Vaccaro-Einsatz fraglich Auch die Stuttgarter Kickers zittern um ihren Torjäger. Angelo Vaccaro (7 Treffer) droht fürs Derby am Samstag (14 Uhr, Gazi-Stadion) gegen den VfR Aalen auszufallen.
„Hinter seinem Einsatz steht ein ganz dickes Fragezeichen“, sagt Trainer Stefan Minkwitz. Grund: Der Stürmer konnte wegen Knieproblemen zwei Tage lang nicht mit der Mannschaft trainieren. Gestern hat er nur eine leichte Laufeinheit absolviert.
Morgen soll laut Minkwitz die Entscheidung fallen, ob Vaccaro spielen kann. Falls nicht, wird Marco Tucci neben Sokol Kacani auflaufen. (hh.)
Monat: April 2008
U17 unterliegen Karlsruhe
Unglücklich unterlagen die B-Junioren der Kickers heute dem Nachwuchs des Karlsruher SC mit 2:3. Die Tore von Alexander Novak und Hakan Arslan reichten nicht für zumindest einen Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Am Samstag geht es zum Nachwuchs des FC Bayern München.
Die Kickers spielten mit:
Grgic; Schaal (70. Arslan), Bondel, D. Müller, Mägerle; Frank (70. Gökdemir), Avdic, Kotaidis, Hofmann (59. D. Schulze), Straub; Koutsiofitis (41. Novak)
Ein Herz für die Kleinen
Viele fragen sich: Warum ist bei den Stuttgarter Kickers nie Geld da? Ich halte es für angebracht, dazu etwas zu sagen. Das Problem ist die gewaltige Einnahmenschieflage im Umfeld. Beginnen wir mit den Vereinsmitgliedern, dann ist festzustellen, dass der VfB Stuttgart mindestens 20-mal so viele zahlende Mitglieder hat wie die Stuttgarter Kickers. Der VfB hat in einem einzigen Spitzenspiel mehr Zuschauer als die Kickers in 17 Heimspielen zusammen. Der Etat der Blauen für alle Spieler inklusive der Vereinsangestellten liegt bei 2,5 Millionen Euro. Beim VfB verdient ein Teil der Profis jährlich mehr, als die Kickers für die gesamte Saison zur Verfügung haben.
Ein Durchschnittsverdiener kommt in 80 Lebensjahren inklusive Rente nicht auf dieses Bruttoeinkommen. Es klingt deshalb wie Hohn, wenn VfB-Aufsichtsratchef Dieter Hundt die zu hohen Lohnerhöhungen kritisiert, für VfB-Profis aber ein Millionengehalt für gerechtfertigt hält. Es ist ein Umdenken bei Zuschauern und Sponsoren notwendig – hin zu mehr Fair Play. Auch die kleinen Vereine sollten existieren können.
Oswald Reichert, Ammerbuch-Pfäffingen
Stuttgarter Nachrichten
Die Kickers im Knast: Begegnung und Beklemmung
Fast wäre das Spiel der Stuttgarter Kickers in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim buchstäblich ins Wasser gefallen, aber dann konnte es auf einem 50 x 30 Meter großen Platz doch noch stattfinden. Wohl war der Platz leicht abschüssig und mit einigen Wasserlachen durchsetzt, aber als Bewegungs- und Trainingseinheit bildete die Begegnung vor allem für die Junioren-Auswahl der JVA eine willkommene Abwechslung.
Das Ergebnis von 5:5 und einem Torwarttausch von Manuel Salz war dabei sekundär, im Vordergrund stand vielmehr die Freude am Fußballspiel und an der Bewegung. Bis auf Vaccaro und Parmak waren sämtliche Kickersspieler mitge-kommen, obwohl auf beiden Seiten jeweils nur sechs Feldspiel plus Torwart zum Einsatz kamen. Manche Rutschpartie entwickelte sich vor allem auf Seiten der Juniorenauswahl, als die Kickers schnell den Ball von Mann zu Mann laufen ließen.
