreier überhaupt in dieser Saison bewusst den Ball flach. „Das war wichtig, aber wir sind immer noch hinten dran und brauchen noch jede Menge Punkte, um das zu ändern“, so Schmitt. Doch zumindest haben die „Blauen“ mit diesem Sieg zum Auftakt der richtungsweisenden englischen Wochen auch etwas für ihr Selbstvertrauen getan. „Wir können jetzt mit breiter Brust weitermachen“, sagte der Trainer vor den beiden Heimspielen am Mittwoch (19 Uhr) gegen die SpVgg Unterhaching und am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt.Die Auer wurden von der aggressiven Spielweise der Kickers überrascht. „Wir haben mutig nach vorn gespielt und waren klar die agierende Mannschaft“, resümierte der Coach. Dieses Engagement wurde in der 56. Minute belohnt: Sascha Traut traf aus 20 Metern zum 1:0. Torhüter Manuel Salz parierte anschließend zwei Großchancen der Sachsen glänzend, bevor Marco Tucci mit seinem Treffer zum 2:0 (78.) alles klar machte.Zwar wurde der Erfolg auch durch den frühen Platzverweis gegen Aues Spielmacher Skerdilaid Curri begünstigt, der in der 18. Minute wegen groben Foulspiels an Traut die Rote Karte sah, trotzdem schöpften die Kickers wieder neue Hoffnung auf den Klassenverbleib. „Wenn wir so weiterkämpfen, bin ich guter Dinge“, sagte Schmitt. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (60. Köpf), Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Ortlieb – Traut (73. Parmak), Gambo, Landeka – Kacani (46. Tucci).

Eßlinger Zeitung

Dämpfer für dezimierte Auer

Erster Auswärtssieg für Kickers
Die Stuttgarter Kickers haben mit einem 2:0 bei Erzgebirge Aue ihren ersten Auswärtssieg und den dritten Saisonsieg überhaupt eingefahren. Die Sachsen wurden schon in der 18. Minute durch eine Rote Karte für Curri dezimiert worden. Sascha Traut (56.) und Marco Tucci (78.) trafen schließlich nach dem Seitenwechsel für die Gäste.

Bei Erzgebirge Aue musste Teammanager Heiko Weber gegenüber dem klaren 5:0 gegen Jena auf den dreifachen Torschützen Lukunku verzichten, für den Cimen ins Team rückte. Auf der anderen Seite stellte Trainer Edgar Schmitt seine Anfangsformation im Vergleich zum 0:2 in Düsseldorf vor vier Wochen auf vier Positionen um: Ortlieb ersetzte auf der linken Abwehrseite Härter. Landeka kam für Reiß, anstatt des gelbgesperrten Rosen lief Gambo auf und im Sturm spielte Traut für Galm.

Die erste Halbzeit plätscherte eher lustlos für sich hin. Für große Aufregung sorgte nur ein Vorfall in der 18. Minute: Nachdem Curri mit gestrecktem Bein im Mittelkreis gegen Traut vorging, zeigte Schiedsrichter Markus Pflaum nach kurzer Beratung mit seinen Assistenten die Rote Karte und musste sich daraufhin heftige Pfiffe der Auer Fans gefallen lassen. Jedoch konnten die Kickers aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen und die Sachsen waren sogar auch in Unterzahl eher noch die aktivere Elf.

Doch nach dem Seitenwechsel erhöhten die Schwaben den Druck. Nachdem zunächst Gambo nach einer Freistoßsituation nur einen Tick zu spät kam (53.), war Traut in der 57. Minute zur Stelle und schoss einen Abpraller aus 20 Metern Entfernung zur Führung für die Gäste ins Netz.

Nun war richtig Feuer in der Partie. Chancen auf beiden Seiten waren in der Folge zu verzeichnen, die Entscheidung fiel schließlich in der Schlussphase, allerdings unter leicht kuriosen Umständen: Tucci schloss in der 80. Minute einen Konter der Stuttgarter mit einem Treffer ab, der wegen Abseitsstellung erst kurzzeitig nicht gegeben wurde. Dann aber entschied sich das Schiedsrichtergespann doch um und zog sich somit erneut den Unmut der Auer Fans zu.

