Vorberichte III: Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf

Heimpremiere gegen Düsseldorf

Kickers hoffen auf Ansturm der Fans
STUTTGART (hec). Die Stuttgarter Kickers rüsten sich unter dem Motto „Kickstart gegen Fortuna Düsseldorf“ für das erste Heimspiel heute (14 Uhr, Gazi-Stadion) in der dritten Fußballliga. Die Mannschaft will die Niederlage zum Auftakt vor einer Woche in Burghausen ausbügeln. „Wir haben Respekt vor Düsseldorf, aber sicher keine Angst“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, der sich die 1:4-Niederlage der Düsseldorfer gegen Paderborn vor Ort angesehen hat.

Alles andere als einen Kickstart hat zuletzt Sascha Traut hingelegt. Der Mittelfeldspieler absolvierte einen Laktattest mit schlechtem Ergebnis und könnte daher zu den Kandidaten zählen, die auf der Bank Platz nehmen müssen. „Es könnte ein, zwei Veränderungen geben“, sagt Minkwitz, der verletzungsbedingt auf Josip Landeka, Franco Petruso, Jörn Schmiedel und Gino Russo verzichten muss. Ob Sokol Kacani aufläuft, der zuletzt mit einem Wechsel nach Teheran geliebäugelt hatte und nun doch in Stuttgart bleibt, steht noch nicht fest. Klar ist dagegen, dass Minkwitz von einer Geldstrafe für den Stürmer wegen Fehlens im Training absieht.

Neu ist zudem, dass das Gazi-Stadion wegen des erwarteten Andrangs heute schon um 12.15 Uhr seine Tore öffnen wird. Bis jetzt sind rund 3000 Tickets verkauft, die Verantwortlichen rechnen aber mit mindestens 5000 Zuschauern. Auch die Marke von 1000 verkauften Dauerkarten will der Verein an diesem Wochenende erreichen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers und Fortuna – mal oben, mal unten

Tote Hosen als Retter des Düsseldorfer Clubs

Stuttgart – An diesem Samstag (14 Uhr) wartet der erste Saisonhöhepunkt auf Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers: Fortuna Düsseldorf ist im Gazistadion zu Gast. Beide Vereine haben einiges gemeinsam – sie spielten vor langer Zeit in der Bundesliga, und beide standen kurz vor der Insolvenz.

VON JÜRGEN KEMMNER

Stefan Minkwitz hat ein gespaltenes Verhältnis zur Fortuna aus Düsseldorf. Die Erinnerung ist einerseits ein Fußball-Traum. „Es war schon großartig, vor 50 000 Menschen gegen Dortmund, Schalke und die Bayern zu spielen“, erzählt der Kickers-Trainer. Am Rhein feierte er einen seiner größten sportlichen Erfolge – den Aufstieg in die Bundesliga 1995. Doch das Glück war Minkwitz bei Fortuna nicht hold, und damit beginnt der Albtraum. In der Erstliga-Saison stand Trainer Aleksandar Ristic nicht mehr auf die Künste des Mittelfeldmannes. Nur zehn Einsätze, für Minkwitz war der Abschied beschlossen. „Ich wollte spielen, also musste ich weg“, erzählt der 40-Jährige. Er landete 1996 in Degerloch und ist den Blauen bis heute treu.

Minkwitz hat die Fortuna rechtzeitig vor den größten Turbulenzen verlassen. 2001 drohte der Regionalliga-Lizenzentzug, die Richter warteten täglich auf den Insolvenzantrag. Sein Überleben verdankt der Club den Toten Hosen. Die Punkrock-Band spendierte als Soforthilfe eine Million Mark, und seitdem sprudelt die Quelle – mal mehr, mal weniger. Selbst als der zweimalige DFB-Pokalsieger 2002 in die viertklassige Oberliga Nordrhein musste, hielt die Band die Treue – gemäß eines ihrer Songtitel: „Bis zum bitteren Ende.“ Sänger Campino, heute 46, sagte damals: „Für mich ändert sich existenziell nichts, ob mein Verein in der vierten Liga oder in der Bundesliga spielt. Ich finde Fortuna gut oder finde sie nicht gut, das ist nicht abhängig von der Liga.“ Minkwitz hat den Sänger in seiner Düsseldorfer Zeit nicht kennengelernt. „Die Gruppe hat damals ihre Live-Touren mit dem Auswärtsspielplan der Fortuna abgestimmt“, erzählt er, „ob sie es noch immer so machen, weiß ich nicht.“ Sicher ist aber: Im Gazistadion tauchen die Toten Hosen nicht auf – sie produzieren gerade ein neues Album im Studio.