Nach dem Spiel selbst folgte eine Diskussionsrunde mit den insgesamt 24 anwesenden Häftlingen, bei denen sich die Jugendlichen über den Profialltag der Kickers erkundigten und die Spieler ihrerseits etwas über den Tagesablauf in einem Gefängnis wissen wollten. So erfuhren die Spieler beispielsweise, dass die Jugendlichen am Tag 23 Stunden in der Zelle einsitzen und nur eine Stunde im Hof verbringen können. Die Häftlinge wollten dann wissen, wer der Starspieler bei den Kickers sei. Cheftrainer Stefan Minkwitz entgegnete darauf: “Bei uns ist die Mannschaft der Star.“
Im Anschluss an die Diskussionsrunde verteilten die Spieler die heiß begehrten Trikots, Autogramme und Poster und da kamen sich die jugendlichen Häftlinge wie an Weihnachten vor. Eine interne Führung in der durch die Terroristenprozesse bekannt gewordenen Justizvollzugsanstalt schloß sich an und die Kickers-Delegation erlebte aus allernächster Nähe den tristen Alltag der Inhaftierten. Im siebten Stock wurde auch der Trakt begutachtet, in dem einst Ulrike Meinhof und Andreas Baader einsaßen. Bei einem Blick in eine Viermann-Zelle entdeckten dann die Kickersspieler wieder einige Kontrahenten auf dem Fußballplatz.
„Das war schon ein beklemmendes Gefühl“, meinte beispielsweise Kickers-Kapitän Oliver Stierle. Und Marco Tucci ergänzte:“ Da sieht man erst, wie gut es uns geht.“ Das Fazit von Manager Joachim Cast: “Es war für uns alle interessant einmal die Schattenseiten des Lebens kennenzulernen und mit jenen Menschen zu kommunizieren, die am Rand der Gesellschaft stehen. Unser Besuch dürfte für die Häftlinge ein willkommener Kontrast in ihrem nüchternen Alltag gewesen sein.“
Bilder auf der Offiziellen Homepage
StZ: Kickers suchen Yelldell-Nachfolger
Salz soll Nummer eins werden
STUTTGART (ump). Eines lässt sich jetzt schon absehen: am Samstag zum Regionalligaheimspiel gegen den VfR Aalen wird die Saisonbestmarke der Stuttgarter Kickers im Gazi-Stadion fallen. Die steht bei 3710 Zuschauern aus dem ersten Heimspiel gegen Regensburg. Eine besondere Fanaktion wird es allerdings nicht mehr geben, nachdem die angedachte Autogrammstunde mit dem Süßener Boxweltmeister Firat Arslan aus terminlichen Gründen nicht klappt. Und der Manager Joachim Cast fügt hinzu: „Spezielle Freikartenaktionen genehmigt der DFB in der Regel nur zwei Mal im Jahr.“ Die haben die Kickers bereits in der Hinrunde gegen Elversberg und Ingolstadt ausgeschöpft. Gerade in der Schlussphase der Saison soll so eine Wettbewerbsverzerrung vermieden werden; außerdem partizipiert der Verband mit fünf Prozent an den Spieleinnahmen.
In Sachen Personalien arbeitet Jens Härter weiter an seinem Comeback: „Er hat nochmal einen Kniespezialisten konsultiert, der ihm zunächst von einer Operation abgeraten hat“, sagt Cast. Der Manager hat nach den Wechselabsichten des Stammtorhüters David Yelldell inzwischen erste Gespräche mit dem bisherigen Ersatzmann Manuel Salz geführt. Tenor Cast: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass er das Zeug zur Nummer eins hat.“
Stuttgarter Zeitung
StZ: Nachgefragt: Kick im Knast
Eine Reise ins Ungewisse
Die Stuttgarter Kickers spielen heute in der Justizvollzugsanstalt Stammheim, wo der Fußball-Regionalligist gegen eine Juniorenauswahl der Häftlinge antritt. Fabian Heckenberger hat mit dem Kickers-Trainer Stefan Minkwitz gesprochen.
Herr Minkwitz, ihre Mannschaft hatte am vergangenen Sonntag trainingsfrei. War das nicht leichtsinnig vor dem Spiel heute in Stammheim?
Ja, Sie haben Recht, das war nicht so clever. Da haben wir wertvolle Trainingszeit verschenkt. Zumal die gegnerischen Spieler ja sehr viel Zeit zum Trainieren haben.
