Porträt Prof. Dr. Rainer Lorz

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Stuttgarter Kickers gehört seit dem 17. November 2005 dem Kontrollgremium an. Der gebürtige Darmstädter ist in Berlin aufgewachsen und lebt seit 1995 in Stuttgart. In seinem Beruf als Rechtsanwalt beschäftigt sich der 45-jährige Honorarprofessor an der Universität Stuttgart vor allem mit der Umstrukturierung und Nachfolgeplanung von Unternehmen.

Zu den Kickers kam Lorz über Präsident Dirk Eichelbaum, mit dem er seit dem gemeinsamen Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz befreundet ist. Lorz schrieb früher als freier Journalist Sportberichte. Er spielte selbst aktiv Fußball beim FV Wannsee Berlin und für die DJK Konstanz, wo er auch Jugendmannschaften trainierte. Lorz ist verheiratet und hat keine Kinder.jüf

Stuttgarter Nachrichten

Drei Spiele Sperre für Petruso

Der Kickers-Vertragsspieler Franco Petruso wurde vom Sportgericht des DFB wegen rohen Spiels in der Begegnung mit dem FSV Ludwigshafen-Oggersheim mit einer Sperre von drei Spielen in der Regionalliga belegt.
Petruso, sonst Stammspieler in der U23-Mannschaft der Kickers, war in der Partie mit Ludwigshafen-Oggersheim als Einwechselspieler in das Spiel gekommen. Die Sperre gilt auch für mögliche Einsätze in der Oberliga.

Offizielle Homepage

Kickers weiter auf Waldau

Stadion wird fit gemacht – Stadt erstaunt über Kritik

Die Stadt wird das Gazistadion in Degerloch für die nächste Saison fit für die dritte Fußball-Liga machen. 250 000 Euro werde man dafür ausgeben, sagt Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Sie ist bass erstaunt über die Aussagen von Dirk Eichelbaum, dem Präsidenten des Regionalligisten Stuttgarter Kickers, dass die Stadt den Verein zum Umzug aufgefordert habe.

VON FRANK ROTHFUSS

In Sachen Stadionumbau sind Stadträte und Bürgermeister in Stuttgart ja einiges gewöhnt. Doch bei der Frühstückslektüre staunte Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann am Montagmorgen. Gegenüber unserer Zeitung hatte sich Dirk Eichelbaum, Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, nach dem Spiel gegen Oggersheim beschwert, dass das Sportamt den Verein aufgefordert habe, sich nach einer Alternativ-Spielstätte umzuschauen. „Die Stadt will unsere sportliche Entwicklung abwarten und versucht, die Modernisierungsmaßnahmen um ein Jahr aufzuschieben.“ Und weiter: „Dann könnten wir nicht einmal in der vierten Liga im Gazistadion auf der Waldau spielen.“

Tut die Stadt also alles, um dem VfB ein reines Fußballstadion zu verschaffen und lässt die Kickers über die Klinge springen? „Diese Aussagen sind mir ein Rätsel“, sagt Eisenmann, „ich weiß nicht, wie die Kickers zu dieser Auffassung gelangen.“ Es gebe keinerlei schriftliche Mitteilung des Sportamts und auch sonst keine Aufforderung der Stadt an die Kickers, die Waldau zu verlassen. Im Gegenteil. „Die Stadt hat immer ihre Aufgaben erfüllt, die sie zu erfüllen hatte. Ich frage mich schon, ob andere da genauso pflichtbewusst an ihren Hausaufgaben sitzen.“

Laut Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes müssen Stadien der künftigen Drittligisten mindestens über 10 000 Plätze verfügen, darunter zumindest 2000 Einzelsitzplätze, von denen ein Drittel überdacht sein muss. Dazu kommen Auflagen in punkto Beleuchtung, Funktionsräume, Medienbereich und Sicherheit.

