Hand gebrochen! Jetzt braucht Schmitt Glück bei Fortuna

Von KLAUS HENRICH

Die Stuttgarter Kickers starten in schwerste Rückrunde seit vielen Jahren. Zum Auftakt in der 3. Liga wollen die Blauen heute bei Fortuna Dusseldorf (19 Uhr, LTU-Arena) eine Aufholjagd starten. Der Rückstand des Tabellenletzten auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt sechs Punkte.

Edgar Schmitts (45) Aufholjagd ging zuerstmal schief. Als der Trainer beim Joggen seinen enteilten Dobermann-Rüden Buddy wieder einholen wollte, stürzte er. Euro-Eddy: „Buddy hat keine Schuld.“ Die gebrochene linke Hand soll am Dienstag operiert werden.

Nach soviel Pech kann‘s gegen Fortuna nur mehr Glück geben. Schmitt: „Bis jetzt haben wir die Punkte wie Eichhörnchen gesammelt, jetzt müssen wir mal mit der großen Kelle kommen.“

Große Hoffnungen setzt der Coach auf sein Quintett von Neuzugängen. Mit Torsten Traub (33, VfR Aalen) und Danny Galm (22, Energie Cottbus) sind zwei davon gesetzt.

Traub, den Schmitt aus seiner Aalener Zeit kennt, soll die Vierer-Abwehrkette (mit Härter, Mann und Steinle) stabilsieren. Denn die schwächste Defensive der Liga muss endlich zur Betonmauer werden.

Und im Sturm sollen Vaccaro-Nachfolger Galm und Kacani mit Kontern für die nötigen Treffer sorgen. Euro-Eddy: „Ein Sieg wäre fürs Selbstvertrauen unheimlich wichtig.“

BILD

Zwei Neue in der Startelf

Stuttgart (sip) – Sechs Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz, viele verletzte Spieler, Orlando Smeekes und Bashiru Gambo gesperrt, und dann heute (19 Uhr) der Jahresauftakt gleich beim Spitzenteam Fortuna Düsseldorf – die Stuttgarter Kickers haben es nicht leicht. Immerhin kann Trainer Edgar Schmitt heute in Stürmer Danny Galm (Energie Cottbus II) und Abwehrspieler Torsten Traub (VfR Aalen) zwei Neuzugänge von Beginn an aufbieten. Mustafa Parmak (TuS Koblenz) hat noch Trainingsrückstand und wird vermutlich auf der Bank sitzen. Die weiteren Zugänge Simon Köpf (VfR Aalen) und Dirk Dittrich (Richmond Kickers/USA) wurden als Ergänzungsspieler verpflichtet und werden wohl noch nicht zum Kader gehören.

So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter – Reiß, Deigendesch, Rosen, Gentner – Galm, Kacani.

Eßlinger Zeitung

Parmak sitzt nur auf der Bank

Kickers-Auftakt in Düsseldorf

Stuttgart (StN) – Eigentlich hätten die Stuttgarter Kickers fast mit einem Kleinbus zum Drittliga-Auftakt nach der Fußball-Winterpause nach Düsseldorf fahren können: Trainer Edgar Schmitt muss vor der Partie am heutigen Donnerstag (19 Uhr) nicht lange überlegen, wen er aufstellt. Die Verletztenliste ist lang: Sasa Janic, Michael Schürg, Marco Tucci, Jörn Schmiedel, Marcel Rapp, Gino Russo, Sascha Traut, Dirk Prediger, Franko Petruso und Markus Ortlieb, dazu kommen die gesperrten Orlando Smeekes und Bashiru Gambo. Manager Joachim Cast hat seine Fußballschuhe allerdings zu Hause gelassen. „Ganz so schlimm ist es dann doch nicht“, sagte er, „lamentieren nützt nichts – wir müssen mit dem zurechtkommen, was wir zur Verfügung haben.“ Rückkehrer Mustafa Parmak wird zunächst nur auf der Bank sitzen. „Er hat drei Monate nicht gespielt, er kann das Tempo über die volle Spielzeit nicht gehen“, sagt Schmitt. Eine Einwechslung in den letzten 30 Minuten könnte er sich aber vorstellen. Von den fünf Kickers-Neuzugängen werden wohl Innenverteidiger Torsten Traub und Stürmer Danny Galm von Beginn spielen.

