StN: Auch ohne Aussprache: Kickers hellwach

Stuttgart (jüf) – Es gab keine Aussprache und auch kein Donnerwetter: Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat nach dem ernüchternden Start in Düsseldorf (0:2) gestern mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching (Samstag, 14 Uhr) begonnen. Das Team präsentierte sich am frühen Morgen hellwach. Kapitän Alexander Rosen stellte fest: „Es war enorm viel Zug drin, ich glaube, irgendetwas hat sich den Köpfen der Spieler bewegt.“

Voll mitgezogen hat auch Orlando Smeekes. Der Offensivmann war in der Winterpause vom englischen Zweitligisten Sheffield United umworben worden. Eine Ablösesumme von angeblich 200 000 Euro stand im Raum. Doch der Wechsel platzte – was die Motivation des Holländers zunächst nicht gerade steigerte. Jetzt ist der 27-Jährige wieder voll bei der Sache. Das Dumme: Gegen Unterhaching ist er noch gesperrt. Dafür ist Bashiru Gambo wieder mit dabei. Und vielleicht Sascha Traut: Er trainierte gestern erstmals wieder mit dem Ball.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Abstiegskampf in Stuttgart

Der VfB-Trainer Adrion glaubt fest an den Klassenverbleib – Schwartz als Nachfolger im Gespräch

STUTTGART (pif/ump). Die beiden Stuttgarter Fußball-Drittligisten haben zum Auftakt 2009 herbe Rückschläge hinnehmen müssen. Während die Kickers bereits am Donnerstag in Düsseldorf 0:2 verloren, kassierte der VfB II gegen Union Berlin eine 0:3-Niederlage.

Der VfB Stuttgart hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um die Partie seiner zweiten Mannschaft gegen Union Berlin austragen zu können. Doch vielleicht hätte man das besser sein lassen, denn das 0:3 am Samstag vor den 1000 Zuschauern im Ausweichquartier der Mercedes-Benz-Arena war ein ganz herber Rückschlag. Für die Gastgeber jedenfalls war der neue Spitzenreiter eine Nummer zu groß. Denn der im Umbruch befindliche VfB-Mannschaft ist der Substanzverlust nach den Abgängen von Sebastian Rudy, Sebastian Träsch und Josè-Alex Ikeng im Mittelfeld sowie Julian Schieber und zuletzt noch Manuel Fischer im Sturm anzumerken.

Der Trainer Rainer Adrion sagte deshalb: „Momentan fehlt uns in kritischen Situationen die Stabilität“, die sonst zum Beispiel der verletzte Kapitän und Routinier Marijan Kovacevic ausstrahlte, „zudem müssen wir die vielen leichten Fehler und Missverständnisse noch abstellen, die es dem Gegner leichtmachen, uns zu schlagen“, sagte Adrion.

Die vorläufige Negativtendenz ohne Sieg aus den vergangenen fünf Partien dürfte ihm die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn treiben. Denn die erneute Anfälligkeit seines Teams bei Standards, wie etwa beim ersten Gegentreffer, sowie Missverständnisse im Spielaufbau und schlechtes Zweikampfverhalten in der Defensive, sind ihm nicht entgangen und werden ihm bis Saisonende noch jede Menge Arbeit bereiten, bevor er zum DFB wechselt. Als Nachfolger ist der Name Alois Schwartz im Gespräch, ein ehemaliger Kickers-Profi, der inzwischen erfolgreich die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern trainiert, die in der Regionalliga als Tabellenführer den Aufstieg anpeilt. Droht im Gegenzug dem VfB II der Abstieg? „Wir brauchen Zeit, und es wird noch eine schwierige Saison werden, aber ich bin mir sicher, dass wir den Ligaverbleib schaffen werden“, sagte Adrion.

Ganz so sicher ist man sich beim Lokalrivalen Stuttgarter Kickers da nicht (mehr). Die 0:2-Niederlage in Düsseldorf jedenfalls war ein Rückschlag zur falschen Zeit, nachdem sich alle Beteiligten nach einer intensiven Vorbereitung ein Erfolgserlebnis erhofft hatten. Wobei weniger das Ergebnis als die Art und Weise bedenklich stimmten. „Wenn wir so auftreten, reicht es nicht“, sagte der Kickers-Manager Joachim Cast. Und auch der Trainer Edgar Schmitt weiß um die Schwere der Aufgabe. Deshalb zählt inzwischen nicht nur jeder Punkt, auch jeder Platz, „vielleicht bekommt am Ende ja doch ein Verein keine Lizenz“, sagt Schmitt schon einmal, nachdem gestern auch noch der direkte Konkurrent Jahn Regensburg gewonnen hat.