Man sei derzeit im Gespräch mit der Polizei, sagt Eisenmann, und werde für gut 250 000 Euro die Sicherheitsauflagen erfüllen, etwa Videoüberwachung. „Es gibt eine Übergangsfrist von einem Jahr, und damit sind die Grundlagen geschaffen, dass die Kickers und der VfB II nächste Saison in der dritten oder vierten Liga auf der Waldau spielen können.“ Für die übernächste Runde, der Saison 2009/2010, müsse dann das Stadion für fünf Millionen Euro modernisiert werden. Eisenmann: „Ich bin der Meinung, dass der Stadt Stuttgart ein Drittliga-Stadion gut zu Gesicht steht.“ Aber das sei eine Entscheidung der Stadträte, und da sei die sportliche Situation der Kickers sicher ein Gesichtspunkt. „Die Verwaltung wird für den Gemeinderat eine Vorlage erstellen, und dann ist es an den Kickers, für ihr Anliegen zu werben.“

„Die Sache hat sich für uns anders dargestellt“, sagte Kickers-Präsident Eichelbaum am Montag, als er von den Aussagen der Bürgermeisterin erfuhr, „aber dann ist das ja prima.“

Stuttgarter Nachrichten

Leserbriefe zur aktuellen Situation der Kickers

Benefizspiel für die Blauen
Zur Situation der Stuttgarter Kickers:

Im Sport ist Fair Play das oberste Gebot. Die Stadt Stuttgart hat davon offenbar noch nichts gehört, ebenso wenig wie die Sponsoren des VfB Stuttgart. Das Geld für den Stadionumbau steht sofort bereit, auf die Sanierung der sanitären Anlagen in der Eissporthalle auf der Waldau warten die Sportler dagegen seit Jahren.

Im Übrigen gab oder gibt es in Stuttgart auch noch andere Sportvereine als Werbeträger. Zum Beispiel die Wasserballer des SV Cannstatt und die Hockeyspieler des HTC Stuttgarter Kickers. Vor allem die kleinen Vereine leiden unter dem Sponsorensog des VfB Stuttgart – auch die Handballer von Frisch Auf Göppingen.

Dem VfB stünde ein wenig Solidarität mit diesen Clubs sicher gut zu Gesicht. Weshalb ich den Vorschlag des Leserbriefschreibers Konrad Fiebig gut finde. Der VfB sollte in einem Freundschaftsspiel im Daimlerstadion gegen die Stuttgarter Kickers antreten. Die Freikarten für die Fans werden von den VfB-Sponsoren zur Verfügung gestellt. Der Reinerlös des Benefizspiels kommt den Blauen und anderen kleinen Clubs zugute. Der VfB steckt vor allem tief in der Schuld der Kickers. Seine Erfolge hatte er immer auch Spielern, die von der Waldau kamen, zu verdanken.

Oswald Reichert, Ammerbuch

Stuttgarter Nachrichten

Unausgewogene Berichte
Göttlicher Beistand würde ihrem Autor Jürgen Frey auch sehr gut tun. Seit Monaten frage ich mich, welches Ziel er verfolgt. Was für ein Problem hat er mit den Kickers ? Und wenn er eines hat, warum muss gerade er über die Blauen berichten?

Sicherlich wurden und werden bei den Blauen Fehler gemacht. Diese müssen auch aufgearbeitet und mitgeteilt werden. Wenn dies aber so unausgewogen und tendenziös geschieht wie in Ihrem Sportteil, dann habe ich keine Lust mehr auf Ihr Blatt.

Sicherlich kann man über die Papst-Aktion diskutieren. Die kritischen Stimmen im Kickers-Forum wurden richtig wiedergegeben. Völlig verschwiegen wurde jedoch, dass die Mehrheit in besagtem Forum der sicherlich medienwirksamen Aktion positiv gegenübersteht. Als Journalist sollte man dies erwähnen.

Peter Walter, Denkendorf (per E-Mail)

Stuttgarter Nachrichten

Von Eichelbaum lernen
Zum Beitrag „Kickers bitten Papst zum Spiel“:

Was lernen wir aus der „Aktion“ von Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum? Mit göttlichen Ideen solcher Art ist der Weg in die Hölle eigener Unvernunft gepflastert.

Werner Hornung, Stuttgart

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Nachgefragt bei Joachim Cast

Verhältnis stimmt nicht

Mit den Stuttgarter Kickers zittert der Manager Joachim Cast noch um die Qualifikation zur dritten Liga. Als Vertreter des Regionalligaausschusses kämpft er für die Interessen aller Vereine. „Wir hoffen, dass es noch eine zusätzliche Anschubfinanzierung durch den DFB gibt“, sagt Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, der Countdown zur dritten Liga läuft. Wie sieht Ihre Einschätzung 100 Tage vor dem Start aus?