Der gelbgesperrte Bashiru Gambo durfte am Mittwoch eine Sonderschicht in der Heimat einlegen. Der 30-Jährige lief im Testspiel der Oberliga-Elf gegen Bezirksligist SC Stammheim auf.

Schmitt legt seine Startelf fest

Kickers heute in Düsseldorf

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers eröffnen heute (19 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf das Jahr 2009 in der dritten Fußballliga. Und der Trainer Edgar Schmitt sagt selbstbewusst: „Ich sehe uns nicht nur als Außenseiter.“

Die Modestadt Düsseldorf kommt in diesen Tagen auch im Fußball groß in Mode. Heute macht der Traditionsclub Fortuna in der dritten Fußballliga gegen die Stuttgarter Kickers den Auftakt in der modernen LTU-Arena. Am Samstag folgt dann erstmals in der Bundesliga Bayer Leverkusen in seinem Ausweichquartier gegen den VfB Stuttgart, den Abschluss bildet nächsten Mittwoch die Nationalmannschaft gegen Norwegen. Diese Anhäufung von Spielen und die damit verbundene Belastung des Rasens war letztlich auch der Grund dafür, dass die Begegnung der dritten Liga um einen Tag vorverlegt worden ist. Sehr zum Leidwesen der Kickers-Verantwortlichen, deren Präsident Dirk Eichelbaum sagt: „Unter der Woche werden wohl nicht viele Fans den Weg nach Düsseldorf finden.“

Die Mannschaft wiederum ist bereits am Dienstag nach Duisburg gefahren, wo sie im Landhotel Milser Quartier bezogen hat. „Wir wollten einfach nochmals auf Rasen trainieren“, sagt der Coach Edgar Schmitt, „außerdem haben wir ja auf ein Trainingslager verzichtet.“ 15 Mann bildeten zunächst den Kader, gestern sind noch Moritz Steinle, Marko Kovac und Thomas Gentner nachgereist, die allesamt im Prüfungsstress waren.

Nicht dabei sind die gesperrten Orlando Smeekes und Bashiru Gambo sowie die verletzten Sascha Traut und Michael Schürg sowie der Neuzugang Dirk Dittrich, dem zudem noch die offizielle Spielgenehmigung fehlt. Zunächst nur auf der Bank sitzen wird Mustafa Parmak, der noch Trainingsrückstand hat. Dagegen soll der Kapitän Alexander Rosen trotz Rückenproblemen so lange spielen, „wie er kann“, sagt Schmitt, um dann eventuell durch Kovac oder Ralf Kettemann ersetzt zu werden.

Auch sonst steht die Startformation: mit Manuel Salz im Tor, Steinle, Torsten Traub, Marcus Mann, Jens Härter, Thorsten Reiß, Benedikt Deigendesch, eben Rosen, Gentner sowie Sokol Kacani und Danny Galm im Angriff. Diese frühe Festlegung zeugt durchaus von einem gewissen Selbstvertrauen bei den Kickers: „Ich sehe uns gar nicht so sehr als Außenseiter“, sagt Schmitt, der den Gegner zweimal beobachtet hat. Sein Urteil: Düsseldorf habe zwar ein gutes Team, „aber keines, vor dem wir in Ehrfurcht erstarren müssen. Wir haben gezeigt, dass wir gegen alle Gegner mithalten können, jetzt müssen wir nur noch ein paar Prozent drauflegen.“ Dazu sollen auch die fünf Neuzugänge beitragen, über die Schmitt sagt:

> Torsten Traub (VfR Aalen): „Er ist der Stabilisator in der Abwehr, den wir gesucht und gebraucht haben. Ein Führungsspieler.“

> Mustafa Parmak (TuS Koblenz): „Da wissen wir ja, was er kann, er ist technisch stark und vor allem auch bei Standardsituationen gefährlich. Jetzt müssen wir ihn nur vollends fit bringen, nachdem er noch einen gewissen Trainingsrückstand aufweist und an der Patellasehne etwas angeschlagen ist.“