Zunächst einmal wollen es die Kickers aus eigener Kraft schaffen, und wenn etwas zuversichtlich stimmt, dann die Abwehrleistung mit Torsten Traub und Marcus Mann in der Innenverteidigung. „Im besten Fall hätten wir 0:0 spielen können“, sagte Mann angesichts der mangelnden Chancen. „An der Fitness kann es nicht liegen“, sagt Mann, aber an den Ideen und der Durchschlagskraft. „Wir sind in diesem schönen Stadion vor Ehrfurcht erstarrt“, sagt Schmitt, der das 0:2 abgehakt hat. Gestern ließ sich Schmitt schon wieder um sieben Uhr morgens nach Degerloch fahren, um rechtzeitig zum Frühstück mit dem Team vor Ort zu sein: „Ich muss es ja vorleben.“ Die nächsten Tage stehen jeweils zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, auch wenn sich Schmitt morgen eine kurze Auszeit gönnen muss. Sein Mittelhandbruch wird operiert. „Aber am Mittwoch bin ich wieder da.“ Es klingt wie eine Drohung.

Stuttgarter Zeitung

StN: Abstiegsregelung bei Nichterteilen der Lizenz

Dynamo Dresden, Jahn Regensburg und Wacker Burghausen gelten in der dritten Liga als die größten Sorgenkinder, was die Finanzen betrifft. Der Lizenzentzug oder die Insolvenz eines Konkurrenten könnte für die Stuttgarter Kickers zur letzten Hoffnung werden. Hier die Regelungen:

„Nicht-Absteiger“ erhält keine Lizenz

Erhält ein auf sportlichem Weg für die neue Saison qualifizierter Drittligist keine Lizenz, so verringert sich die Zahl der sportlichen Absteiger entsprechend (§ 55a Nr. 3 der DFB-Spielordnung).

Insolvenz eines Drittligisten

Wird über das Vermögen eines Vereins ein Insolvenzverfahren eröffnet (nicht nur beantragt), steht die klassenhöchste Mannschaft des Clubs als erster Absteiger fest. Die Zahl der sportlichen Absteiger vermindert sich auch in diesem Fall entsprechend. Wird das Insolvenzverfahren vor dem letzten Spieltag eröffnet, werden alle Spiele aus der Wertung genommen. Wird es zwischen letztem Spieltag und dem 30. Juni eröffnet, steigt die Mannschaft zwar ab, aber die Spiele bleiben gewertet (§ 6 DFB-Spielordnung).

Regionalliga-Meister erhält keine Lizenz

Wenn einer der Regionalliga-Meister (Aufsteiger) keine Lizenz für die dritte Liga erhält, ändert dies nichts an der Zahl der sportlichen Absteiger aus der dritten Liga, sondern der Nächstplatzierte der Regionalliga steigt stattdessen auf (§ 55b Nr. 4 DFB-Spielordnung). Die sportlichen Absteiger bleiben abgestiegen. jüf

Stuttgarter Nachrichten

StN: Ernüchterung bei den Kickers

Ursachenforschung nach ängstlichem Auftritt in Düsseldorf – Coach Schmitt verteidigt hartes Training

Stuttgart – Die Lage für die Stuttgarter Kickers im Kampf gegen den Abstieg aus der dritten Liga wird immer prekärer. Vor allem die Art und Weise, wie die Blauen bei Fortuna Düsseldorf auftraten, stimmt bedenklich. „Die Ernüchterung ist sehr groß“, räumt Manager Joachim Cast offen ein.

VON JÜRGEN FREY

Dirk Eichelbaum ist kein Mensch, der sich versteckt. Doch nach dem 0:2 in der LTU-Arena hatte er keine Lust auf die Pressekonferenz. Auch jeglichen Kontakt zur Mannschaft mied er. Der Kickers-Präsident war bedient. Enttäuscht. Verärgert. Fassungslos. „Wir hätten auch fünf Stück kriegen können“, brummte Eichelbaum.

Mit dem Schlusspfiff begann die Ursachenforschung. Warum spielte das Team gegen einen alles andere als überragenden Gegner ängstlich, vollkommen harmlos, ohne jeden Druck nach vorne? Und das von Anfang an, nachdem man sich so viel vorgenommen hatte. Mit der Antwort taten sich alle Beteiligten enorm schwer. Kapitän Alexander Rosen zuckte mit den Schultern: „Ich habe keine Erklärung parat, wirklich nicht.“ Trainer Edgar Schmitt gab sich nicht ganz so ratlos: „Wir sind in dem großen Stadion vor Ehrfurcht erstarrt, waren im zentralen Mittelfeld nicht präsent genug und sind nur hinterhergelaufen.“ Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Die Blauen hielten in der Defensive durchaus engagiert dagegen, aber im spielerischen Bereich brachten sie nichts zustande. Weshalb die Verantwortlichen auch den Verdacht nicht gelten ließen, die enttäuschende Vorstellung sei womöglich auf eine zu harte Vorbereitung zurückzuführen. „Wir werden die Schlagzahl hochhalten“, sagt Schmitt – und bekommt Unterstützung von Cast: „Die harte Linie ist absolut angebracht.“

Der um einiges rauere Umgangston mit der Mannschaft, die enorm verschärften Übungseinheiten – es hat sich einiges verändert in der Winterpause. Neu ist auch, dass verletzte Spieler das Training vom Spielfeldrand aus beobachten müssen. Auch diese Maßnahme rechtfertigt Schmitt: „Manche Spieler nahmen sich oft eine Auszeit, jetzt überlegen sie sich vielleicht, ob sie nicht doch mitmachen.“ Unterschwellig mischt stets der Vorwurf mit, dass es in Sachen Disziplin und Professionalität innerhalb der Mannschaft Luft nach oben gibt.