Wie sich die Geschichten gleichen: Auch die Blauen standen kurz vor der Pleite – ihr Campino hieß Hans Kullen. Der Mann von der Alb kam 2003 und verhinderte mit 436 000 Euro aus seiner Privatschatulle die Insolvenz. Mindestens zwei Unterschiede gibt“s jedoch zu Campino: Kullen spricht kein Hochdeutsch, und er hat nach seiner unfreiwilligen Demission als Präsident seinem Ex-Verein längst den Rücken gekehrt.

Bei der Fortuna von 2008 erinnert wenig an die glanzvolle Zeit mit zwei DFB-Pokalsiegen (1979, 1980) und der Endspiel-Teilnahme im Europapokal der Pokalsieger 1979 (3:4 n. V. gegen den FC Barcelona). Die Ansprüche der Fans sind aber nach wie vor groß. Der Aufstieg soll“s bitte schön sein. „Hier wird immer geträumt“, stöhnt Sportmanager Wolf Werner, „aus der Wirtschaft kommt kaum Hilfe – aber jeder erwartet in der stärkeren dritten Liga den Aufstieg von uns.“ Mit einem Etat von 3,3 Millionen Euro gehört Düsseldorf wie die Kickers (3,0 Millionen) zu den Leichtgewichten der Liga. Trainer Norbert Meier ist nicht zu beneiden.

Am Samstag treffen die Kickers und Düsseldorf nach fast zehn Jahren wieder in einem Pflichtspiel auf der Waldau aufeinander. Die Zweitliga-Partie am 16. August 1998 endete 1:0 für die Kickers. Markus Sailer erzielte das goldene Tor. Und Stefan Minkwitz gehörte auch zum Siegerteam.

Stuttgarter Nachrichten

Cast setzt auf Trotzreaktion

Stuttgart (bw) – Zu ihrem ersten Heimspiel in der dritten Liga empfangen die Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) im heimischen Gazi-Stadion Fortuna Düsseldorf.

stuttgarter Kickers

Nach dem Fehlstart in die Saison mit der 0:2-Niederlage bei Wacker Burghausen ist bei den Kickers Wiedergutmachung angesagt. „Die Mannschaft ist heiß und will diese Scharte auswetzen“, kündigt Trainer Stefan Minkwitz vor dem Traditionsduell gegen seinen ehemaligen Club an. Auch Manager Joachim Cast setzt auf eine Trotzreaktion. „Jeder muss an seine Grenzen gehen, sonst können wir in dieser Liga nur schwer bestehen“, appelliert er an die Einstellung des Teams. Daher bekommen wohl alle Akteure, die in Burghausen zum Einsatz gekommen waren, gegen Düsseldorf die Chance, es besser zu machen. „Vielleicht ändert sich aber auch auf einer oder zwei Positionen noch was“, lässt Minkwitz die Startformation offen. Am Sonntag war Neuzugang Ralf Kettemann nach einem Ermüdungsbruch im Mittelfuß ins Mannschaftstraining eingestiegen und ist damit eine Alternative im Mittelfeld. Bis auf die verletzten Jörn Schmiedel und Franco Petruso stehen alle Spieler zur Verfügung – auch Stürmer Sokol Kacani, der sich nun doch entschieden hat, nicht nach Teheran zu wechseln, sondern bei den Kickers zu bleiben. Das letzte Duell zwischen den „Blauen“ und Fortuna gab es übrigens vor genau zehn Jahren in der zweiten Liga. Endstand auf der Waldau: 1:0 für die Kickers.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Der Schlüssel heißt heute Lambertz
VON BERND JOLITZ

Düsseldorf (RP) Die Situation erinnert frappierend an den August 2006. Von großer Euphorie begleitet waren Fortunas Fußballer damals in die Regionalliga-Saison gegangen ­- und dann legten sie einen klassischen Fehlstart hin. 0:3 verloren sie zum Auftakt in der LTU-Arena gegen Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen, ließen dann ein 0:1 beim VfL Osnabrück folgen.

Auch der SC Paderborn, dem die Düsseldorfer am vergangenen Sonntag 1:4 unterlagen, kam aus der Zweiten Liga herunter. Und sogar die Tordifferenz bei der herben Heimpleite war die gleiche -­ da wird doch nun nicht eine weitere Schlappe ins Haus stehen?