> Danny Galm (Energie Cottbus II): „Er ist ein sehr beweglicher Stürmer, stark am Ball. Aber er darf ruhig noch etwas torgefährlicher werden. Man merkt, dass ihm ein wenig die Spielpraxis und das Selbstvertrauen fehlt.“

> Simon Köpf (VfR Aalen): „Ihn kenne ich ja noch aus Aalen. Ein junger, dynamischer Spieler, dem ich zutraue, den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. Auch wenn er zunächst einmal Spielpraxis in der zweiten Mannschaft bekommen soll.“

> Dirk Dittrich (Richmond/USA): „Das gilt auch für Dirk Dittrich, der mich im Probetraining aber überzeugt hat.“

Qurlle: Stuttgarter Zeitung

Vorberichte Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers

Kickers an diesem Donnerstag (19 Uhr) zu Gast bei Fortuna Düsseldorf

Die Aufholjagd kann beginnen
Die Aufholjagd kann beginnen: An diesem Donnerstag nehmen die Stuttgarter Kickers erstmals im neuen Jahr den Abstiegskampf in der dritten Fußball-Liga auf – mit dem vorgezogenen Gastspiel des 21. Spieltags bei Fortuna Düsseldorf, dem Tabellenvierten. Vor dem Anstoß in der Düsseldorfer LTU-Arena (19 Uhr) sagt der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt: „Wir müssen unsere Stärken in die Waagschale werfen und brauchen uns nicht zu verstecken.“

Goldverdächtig erscheint vor dem Anpfiff in der Düsseldorfer LTU-Arena in jedem Fall die Auswahl des Mannschaftsquartiers, in welchem die Equipe des Drittligisten Stuttgarter Kickers nach ihrer Busreise am Dienstagnachmittag Quartier bezogen hat. Im Landhaus von Rolf Milser, dem Olympiasieger im Gewichtheben von 1984 in Los Angeles, residierte in Duisburg-Huckingen unter anderem schon die monegassische Fürstenfamilie während des Champions-League-Finales 2004 – und ebenfalls die italienische Fußball-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2006.

Um den WM-Sieg, wie ihn vor drei Jahren beim Weltturnier in Deutschland die „Squadra Azzurra“ bekanntlich errungen hat, geht es am Donnerstag gleichwohl nicht. Aus Sicht der Gäste erscheinen allerdings die drei Zähler, die in der Partie im Düsseldorfer Fußball-Schmuckkästchen zwischen dem Tabellenvierten und dem Tabellenletzten der dritten Fußball-Liga zur Debatte stehen, nahezu ähnlich wertvoll. Sechs Zähler beträgt für die Kickers momentan der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt macht jedenfalls keinen Hehl daraus, dass er an dem Schauplatz, an welchem am kommenden Donnerstag auch die deutsche Fußball-Nationalelf gegen Norwegen antritt, nur zu gerne die Maximalausbeute einfahren möchte.

„Düsseldorf hat eine starke Mannschaft und steht nicht zu Unrecht auf dem vierten Tabellenplatz“, sagte er am Mittwoch. Doch sein Motto lautet: „Respekt ja, Angst nein.“ Angesichts dieser Devise bereitet der 45-Jährige seine Formation auf den bevorstehenden Punktspielauftakt im Jahr 2009 vor. „Wir müssen unsere Stärken in die Waagschale werfen und brauchen uns nicht zu verstecken“, gibt Schmitt seinen Akteuren mit auf den Weg. Um das Selbstvertrauen seiner Kicker ist es nach dem 3:1-Erfolg beim SV Darmstadt 98 im letzten Vorbereitungstest gut bestellt.

Ein Kickers-Quartett hat die Reise in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen indes nicht angetreten. Orlando Smeekes (zwei Spiele Sperre) und Bashiru Gambo (gelbgesperrt) fehlen ohnehin, Michael Schürg (Trainingsrückstand) und der angeschlagene Sascha Traut hätten ihrer Mannschaft in diesem Zustand an Donnerstagabend wohl eh nicht entscheidend weiterhelfen können. Auf ein 4-4-2-System gegen Düsseldorf hat sich der Fußballlehrer der Degerlocher unterdessen schon festgelegt. Doch welche von seinen Akteuren die Positionen in der Kickers-Startelf bekleiden werden, darüber hüllt sich Edgar Schmitt in Schweigen. Nur so viel: „Es spricht momentan viel dafür, dass von unseren fünf Neuzugängen Torsten Traub in der Innenverteidigung und Danny Galm im Angriff beginnen werden“, sagt er. Mehr sagt er nicht. Noch nicht. Schließlich will Schmitt vorab dem Kontrahenten, der Düsseldorfer Mannschaft von Trainer Norbert Meier, keine allzu großzügigen Blicke in seine eigenen Karten gönnen.