Doch in Düsseldorf erhärtete sich der Verdacht, dass es an etwas ganz anderem hapert: an der nötigen Qualität. Speziell im Spiel nach vorne. Deshalb werden die Blauen am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen die SpVgg Unterhaching offensiver ins Spiel gehen. Mit Bashiru Gambo für den gelbgesperrten Alexander Rosen. Viele andere Alternativen gibt es nicht. Orlando Smeekes ist noch ein Spiel gesperrt, bei den verletzten Michael Schürg und Sascha Traut wird es für die Anfangsformation noch nicht reichen. Schmitts Hoffnung: „Mit zwei, drei Siegen sind wir wieder dran.“ In Anbetracht von bisher nur zwei Dreiern in 21 Spielen muss der Zusatz erlaubt sein: Wenn“s so einfach wäre.

Stuttgarter Nachrichen

Kickers: Wirbel um den Stürmer

Smeekes trauert Sheffield nach
STUTTGART (ump). Die 0:2-Niederlage der Stuttgarter Kickers in der dritten Fußballliga am Donnerstag in Düsseldorf war „ernüchternd“, wie es der Manager Joachim Cast ausdrückte. Vor allem, „weil wir nach vorne zu harmlos waren“, wie der Trainer Edgar Schmitt zugab. Der setzt in den nächsten Wochen auf die Rückkehr der schnellen Offensivkräfte – zum Beispiel auf Orlando Smeekes. Doch ausgerechnet um den Niederländer, der erst während der Saison verpflichtet wurde, herrscht immer wieder Aufregung.

Der Außenstürmer wollte in der Winterpause den Verein gerne verlassen, weil ihm ein lukratives Angebot des englischen Zweitligisten Sheffield United vorlag, der um den Aufstieg in die Premier League kämpft. Die Kickers waren offensichtlich auch gesprächsbereit (nicht zuletzt wegen einer zu erwartenden Ablöse), doch dann platzte das Probetraining auf der Insel und Smeekes blieb, wohl oder übel, bei den Kickers. Was seine Motivation zunächst nicht erhöht haben soll. „Aber er kann uns jetzt nicht die Schuld geben, dass der Wechsel nicht geklappt hat“, sagt der Trainer Edgar Schmitt, der im Abstiegskampf nur Spieler brauchen kann, die hundertprozentig bei der Sache sind.

Diese Einstellung war bei dem 27-Jährigen, der in 14 Einsätzen vier Tore erzielte, schon in der Vorrunde nur bedingt vorhanden, als sich Smeekes oft schwer in das taktische Konzept der Kickers einfügen ließ. Unrühmlicher Höhepunkt für den „fliegenden Holländer“ war dann der Platzverweis im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Wacker Burghausen. Doch nach einer internen Aussprache soll alles gut werden. „Er hat jetzt versprochen, dass er voll mitziehen wird“, sagt Schmitt. Allerdings ist Smeekes im nächsten Spiel gegen Unterhaching noch einmal gesperrt, so dass die Kickers da auf andere Alternativen setzen müssen: Sascha Traut oder vielleicht Michael Schürg. Denn nach vorne muss etwas passieren, das weiß auch Schmitt. „Mit nur einer Chance pro Spiel wie in Düsseldorf schaffen wir den Klassenverbleib nicht“, gibt der Trainer zu.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers (2:0)

0:2 in Düsseldorf – Kickers tun zu wenig

In der dritten Liga kommen die Stuttgarter nach einem harmlosen Auftritt nicht vom Tabellenende weg – Rosen fehlt nächste Woche

DÜSSELDORF (StZ/wz). Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat nach der Winterpause einen Fehlstart hingelegt – und bei Fortuna Düsseldorf 0:2 (0:1) verloren. Danach sagte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt: „Wir hatten uns viel mehr vorgenommen.“

Die Letzten werden die Ersten sein. Zumindest übertragen auf den Spielplan traf dieses Bibelwort gestern für die Stuttgarter Kickers zu. Das Schlusslicht der dritten Liga nämlich bildete den Auftakt ins Jahr 2009 – doch nach der 0:2-Niederlage in der LTU-Arena sind die Schwaben von der Tabellenspitze nach wie vor so weit weg wie vom DFB-Pokalsieg. „Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung“, sagte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt nach der Partie, „die Tore sind durch Fehler gefallen, die man so nicht machen darf.“

Dabei erlebten die Kickers die erste Schrecksekunde schon in der ersten Minute, als Ahmet Cebe frei zum Schuss kam, Torhüter Manuel Salz aber parierte. Wie auch später nach einem verunglückten Rückpass von Alexander Rosen vor Ranisav Jovanovic. Der Fortuna-Stürmer war dann aber beim Führungstreffer maßgeblich beteiligt. Der Ex-Mainzer hatte uneigennützig auf Simon Terodde, den Neuzugang aus Duisburg, gepasst, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte – ein schöner Angriff wurde mit dem 1:0 abgeschlossen und motivierte die Gastgeber vor den knapp zehntausend Zuschauern offensichtlich noch mehr. Fortuna gab den Ton an, das blieb auch dem Kickers-Trainer nicht verborgen, der schon mal Ralf Kettemann (als Alternative im defensiven Mittelfeld) zum Warmlaufen schickte, mit der Einwechslung aber bis zur Pause wartete.