Fußballfreunde, die an solche Serien glauben, finden vor dem heutigen Drittliga-Gastspiel bei den Stuttgarter Kickers (14 Uhr, Stadion auf der Waldau) reichlich Futter. Zumal die Schwaben in Stefan Minkwitz einen Ex-Düsseldorfer auf der Trainerbank haben (wie Paderborn in David Krecidlo einen solchen aufs Feld schickte) und obendrein eine glänzende Bilanz gegen Fortuna aufweisen. Von zwölf Pflichtspiel-Duellen verloren die Kickers nur vier, entschieden aber sieben für sich.

Schön für die Düsseldorfer, dass Fußballspiele immer noch auf dem Rasen entschieden werden und nicht per Wahrscheinlichkeits-Rechnung. Deshalb ist Trainer Norbert Meier auch durchaus zuversichtlich: „Wir sind alle überzeugt, dass die Mannschaft es viel besser kann als gegen Paderborn.” Er beschönigt deshalb allerdings nichts. „In Sachen Defensive hatten wir in dieser Woche sowohl Gesprächs- als auch Übungsbedarf”, sagt der Coach. „Nicht nur das Abwehrverhalten unserer Innenverteidiger war das Problem, sondern das der gesamten Mannschaft.”

Zudem kam Kapitän Andreas Lambertz, der Motor des Düsseldorfer Spiels, überhaupt nicht in Tritt. „Lumpi ist ein sehr laufstarker Spieler”, erklärt Meier, „aber wenn er wie am Sonntag mitunter nur drei, vier Ballkontakte in zehn Minuten hat, ist das nicht sein Ding.” Es gebe die Überlegung, Lambertz weiter in der Spielfeldmitte agieren zu lassen, ergänzt der Coach. Wie er das aber mit Stephan Sieger und Marco Christ, die dort gegen Paderborn spielten, in Einklang bringen will, lässt er offen. „Das Wichtigste ist”, so Meier, „dass wir Lumpi wieder in gute Verfassung bekommen.”

RP Online

Vorberichte II Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf

Kickers vor der Heimpremiere

Kacani bleibt in Stuttgart

STUTTGART (hec). Stefan Minkwitz schaut nicht zurück, sondern nach vorne: der Trainer der Stuttgarter Kickers trifft mit seiner Mannschaft morgen (14 Uhr, Gazi-Stadion) auf seinen ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf, will sich aber nicht lange mit seiner Vergangenheit als Spieler dort beschäftigen: „Das ist vorbei, was jetzt zählt ist die Partie am Samstag.“ Nach der Auftaktniederlage der Kickers in der dritten Fußballliga (0:2 in Burghausen) will Minkwitz am zweiten Spieltag „die Scharte auswetzen“. Dabei kann der Trainer auch auf Ralf Kettemann zurückgreifen, der nach seinem auskurierten Ermüdungsbruch wieder ins Training eingestiegen ist und morgen zum Kader gehören wird.

Überraschenderweise steht auch Sokol Kacani den Kickers weiter zur Verfügung. Der Stürmer, der einen Wechsel nach Teheran angekündigt hatte, bleibt nun doch in Stuttgart und erfüllt seinen Vertrag bei den Blauen. „Das kam unerwartet, aber wir akzeptieren es. Kacani erhält nun wieder eine Chance wie jeder andere“, sagt Minkwitz. Weil Kacani nun weiterhin auf der Gehaltsliste steht, haben die Kickers derzeit keinen finanziellen Spielraum, um einen neuen Stürmer zu verpflichten. Der namibische Nationalspieler Wilko Risser wurde deswegen nach seinem Probetraining auf der Waldau wieder nach Hause geschickt. „Eine Verpflichtung wäre nur im Falle eines Wechsels von Kacani möglich gewesen“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast: „Wir sondieren aber trotzdem bis zum Ende der Transferfrist den Markt.“

Für die Heimpartie morgen gegen Fortuna Düsseldorf sind bisher 2500 Karten verkauft. Da aber erst am Mittwoch endgültig die Entscheidung fiel, dass die Partie im Gazi-Stadion ausgetragen werden kann, rechnen die Kickers mit einer hohen Nachfrage an der Tageskasse und hoffen auf mindestens 5000 Zuschauer. „Solch ein klangvoller Name lockt hoffentlich die Fans und muss jeden unserer Spieler motivieren, bis über die Schmergrenze hinauszugehen“, sagt Cast.

Stuttgarter Zeitung

„Hauptsache wir verfahren uns nicht“
Nachgefragt bei Norbert Meier
 
Norbert Meier (49), ehemaliger Fußball-Nationalspieler und deutscher Meister mit Werder Bremen, trainiert seit dem 1. Januar Fortuna Düsseldorf. Vor dem Spiel morgen bei den Stuttgarter Kickers hat sich Matthias A. Schmid mit ihm über die Ziele von Fortuna und die dritte Liga unterhalten.