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Wir sind besser als unser Tabellenstand

Kickers-Trainer Edgar Schmitt vor dem Spiel
Die Hinserie verlief für die Stuttgarter Kickers, die am Donnerstagabend ab 19 Uhr im ersten Punktspiel nach der Winterpause in der LTU arena zu Gast ist, nicht nach Wunsch. Nur 14 Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Edgar Schmitt, der im September die „Blauen“ vom Degerloch von Stefan Minkwitz übernommen hatte, bis zur Winterpause und befindet sich in größten Abstiegsnöten. Aufgeben ist aber nicht die Sache von „Euro-Eddie“ Schmitt. Dabei weiß auch der 45-Jährige, dass dringend Punkte geholt werden müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Vor dem Aufeinandertreffen unter rheinischen und schwäbischen Landeshauptstädtern belegen die Kickers in der Auswärts-Statistik ohne Sieg den letzten Platz. Mit Edgar Schmitt sprach „Fortuna Aktuell“ zu Beginn der Woche.

Der Ball rollt ab heute wieder – wie ist die Vorbreitung bei den Kickers verlaufen? Sind Sie mit dem Stand ihrer Mannschaft zufrieden?
Schmitt: Wir haben trotz Eis’ und Schnees sehr gut und hart trainieren können. Dass wir aus finanziellen Gründen nicht in ein Trainingslager in den Süden fahren konnten, war sicher nicht optimal. Trotzdem bin ich ganz zufrieden. Wir sind davon überzeugt, dass die Mannschaft besser ist als ihr jetziger Tabellenstand.

Die Hinserie war nicht sehr erfreulich für die Kickers – Sie und Ihr Team sind Tabellenletzter. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Ihnen der Klassenerhalt noch gelingen wird?
Schmitt: Ich glaube fest daran. Wir haben uns im Verlauf der Hinrunde bis zur Winterpause immer ein Stückchen gesteigert. Uns fehlen drei bis vier Punkte. Eine Ausbeute von 18 Zählern wäre für meine Mannschaft sicher realistisch gewesen. Ich hoffe, dass wir uns auch in den verbleibenden Spielen noch weiter entwickeln und mit den nötigen Punkten belohnt werden.

Im Winter wurden mit Mustafa Parmak, Torsten Traub, Simon Köpf und Danny Galm gleich vier Spieler verpflichtet. Welche Erwartungen haben Sie an dieses Quartett?
Schmitt: Eine gemeinsame und doch ganz unterschiedliche. Die vier Akteure werden uns sicher weiter bringen. Während Köpf und Galm eher als Talente gelten, müssen Traub und Rückkehrer Parmak mehr Verantwortung übernehmen. Torsten Traub, den ich wie auch Simon Köpf aus meiner Zeit beim VfR Aalen kenne, ist ein Führungsspieler, der schon durch sein Auftreten den jungen Akteuren helfen wird. Mustafa hat für diese Liga eine enorm große fußballerische Qualität. Wenn er zu 100 Prozent fit ist, kann er Spiele alleine entscheiden.

Die Fortuna schied zuletzt aus dem Verbandspokal aus. Wird die Niederlage in Essen Auswirkungen auf die Begegnung haben?
Schmitt: Nein, das glaube ich nicht. In einem Derby bei einem ambitionierten Regionalligisten wie Rot-Weiss Essen kann man durchaus ausscheiden. Wir haben die Fortuna oft beobachtet, zum Beispiel beim Stadtwerke Düsseldorf Wintercup gegen Duisburg und Köln. Dort hat Düsseldorf exzellent gespielt.