Das Düsseldorfer Übergewicht war zwar vorhanden, allerdings machte die Mannschaft des Trainers Norbert Meier zu wenig daraus. Der hatte vor der Partie noch gewarnt: „Es wäre fatal, eine Mannschaft zu unterschätzen. 90 Minuten volle Konzentration sind gefordert, denn wir wollen um jeden Preis gewinnen.“ Nach einer halben Stunde der erste (und fast einzige) Warnschuss der Kickers von Rosen, der knapp am Pfosten vorbeiging. In der Phase vor der Pause hätte die Fortuna nachlegen können, vor allem als Jovanovic einen Freistoß aus 18 Metern an die Latte zirkelte. Mit dem 0:1 zur Halbzeit waren die Gäste jedenfalls gut bedient. Neben Torwart Salz lobte Schmitt vor allem den Neuzugang Torsten Traub („er hat eine überragende Leistung gezeigt“), obwohl die Fortuna in Jovanovic und Terodde zwei ständige Unruheherde im Angriff hatte.

Einen solchen wollte Edgar Schmitt dann mit der Einwechslung des Heimkehrers Mustafa Parmak nach einer Stunde auf Kickers-Seite bringen, doch zunächst einmal traf Olivier Caillas auf der Gegenseite mit einem Freistoß erneut nur die Latte. Glück für die Kickers! Doch auch das ist bei der Fortuna irgendwann aufgebraucht, so wie gestern in der 76. Minute. Wieder ein Freistoß für die Düsseldorfer – und diesmal traf der Ex-Aalener Marco Christ zum 2:0; aller guten Dinge sind eben drei. Damit war das Spiel gelaufen, zumal die Kickers im Angriff kaum eine Alternative besaßen, so dass der Oberligaspieler Mijo Tunjic zu seinem ersten Drittligaeinsatz kam. Aber unter dem Strich war die Offensivleistung zu harmlos, um bei dem Aufstiegsanwärter etwas zu holen.

Ob sich daran nächste Woche etwas ändert? Zwar ist Bashiru Gambo im Heimspiel gegen Unterhaching wieder spielberechtigt, doch Orlando Smeekes fehlt noch eine Partie, genau wie jetzt der Kapitän Alexander Rosen, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte. „Wir müssen die Ruhe bewahren“, sagte Schmitt gestern, der zudem immer betont hatte: „Am Schluss wird abgerechnet.“ Mit anderen Worten: wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ob das die Kickers sein werden?

Fortuna Düsseldorf: Melka – Halet, Palikuca, Langeneke, Hampel – Cebe (87. Costa), Sieger (70. Christ), Lambertz, Caillas – Jovanovic (77. Gaus), Terodde.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Härter (58. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Kacani (77. Tunjic), Galm.

Schiedsrichter: Kuno Fischer (Leer).

Tore: 1:0 Terodde (10.), 2:0 Christ (76.).

Zuschauer: 9125.

Gelbe Karten: Christ, Jovanovic – Rosen (5).

Stuttgarter Zeitung

0:2 – Kickers in Düsseldorf chancenlos

Die Blauen präsentieren sich beim Start ins Fußballjahr 2009 ohne Mut und Ideen

Düsseldorf – Nichts war es mit dem Startschuss zur Aufholjagd für die Fußballer der Stuttgarter Kickers: Das Drittliga-Schlusslicht unterlag bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:1). Die chancenlosen Blauen präsentierten sich im Spiel nach vorne viel zu harmlos.

VON BERND JOLITZ

Es gab schon einige Spiele in dieser Saison, da ärgerte sich Edgar Schmitt, wie unverdient seinen Blauen die Punkte flöten gingen. Nach der Partie in der LTU-Arena blieb dem Kickers-Trainer nichts anderes übrig, als den Sieg des Gegners neidlos anzuerkennen: „Das Spiel ist schnell erzählt“, sagte Schmitt, „Düsseldorf war besser und hat verdient gewonnen.“ Auch die Kickers-Neuzugänge konnten keine Impulse geben.