Die Erzgebirgler waren anschließend nicht mehr in der Lage, noch einmal dagegenzuhalten und mussten damit schon die vierte Heimniederlage hinnehmen. Für die Stuttgarter war es der erste Auswärtssieg, sie bleiben aber vor der Nachholpartie am Mittwoch in Unterhaching dennoch am Tabellenende hängen. Aue muss bereits am kommenden Dienstag in Aalen antreten.

Kicker

Kickers holen Dreier in Aue

Die Stuttgarter Kickers haben ihren ersten Auswärtssieg gefeiert und haben damit den Anschluß an die Nichtabstiegsablätze gehalten. Sascha Traut (56. ) und Marco Tucci (78. ) erzielten die Tore für die Blauen. Aue dezemierte sich schon früh durch eine Rote für Curri (20.).

Die Blauen müssen am kommenden Mittwoch gegen Unterhaching punkten, um den Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen zu verringern. Bereits am Dienstag treffen die beiden Konkurrenten Werder Bremen II und Jahn Regensburg aufeinander, Aalen trifft zeitgleich auf den heutigen Gegner der Kickers, Erzgebirge Aue.

Vorberichte FC Erzgebirge Aue – Stuttgarter Kickers

Dritte Liga: Kickers morgen in Aue

Schmitt setzt auf die Fitness
STUTTGART (ump). Die Vorlage des Kickers-Präsidiums („Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“) hat Edgar Schmitt gestern aufgenommen: „Ich nehme auch sechs.“ Der Trainer weiß, dass es im Abstiegskampf der dritten Liga kein Taktieren mehr gibt. Sein Motto: „Drauf, drauf, drauf!“ Und das schon morgen (14 Uhr) beim Auswärtsspiel in Aue. Mit welcher Startelf das sein wird, ist offen, vor allem im Angriff. Dort streiten sich Sokol Kacani, Marco Tucci und Dany Galm um die Plätze, nachdem Michael Schürg erst gestern ins Training eingestiegen ist und wohl in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammelt. Zudem ist Orlando Smeekes noch ein Spiel gesperrt, genau wie der Kapitän Alexander Rosen.

„Die Mannschaft ist körperlich fit“, betont Schmitt, „bei den letzten Laktatwerten haben sich nahezu alle Spieler um 0,2 Punkte gesteigert.“ Auch in der Breite hat sich der Kader verbessert wie das Testspiel in Hoffenheim (0:2) gezeigt hat, wo nach der Pause siebenmal gewechselt wurde „und wir trotzdem fast im gleichen Rhythmus geblieben sind“, wie der Trainer sagt. Schmitt konnte Mustafa Parmak nicht einsetzen, weil der nach wie vor Probleme mit der Patellasehne hat, in Aue aber auf der Bank sitzen soll. Wobei auch der Gegner so seine Sorgen hat: Der Zweitligaabsteiger muss ausgerechnet auf Mabula Lukunku verzichten (Bandscheibenprobleme), der mit seinem Hattrick maßgeblich am 5:0-Sieg unter der Woche gegen Carl Zeiss Jena beteiligt war.

Stuttgarter Zeitung

Kickers treten die Flucht nach vorn an
Stuttgart (jüf) – Edgar Schmitt redet nicht lange drumherum. „Für uns gibt es nur noch eines: Drauf, drauf, drauf und immer weiter.“ Was der Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers vor dem morgigen Spiel (14 Uhr) bei Erzgebirge Aue mit diesen markigen Worten sagen will: Für die Blauen gibt es in Anbetracht von neun Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz nur noch die Flucht nach vorn. Schmitt: „Körperlich ist das Team topfit, die Spritzigkeit ist da, der Wille auch.“ Fehlen werden die gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes. Möglicherweise werden sie am Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel der Oberligaelf gegen Durlach zum Einsatz kommen. Bei Michael Schürg, der seine Achillessehnenprobleme weitgehend überwunden hat, steht schon fest, dass er 60 Minuten lang in der zweiten Mannschaft stürmen wird. Mustafa Parmak (Patellasehnenprobleme) soll in Aue als Joker auf der Bank sitzen.