Herr Meier, das Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers findet nun nach langem Hin und Her doch im kleinen Kickers-Stadion statt. Hätten Sie mit Ihrer Mannschaft nicht lieber in der großen Mercedes-Benz-Arena gespielt?

Die Hauptsache ist doch, dass wir uns in Stuttgart nicht verfahren und pünktlich das richtige Stadion finden. Der Weg zum VfB ist mir schon geläufiger, aber die Heimstätte der Kickers ist nun einmal das Stadion auf der Waldau. Ich hätte sowieso nicht für möglich gehalten, dass man wegen fehlender Arrestzellen ein Spiel verlegen muss.

Aber diese Zellen gehören zu den neuen, strengeren Auflagen in der dritten Liga. Was halten Sie denn von der Einführung der neuen Profiklasse?

Es ist zum einen schon sehr reizvoll nun gegen Mannschaften spielen zu können, die uns zuvor selten oder überhaupt nicht begegnet sind. Vor allem die Fans finden es interessanter, wenn sie durch das gesamte Bundesgebiet reisen können und nicht nur nach Wuppertal oder zu Köln II.

Aber für viele Clubs ist die dritte Liga auch ein finanzieller und logistischer Kraftakt.

Das ist richtig. Und man darf nicht nur die zusätzlichen Reisekosten berücksichtigen oder den Mehraufwand für das Stadion. Sehr viel komplizierter als zuvor ist auch das Spielerscouting, weil wir uns nicht mehr auf die jeweilige Staffel konzentrieren können. Wir müssen jetzt ganz Deutschland im Blick haben. Das ist für viele Vereine nicht einfach zu stemmen.

Sportlich dürfte das Niveau deutlich angestiegen sein?

Die dritte Liga ist viel stärker als die Regionalliga, weil die besten Mannschaften nun dort alle versammelt sind. Ich kann Ihnen auch keine Mannschaft nennen, die gegen den Abstieg spielen wird. Ich sehe vielmehr die meisten Teams auf einem ähnlichen Niveau.

Gilt das auch für die Stuttgarter Kickers?

Natürlich. Ich bin davon überzeugt, dass in der dritten Liga jeder jeden schlagen kann. Man kommt ob der gestiegenen Qualität aller Teams auch nicht in die Gelegenheit, einen Kontrahenten zu unterschätzen.

Sie haben zum Auftakt zu Hause gegen Paderborn mit 1:4 verloren. Allerdings wird der Ligaverbleib in Düsseldorf mit einer solchen Tradition und einem bundesligatauglichen Stadion sicherlich nicht das Ziel sein, sondern eher der Aufstieg.

Natürlich ist das Anspruchsdenken in Düsseldorf höher als zum Beispiel bei den Kickers. Ich bin auch optimistisch, dass wir oben mitspielen. Aber dieses Anspruchsdenken muss auch immer durch Leistung auf dem Platz zementiert werden. In der vergangenen Saison haben zum ersten Mal nach langer Zeit die Ergebnisse wieder gestimmt, und wir haben erst am letzten Spieltag den Aufstieg in die zweite Liga verpasst. Aber man hat gerade gegen Paderborn gesehen, dass in dieser Liga jeder Fehler bestraft wird.

Stuttgarter Zeitung

Keine Geschenke für Fortuna
Kickers fiebern Heimauftakt gegen Ex-Bundesligist Düsseldorf entgegen
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers freuen sich auf die Heimpremiere in der dritten Fußball-Liga: Am Samstag (14 Uhr) kommt Fortuna Düsseldorf ins Gazistadion – eines der attraktivsten Teams der Liga. Die Blauen hoffen auf einen Zuschauerrekord.

7220. Diese Zahl kennen sie bei den Kickers. 7220 Fans kamen in der Saison 2006/2007 zur Partie gegen den VfB II ins Gazistadion – seitdem gilt dies als Drittliga-Rekord für die Blauen. „Das ist der attraktivste Gegner der Liga, der Höhepunkt der Saison“, sagt Manager Joachim Cast, „ich halte es für möglich, dass wir in diese Sphären vorstoßen.“ Der Club hat sich auf einen Ansturm vorbereitet: Die Kassen sind von 12.15 Uhr an geöffnet, 30 Minuten früher als üblich.