Von Anfang an standen die Blauen vor 9125 Zuschauern unter Druck. Bereits nach 24 Sekunden hatte die Fortuna eine Riesenchance durch Ahmet Cebe – Kickers-Keeper Manuel Salz parierte. In der zehnten Minute war der 23-Jährige dann machtlos: Simon Terodde traf nach feiner Vorarbeit von Ranisa Jovanovic. Es sah so aus, als würde Düsseldorf die Kickers überrennen. Doch nach 25 Minuten befreiten sich die Blauen vom Druck. Ein 17-m-Schuss von Kapitän Alexander Rosen ging haarscharf am Tor vorbei. Es sollte die einzige Chance der Kickers in diesem Spiel bleiben. Was umso bedenklicher stimmt, da auch die Fortuna in diesem durchschnittlichen Drittligaspiel kein Feuerwerk abbrannte. Die Erklärung von Trainer Norbert Meier: „Einige meiner Spieler hatten Magenkrämpfe, deshalb konnten wir das Tempo nicht hochhalten.“Es reichte auch so, um die ideen- und mutlosen Kickers zu besiegen. Jovanovic (40.) und Olivier Caillas (62.) hatten sogar noch Pech – sie zirkelten zwei Freistöße an die Latte. Besser machte es Marco Christ: Der Ex-Aalener sorgte mit seinem Freistoßtreffer aus 19 Metern für die Entscheidung – 2:0 (76.). Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum konnte auf der Tribüne nur den Kopf schütteln: „Was unsere Mannschaft zeigte, war einfach nur enttäuschend.“

Wie es besser werden soll? „Wir können jetzt nur hoffen, dass unsere kranken und gesperrten Spieler schnell wieder dabei sind“, sagte Schmitt. Bashiru Gambo ist in der nächsten Partie gegen die SpVgg Unterhaching am 14. Februar (14 Uhr/Gazistadion) wieder spielberechtigt. Auch Sascha Traut und Michael Schürg dürften dann wieder fit sein. Dafür fehlt Kapitän Alexander Rosen (fünfte Gelbe Karte). Und der Rückstand zum rettenden Ufer wird immer größer.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers zu harmlos
Der Fußball-Drittligist unterliegt in Düsseldorf mit 0:2

Düsseldorf (red) – Die Stuttgarter Kickers starten nach der Winterpause mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage bei der Fortuna Düsseldorf. Am 21. Spieltag der dritten Liga kassierten die Stuttgarter in der LTU-Arena die elfte Saisonpleite.

Die Rheinländer hingegen verbuchten ihren elften Sieg und bleiben als Vierter auf Tuchfühlung zum Spitzen-Trio. Vor 9125 Zuschauern makierte gestern Abend Simon Terodde bereits nach zehn Minuten die Düsseldorfer Führung. Marco Christ (76.) sorgte dann für die Entscheidung. Die Fortunen waren von Beginn an das aktivere Team und hatten deutlich mehr Spielanteile. „Wir waren am Ball nicht aggressiv genug“, bemängelt Edgar Schmitt. Der Stuttgarter Trainer ärgert sich zudem, dass beide Gegentreffer aus individuellen Fehlern resultierten. Dennoch nimmt Schmitt die Spieler in Schutz: „Düsseldorf hat einfach eine andere Qualität als unser Team.“ Vor der Partie hatten sich die Verantwortlichen und die Spieler viel vorgenommen – das Tabellenschlusslicht strahlte Zuversicht aus, auch hinsichtlich der Neuzugänge. Vor allem Torsten Traub überzeugte. „Er hat überragend gespielt“, spart Schmitt nicht mit Lob für den Abwehrspieler. Auch Danny Galm stand bereits in der Startelf und Mustafa Palmak wurde eingewechselt. Aber auch die Neuverpflichtungen gaben dem Spiel nach vorne nicht mehr Aggressivität. Gegen die SpVgg Unterhaching muss in der nächsten Woche zuhause nun dringend etwas Zählbares folgen. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter (59. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Galm, Kacani (77. Tunjic).

Eßlinger Zeitung

Gelungener Rückrundenauftakt für Fortuna – Kickers weiterhin Schlusslicht
Düsseldorfer erledigt Pflichtaufgabe

In der ersten Partie des 21. Spieltages empfing Fortuna Düsseldorf in der LTU Arena die Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Für die Düsseldorfer stand als Tabellenvierter gegen das Schlusslicht ein Pflichtsieg auf dem Programm. Durch den „Dreier“ setzen sich die Rheinländer zunächst vor Tabellennachbarn Emden auf den Relegationsplatz. Für die Kickers hingegen wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner: Sechs Punkte Abstand haben die Stuttgarter inzwischen auf den Siebzehnten Jahn Regensburg.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt hatte durch Verletzungen und Sperren keine große Auswahl. Der aus Aalen geholte Abwehrspieler Traub rückte für Ortlieb in die Innenverteidigung. Im Mittelfeld rückte Reiß für Traut in die Startformation. Die weitreichendsten Veränderungen nahm Schmitt in der Offensive vor: Für Schürg und den gesperrten Smeekes standen hier Neuzugang Galm und Kacani von Beginn an auf dem Platz. Auch Düsseldorfs Coach Norbert Meier veränderte sein Team in der Offensive: Hier musste der nach einer Grippe wiedergenesene Kastrati weichen. Für ihn begann Neuzugang Terodde neben Jovanovic.

