JOE BAUER – Heute alles live aus der globalen Arena

Im K-Block 

Wir sind zurück im Innern der Welt, in der Seele des Fußballs, und wir sind nicht in München. In Stuttgart diskutieren sie noch über die neue Mercedes-Arena, da haben wir längst Platz genommen im mondänsten aller Stadien. Ich sitze, den kleinen Computer vor der Nase, in der Fußballkneipe. Mag die Bar selbst rauchfrei nicht nach Glanz und Gloria von Thurn und Taxis riechen, mag sie nicht als Vip-Room taugen, so dient der Strafraum am Tresen doch immer noch als Hip-Lounge: alle Mann auf Ballhöhe. Die Bildschirme sind flacher geworden. Das Publikum ist so klug und gerecht wie eh und je.

Es ist kurz vor fünf, in München geben sie den Südgipfel Bayern vs. VfB, in der Fußballkneipe Ackermanns dröhnt Rock“n“Roll. Die Kneipe ist voll, neben mir hat der Kfz-Meister Eddy, 41, als mein Co-Kommentator Position bezogen. Eddy weiß wie ich, dass die Stimmung in der Kneipe ein Spiel beeinflussen kann. Diese These hat der Kulturtheoretiker Klaus Theweleit formuliert, und sie ist wahr. Der Glaube kann Berge versetzen und der Kneipen-Groove Bälle fernlenken. Die Kneipe – der Sound lässt keine Zweifel – ist bereit: Wir sind die Arena. Die Wände werden zittern, die Wellen die Straße erfassen und über die A 8 nach München jagen.

Es geht, verdammt, nicht um viel in diesem Spiel? Quatsch, sagt Eddy, alles eine Frage der Ehre. Es gibt jeden Tag einen Grund, die Bayern in den Sack zu hauen. Heute ist ein guter Tag: Der alte Meister, sagt Eddy, wird den neuen schlagen.

Es geht um alles, man macht keine Witze. Der Südgipfel ist, Weizenbier hin oder her, kein Weißwurstzipfel. Alles klar, sage ich – und Luca Toni schießt das 1:0 für Bayern. Eddy leidet still und bewegungslos. Ein Schock in Zeitlupe. Nirgendwo benehmen sich Fans anständiger als im globalen K-Block, der großen Fußballkneipe. Gott dankt es, ein paar Minuten später haben die Wellen die A 8 verlassen und erreichen die Allianz-Arena: da Silva schießt das 1:1. Und wenn Sie, meine Damen und Herren, neben mir säßen wie Eddy, würden Sie mir glauben: In der Kneipe könnten Sie fühlen, wie es ist, einem Bazi ins Gesicht zu schauen. Im Flohzirkus des Daimlerstadions können Sie nicht mal unterscheiden, ob gerade Luca Toni oder der Eisverkäufer durchs Stadion läuft.

Eddy sagt, er muss für kleine Jungs, und das ist korrekt, denn in der Kneipe singt zur Pause der alte Schleimer Campino von den Toten Hosen: „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen.“ Sag ich doch, dieser Song bringt Unglück. Warum, fragt Eddy, macht sich der Schäfer im VfB-Tor nicht länger? Heißt er vielleicht Bastürk? Van Bommel trifft zum 2:1. Soll ich noch mehr erzählen aus der Fußballbar? Geht nicht. Hörsturz. Strich. Punkt. Koma.

Wenn Sie meinen Live-Report aus der Fußballkneipe lesen, meine Damen und Herren, mag er Ihnen kälter aufstoßen als Ihr Kaffee. Aber ich habe den Auftrag, es Ihnen auch im Namen von Eddy zu sagen: Der FC Bayern ist Pokalsieger. Der FC Bayern wird deutscher Meister. Aber den Triumph des Triples haben Gottes Wellen verhindert: Der FC Bayern liegt abgeschlagen auf Platz acht der Regionalliga Süd, nur einen Rang vor den Stuttgarter Kickers.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers II verlieren hoch

Das Oberligateam der Blauen muss heute eine bittere Niederlage verkraften. Bei Astoria Walldorf unterlagen die Kickers 3:6. Zur Pause führten die Kickers durch ein Tor von Ali Parhizi noch mit 1:0. Danach konnten die Gastgeber bis auf 4:1 davonziehen, ehe die Kickers durch Srdan Stevanovic und Sven Sökler bis auf 3:4 herankamen. Als die Kickers in der Schlußphase alles nach vorne warfen, erzielte Walldorf noch einmal zwei Tore.