Haben Sie den heutigen Gegner beobachten lassen?
Wir wollten. Und wir haben im Vorfeld alles versucht, aber da war nichts zu machen, zu viele Mauern. Wir haben auch keinen Häftling in unserer Mannschaft, der die Platzverhältnisse in Stammheim kennt. Insofern treten wir eine Reise ins Ungewisse an.
Wie stellen Sie Ihre Mannschaft darauf ein?
Die Taktik lautet folgendermaßen: Wir werden tief stehen, uns in unserer Hälfte einigeln, den Gegner kommen lassen und dann vielleicht einen Konter fahren. Bei drei Spielen innerhalb von acht Tagen muss man seine Kräfte schonen.
Nun mal im Ernst: Wie kam die Partie denn zustande?
Die Vollzugsanstalt Stammheim hat vor einiger Zeit bei uns angefragt, ob so etwas denn möglich wäre, und wir haben gesagt: in Ordnung, das machen wir. Wir werden auch mit der gesamten Mannschaft hinfahren und vor der Partie wie immer eine Teambesprechung abhalten. Es wird vielleicht nicht jeder Spieler zum Einsatz kommen, aber wir sehen das schon als sinnvolles Trainingsspiel.
Das vielleicht auch einen gewissen Motivationseffekt hat?
Ich glaube nicht. Es wird sicher interessant für meine Spieler, mal ein Gefängnis von innen zu sehen. Mehr aber auch nicht.
Und wenn einer der Häftling-Junioren heute die gestandene Kickers-Abwehr schwindelig spielt?
Dann kann er sich gerne bei mir melden – wenn er wieder auf freiem Fuß ist.
Stuttgarter Zeitung
Presse zu Wacker Burghausen – Stuttgarter Kickers (1:2)
Aalen kann kommen
Die Kickers gewinnen in Burghausen – und fiebern dem Duell mit dem Tabellenzweiten entgegen
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga zum Befreiungsschlag ausgeholt. „Ich hoffe, dass das neue Euphorie entfacht“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum nach dem 2:1-Sieg beim Zweitligaabsteiger Wacker Burghausen.
Von Joachim Klumpp
Es geht also auch ohne Präsident, und ohne Manager. Die beiden Cheffunktionäre der Stuttgarter Kickers waren am Wochenende verhindert. Halb privat, halb beruflich. Der Spielleiter Uli Probst fungierte deshalb bei der Auswärtssfahrt in Burghausen quasi als Delegationsleiter – und darf wiederkommen. Denn das 2:1 war nicht nur der erste Auswärtssieg seit fast genau sieben Monaten, er bringt die Kickers auch ganz nah an den zehnten Platz und die Qualifikation für die dritte Liga heran, das erklärte Saisonziel des Traditionsvereins. „Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz, „Burghausen hatte zwar mehr Spielanteile, aber wir hatten die klareren Chancen.“ Zwei davon nutzten erst Bashiru Gambo nach einem Eckball („Standards haben wir die ganze Woche geübt“, so der Trainer) und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich Marco Tucci, der wie schon gegen Oggersheim seine Jokerqualitäten bewies.
Das größte Kompliment gab es am Ende ausgerechnet vom Gegner, Burghausens Trainer und Exprofi Peter Assion, der sagte: „Die Kickers waren der bisher beste Gegner, seit ich die Aufgabe als Trainer übernommen habe – besser als Reutlingen, Frankfurt oder Unterhaching. Sie sind aufgetreten wie eine Spitzenmannschaft.“ Das sind die Kickers auch – zumindest in der Tabelle des Jahres 2008, in der sie den fünften Platz belegen, punktgleich mit dem VfR Aalen.