Und der Fortuna-Neuling Terodde brachte sich von Beginn an gut in das Team ein. Bereits nach zehn Minuten stand er bei einem Zuspiel von Jovanovic, der sich gegen Mann durchgesetzt hatte, goldrichtig und verwandelte zur 1:0-Führung der Fortuna. Bereits drei Minuten später kam der Ball wieder gefährlich vor das Stuttgarter Tor. Doch der Aufpraller, den Keeper Salz wohl nicht mehr erwischt hätte, ging knapp neben das Tor. Auch im weiteren Spielverlauf blieb die Fortuna die spielbestimmende Mannschaft. Doch das Team von Norbert Meier verpasste es, die verdiente Führung auszubauen und blieb besonders bei Standardsituationen zu ungefährlich. In der 30. Minute kamen die Gäste dann zu ihrer ersten nennenswerten Chance: Galm zog ab, doch sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. Ein Freistoß aus 18 Metern hätte vor der Halbzeit fast doch noch das 2:0 gebracht. Doch der Schuss von Jovanovic ging an die Latte.

Die Stuttgarter kamen etwas besser aus der Pause. Doch zunächst setzte Deigendesch einen Freistoß der Kickers in die Mauer (48.), und einen weiteren Freistoß konnte Melka aus der Gefahrenzone fausten (54.). In der 62. Minute bekamen die Düsseldorfer nach einem Foul an Cebe einen Freistoß zugesprochen. Doch bei dem Schuss von Caillas rettete erneut das Aluminium für die Kickers. In der 76. Minute gelang den Düsseldorfern dann der 2:0-Treffer. Jovanovic wurde knapp vor den Strafraum unfair gestoppt und der sechs Minuten zuvor eingewechselte Christ verwandelte den fälligen Freistoß flach in die Ecke. Auch in der Schlussphase blieb der Düsseldorfer Sieg ungefährdet. Durch den fahrlässigen Umgang mit Standardsituationen verpassten die Fortunen jedoch einen höheren Sieg.

Die Düsseldorfer Fortuna empfängt am Samstag, den 14.02. ab 14 Uhr Wacker Burghausen. Zeitgleich haben die Stuttgarter Kickers die SpVgg Unterhaching zu Gast.

Kicker

0:2! Kickers viel zu harmlos
Von RUDI HERBERT

Wieder kein Schritt voran…0:2 in Düsseldorf!

Die Stuttgarter Kickers haben im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga eine weitere Chance leichtfertig vergeben.

Gegen die keineswegs überragenden Fortunen (zuvor 4 Spiele ohne Sieg) ließen die Schwaben einmal mehr den letzten Biss vermissen. Null Zug zum Tor, die Kickers waren viel zu harmlos.

Terodde (10.) und Christ (76.) machten die Tore für die Düsseldorfer, die außerdem noch zweimal die Latte trafen.

Für die Kickers war es schon die elfte Saisonniederlage im 21. Spiel. Mit Schlaffi-Auftritten wie diesem kommt Trainer Edgar Schmitt mit seiner Truppe ganz sicher nicht mehr vom Tabellenende weg…

BILD

Arbeitssieg zum Start 2:0 gegen Kickers! Christ erlöst Fortuna
Von DIRK KRÜMPELMANN und JÖRG ZSCHOCHE

Es war kein Fußball-Feuerwerk. Aber Fortuna Düsseldorf feierte gestern vor 9125 Fans in der Arena einen 2:0-Arbeitssieg gegen die Stuttgarter Kickers. Rückte damit dem Dritten Emden bis auf einen Punkt auf den Pelz.

Trainer Norbert Meier: „Ein wichtiger Sieg zum Auftakt, nur das zählt heute. Wir haben die Teams vor uns so unter Druck gesetzt.“

Aufatmen bereits vor dem Spiel: Michael Melka (Hüftprellung) und Jens Langeneke (Halswirbel-Probleme) bestanden den Härtetest, konnten ran. Und es ging sofort Richtung Kickers-Tor. Ahmet Cebe verballerte nach 26 Sekunden aus 14 Metern.

Trotzdem gelang die frühe Führung. Sturmführer Ranisav Jovanovic tankte sich mit einem Klasse-Solo durch die Gäste-Abwehr. Alleine vor Stuttgart-Keeper Manuel Salz legte er den Ball uneigennützig quer. Der mitgelaufene Simon Terodde brauchte nur noch zum 1:0 ins leere Tor einschieben (10.). Für „Torodde“ beim ersten Punktspiel für Fortuna ein toller Einstand.

Aber – danach ließ sich Fortuna von den erschreckend schwachen Kickers einlullen. Die kamen plötzlich sogar zu zwei, drei Torschüssen.

Doch der Letzte im Abschluss viel zu harmlos. Fortuna allerdings auch nur noch durch ruhende Bälle gefährlich. Kurz vor der Pause zirkelte Jovanovic einen 18-Meter-Freistoß vor die Latte (40.). Nach 62 Minuten machte ihm Olivier Caillas das nach, nagelte einen Freistoß aus 20 Metern vors Gebälk.

Der eingewechselte Christ zeigte beiden dann, wie es klappt. Und erlöste so Fortuna! Sein trockener 18-Meter-Hammer (natürlich ein Freistoß!) – 2:0 (76.). Der Dreier endgültig war eingetütet.