Wie schätzen Sie die Mannschaft von Trainer Norbert Meier ein?
Schmitt: Die Fortuna ist sehr gut besetzt. Beim Wintercup haben mir vor allem Ahmet Cebe und Simon Terodde, der sich sehr gut bewegt hat, prima gefallen. Außerdem hat Norbert Meier eine gute Mischung, da mit Ranisav Jovanovic, Andreas Lambertz oder Marco Christ auch einige gestandene Spieler in seinen Reihen stehen.

Wer steht den Kickers am Donnerstag nicht zur Verfügung?
Schmitt: Es fehlten zuletzt einige Spieler mit leichteren Blessuren. Wer nicht auflaufen kann, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden. (MSPW/tk)

Das sind die Paarungen des 21. Spieltages am 5./6./7./8. Februar:

Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers (Do., 19.00 Uhr)
FC Bayern München II – Wuppertaler SV Borussia (Fr., 19.00 Uhr)

SV Sandhausen – SV Werder Bremen II
FC Erzgebirge Aue – FC Carl Zeiss Jena
Rot-Weiß Erfurt – Eintracht Braunschweig
Kickers Emden – SG Dynamo Dresden
VfB Stuttgart II – 1. FC Union Berlin
SV Wacker Burghausen – Kickers Offenbach (alle Sa., 14.00 Uhr)

SpVgg Unterhaching – SC Paderborn 07
SSV Jahn Regensburg – VfR Aalen (beide So., 14.00 Uhr)

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StN: Fünf Neue, ein Ziel: Drinbleiben

Stuttgarter Kickers verstärken sich in allen Mannschaftsteilen

Stuttgart – Das Spiel am morgigen Donnerstag (19 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf soll für Drittliga-Schlusslicht Stuttgarter Kickers der Startschuss zur Aufholjagd werden. Mit dazu beitragen sollen fünf Neuzugänge, von denen wahrscheinlich zunächst nur zwei in der Anfangsformation stehen werden.

VON JÜRGEN FREY

Er war der Erste, den die Blauen im Januar verpflichtet haben. Und dies ist kein Zufall. Von Torsten Traub verspricht sich Kickers-Trainer Edgar Schmitt die dringend nötige Stabilität für die Abwehr. Der 33-Jährige war unter Schmitt Kapitän beim Drittligarivalen VfR Aalen, davor absolvierte er 109 Zweitligaspiele für den FC Augsburg, Rot-Weiß Erfurt, den FC St. Pauli und den SSV Reutlingen. Traub ist in der Innenverteidigung neben Marcus Mann gesetzt. In den Vorbereitungsspielen überzeugte Traub, der auch links in der Viererkette spielen kann, vor allem durch seine Führungsqualitäten und Kopfballstärke. Schmitt: „Traub ist genau der Mann, den wir gesucht haben und der uns in der jetzigen Situation weiterhilft.“

Danny Galm bringt alles mit, was einen guten Stürmer auszeichnet. Der ehemalige Jugendnationalspieler des VfB Stuttgart ist schnell, beweglich, technisch stark und gilt vor dem Tor als kaltschnäuzig. Zuletzt war der 22-Jährige in der Regionalligaelf von Energie Cottbus nicht mehr glücklich. Er will bei den Blauen an seine erfolgreichen Tage beim VfB II und Eintracht Frankfurt II anknüpfen. Schmitt: „Bei Danny sieht man die Top-Ausbildung in der Jugend. Er wird in Düsseldorf beginnen“

Simon Köpf kennt Schmitt aus seiner Zeit in Aalen, wo der 21-Jährige zuletzt nur noch im Verbandsligateam zum Einsatz kam. Zuvor spielte er in der Jugend des SSV Ulm 1846. Was den Außenverteidiger auszeichnet, sind sein Wille, seine Schnelligkeit und Robustheit. Schmitt: „Solche Typen tun jedem Team gut.“

Dirk Dittrich (23) kehrte nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in den USA nach Degerloch zurück. Der ehemalige U-19-Bundesligaspieler der Blauen spielte dort für die Richmond Kickers. Für den Innenverteidiger fehlt derzeit noch die Spielgenehmigung für Pflichtspiele.