Ich habe ja schon immer gesagt, dass das Konzept hätte ausgereifter sein müssen, da es zu viele offene Punkte gibt. 2009 wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, weil dann der Fernsehvertrag ausläuft. Die Erhöhung der Gelder in diesem Sektor steht jetzt in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Aufwendungen. Vor allem im ersten Jahr gibt es da eine erhebliche Diskrepanz, was etliche Vereine vor Probleme stellen wird.

Gibt es Hoffnung auf Nachbesserungen?

Es gibt im Rahmen des Pokalendspiels in Berlin eine DFB-Spielausschusssitzung, auf der wir Vereinsvertreter ein paar Punkte vorschlagen möchten. In erster Linie geht es um eine Anschubfinanzierung, die im ersten Jahr notwendig wäre. Mittel gäbe es aus unserer Sicht genügend, zum Beispiel aus dem verbesserten Ausrüstervertrag mit Adidas oder auch dem WM-Überschuss. Ob die bereitgestellt werden, muss man allerdings abwarten.

An welche Summen denken Sie?

Es geht einfach darum, die fixen Einnahmen zu steigern, um damit besser planen zu können; auch wenn dies 50 000 Euro wären, um zum Beispiel für die Vereine die zusätzlichen Reisekosten zu decken. Manche Vereine fahren ja jetzt schon zu jedem Auswärtsspiel am Vortag an, wir nur dreimal in der Saison, von daher haben gerade die Kickers immense Mehrausgaben. Grundsätzlich sollte es einfach um ein Zeichen des DFB gehen. Wobei man festhalten muss, dass die Zusammenarbeit mit dem Verband insgesamt sehr gut ist.

Mit den geplanten 625 000 Euro Fernseheinnahmen sind Sie – und andere Vereine – nicht zufrieden. Warum?

Ich habe einmal ausgerechnet, dass die zweite Liga etwa ein Viertel des TV-Honorars der ersten Liga bekommt, die dritte Liga aber künftig nur etwa 13 Prozent der zweiten; da stimmt dann das Verhältnis einfach nicht, zumal die Aufwendungen deutlich an die der zweiten Liga angepasst werden.

Die zweiten Mannschaften der Bundesligisten spielen quasi außer Konkurrenz, weil sie nicht aufsteigen können. Hätte man diese Clubs überhaupt zulassen sollen?

Ich finde die Regelung, wie sie jetzt ist (mit bis zu vier Teams, d. Red.), gar nicht so schlecht, zumal Mannschaften wie der VfB Stuttgart und Bayern München speziell für uns sehr attraktiv sind. Aber es besteht in der Tat die Gefahr, dass die zweiten Mannschaften durch den Aufstieg aus der Regionalliga innerhalb kurzer Zeit überproportional vertreten sind – das wäre dann eine Farce.

Stuttgarter Zeitung

Wer ist dabei?
Nach aktuellem Stand wären folgende 20 Vereine für die neue dritte Liga qualifiziert:

1. FC Kaiserslautern, Energie Aue, Carl Zeiss Jena, SC Paderborn (zweite Liga); Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen II, Wuppertaler SV, Kickers Emden, RW Erfurt, Dynamo Dresden, Borussia Dortmund II (Regionalliga Nord); VfB Stuttgart II, VfR Aalen, SV Sandhausen, Spvgg Unterhaching, Wacker Burghausen, SSV Reutlingen, Bayern München II, Jahn Regensburg (Regionalliga Süd).

Stuttgarter Zeitung

Presse-Nachlese zum Oggersheim-Spiel, „Rücktritt“ von Dr. Mauch und erneut die Stadionfrage

Erst Anpfiff, dann Abpfiff für Mauch
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stuttgarter Kickers tritt zurück – nicht ganz freiwillig

STUTTGART. Die Stuttgarter Kicker kommen einfach nicht zur Ruhe. Sportlich sind sie in der Fußball-Regionalliga zwar wieder mehr auf Kurs, doch hinter den Kulissen kracht es ständig.

Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers haben am Freitagabend mit Ach und Krach dank Marco Tuccis Treffer (80.) gegen Oggersheim mit 1:0 gewonnen. Doch nach dem Schlusspfiff kam der Anpfiff und Abpfiff für den Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Mauch. Ein weiteres Beispiel dafür, dass es in Degerloch viele Problemfelder gibt.