Am Donnerstag, 01. Mai, müssen die Blauen zum VfR Mannheim, der genau einen Tabellenplatz vor den Blauen auf einem Nichtabstiegsplatz steht.
Die Kickers spielten mit:
Hauser; Leist, Ivanusa, Ortlieb, Benda; Sökler, Kovac (80. Tunjic), Gentner, Parhizi (82. Förster), Prediger (80. Schneider); Stevanovic

Sieg und Niederlage für Nachwuchsteams

Die U19 der Stuttgarter Kickers gewann ihr „Vorspiel“ am heutigen Samstag gegen den Karlsruher SC mit 1:0. Sascha Thies erzielte in der 33. Spielminute den Siegtreffer in diesem ganz wichtigem Spiel. Nach 22 Spielen belegen die Kickers mit 15 Punkten weiterhin einen Abstiegsplatz. Zum rettenden Ufer beträgt der Abstand vier Punkte. Am Sonntag, 04.05.08, geht es zum FSV Mainz 05.Die Kickers spielten mit:
Rodriguez; Thies, Reichardt, Abruscia, Leutenecker; Auracher, Gürol (80. Brandstetter), Boric (89. Yel); Fennell, Celiktas (55. Pala), Zivaljevic (64. Ihrming)

Die U17 war heute zu Gast beim Nachwuchs des FC Bayern München. Die Blauen unterlagen hier klar mit 0:3 (0:1). In der Tabelle belegen die Kickers nach 22 Spielen Platz 12 mit 21 Punkten. Der Rückstand beträgt momentan ein Punkt, die nächsten beiden Spielen beim SSV Jahn Regensburg (Tabellendreizehnter) und Rosenhöhe Offenbach (Tabellenletzter) müssen erfolgreich bestritten werden.Die Kickers spielten mit:
; Grgic; Schaal, Bondel, D. Müller, Yazici; Frank, Avdic, Kotaidis (41. Hofmann), Mägerle; Novak (28.Russom), Koutsiofitis (49. Arslan)

Kickers nach 5:1 auf Kurs

Die Stuttgarter Kickers fertigten heute den VfR Aalen in einem spektakulären Spiel mit 5:1 ab. In der ersten Hälfte erzielten die Blauen früh durch Cerci das 1:0. Nur sechszehn Sekunden nach dem Anstoß staubte Tucci nach einem Schuß von Vaccaro ab. Nach 21. Minuten durfte erneut Tucci zum 3:0 jubeln. Aalen konnte zwar per Foulelfmeter zum 1:3 verkürzen, doch noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Vaccaro wieder den alten Abstand herstellen. In der zweiten Hälfte ließen die Blauen Aalen kommen, die Abwehr der Kickers kam aber nicht wirklich in Gefahr. Nach einem sehenswerten Schuß von Kacani an die Latte konnte Marcus Mann seinen ersten Saisontreffer erzielen. 5:1! Die Kickers stehen nach diesem Spiel erstmals wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Doch trotz der Galavorstellung gilt das gleiche wie nach dem Zittersieg gegen Oggersheim: Drei Punkte sind drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger. Die Blauen müssen in Reutlingen nachlegen. Das heutige Spiel sollte Selbstvertrauen geben.

Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen

Vaccaro hofft

STUTTGART (ump). „Meine Mannschaft ist heiß“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz vor dem Derby heute (14 Uhr) gegen den VfR Aalen – nicht nur in Anbetracht des sonnigen Wetters. Das wiederum soll zu einem Saisonrekordbesuch von 5000 Zuschauern führen. Der angeschlagene Angelo Vaccaro hat gestern mittrainiert, so dass die Chancen auf einen Einsatz gestiegen sind.

Gestern bekamen die Vereine zudem Post vom Deutschen Fußball-Bund wegen der Lizenz für die nächste Saison. Nachdem zuletzt etliche Sponsoren ihre Verträge gekündigt hatten, müssen die Kickers nun bis zum 5. Juni den Nachweis für die veranschlagten Werbeeinnahmen (gut eine Million Euro) erbringen. Dies könnte zum Beispiel durch Bürgschaften, ein erhöhtes Fernsehgeld oder auch mögliche Transfereinnahmen erfolgen. „Der Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir haben zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir die Zulassung durch den DFB erhalten werden“, erklärte der Präsident Dirk Eichelbaum.
Quelle: StZ

Aufatmen bei Kickers: Vaccaro rechtzeitig fit

Stuttgart (jüf) – Die Entwarnung kam nach dem Abschlusstraining: Angelo Vaccaro hat seine Probleme am Schienbeinköpfchen überstanden und kann für die Stuttgarter Kickers an diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) im Regionalliga-Derby gegen den VfR Aalen stürmen. Neben dem Torjäger (sieben Saisontreffer) wird Marco Tucci von Beginn an zum Einsatz kommen. „Er hat es sich verdient“, sagt Trainer Stefan Minkwitz. Die Blauen haben alle Mann an Bord. Aalen muss auf Innenverteidiger Michael Stickel (gesperrt) verzichten. „Das ist kein Vorteil für uns. Er hat zuletzt sehr gut gespielt“, sagt Aalens Manager Helmut Dietterle, der mit 1000 VfR-Fans in Degerloch rechnet.

Unterdessen haben die Kickers am Freitag eine erste Entscheidung vom DFB über die Zulassung zur neuen dritten Liga erhalten. Die Erteilung der Lizenz wurde an die Bedingung geknüpft, bis zum 5. Juni den Nachweis der geplanten Werbeeinnahmen zu erbringen. „Dieser Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum, „wir haben in den kommenden sechs Wochen zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir, wie in der Vergangenheit auch, die Zulassung durch den DFB erhalten werden.“
Quelle: StN

Stadt macht die Kickers heiß

Stadion wird renoviert

Von KLAUS HENRICH und NORBERT KRUMM

Die Stuttgarter Kickers und ihre grandiose Aufholjagd zur Qualifikation zur neuen 3. Liga. Vorm heutigen Regionalliga-Derby gegen den Tabellenzweiten VfR Aalen (14 Uhr, Gazi-Stadion auf der Waldau) trennt die Blauen nur noch ein Punkt vom begehrten 10. Platz.