Keeper Melka: „Das war ein Pflichtsieg. Wir hätten es eher entscheiden können. Aber der Sieg war nie ernsthaft in Gefahr.“ Und Torschütze Terodde fügte hinzu: „Wir haben uns den Erfolg hart erarbeitet. Wir wollten die drei Punkte unbedingt.“ Hat geklappt…

BILD

Auftakt misslungen: Kickers unterliegen in Düsseldorf mit 0:2

Die Stuttgarter Kickers haben am Donnerstagabend ihr Drittliga-Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:1) verloren. Simon Terrode erzielte in der zehnten Spielminute den Führungstreffer für den Tabellenvierten, in der 76. Minute traf der kurz zuvor eingewechselte Marco Christ zum Endstand. Auf der Gegenseite gelang es dem Tabellenletzten im Verlauf der 90 Spielminuten jedoch nicht, sich vor den gut 9000 Zuschauern nennenswerte Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Einzige Ausnahme: ein Schuss von Kickers-Kapitän Alexander Rosen, der in der ersten Halbzeit das Ziel nur knapp verfehlte.

Vor dem Anpfiff der Partie in der derzeit größten Spielstätte der dritten Fußball-Liga (Fassungsvermögen: 30 500 Zuschauer) hatte sich der Düsseldorfer Trainer Norbert keineswegs siegessicher gezeigt. Die Kickers seien „ein unbequemer Gegner und besser als ihre Platzierung ahnen lässt“, sagte Meier. In zuletzt einigen Partien hätten dies die Degerlocher, die sich in der Winterpause mit fünf neuen Akteuren verstärkten, eindrucksvoll bewiesen. „Daher wäre es fatal, eine Mannschaft zu unterschätzen. 90 Minuten volle Konzentration sind gefordert, denn wir wollen um jeden Preis gewinnen.“

Es ist letztlich so gekommen, wie es der Fortunen-Coach von seiner Mannschaft gefordert hatte. Nach den 90 Spielminuten mussten die Gäste, die Mannschaft von Kickers-Trainer Edgar Schmitt, die Überlegenheit des Tabellenvierten anerkennen. Zwei Neuzugänge, der Innenverteidiger Torsten Traub und der Angreifer Danny Galm, standen in der Startformation. Im Verlauf des zweiten Abschnitts kam auch noch Mustafa Parmak in die Partie. Jedoch: Nicht nur dass die Gastgeber im Verlauf der Partie durch den Winter-Zugang Simon Terrode (10.) und Marco Christ (76.) die Treffer erzielten. Die Hausherren besaßen vor 9125 Besuchern darüber hinaus bei zwei Lattentreffern die Chance, das Ergebnis durchaus noch deutlicher zu ihren Gunsten gestalten.

Bester Akteur aufseiten der Stuttgarter Kickers war am Donnerstagabend neben Torsten Traub, der laut Trainer „eine überragende Leistung gezeigt hat“, der Schlussmann Manuel Salz. Mit zahlreichen Paraden und guten Reflexen hielt der 23-Jährige seine Mannschaft über lange Zeit im Rennen. An den beiden Gegentoren war jedoch auch Salz machtlos. Dem Führungstreffer vorangegangen war ein Ballverlust von Benedikt Deigendesch im Mittelfeld. Bei der anschließenden Rettungsaktion rutschte der Abwehrspieler Marcus Mann zu allem Überfluss auch noch aus. Schlussendlich war Terrode als Torschütze der Nutznießer – das 1:0. Alexander Rosen hatte die einzige gefährliche Situation vor dem Seitenwechsel. Sein Schuss ging allerdings knapp am Düsseldorfer Gehäuse vorbei. Für den gelb-rot-gefährdeten Kickers-Mannschaftskapitän, der nach der Halbzeitpause in der Kabine blieb, brachte Trainer Schmitt Ralf Kettemann.

Die Entscheidung in dieser Partie fiel schließlich in der 76. Spielminute im Anschluss an einen Freistoß am Kickers-Strafraumeck. Christ, erst wenige Minuten zuvor eingewechselt, fasste sich aus knapp 16 Meter ein Herz und drosch die Kugel mit einem sehenswerten Diagonalschuss ins lange Eck – unerreichbar für den guten Manuel Salz. Edgar Schmitt war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff anzusehen. „Wir hatten uns viel mehr vorgenommen“, sagte er, „doch vor allem im Spiel nach vorne haben wir uns heute zu harmlos angestellt“.

Die Spielstatistik:

Fortuna Düsseldorf: Melka – Halet, Palikuca, Langeneke, Hampel – Cebe (86. Costa), Sieger (70. Christ), Lambertz, Caillas – Jovanovic (77. Jaus), Terodde. Trainer: Meier.
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter (59. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Galm, Kacani (77. Tunjic). Trainer: Schmitt.

Zuschauer:
9125 Fans in der Düsseldorfer LTU-Arena

Tore:
1:0 Terrode (10.), 2:0 Christ (76.)