Thema Sport: Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz hatte vor der Partie gegen den Neuling FSV Oggersheim bereits geunkt, auch mal mit einem dreckigen 1:0 zufrieden sein zu müssen. Und genauso kam es, wobei das dreckig nach der Schlammschlacht im Gazi-Stadion gegen das Schlusslicht wörtlich zu nehmen war. Allerdings: wer meint, das Restprogramm sei nach zuletzt fünf Partien ohne Niederlagen ein Selbstläufer, für den war die Vorstellung eine Warnung zur rechten Zeit. Der Trainer verspricht: „Einen Auftritt in dieser Form wird es nicht mehr geben, dafür werde ich sorgen.“

Thema Einstellung: Die Mannschaft hatte am Freitag überhaupt nicht ins Spiel gefunden: „Wir haben weder den Gegner noch die Witterung angenommen“, sagte der Manager Joachim Cast. Da konnte es auch keine Entschuldigung sein, dass der Wintereinkauf und Antreiber Alexander Rosen trotz Spritzen passen musste. „Das Risiko, länger auszufallen, wäre zu groß gewesen“, sagte der Mittelfeldspieler. Und der Trainer fügte hinzu: „Man hat doch gemerkt, wie wichtig er für uns innerhalb kurzer Zeit geworden ist. Ein Führungsspieler eben.“ Und von dieser Sorte haben die Kickers nicht allzu viele.

Thema Torwart: Der Torwart David Yelldell ist Führungsspieler. Ohne seine Reflexe hätten die Kickers schon zur Pause zurückgelegen. Der Dank des Trainers galt Yelldell – und auch das Lob: „Das ist für mich kein Torwart für die zweite Liga – sondern für die erste“, sagte Minkwitz in Anspielung auf die Wechselabsichten des Schlussmanns im Sommer. Ob Hoffenheim nochmals seine Fühler ausstreckt, wo Yelldell sich allerdings auch mit der Rolle als Nummer zwei zufriedengeben müsste?

Thema Aufsichtsrat: Nach dem Spiel verkündete der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch seinen Rücktritt, bleibt dem Gremium aber erhalten. Als Grund gab er „private Gründe“ an, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass der Orthopäde zu diesem Schritt gedrängt worden ist, nachdem er diverse Interna weitergetragen hatte. Als Nachfolger wurde nicht der sehr emotionale Stellvertreter Christian Dinkelacker gewählt, sondern einstimmig der Anwalt Rainer Lorz, der als besonnener Zeitgenosse gilt und zum Amtsantritt sagte: „Ich finde es wichtig, in diesen sportlich und wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch enger zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit dem Präsidium zu intensivieren.“ Er will aber auch mehr kontrollieren, denn dass es einen abzuarbeitenden Anforderungskatalog an den Vorstand gibt, das bestreitet selbst der Präsident Dirk Eichelbaum nicht.

Thema Hauptversammlung: Aufgrund der veränderten personellen Verhältnisse (schließlich ist der Aufsichtsrat das einzige von den Mitgliedern gewählte Gremium des Vereins) rückt auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach Ende der Spielzeit in den Fokus. Nicht nur Kreise des Aufsichtsrats forcieren eine entsprechende Einberufung, auch wenn das Präsidium diese Notwendigkeit zuletzt noch nicht zwingend sah. Eine Neuorientierung des Vereins scheint aber unumgänglich. Und zwar unabhängig davon, wie die Saison sportlich ausgeht. „So jedenfalls kann es nicht weitergehen“, sagt ein Funktionär.

Stuttgarter Zeitung

Zäher Kampf an allen Fronten
Kickers: Aufregung wegen des Stadions und Turbulenzen in der Führungsetage

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kämpft weiter ums nackte Überleben. Neben dem chronischen Geldmangel gibt es weitere Baustellen im Verein.

Die Führungsetage

Die Turbulenzen reißen nicht ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch erklärte am Freitag aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt. Er bleibt dem Kontrollgremium erhalten, allerdings nur formal: „Herr Mauch lässt sein Mandat ruhen und übt es bis auf weiteres nicht aus“, erklärte Dirk Eichelbaum. Den Präsidenten traf die Entscheidung nicht unvorbereitet: „Nachfolger Rainer Lorz führt schon länger die Geschäfte des Aufsichtsrats.“ Dem neuen Chef ist Eichelbaum seit dem Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz verbunden. Da passt Lorz“ Mitteilung ins Bild: „Ich finde es wichtig, noch enger zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit dem Präsidium zu intensivieren“, so der 45-jährige Anwalt.