Das Stichwort: denn am nächsten Samstag kommt es im Gazi-Stadion zum Duell mit dem Aufstiegsanwärter von der Ostalb. Und zum langersehnten Topspiel. Eigentlich soll die Erfolgsserie der Kickers – sechs Spiele ohne Niederlage – Ruhe ins Umfeld des Vereins bringen. „Ich hoffe aber auch, dass das Ergebnis eine Euphorie entfacht“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, der sich auch auf eine Zuschauerzahl festlegt: 5000 sollten es schon sein. „Ich denke, das ist realistisch, wenn es nachher noch ein paar mehr werden, ist es auch recht.“ Denn das Geld können die Kickers bekanntlich genauso gut brauchen wie die Punkte. Der Trainer Stefan Minkwitz, der die Mannschaft heute früh wieder um sich versammelt, sieht das Spiel gelassen: „Gegen Aalen sind wir nicht der Favorit, das ist psychologisch gesehen immer etwas einfacher.“
Während die Mannschaft gestern freibekam, flog der Manager Joachim Cast aus Berlin zurück, wo am Wochenende am Rande des Pokalfinales der Regionalligaausschuss tagte, dem Cast und auch Helmar Müller vom VfB angehören. Dabei ging es um mögliche Mehreinnahmen aus den geplanten Pokalrechten für Premiere (die Rede ist von 30 Millionen Euro), die auch der dritten Liga zugutekommen sollen. „Es gibt positive Signale vom DFB, mehr kann ich im Moment nicht sagen“, erklärt Cast.
So gesehen hat der Manager am Samstag zwar nicht den Kickers direkt geholfen, aber der Liga, der die Stuttgarter künftig angehören wollen. „Wir haben konkret immer nur für die dritte Liga geplant“, sagt Eichelbaum. „Und ich hoffe, dass der Notplan für die vierte Liga in der Schublade bleiben kann.“
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak (86. Steinle), Rosen, Gambo (83. Yildiz), Cerci – Kacani (46. Tucci), Vaccaro.
Tore: 0:1 Gambo (48.), 1:1 Galuschka (73.), 1:2 Tucci (84.)
Stuttgarter Zeitung
Kickers: Platz zehn in Reichweite
Trainer Minkwitz genießt Sieg über Burghausen, warnt aber vor Zufriedenheit
Stuttgart – Die Frühjahrsoffensive der Stuttgarter Kickers ist nicht zu stoppen: Der Fußball-Regionalligist siegte am Samstag bei Wacker Burghausen mit 2:1 (0:0) und hat nur noch einen Zähler Rückstand auf Platz zehn. Trotz sechs Spielen ohne Niederlage bleibt Trainer Stefan Minkwitz vorsichtig.
VON JÜRGEN KEMMNER
Strahlende Frühlingssonne, ein verführerisch gedeckter Frühstückstisch – der Sonntag begann für Stefan Minkwitz wie ein Morgen im Garten Eden. Der Kickers-Trainer genoss den Augenblick, und die Gedanken ans Spiel in Burghausen steigerten den Wohlfühl-Faktor zusätzlich. Die Blauen hatten 2:1 gewonnen, es war die sechste Partie in Folge ohne Niederlage. Der zehnte Platz, das Ufer für die Qualifikation zur dritten Liga, ist wieder in Reichweite. „Die Spieler und ich, wir können diesen Tag richtig genießen“, sagte Minkwitz, „das Team hat die richtige Reaktion auf das schwache Auftreten gegen Oggersheim gegeben.“
In Burghausen versteckten sich die Kickers nicht. Sie erspielten sich vorn einige Chancen und standen hinten (fast) jederzeit sicher. Das gesteigerte Selbstvertrauen wurde besonders nach dem Ausgleich offenkundig. Es regierte nicht die Angst vor einer Niederlage und löste das große Nervenflattern aus, sondern der Glaube an den Erfolg ermöglichte den Siegtreffer. „Die Mannschaft glaubt wieder an sich“, freute sich Präsident Dirk Eichelbaum. Wie schon gegen Oggersheim lieferte Marco Tucci das entscheidende Tor, der Joker war in der Pause für den wenig agilen Sokol Kacani gekommen. „Da hat der Trainer wieder mal das richtige Händchen bewiesen“, flachste Minkwitz und ergänzte ernsthaft: „Er hatte diese längere Bewährungsprobe verdient.“
Dem Coach war jedoch nicht entgangen, dass Tucci zuvor zwei Hochkaräter versiebt hatte. Wobei Minkwitz bei den weniger erfreulichen Begleitumständen des Siegs angekommen war. Im Sturm fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, sonst hätte es 2:0 oder gar 3:0 stehen können. Immerhin bestrafte Burghausen diese Schwäche nicht. Und beim Gegentor, als Markus Mann an der Auslinie behandelt wurde, stimmte die Zuordnung nicht. „Es war nicht alles gut, da machen wir uns nichts vor“, sagte Minkwitz, „heute dürfen sich die Spieler ausruhen, am Montag wird in der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Aalen am Samstag wieder hart gearbeitet.“ Und vielleicht beginnt der darauffolgende Sonntag für den Kickers-Trainer ja ebenso wie der gestrige.