Auch Trainer Stefan Minkwitz hat sich und sein Team auf die Partie eingestellt. Der 40-Jährige hat den Ex-Bundesligisten bei der 1:4-Niederlage gegen den SC Paderborn am vergangenen Sonntag beobachtet. „Wir dürfen uns nicht von diesem Ergebnis blenden lassen“, betont er, „aber natürlich habe ich auch Schwächen bei den Düsseldorfern gesehen.“ Minkwitz will nicht verraten, wo er die Achillesferse der Fortuna ausgemacht hat. Sein Trainergeheimnis bleibt auch die endgültige Aufstellung der Kickers – auf maximal zwei Positionen könnte sich die Anfangsformation im Vergleich zum Spiel in Burghausen (0:2) ändern. Für Benedikt Deigendesch und Michael Schürg könnten Josip Landeka und Marco Tucci auflaufen. Ralf Kettemann hat den Ermüdungsbruch überstanden, der Einsatz von Beginn an kommt wohl noch zu früh. Und Sokol Kacani, der den Club nun doch nicht in Richtung Teheran verlässt, muss Minkwitz erst noch beweisen, dass er unverzichtbar ist.

Kacani bleibt, die Suche nach Neuzugängen ist vorerst abgeblasen. „Das Budget ist erschöpft“, sagt Cast, „aber wenn eine echte Verstärkung auf dem Markt ist, werden wir darüber reden.“ Wenn gegen Düsseldorf über 7220 Fans kämen, wäre das eine kleine Finanzspritze. Doch eines ist sicher: Gastgeschenke werden die Kickers an die Fortuna deshalb nicht verteilen. Jürgen Kemmner

Stuttgarter Nachrichten
Mit neuem Image ins „Kellerduell“

Die Stuttgarter Kickers wollen morgen im ersten Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf das Gazi-Stadion „rocken“
 
Stuttgart – Neue Liga, neues Image: Die Stuttgarter Kickers touren in dieser Saison im Stile einer Rockband durch Deutschland. Beim ersten Heimspiel morgen (14 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf will der Fußball-Drittligist nun das Gazi-Stadion „rocken“ – erst recht, nachdem der Saisonauftakt misslang.
 
Von Beate Wockenfuß

Verruchter Blick, lässiges Outfit, coole Pose – Kickers-Torhüter Manuel Salz präsentiert auf dem aktuellen Plakat das neue Image des Clubs und will gleichzeitig zum großen Duell der beiden Traditionsvereine locken. Mit „5000 plus X“ Zuschauern rechnet Manager Joachim Cast. Bis gestern waren 2500 Karten verkauft. „Jetzt, wo endlich klar ist, dass wir im Gazi-Stadion spielen dürfen, werden sich noch einige zum Kartenkauf entschließen“, mutmaßt er. Doch nicht nur für die Fans hätte es einen bitteren Beigeschmack gehabt, das erste Heimspiel beim ungeliebten Konkurrenten VfB in der Mercedes-Benz-Arena austragen zu müssen. Das Aufatmen auf der Waldau war groß, als der DFB am Mittwoch das Stadion unterm Fernsehturm endgültig für den Spielbetrieb freigab. Trotz der weiterhin fehlenden Arrestzellen. Bis diese da sind, müssen mögliche Gewalttäter nun vorerst mit Gefängnistransportwagen vom Stadion zur Polizeizentrale auf den Pragsattel gebracht werden. „Das war eine enge Kiste“, sagt Cast zu dem Kompromiss und war erleichtert, dass das „Horror-Szenario“ damit vermieden werden konnte. „Durch einen Umzug hätten wir keinen Heimvorteil mehr gehabt, aber großen organisatorischen und finanziellen Aufwand“, erklärt er.Das Stadion ist herausgeputzt für das Aufeinandertreffen mit den Düsseldorfern, die Kickers-Cheftrainer und Ex-Fortune Stefan Minkwitz zu den heißesten Aufstiegskandidaten zählt. „Trotzdem sehe ich sie gegen uns nicht als Favorit“, betont der Coach, der auf die Heimstärke setzt: „In der vergangenen Rückrunde haben wir gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, zu Hause jeden Gegner zu schlagen.“Die Vorfreude auf das Spiel ist enorm. „Düsseldorf ist einer der attraktivsten Gegner, den wir unseren Fans in der dritten Liga präsentieren können“, sagt Cast. Dass die Partie, die es schon ein Dutzend Mal in der Bundesliga und der zweiten Liga gab, nun ein Kellerduell ist, liegt daran, dass beide Teams den Saisonauftakt vergeigt haben. Die „Blauen“ unterlagen mit 0:2 bei Wacker Burghausen. Die hoch ambitionierten Düsseldorfer mussten sogar eine 1:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn einstecken. „Davon lassen wir uns aber nicht blenden“, sagt Minkwitz, der sich als Augenzeuge des Spiels über die Schwächen und Stärken des Gegners ein Bild gemacht hat. Dass die Fortuna ihren Frust nun an den Kickers auslassen will, beunruhigt den Trainer nicht: „Wir haben keine Angst, aber Respekt“ – wie das nun mal so ist, bei echten Rockern . . .
 