Die Gastgeber können ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten. Stürmer Mabula Lukunku fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls sechs Wochen aus. Schmitt interessiert das wenig: „Wir müssen nach uns schauen, und möglichst schnell zweimal hintereinander gewinnen. Dann sind wir wieder auf Schlagdistanz.“ Ganz nach dem Motto: Drauf, drauf, drauf. Und immer weiter.

Stuttgarter Nachrichten

Aue: Stürmer verletzt
Ali Lukunku als tragischer Held

Es war in den ersten 45 Minuten der Abend des Maboula Ali Lukunku. Dem 32-jährigen Kongolesen, der im September 2008 aus Belgien (RAEC Mons) nach Aue kam, gelang gegen Jena ein lupenreiner Hattrick: Nach zwei verwandelten Elfmetern setzte Lukunku per Fernschuss aus knapp 20 Metern noch einen drauf. Nun wird er den „Veilchen“ circa 6 Wochen fehlen.

Nach seinen drei Treffern im ersten Durchgang folgte der tragische Moment in Halbzweit zwei: In der 57. Minute wurde Lukunku mit heftigen Rückenschmerzen ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht. Bei der Untersuchung am heutigen Donnerstag wurde ein Bandscheibenvorfall festgestellt. Wie der Verein mitteilte, soll keine Operation nötig sein. Lukunku wird voraussichtlich sechs Wochen fehlen.

Nach seiner Auswechslung legten seine Teamkollegen noch zwei Treffer nach und besiegelten den 5:0-Kantersieg. Trotzdem warnte Aues Teammanager Heiko Weber nach dem Spiel: „Wir müssen aufpassen, dass keine Überheblichkeit einzieht.“ Trainer Rico Schmitt gab sich euphorisch: „Jetzt wollen wir diesen Sieg mit einem Dreier gegen die Stuttgarter Kickers veredeln.“

Der FC Carl Zeiss lief mit neuem Trikotsponsor auf. Weil die Deutsche Massivhaus GmbH vor der Zahlungsunfähigkeit steht, klafft ein 170000-Euro großes Loch im Etat. Eingesprungen ist mit Bernd Jurke einer der Großsponsoren des Vereins. „Es war eine Kombination aus Herz- und Bauchentscheidung“, sagt Jurke, der auch Mitglied im Aufsichtsrat ist. Schon am Freitag will er das Geld anweisen, Zahlungsziel für sein Engagement sei der 15. März. Nach kicker-Informationen stockt Jurke seinen Sponsoring-Etat in Jena um 50000 Euro auf. „Allerdings bleibe ich nur bis zum Saisonende auf der Brust“, so Jurke.

Kicker

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 07.03.2009 14:00
Stadion: Erzgebirgsstadion

Schiedsrichter: Pflaum (Hallstadt)
Assistenten: Dietz (Kronach), Bartsch (Böttigheim)

Erzgebirge Aue: Teammanager Heiko Weber kann personell aus dem Vollen schöpfen. Bis auf El Berkani (Innenbandverletzung) sind alle Spieler fit.

Stuttgarter Kickers: Rosen (fünfte Gelbe), Smeekes (Rot) und Schürg (Achillessehne) fehlen. Parmak (Knie) ist fraglich, Neuzugang Köpf eventuell erstmals dabei.

Aufstellung

Erzgebirge Aue
Männel – Hochscheidt, Kos, Klingbeil, Schaffrath – Stark, Hensel, Curri, Feick – Glasner, Lukunku; Trainer: Weber

Stuttgarter Kickers
Salz – Steinle, Mann, Traub, Köpf – Reiß, Deigendesch, Gambo, Gentner – Galm, Kacani; Trainer: Schmitt

Kicker

StZ: Die Zeit des Schönredens ist vorbei

Beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers wird der Ton rauer – Mentaltrainer im Gespräch

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers stehen in der dritten Liga vor den Wochen der Wahrheit. „Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, der das aber nicht als Ultimatum an den Trainer verstanden wissen will.