Stuttgarter Nachrichten
Aufholjagd fortgesetzt
Stuttgarter Kickers gewinnen in Burghausen mit 2:1
Stuttgart (bw) – Mit einem verdienten 2:1 (0:0)-Auswärtssieg bei Wacker Burghausen haben die Stuttgarter Kickers ihre Aufholjagd in der Fußball-Regionalliga fortgesetzt. Jetzt sind sie von den Qualifikationsrängen für die neue dritte Liga nur noch einen Punkt entfernt.
Nach dem schwachen Auftritt (1:0) gegen Schlusslicht FSV Ludwigshafen-Oggersheim ist der Einsatzwille bei den geläuterten „Blauen“ zurück. „Die Spieler haben die richtige Reaktion auf den Mist gezeigt, den sie damals abgeliefert haben“, sagte Trainer Stefan Minkwitz, der nach dem Sieg in Burghausen „sehr zufrieden“ mit der Mannschaft war. Sowohl taktisch als auch von der Disziplin her habe die Einstellung wieder „hundertprozentig“ gestimmt, freute sich der Coach und hatte diesmal lediglich an der Chancenverwertung etwas auszusetzen.Die wiedergenesenen Oliver Stierle und Alexander Rosen waren ins Team zurückgekehrt, das bei den Oberbayern nach 20 Minuten das Heft in die Hand nahm. Vor 2850 Zuschauern erzielte Bashiru Gambo per Kopf (48.) nach einem Eckball von Mustafa Parmak die Stuttgarter Führung. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Florian Galuschka (73.) just in der Zeit, als Kickers-Verteidiger Marcus Mann an der Seitenlinie eine Risswunde an der Nase behandeln ließ und damit in der Viererabwehrkette fehlte. „Das war besonders bitter“, ärgerte sich Minkwitz. Doch dann folgte wieder eine starke kämpferische Phase der Gäste und – wie schon zuletzt gegen Oggersheim – der Auftritt des Jokers Marco Tucci. Der für Sokol Kacani zur Pause eingewechselte Stürmer erzielte den 2:1-Endstand (84.).Damit sind die Kickers nun schon seit sechs Spielen ungeschlagen, haben in diesen Partien 14 Punkte gesammelt und sich Stück für Stück der dritten Liga genähert. „Meinetwegen braucht diese Serie bis zum Saisonende überhaupt nicht mehr zu reißen“, hofft Minkwitz. Eine andere ist schon gerissen: Der Sieg war der erste Auswärtsdreier seit fast genau sieben Monaten. Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Stierle, Mann, Rapp – Parmak (87. Steinle), Rosen, Gambo (83. Yildiz), Cerci – Kacani (46. Tucci), Vaccaro.
Eßlinger Zeitung
Burghausen verliert 1:2: «Willkommen im Abstiegskampf»
«Wir wollen eine Siegesserie starten», hatte Wacker Burghausens Roland Bonimeier & Co.
verloren am Samstag vor 2850 Zuschauern gegen clevere Gäste in einer temporeichen Partie mit 1:2 und müssen sich jetzt ernsthafte Sorgen um die Qualifikation für die 3. Liga machen – der Vorsprung auf den Tabellenelften Jahn Regensburg ist auf einen Punkt zusammengeschmolzen.
«Wir haben nach dem guten Spielbeginn das Heft aus der Hand gegeben. Die Kickers waren der bisher beste Gegner, seitdem ich die Aufgabe als Trainer übernommen habe – besser als Reutlingen, Frankfurt oder Unterhaching. Sie sind aufgetreten wie eine Spitzenmannschaft und haben heute auch verdient gewonnen», musste Assion nach den 90 Minuten gestehen.