Eßlinger Zeitung

Trotzig nach Stuttgart
VON FALK JANNING

Düsseldorf (RP) Das Heim-Desaster beim 1:4 gegen den SC Paderborn ist aufgearbeitet und abgehakt. Fortuna blickt trotzig voraus: Am Samstag geht es bei den Stuttgarter Kickers darum, einen kompletten Fehlstart zu vermeiden.

Trainer Norbert Meier und seine Mannschaft haben sich unter der Woche intensiv die Bilder vom Spiel gegen Paderborn angesehen und sind zu dem Schluss gekommen: „Wir haben verdient verloren.“ Co-Trainer Uwe Klein stellt allwöchentlich das Material zusammen und konnte dabei diesmal sogar auf Cassetten zurückgreifen, die das ZDF zur Verfügung gestellt hatte.

Der Coach macht die Niederlage dabei nicht an einzelnen Spielern fest, sondern kritisiert das Verhalten der gesamten Mannschaft. „Wir haben nach unserem frühen 1:0 vor lauter Euphorie die Ordnung verloren und geglaubt, wir können Paderborn während der anschließenden drei Minuten erschießen.“

Meier hat während des Paderborn-Spiels einen Schock bei seinen Schützlinge ausgemacht. „Nach den guten Ergebnissen zum Ende der Rückrunde und der erfolgreichen Vorbereitung hatte offensichtlich keiner der Spieler daran gedacht, dass man gegen Paderborn verlieren kann. Und als dann das dritte Gegentor fiel, haben sie geschockt reagiert.“

Der Trainer ist in Sachen erste Elf für Stuttgart noch in der Findungsphase, wägt am Tag der Abfahrt gen Süden noch das Für und Wider personeller Konsequenzen ab. Auf der rechten Seite der Vierer-Kette hat er zwar eine Reihe von Möglichkeiten, aber einen gelernten Mann für diese Position gibt es nicht.

Hamza Cakir, Oliver Hampel, Henri Heeren und Ahmet Cebe könnten dort spielen. Letzteren wird Meier dort aber vermutlich nicht aufbieten: „Ich weiß, dass er das kann, schließlich hat er das gegen Braunschweigs Danneberg und Erfurts Brückner gut gemacht. Doch Ahmet ist auf dieser Position verschenkt“, sagt er.

Die Düsseldorfer fahren bereits am Donnerstagnachmittag ins Schwabenland, um sich in Ruhe auf die Partie vorzubereiten. „Keiner meiner Spieler wird auch nur im entferntesten denken, dass das in Stuttgart so im Vorbeigehen zu erledigen ist“, verspricht Meier, der unter der Woche viele Gespräche geführt hat. „Ich bin sicher, wir werden eine starke Düsseldorfer Mannschaft sehen.“

RP Online

Der Bauch entscheidet diesmal nicht
 
Fortuna-Trainer Norbert Meier rätselt noch, wer am Samstag bei den Stuttgarter Kickers als rechter Verteidiger spielt. Hampel, Cebe, Cakir, Heeren und Walbaum sind Kandidaten.

Nein, auf seinen Bauch hört Norbert Meier diesmal nicht. Als der Trainer von Fußball-Drittligist Fortuna vor einer Woche die Torwartfrage entschied und Michael Melka den Vorzug vor Michael Ratajczak im Kampf um den Posten zwischen den Pfosten gab, da folgte der 49-Jährige seinem „Bauchgefühl”. Doch die Entscheidung vor dem zweiten Saisonspiel am Samstag bei den Stuttgarter Kickers (14 Uhr, Stadion an der Waldau) wird schwieriger. Für die Position des rechten Verteidigers gibt es etliche Alternativen.

Hamza Cakir und Henri Heeren durften sich bei der 1:4-Klatsche gegen Aufstiegsfavorit SC Paderborn schon versuchen. Das ging nicht gut. Cakir hatte bereits nach zwei Minuten Gelb gesehen und musste in der Halbzeit runter, Heeren wirkte nicht immer sicher. „Wir müssen uns die beste Möglichkeit überlegen”, betont Meier, der alle Variablen einbezieht: Aktuelle Trainingseindrücke und die Leistung in der vergangenen Saison.