Schiedsrichter:
Fischer (Leer)

Verwarnungen:
Jovanovic, Christ / Rosen

Offizielle Homepage

EßZ: Das Urgesteinle

Verteidiger Moritz Steinle ist den Stuttgarter Kickers seit 19 Jahren treu und soll mit seiner Erfahrung im Abstiegskampf helfen

Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Er ist der Dauerbrenner bei den „Blauen“: Als siebenjähriger Steppke kam Moritz Steinle einst zu den Stuttgarter Kickers und blieb ihnen von der F-Jugend über die Amateure bis zur ersten Mannschaft treu. Noch niemals in den vergangenen 19 Jahren hat der Außenverteidiger, der nächste Woche seinen 26. Geburtstag feiert, das Trikot eines anderen Vereins getragen. Umso härter traf es ihn, als er in der vergangenen Saison plötzlich kaum noch zum Einsatz kam. Und umso erfreuter war Steinle, als er Anfang Dezember plötzlich in die Stammformation zurückgeholt wurde – und dem Schlusslicht nun dabei helfen soll, die Kurve zu kriegen.

„Ich habe immer gesagt, dass ich zur Verfügung stehe, wenn Not am Mann ist“, erklärt der Stuttgarter, der sich nach der bitteren Zeit auf der Ersatzbank eigentlich von der Profi-Karriere verabschiedet hatte. Seit Sommer konzentriert er sich auf seine berufliche Laufbahn. „Dass ich studieren wollte, war von Anfang an klar. Schließlich muss man auch noch etwas Gescheites machen“, meint Steinle mit einem Schmunzeln. Seine sportliche Situation hatte ihm die Entscheidung erleichtert, sofort mit dem Studium der Verpackungstechnik an der Fachhochschule in Stuttgart-Vaihingen loszulegen. Dem Oberliga-Team blieb das Urgestein erhalten. Dass er bei seiner überraschenden Reaktivierung auch ein Stück weit Genugtuung em­pfand, leugnet der 25-Jährige nicht: „Natürlich, es ist immer ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden.“

Doch eins ist für ihn klar: „Das Studium geht vor.“ Das weiß auch der Verein und akzeptiert diese Einstellung. „Wir sind froh, dass wir so einen Mann noch in der Hinterhand haben“, sagt Manager Joachim Cast. So wird der Trainingsplan des Erstsemestlers dem Stundenplan angepasst und nicht anders herum. Muss er bei den Einheiten der ersten Mannschaft im Hörsaal sein, trainiert er abends mit dem Oberliga-Team. Jetzt stehen allerdings drei harte Wochen für den Fußball spielenden Studenten an. Am Montag hat die Prüfungszeit begonnen, in der insgesamt sieben Klausuren zu absolvieren sind. Beim Auftaktspiel heute (19 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf kann der 25-Jährige aber trotzdem dabei sein. Der Termin liegt genau zwischen zwei Tests gestern und morgen – und Steinle fiebert ihm trotz Lernstress schon lange entgegen. „Das will ich mir nicht entgehen lassen“, sagt er zu dem Duell der Traditionsvereine in der größten Arena der dritten Liga. Gelernt wird halt auf der Busfahrt.

Solide und zuverlässig
Bei seinem Comeback am 7. Dezember agierte der Abwehrspieler gewohnt solide und zuverlässig und spielte sich so in die Stammformation von Trainer Edgar Schmitt, in der er für die Dauer der Rückrunde gesetzt sein dürfte. „Ich war total nervös“, erinnert sich Steinle an seine erste Drittliga-Partie gegen den SV Werder Bremen II. Doch das merkte man ihm nicht an. Im Gegenteil: Der Routinier strahlte Ruhe und Sicherheit aus. „Ich stand nicht so unter Druck, war unbelasteter, da ich die schlechten Erfahrungen in dieser Saison nicht mitgemacht hatte“, erklärt er seine Lockerheit. Für ihn ging es quasi bei Null los. Der Rechtsfuß hofft, nun dazu beitragen zu können, dass die Mannschaft ihren häufigen Einbruch in der Schlussphase abstellt. „Viel reden und im Zweikampf Zeichen setzen“, lautet sein Rezept, um die Konzentration bis zum Abpfiff hoch zu halten.

Apropos Zweikampf: Eigentlich ist Steinle keiner, der beinhart zur Sache geht. Das beweist ein Blick in seine Regionalliga-Bilanz: In 117 Spielen kassierte er nur zwölf Gelbe Karten – ungewöhnlich für einen Verteidiger. „Ich versuche eben immer früher am Ball zu sein und die Situation so elegant wie möglich zu lösen“, erklärt Steinle, weist allerdings pflichtbewusst auf seine bisher einzige Rote Karte im DFB-Pokal hin. „Aber das war eine Fehlentscheidung“, betont er lächelnd.

Nicht nur in Sachen Kickers zeichnet ihn eine bemerkenswerte Treue aus. Dass der 25-Jährige generell ein beständiger Typ ist, zeigt sich auch in seiner Beziehung zu Freundin Rebecca, mit der er bereits seit acht Jahren zusammen ist. Sie war eine wichtige Stütze für ihn, als es sportlich nicht so gut lief und ist jetzt natürlich froh und stolz, wenn sie mit Hund Max ihren Moritz in der dritten Liga kicken sieht.

Eßlinger Zeitung