Die Mannschaft

Es gibt Spiele, die nicht geeignet sind, den Reiz des Fußballs zu erklären. Es schüttete wie aus Kübeln, 80 Minuten lang war von den Kickers nichts zu sehen. Dann erzielte Marco Tucci den 1:0-Siegtreffer gegen Oggersheim. „Mit so einer Leistung haben wir in der dritten Liga nichts verloren. Wir hatten mehr Glück als Verstand“, gab Trainer Stefan Minkwitz zu. Doch selbst mit etwas Abstand war der Coach nicht bereit, zur Tagesordnung überzugehen. Am heutigen Montag wird er einigen Spielern in Einzelgesprächen die Meinung sagen. „Wer sich jetzt zurücklehnt, ist fehl am Platz“, ärgerte sich Minkwitz noch am Sonntag. Namen nennt er keine. Doch vor allem Mustafa Parmak und Angelo Vaccaro dürften sich angesprochen fühlen. Eine Suspendierung wie im Fall Bashiru Gambo wird es jedoch nicht geben. Minkwitz: „Ich weiß jedoch nicht, wie ich auf die mangelnde Einstellung reagiert hätte, wenn wir verloren hätten.“

Das Stadion

Bei den Kickers herrscht Aufregung: Am Freitag kam laut Eichelbaum die Mitteilung vom Sportamt, dass sich die Blauen nach einer Alternativ-Spielstätte umschauen sollen. „Die Stadt will unsere sportliche Entwicklung abwarten und versucht die Modernisierungsmaßnahmen um ein Jahr aufzuschieben“, sagt Eichelbaum. „Dann könnten wir nicht einmal in der vierten Liga im Gazistadion auf der Waldau spielen.“ Eine Ausnahmeregelung soll es nicht geben. Eichelbaum: „Einen Aufschub wird der DFB in Deutschlands reichster Großstadt nicht tolerieren.“ Der Kampf der Kickers geht weiter – an allen Fronten. Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Ein Sieg, der Sorgen bereitet
 
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers holt zwar in der Tabelle auf, lässt aber Kampf und Einsatz vermissen
 
Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Betretene Gesichter nach dem Schlusspfiff am Freitagabend im Gazi-Stadion. Zwar hatte Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers soeben den dritten Heimsieg in Folge eingefahren und damit den Abstand zu den Qualifikationsplätzen für die dritte Liga wieder auf drei Punkte verkürzt, doch die Art und Weise des glücklichen 1:0-Erfolgs gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FSV Ludwigshafen-Oggersheim sorgte für Entsetzen. Nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Wochen war das unmotivierte, dürftige Spiel ein deutlicher Rückschritt der „Blauen“, die durch das späte Tor von Joker Marco Tucci (80.) einer totalen Blamage geradeso entkommen waren. Mit dieser Leistung dürfte es in den verbleibenden acht Spielen schwer werden, den Sprung in die dritte Liga noch zu schaffen.

Zu dem Zeitpunkt des Torjubels hatten einige Zuschauer ihre Plätze bereits enttäuscht verlassen. Der für Tucci ausgewechselte Stürmer Angelo Vaccaro zürnte auf der Bank, nachdem er sein Trikot wutentbrannt in die Ecke geworfen hatte. Die Szenerie erinnerte stark an die Heimspiele in der Hinrunde. Der peinlichen Einladung für den Papst durch das Präsidium ließ die Mannschaft auf dem Platz eine ebenso peinliche Vorstellung folgen. Ein Pflichtsieg sollte es werden. Doch stattdessen waren die Pfälzer über 90 Minuten die bessere Mannschaft, erspielten sich auch auf dem aufgeweichten Rasen eine Reihe von Chancen und waren den Gastgebern sowohl kämpferisch als auch spielerisch überlegen.