Von Joachim Klumpp

Der Schnee auf Degerlochs Höhen ist komplett geschmolzen, die Sorgen bei den Stuttgarter Kickers sind dadurch aber nicht geringer geworden. Im Gegenteil: im März stehen die Wochen der Wahrheit auf dem Programm, wie es der Manager Joachim Cast formuliert hat. Was sich mit der Meinung der Vereinsgremien deckt. Am Dienstagabend jedenfalls tagten Präsidium und Aufsichtsrat – und der Ton ist dabei durchaus rauer geworden. Dafür steht vor allem Dieter Wahl. Das Präsidiumsmitglied sagte als Fazit der Sitzung: „Die Zeit des Schönredens ist vorbei.“

Nach nur 14 Punkten und dem letzten Tabellenplatz muss jedem klar geworden sein, dass sich die Kickers in akuter Abstiegsgefahr befinden. Erst recht, nachdem die erste und bisher einzig gespielte Begegnung im Jahr 2009 beim 0:2 in Düsseldorf einem Offenbarungseid gleichkam. „Das war ja ein gefühltes 0:5“, ärgert sich der Präsident Dirk Eichelbaum noch immer über die Vorstellung und Einstellung der Mannschaft „So etwas darf sich nicht mehr wiederholen“, betont der Jurist, der bereits zeitnah der Mannschaft ins Gewissen geredet hat. Doch dabei soll es nicht bleiben, weitere Maßnahmen folgen:

> Zum Spiel am Samstag bei Erzgebirge Aue werden nahezu das komplette Präsidium sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz anreisen, um vor dem Anpfiff vor Ort noch mal mit dem Trainer Edgar Schmitt persönlich zu sprechen.

> Vor dem Heimspiel am nächsten Mittwoch gegen Unterhaching wird es ein gemeinsames Abendessen mit Spielern plus deren Begleitung geben, um noch einmal das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern.

> Bis zum Montag will das Präsidium schließlich entscheiden, ob künftig ein Mentaltrainer mit ins Boot genommen werden soll, was in der Vergangenheit immer wieder einmal diskutiert wurde, um auch hier das Optimale aus den Spielern herauszuholen.

Das zeigt: der Ernst der Lage ist erkannt, weshalb die Verantwortlichen auch mit einer sportlichen Zielvorgabe nicht mehr hinter dem Berg halten. „Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“, sagt der Präsident, der dies allerdings nicht als Ultimatum an den Trainer verstanden wissen will. „Wenn die Punkte nicht eingespielt werden, heißt das nicht automatisch, dass der Trainer infrage gestellt wird.“ Doch Diskussionsbedarf ergibt sich dann automatisch, ob es den Beteiligten passt oder nicht.

Generell schlägt Eichelbaum vergleichsweise moderate Töne an. „Es bringt nichts, jetzt noch mehr Druck zu erzeugen, der ist schon allein durch die Ergebnisse der Konkurrenten entstanden.“ Sein Präsidiumskollege Dieter Wahl sieht das etwas anders. „Die Mannschaft muss mit dem Druck umgehen.“ Viel zu lange schon plätschert die Saison vor sich hin, ohne durchschlagenden Erfolg. Die Mannschaft war Letzter als Edgar Schmitt kam, und ist es immer noch – mit inzwischen neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer. Der erwartete Aufschwung unter „Euro-Eddy“ ist bisher also ausgeblieben. Was Folgen auf allen Ebenen hat.

Denn die sportliche Entwicklung ist unmittelbar mit der wirtschaftlichen verbunden. Und auch da ist die Lage „unverändert schwierig“, wie Eichelbaum zugibt, wobei die beiden Spielausfälle im Februar gegen Haching und Regensburg ihren Teil beigetragen haben. Unabhängig davon droht bis zum Saisonende ein Loch von 300 000 Euro in der Kasse. Deshalb hofft der Präsident, dass mit einer Aufholjagd auf dem Platz auch die Fans wieder vermehrt ins Gazi-Stadion strömen. „Bei weiteren Niederlagen spielen wir natürlich bald vor 1400 Zuschauern“, ist sich Eichelbaum bewusst, dass Chance und Risiko dicht beieinander liegen.

Zumal am 25. März auch noch die Freundschaftspartie gegen die VfB-Profis auf dem Programm steht, die ihren Teil zur finanziellen Genesung beitragen soll. Da erwarten die Kickers optimistisch 7000 Zuschauer. Was als Tabellenletzter allerdings ein schwieriges Unterfangen werden dürfte. Deshalb fordert Dieter Wahl: „Ab sofort gilt es zu punkten.“

Stuttgarter Zeitung