Fehlendes Glück im Abschluss und eine nicht immer sattelfeste Abwehr waren die Gründe für die siebte Saisonniederlage der Wacker-Elf. In der Defensive machte sich vor allem das Fehlen von Björn Hertl bemerkbar, der der Abwehr in den vergangenen Wochen viel Stabilität verliehen hat. Für den gesperrten Kapitän rückte Markus Palionis in das Zentrum der Viererkette – gleichwertig ersetzen konnte er Hertl aber nicht. Im Mittelfeld schenkte Assion Sebastian Mitterhuber das Vertrauen, für den 20-Jährigen musste Ronald Schmidt auf der Bank Platz nehmen.
Gestärkt durch den guten Auftritt in Unterhaching (1:1) legten die Burghausener von Beginn an den Vorwärtsgang ein. Schon nach vier Minuten tauchte Christoph Teinert gefährlich vor dem Tor der Gäste auf, scheiterte aber im Duell mit Kickers-Keeper David Yelldell.
Die Stuttgarter versteckten sich aber keineswegs, spielten munter mit und versuchten über schnell vorgetragene Konter zum Erfolg zu kommen. So musste Roland Bonimeier in der zehnten Minute für seinen geschlagenen Tormann auf der Linie retten. Eine sehenswerte Kombination ging der nächsten Gäste-Chance voraus. Vaccaro stand nach einem feinen Doppelpass plötzlich frei vor Manuel Riemann – der Wacker-Keeper behielt die Nerven und klärte mit einem tollen Reflex zur Ecke (30.). Die letzte Möglichkeit in einer unterhaltsamen ersten Hälfte fand Roland Bonimeier vor: Sein Schuss aus 35 Metern ging knapp neben das Tor.
Die kalte Dusche für die Gastgeber erfolgte kurz nach der Halbzeit. Und wieder, wie schon in den vergangenen Partien gegen Unterhaching und Frankfurt, fiel der Gegentreffer nach einer Standardsituation. Der Ex-Dortmunder Bashiro Gambo schraubte sich bei einem Freistoß am höchsten und versenkte den Ball aus kurzer Distanz im Netz – 0:1 (48.). Die Wacker-Elf wirkte nach dem Gegentreffer geschockt und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe sie wieder gefährlich vors Kickers-Tor kam: Der eingewechselte Florian Galuschka sorgte mit seinem Kopfballtor für den Ausgleich (73.). Nur zehn Minuten später klingelte es erneut im Burghausener Kasten. Joker Marco Tucci verwertete den Abpraller nach Schuss von Vaccaro – 2:1 für die Gäste, die den Vorsprung anschließend clever über die Zeit schaukelten.
«Das war das schlechteste Spiel unter meiner Regie», ärgerte sich Assion und fügte hinzu: «Jetzt müssen wir mit aller Macht um die 3. Liga kämpfen.» Etwas drastischer drückte es Abwehrspieler Markus Palionis aus: «Ein Kickers-Spieler hat nach dem Schlusspfiff zu mir gesagt: ,Willkommen im Abstiegskampf‘ – und genauso sieht’s aus.» sam
Oberbayrisches Volksblatt
Presse zu Stuttgarter Kickers II – SC Freiburg II (1:0)
Vor heimischer Kulisse spielte gestern die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers – und wie. Das Team des Trainers Björn Hinck besiegte den Tabellenersten SC Freiburg II mit 1:0 (1:0). Den Siegtreffer erzielte Marco Kovac in der neunten Minute. „Der Sieg wird uns viel Selbstvertrauen geben“, sagte Hinck. Das wird seine Mannschaft in den verbleibenden Spielen auch benötigen, um den Klassenverbleib zu schaffen. Noch haben die Kickers einen Punkt Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.