Kickers-Trainer Stefan Minkwitz war es nachher sichtlich unangenehm, dass sein Team die drei Punkte kassiert hat. Beim Abpfiff hatte er nur verständnislos den Kopf geschüttelt und entnervt abgewinkt. Mit versteinerter Miene saß er später in der Pressekonferenz. „Hut ab vor der Leistung des FSV“, zollte der Coach dem Gegner Respekt und ging mit seinen Spielern knallhart ins Gericht: „Das war kein Spiel, das war Scheiße, was sie da gekickt haben.“ In der Pause hatte er sie „zum Nachdenken“ fünf Minuten in der Kabine alleine gelassen.

Was allerdings keine Auswirkungen auf den Auftritt in der zweiten Hälfte hatte. „Ich habe mich bei David Yelldell bedankt – und nur beim ihm, dass er uns die drei Punkte gesichert hat“, sagte Minkwitz zu dem einzigen Stuttgarter in Normalform. Über die Einstellung der anderen war er dagegen stinksauer. „Einigen Herren geht es inzwischen wohl wieder zu gut“, schimpfte der Coach und kündigte für heute Klartext an. Das Training am Wochenende hatte er kurzerhand gestrichen. Denn: „Ich will die Gesichter erst mal nicht sehen.“ Auch Manager Joachim Cast will das Spiel nicht einfach so abhaken: „Da sind zu gravierende Dinge passiert. Über diese Einstellung wird noch zu reden sein.“

Doch zumindest einer strahlte über beide Ohren: Torschütze Marco Tucci, der fünf Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem zweiten Saisontreffer für die Entscheidung gesorgt hatte. „Das war ein ganz wichtiges Tor für die Mannschaft und für den Verein“, freute sich der Stürmer und ergänzte mit sturem Blick auf die angestrebte Qualifikation: „Hauptsache drei Punkte.“

Eßlinger Zeitung

Presse zu 1. FC Heidenheim – Stuttgarter Kickers II (4:0)

Schlechter sieht es für die Stuttgarter Kickers II aus, die nach dem 0:4 (0:1) beim 1. FC Heidenheim wieder auf einem Abstiegsplatz stehen. Bis zum Heidenheimer 1:0 durch Ertac Seskir (43.) hielten die kleinen Blauen gut mit, in der zweiten Hälfte hatten die Gäste aber keine Chance mehr. Zudem fehlte in Franco Petruso, der beim 1:0 der Regionalligaelf am Freitag gegen den FSV Oggersheim die Rote Karte gesehen hatte, ein wichtiger Spieler. „Dieses Jahr ist das härteste für mich, es geht langsam an die Nerven“, sagte der Kickers-Trainer Björn Hinck. „In den nächsten Wochen müssen wir vor allem gegen die direkten Konkurrenten VfR Mannheim und SV Linx wieder gewinnen“, betont Hinck. Offenbar geht die schwierige Gesamtsituation der Kickers auch nicht spurlos am Nachwuchsteam vorbei. „Wenn alles wunderbar im Verein wäre, würde das auch meinem Team guttun“, sagte Hinck.

Stuttgarter Zeitung

Gar nicht gut lief es für die Stuttgarter Kickers II beim 0:4 in Heidenheim. Individuelle Fehler von Mike Baradel und Markus Ortlieb brachten die Blauen auf die Verliererstraße. Außerdem fehlten die Ideen von Franco Petruso im Spiel nach vorne. Der Mittelfeldakteur war wegen seiner Roten Karte am Freitag im Regionalligaspiel der ersten Mannschaft gegen Oggersheim gesperrt. Besonders ärgerlich am Ausfall des 19-Jährigen: Er sollte die Schlüsselfigur in der von Trainer Björn Hinck vorgenommenen Systemänderung sein. Im Training wurde an einer 4:3:3-Formation gefeilt – mit Petruso im zentralen Mittelfeld statt auf der rechten Außenbahn. Die Systemumstellung nahm Hinck dennoch vor. Ohne Petruso blieb sie ohne Erfolg.

Stuttgarter Nachrichten

Mit breiter Brust nach Bahlingen
Trainer Frank Schmidt lobt die Leistung des FCH beim 4:0 gegen die Stuttgarter Kickers
 
Vier Tore geschossen, keine einzige echte Chance des Gegners zugelassen und den Abstand zu Tabellenplatz fünf in der Oberliga um einen auf zwei Zähler vergrößert. Nach dem 4:0 gegen die Stuttgarter Kickers gab es von FCH-Trainer Frank Schmidt Lob für seine Mannschaft.
„Ich bin natürlich glücklich über den Sieg. Uns allen ist damit ein Stein vom Herzen gefallen“, meinte der FCH-Coach im Anschluss an die Partie.