Bei den Kickers mussten einige über ihren Schatten springen, damit die Rückkehr von Mustafa Parmak möglich wurde. Zu viele Eskapaden hatte sich der 26-Jährige aus dem Stuttgarter Stadtteil Hallschlag vor seinem Wechsel zu TuS Koblenz geleistet. Sein neuer Vertrag ist stark leistungsbezogen und auch an regelmäßige Anwesenheit im Training geknüpft. Schmitt über den Spezialisten für Standardsituationen, den derzeit Knieprobleme plagen: „Parmak ist ein wundervoller Fußballer, ihm zuzuschauen macht richtig Spaß.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers II mit Bashiru Gambo

Beim Testspiel der „kleinen“ Blauen am Mittwoch Abend wird auch Bashiru Gambo auflaufen. Der 30-jährige Kickers-Profi sitzt seine Spielsperre nach der fünften gelben Karte ab und kann deshalb nicht beim ersten Drittligaspiel des Jahres in Düsseldorf auflaufen. Das Spiel gegen den SC Stammheim beginnt um 19.00 Uhr, gespielt wird auf dem Gelände des TSV Weilimdorf.

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Joachim Cast im Interview: Nur der Klassenverbleib zählt

Kickers-Manager Cast

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers starten am Donnerstag (19 Uhr) wieder in die dritte Liga – bei Fortuna Düsseldorf. Sportlich ist die Lage als Tabellenletzter angespannt. „Wir müssen nur nach uns selbst schauen und Platz 17 erreichen“, sagt der Manager Joachim Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, die Kickers haben die Generalprobe für die Liga 3:1 in Darmstadt gewonnen. Wie sehr wurde die Stimmung dadurch getrübt, dass parallel dazu Dynamo Dresden sein Nachholspiel gegen Aue ebenfalls mit 3:1 gewonnen hat?

Natürlich war das kein ideales Ergebnis. Aber über die Dinge, die man nicht selbst beeinflussen kann, sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen – auch wenn wir jetzt sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben.

Die Ausgangslage in der Winterpause erinnert ein wenig an die vergangene Saison, als es um die Qualifikation zur dritten Liga ging. Kann man das vergleichen?

Die Situation ist nicht hundertprozentig vergleichbar. Ich denke schon, dass es dieses Jahr etwas schwieriger wird, denn die Qualität in der dritten Liga ist auf jeden Fall höher als letzte Saison. Wobei wir damals fünf Teams überholen mussten, um auf den zehnten Platz zu kommen; dieses Mal sind es „nur“ drei.

Mit der Verpflichtung von Danny Galm aus Cottbus sind fünf neue Spieler hinzugekommen. Ist das nicht ein Eingeständnis, bei der Kaderplanung vor der Saison etwas zu blauäugig ans Werk gegangen zu sein?

Zunächst einmal war nicht geplant, dass so viele Spieler dazugeholt werden. Wobei die Verpflichtung von Simon Köpf oder Dirk Dittrich eine perspektivische Geschichte ist. In der Abwehr hatten wir schon geglaubt, dass wir aufgrund der Rückrunde in der Vorsaison gut aufgestellt sind, dem war unterm Strich nicht so – wie die 42 Gegentreffer zeigen. Daher die Verpflichtung von Torsten Traub. Und vorne haben wir einfach zu wenig Tore gemacht. Deswegen haben wir Danny Galm dazugeholt und mit Mustafa Parmak noch einen alten Bekannten.

Stichwort Parmak. Was gab den Ausschlag für die Rückholaktion, nachdem man sich im Sommer nicht ganz einvernehmlich getrennt hatte?

Wir haben jetzt eine besondere, eine prekäre Situation, in der einzig und allein der Klassenerhalt im Vordergrund steht. Und da bestand Einigkeit, dass Mustafa Parmak uns weiterhelfen wird, weil er ein Spieler ist, der den Unterschied ausmachen kann. Deswegen haben wir gesagt, wir räumen die Dinge aus, die vorgefallen sind. Die sportliche Chance ist größer als das Risiko, dass es Unruhe gibt.

Mit 14 Punkten hinken Sie dem Ziel von 17, 18 Zählern hinterher. Hat sich der Trainerwechsel von Stefan Minkwitz zu Edgar Schmitt dennoch bezahlt gemacht?