Stuttgarter Zeitung
Der SC Freiburg II marschiert in Richtung Regionalliga, doch die Stuttgarter Kickers II haben dem Tabellenführer am Sonntag ein Bein gestellt. Vor 100 Zuschauern schlug die zweite Mannschaft der Blauen die Reserve der Breisgauer mit 1:0 (1:0) und revanchierte sich damit für die peinliche 3:7-Niederlage in der Vorrunde. Marco Kovac erzielte das Tor des Tages bereits nach neun Minuten. Freiburg gelang in den folgenden 81 Minuten kein Tor – lediglich Manuel Konrad leistete sich eine Unsportlichkeit und flog mit Gelb-Rot vom Platz (81.)
Stuttgarter Nachrichten
Keine Chance zugelassen und trotzdem 0:1 verloren
Der stark Ersatz geschwächte SC Freiburg II musste am Sonntag bei den Stuttgarter Kickers II seine erste Auswärtsniederlage seit dem 24. November 2007 hinnehmen. In einer ereignissarmen Partie hatte Marco Kovac bereits in der 9. Minute mit einem Fernschuss aus gut 35 Metern das Tor des Tages erzielt. Die Elf von Karsten Neitzel bleibt mit 60 Punkten weiterhin Tabellenführer der Oberliga Baden Württemberg, drei Punkte vor dem SSV Ulm 1846.
Auf vier Protagonisten des Höhenfluges musste Trainer Neitzel in Stuttgart verzichten. Das Innenverteidiger-Duo Raphael Mollet (Bänderriss im Sprungelenk) und Ömer Toprak (bei den A-Junioren im Einsatz) ersetzten Routinier Andreas Kaufmann und Sandrino Braun. Und in der Offensive fehlten Toptorjäger Felix Roth (Kreuzbandriss) und Andreas Glockner (beim Profikader). Dafür rückte Maximilian Mehring ebenso in die Offensiv-Raute ( seinen Part im defensiven Mittelfeld übernahm Michele Borrozzino) wie Alexandre Maisonneuve. Zwischen den Pfosten kam Michael Müller aus dem A-Jugend-Kader zu seinem zweiten Einsatz der Saison.
Und bereits nach neun Minuten wurde Müller kalt erwischt. Einen harmlosen Flankenball hatte die SC-Defensive per Kopf geklärt. Das Spielgerät landete aber gut 35 Meter vor dem Tor bei Stuttgarts Marco Kovac, der ohne zu zögern draufhielt und traf. Die Hausherren führten 1:0. Der SC II ließ in der Folge keine weitere Chance der Kickers zu. Tat sich auf widrigen Platzverhältnissen aber schwer mit einem geordneten Vortrag in die Gefahrenzone. So ging es nach wenig unterhaltsamen 45 Minuten mit 0:1 aus Freiburger Sicht in die Kabinen.
Im zweiten Durchgang erhöhte die Neitzel-Elf die Schlagzahl. Die Hausherren setzten auf Konter, scheiterten aber ihrerseits ebenfalls immer wieder an den schlechten Platzverhältnissen. Nach einem Doppelwechsel in der 68. Minute (Fabio Dell´ Era für Kaufmann, Luis Hörger für Christoph Jüllich) erhöhte sich der Druck der Freiburger nochmals. Kurz nach seiner Einwechslung fand sich Dell´Era nach einem sehenswerten Doppelpass mit Owusu Ampomah in bester Schussposition wieder. Aber der Stuttgarter Schlussmann Manuel Salz machte die bis dahin beste Freiburger Chance mit einer guten Parade zu Nichte. Nur eine Minute später tauchte Dell´Era erneut im Strafraum der Hausherren auf und wurde zu Fall gebracht. Der zumindest von den Freiburgern vehement geforderte Elfmeterpfiff blieb aber aus. So musste die zuletzt sieben Spiele in Folge ungeschlagene Neitzel-Elf ihre erste Auswärtsniederlage seit dem 24. November 2007 hinnehmen, ohne eine einzige nennenswerte Chance des Gegners zugelassen zu haben. „Jetzt müssen wir uns am kommenden Samstag (26. April, 15.30 Uhr) gegen Bahlingen voll ins Zeug legen. Denn eins ist klar: Durch sind wir noch lange nicht“, sagte Neitzel mit Blick auf die Tabelle. Dort hat der SC II mit 60 Punkten nach dem 27. Spieltag zehn Punkte Vorsprung auf den fünftplatzierten FC Astoria Walldorf.
Alexander Roth