Da durften sich hinten rechts auch schon Oliver Hampel und Ahmet Cebe versuchen. Beide konnten durchaus überzeugen. Der junge Johannes Walbaum wäre eine weitere Alternative, dem Neuzugang von Verbandsligist SG Wegberg-Beeck fehlt allerdings die Spielpraxis auf Drittliga-Niveau.

Wer am Samstag ran darf? „Abwarten”, sagt Meier, „Fakt ist, dass uns ein Rechtsverteidiger fehlt. Jeder Spieler hat die Chance, sich anzubieten. Ahmet Cebe? „Er ist kein gelernter Abwehrspieler, hat seine Sache aber meistens gut gemacht”, weiß Meier, „aber er wäre hinten verschenkt.” Immerhin erzielte der 25-Jährige das bisher einzige Fortuna-Tor.

Oliver Hampel? „Er ist kein gelernter Spezialist, kommt für viele Positionen in Frage”, sagt der Coach, „das ist leider oft ein Nachteil für ihn, und er sitzt nur auf der Bank. Wir wissen aber was wir an ihm haben.” Wenn er als rechter Verteidiger eingesetzt wurde, spielte Hampel einen souveränen Part. Er hat wohl die besten Karten auf einen Einsatz. Dafür würde Cakir für den am Sonntag unglücklich agierenden Robert Palikuca neben Jens Langeneke die Innenverteidigung bilden, Fabian Hergesell wieder links auflaufen. Im Mittelfeld besteht kein Wechselbedarf, Stephan Sieger, Andreas Lambertz, Marco Christ, Ahmet Cebe und Olivier Caillas werden wohl auch von Beginn an spielen. Vorne stürmt Axel Laware´e.

„Die Niederlage gegen Paderborn ist abgehakt”, beschwört Meier, „die Mannschaft hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass sie besser spielen kann.” Und dies ist in Stuttgart dringend nötig, um den Fehlstart mit zwei Niederlagen zu verhindern.

Der Westen

Düsseldorf- Fortuna vs. Kickers
Wer fällt ins Degerloch?

Wer am Samstag verliert, darf sich auf einen längeren Verbleib im Tabellenkeller einstellen.
Von VOLKER GEISSLER

Norbert Meier will den ersten Saisonsieg.

Das heutige Gazi-Stadion, das wegen fehlender Arrestzellen bis vor wenigen Tagen noch als Spielstätte fraglich war, sieht zwei Fehlstarter. Die Kickers verloren 0:2 in Burghausen, Fortuna bekam daheim gegen Paderborn richtig was auf die Mütze. „Mit diesem Spiel haben wir einen Vorgeschmack darauf bekommen, was die Dritte Liga mitbringt. Keiner hat mit einer Klatsche gerechnet, und wir haben sie verdient bekommen“, erinnert Trainer Norbert Meier noch einmal an das kollektive Versagen vom vergangenen Sonntag.

„Wir müssen es ganz schnell wieder hinbekommen, diszipliniert aus einer Grundordnung heraus zu spielen. Wir sind alle davon überzeugt, dass es die Mannschaft viel besser kann.“

Um 8.30 Uhr trifft er sich am Freitag mit seiner Truppe, dann geht es mit dem Zug ins Schwabenland. Holt Fortuna diesmal was? Das wichtigste Spiel im Degerloch ging mächtig in die Hose – 1987 beim 0:3 im Pokal-Halbfinale.

Und auch Manager Wolf Werner hat aus Gladbacher Zeiten nicht die besten Erinnerungen: „Da haben Effe und Neun mit Luftpistolen die Nachttischlampen zerschossen, vom Hotel kam dann die Rechnung. Und verloren haben wir auch noch.“ Vielleicht sollten zur Abwechslung mal die Gastgeber ins Degerloch fallen…

Express

StZ über Manuel Salz: Lautsprecher statt Leisetreter

Manuel Salz will sich mit Selbstvertrauen und seiner extrovertierten Art im Tor des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers etablieren

STUTTGART. Bei den Kickers hat Manuel Salz als Nachfolger von David Yelldell im Tor ein schweres Erbe angetreten. Doch der Trainer Stefan Minkwitz stärkt ihm vor dem Spiel morgen gegen Düsseldorf den Rücken: „Der Junge ist gut, und er wird immer besser.“

Von Fabian Heckenberger und Joachim Klumpp

Während die meisten Spieler der Stuttgarter Kickers am vergangenen Samstag nach der Auftaktniederlage gegen Burghausen mit gesenktem Haupt vom Platz schlichen, bewies Manuel Salz Haltung. Der Torwart des Fußball-Drittligisten stellte sich jeder Kamera, stand Rede und Antwort. Sein Tenor: „Natürlich bin ich enttäuscht, schließlich zählt die Leistung der Mannschaft.“ Weniger die eigene. Denn an der gab es trotz der 0:2-Niederlage nichts auszusetzen. Im Gegenteil.

Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz machte anschließend das, was er normalerweise öffentlich nur ganz selten tut: einen Spieler herausheben – in diesem Fall eben Manuel Salz. „Er hat mit seiner Leistung dafür gesorgt, dass wir überhaupt im Spiel geblieben sind“, sagte Stefan Minkwitz, der sich dem psychologischen Effekt einer solchen Aussage wohl bewusst ist und deswegen vor dem Heimspiel morgen gegen Fortuna Düsseldorf nochmal nachlegte: „Der Junge ist gut, und er wird immer besser.“

Vor allem in den sogenannten Eins-gegen-eins-Situationen bewies der 22-Jährige seine Abgeklärtheit und brachte die gegnerischen Stürmer schier zur Verzweiflung. In der Vergangenheit durfte Salz sein Können lediglich in der zweiten Mannschaft beweisen oder bei einigen Einsätzen im WFV-Pokal. Am Stammtorwart David Yelldell war einfach kein Vorbeikommen. Kein Wunder. Nicht nur für Minkwitz war Yelldell „der beste Torhüter in der gesamten Regionalliga“. Da musste sich Salz hinten anstellen.

Mittlerweile spielt Yelldell aber eine Klasse höher bei TuS Koblenz, und kaum war diese Entscheidung gefallen, hatten sich die Kickers-Verantwortlichen festgelegt: auf Manuel Salz als die neue Nummer eins. Daraufhin verlängerte der Torwart, den der SSV Reutlingen im Vorjahr schon gerne abgeworben hätte, seinen Vertrag bei den Stuttgartern. Zwar haben die Kickers in Benjamin Huber vom FC Ingolstadt einen ernsthaften Konkurrenten geholt, doch der steht momentan in der Warteschleife, auch wenn der Manager Joachim Cast betont: „Er ist knapp dran“, und Minkwitz sagt: „Huber macht Druck und treibt Salz noch mehr an.“ Allerdings musste Huber ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Vorbereitung verletzungsbedingt ein paar Tage pausieren.

Salz hat zwar keine Stammplatzgarantie, aber das Vertrauen der Verantwortlichen. „Natürlich muss man ihm auch mal einen Fehler zugestehen“, sagt Minkwitz an die Adresse all der Skeptiker, die glauben, die Kickers hätten sich auf der Schlüsselposition Torhüter entschieden verschlechtert. Weil er mit 1,85 Meter für einen Torhüter nicht gerade ein Gardemaß besitzt, zweifeln einige Fans an den Qualitäten des Schlussmannes, der am ehesten noch in der Strafraumbeherrschung zulegen muss.

Am nötigen Selbstvertrauen jedenfalls mangelt es Salz nicht. Vom Typ her ist er extrovertierter als sein Vorgänger, die Abwehr dirigiert er schon lauter als ein David Yelldell in seiner Anfangszeit. Der sagt: „Jeder Torwart hat seinen eigenen Stil, aber Manuel ist auf einem guten Weg. Wenn er mich etwas gefragt hat, dann habe ich ihm gerne geholfen. Aber ich habe ihm nicht dauernd reingeredet. Jeder Torwart muss seinen eigenen Weg gehen.“

Das sieht auch Salz selbst so, der den Vergleich mit seinem Vorgänger und Publikumsliebling auf der Waldau gar nicht so gerne hört: „Ich bin ein ganz anderer Torwarttyp. Ich bin lautstärker und spiele mehr mit.“ Das bestätigen auch die Mitspieler, wie der Innenverteidiger Marcel Rapp: „Er hat im Training bewiesen, dass er es kann.“ Auch im ersten Spiel hat er überzeugt, vor der schweren Partie morgen gegen Düsseldorf ist den Verantwortlichen deswegen nicht bange – zumindest nicht in Bezug auf die Torwartposition. „Ich unterteile nicht in jung und alt, sondern in gut und schlecht“, sagt Minkwitz und lässt keinen Zweifel daran, wo er seinen Keeper einordnet: „Ich plane fest mit ihm.“

Dass Salz sich größeren Aufgaben stellen und sich nicht verstecken will, zeigt ein Blick auf das Vorbild des jungen Torhüters: „Gianluigi Buffon“, sagt er. Der ist vierfacher Welttorhüter und amtierender Weltmeister.

Stuttgarter Zeitung