Von der Art und Weise wie wir – zumindest phasenweise – aufgetreten sind, auf jeden Fall. Aber natürlich sind die Punkte letztlich entscheidend – und da hinken wir in der Tat zwei, drei, vier Zähler hinterher. Aber wenn wir, von der Ordnung her, so weitermachen, werden wir unsere Punkte sicher holen.

Warum hat es bei Alexander Malchow so lange gedauert, bis er wieder als Co-Trainer eingestiegen ist?

Er war einfach sehr eng mit Stefan Minkwitz verbunden, auch emotional, so dass die Zeit nicht reif war, gleich im Anschluss weiterzumachen. Und natürlich war der mit entscheidende Punkt, dass der Cheftrainer Edgar Schmitt gesagt hat, wir starten noch einmal einen Versuch. Je mehr Leute in der schwierigen Situation mithelfen, umso besser.

Am Donnerstag geht es nach Düsseldorf. Wie wichtig ist es, auch ohne die gesperrten Orlando Smeekes und Bashiru Gambo gut aus den Startlöchern zu kommen?

Das ist immer wichtig. Und vielleicht ist gerade so ein Spiel, in dem wir krasser Außenseiter sind, besser als ein Heimspiel, in dem wir mehr unter Druck stehen. Was nicht heißt, dass wir locker und unbeschwert hinfahren können. Jedes Spiel zählt für uns.

Der Kickers-Kader ist mit 27 Mann relativ groß. Nicht zu groß, um vernünftig arbeiten zu können?

Wir haben uns dafür entschieden, weil es zu viele Fragezeichen gibt. Langzeitverletzte wie Schmiedel, Janic, Rapp, Petruso, Prediger, von Russo ganz zu schweigen; hinzu kommt, dass Dittrich und Köpf finanziell nicht groß ins Gewicht fallen.

Dennoch kostet jeder Spieler Geld. Ist der Etat gesichert?

Da müssen wir schon noch unsere Hausaufgaben machen. Es gibt eine gewisse Lücke, die wir Stück für Stück schließen müssen. Aber das ist jedes Jahr dasselbe, auch wenn man sich nicht gerne daran gewöhnt.

Mit den finanziellen Sorgen stehen die Kickers nicht alleine da. Unterhachings Präsident hat einen Brief an den DFB-Chef Theo Zwanziger geschrieben, in dem er eine „Pleiteliga“ befürchtet. Zu Recht?

Zunächst einmal ist die Medien- und speziell die Fernsehpräsenz sehr gut.

Aber TV-Präsenz ist nicht gleich TV-Geld, daran mangelt es ja offensichtlich?

Der DFB argumentiert eben, dass man vom Verhältnis her in keiner dritten Liga in Europa so viel bekommt. Auf der anderen Seite sagen wir: Wenn man sich bei den Anforderungen an der zweiten Liga orientiert, muss man das auch beim TV-Geld tun. Und das steht in einem krassen Missverhältnis. Nächste Woche steht nochmal eine Managertagung auf dem Programm, dann werden wir sehen, welche neuen Erkenntnisse es gibt, nachdem für die Regionalliga bereits ein Entgegenkommen signalisiert worden ist.

Wäre das Horrorszenario Abstieg in die Regionalliga das Aus für die Kickers?

Nein. Es wird hier auf jeden Fall weitergehen, in welcher Form, das muss man dann abwarten. Bei der Einreichung der Lizenzierungsunterlagen werden wir natürlich zweigleisig planen, da sind wir gerade dabei. Ab heute, nachdem die Transferperiode vorbei ist.

Was halten Sie von der Einschätzung des Präsidenten Dirk Eichelbaum, der gesagt hat: Wenn die Kickers am Ende unter den letzten drei sind, bedeute dies nicht automatisch den Abstieg?

Ich halte es für sehr schwierig, zu beurteilen, wie es bei anderen Clubs aussieht. Wir sollten nicht spekulieren, dass dort etwas schiefläuft. Das wäre anmaßend. Wir müssen nur nach uns selbst schauen und Platz 17 erreichen – dann kann uns alles andere egal sein.

Fragen von Joachim Klumpp

Stuttgarter Zeitung