Ganz maßgeblich für die Siegesfreude verantwortlich waren natürlich die vier Tore, die eigentlich alle zum „richtigen“ Zeitpunkt fielen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn Seskir kurz vor der Halbzeit mit Klarer nicht den Doppelpass gespielt und das Leder nicht im Kickers-Kasten untergebracht hätte.

„Nach vier sieglosen Spielen wird jede weitere Minute ohne Tor zum Problem“, sagte Schmidt. Am Samstag gab es 43 dieser Problem-Minuten. Dann lief alles fast wie von selbst. „Nachdem wir uns am Anfang schwer getan haben, sind wir immer besser ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann so agiert, wie wir es uns vorgestellt haben. Schnelles Spiel über die Außen hat zum Erfolg geführt“, so der FCH-Trainer in der Pressekonferenz.

Über das 2:0 und 3:0 konnte sich der Heidenheimer Trainer in mehrfacher Weise freuen: Weil die Tore von dem in den vergangenen Spielen beim Abschluss etwas glücklosen Alper Bagceci erzielt wurden und weil das Leder auf „geplante“ Art und Weise im Gäste-Gehäuse landete. „Zweimal flach ins lange Eck – was wir seit Wochen trainieren, haben wir nun umgesetzt“, lobte Schmidt.

Als „Plus“ sah der Coach der Heidenheimer auch seinen Defensiv-Verbund, besonders die Innenverteidiger hätten diesmal sehr gut agiert. Die FCH-Abwehr hatte keine nennenswerte Torchance zugelassen. Die Defensive der Gäste dagegen schon. Eine weitere führte zum 4:0 durch Alexander Raaf in der 86. Minute. „Wir waren nicht nur da nicht wach genug“, so das Fazit von Kickers-Trainer Björn Hinck. Seine Mannschaft sei der richtige Aufbaugegner gewesen, der es nicht geschafft habe, ohne Fehler zu spielen. Besonders in der zweiten Hälfte sei es nicht gelungen, die Räume eng zu machen und in die Zweikämpfe zu gehen. Der Sieg des FCH sei daher völlig verdient.

Mit dem Erfolg vom Samstag liegt der FCH weiter auf Platz vier in der Oberliga – mit 51 Punkten. Walldorf als Fünfter hat 49 Zähler, gefolgt von Villingen mit 48, Hoffenheim mit 47 und Crailsheim mit 46 Punkten. Es bleibt also weiterhin spannend. Am kommenden Wochenende geht es für die Heidenheimer Fußballer nach Bahlingen. Trainer Schmidt ist es vor der Aufgabe kein bisschen bange: „Wir haben wieder Fahrt aufgenommen und das richtige Ergebnis für Bahlingen erzielt. Wir reisen einen Tag früher an und haben so gute Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Aber das müssen wir auch.“

Zum Tabellen-13. fährt die Schmidt-Truppe also mit breiter Brust. Gut möglich, dass dann auch Cassio da Silva wieder im Mannschaftsbus mitfährt. Nach seinem Kiefer- und Jochbeinbruch hat er nicht nur mit Lauf-Einheiten begonnen, sondern trainiert auch schon wieder mit der Mannschaft – nur Kopfbälle sind für den ehrgeizigen Brasilianer noch tabu. „Er ist ein Fußball-Verrückter, den man bremsen muss. Aber es kann sein, dass er beim nächsten Spiel im Kader steht“, machte Schmidt den Fans für nächsten Samstag Hoffnung.
 
Pressehaus Heidenheim

Kickers II wieder auf Abstiegsplatz

Beim Aufstiegskandidaten 1. FC Heidenheim verloren die „kleinen“ Blauen heute deutlich mit 0:4. Da der VfR Mannheim zeitgleich den FC Nöttingen schlug, belegen die Kickers einen Abstiegsrang.Am kommenden Sonntag treffen die Kickers auf den Tabellenführer SC Freiburg II.
Die Kickers spielten mit:
Salz; Baradel, Schneider, Leist, Ivanusa, Sökler, Kovac (69. Rizzi), Gentner (76. Weber), Ortlieb, Parhizi (46. Bajrami), Stevanovic