Die erste Steilvorlage kommt von Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Die Stadt wird das Gazistadion für die 3. Liga liften (für ca. 500000 Euro gibt’s u.a. auch Schalensitze). Jetzt muss Coach Stefan Minkwitz nur die Bombenserie (14 Punkte aus 6 Spielen) halten.

Doch auch die Elf von Edgar Schmitt – ohne Michael Stickel (Rotsperre) – steht unter Erfolgsdruck. Nur mit Sieg darf Aalen weiter vom Aufstieg in die 2. Liga träumen. Schmitts Rezept: „Aus einer starken Defensive schnell nach vorne umschalten.“

Dagegen setzt Minkwitz ganz aufs grenzenlose Selbstvertrauen seiner Jungs: „Wir haben immer an unsere Chance für die 3. Liga geglaubt, das zahlt sich jetzt aus.“ Auch wenn Topscorer Angelo Vaccaro (Knieverletzung, 7 Tore) ausfällt. Dafür werden Marco Tucci (2 Tore) und Sokol Kacani (6) stürmen

BILD

Zulassung zur 3. Liga mit Bedingung

Die Stuttgarter Kickers haben heute die erste Entscheidung der DFB-Zentralverwaltung über die Zulassung zur neuen 3. Liga in der Saison 2008/2009 erhalten. Die Zulassung wurde an die Bedingung geknüpft, bis zum 5. Juni den Nachweis der geplanten Werbeeinnahmen zu erbringen.
“Dieser Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir haben in den kommenden sechs Wochen zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir wie in den vergangenen Jahren auch die Zulassung durch den Deutschen Fußball Bund erhalten werden“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum in einer ersten Stellungnahme.

Offizielle Homepage

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen

Kickers morgen gegen Aalen

Fragezeichen hinter Vaccaro
STUTTGART (ump). Die Vorzeichen aus Sicht des Kickers-Trainers könnten nicht besser sein. „Wir haben durch unsere kleine Erfolgsserie Selbstvertrauen bekommen, der Tabellenzweite kommt, die ARD ebenfalls, es wird eine gute Kulisse geben – da wissen die Spieler, was die Stunde geschlagen hat“, sagt Stefan Minkwitz vor dem zu einer Art Topspiel avancierten Regionalligaderby morgen (14 Uhr) gegen den VfR Aalen. Nach zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage stört allenfalls noch die Knieverletzung des Torjägers Angelo Vaccaro die gute Laune in Degerloch. „Es wird sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob er fit ist“, sagt Minkwitz, der unabhängig davon überlegt, ob er den zuletzt mit zwei Toren erfolgreichen Marco Tucci von Beginn an bringen soll oder wieder nur als Joker. Einen Tag hat der Coach noch Zeit.

Bereits heute wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Regionalligisten mitteilen, ob und unter welchen Auflagen sie die Lizenz für die nächste Saison bekommen. Der Kickers-Manager Joachim Cast sagt: „Man hat uns schon angedeutet, dass wir bis zum 5. Juni nachbessern müssen. Es wird in erster Linie wohl um einen Nachweis für die Werbeeinnahmen gehen.“ Da trifft es sich gut, dass der DFB derzeit mit dem Fernsehsender Premiere um eine Ausweitung der Übertragungsrechte für den DFB-Pokal verhandelt. „Das soll auch den Dritt- und Viertligisten zugutekommen“, sagt Cast als Mitglied des Regionalliga-Ausschusses. „Ziel ist, dass wir insgesamt eine Million Euro pro Club aus den TV-Einnahmen erzielen.“ Zunächst waren für jeden Drittligisten 625 000 Euro geplant.

Stuttgarter Zeitung

Die Blauen erwarten Rekordbesuch
Stuttgart (jüf) – Die Bestmarke in dieser Regionalligasaison im Gazistadion liegt bei 3710 Zuschauern. So viele Besucher kamen zum ersten Heimspiel der Kickers gegen Jahn Regensburg. Am morgigen Samstag (14 Uhr) gegen den VfR Aalen dürfte der bisherige Saisonrekord gebrochen werden: Die Blauen erwarten 5000 Besucher. Die Einnahmen werden dringend benötigt, zumal der aktuelle Schnitt (2950) hinter dem kalkulierten Wert (3500) liegt. Wovon sich der Club nichts kaufen kann: In den Auswärtsspielen lockten die Kickers (3117) neben dem FC Bayern II (3233) die meisten Fans an.

Zehn Prozent des Gesamtetats machen bei den Blauen die Zuschauereinnahmen aus. Der größte Teil der Einnahmen resultiert aus den Fernsehgeldern. 625 000 Euro pro Club sind bisher für die künftige dritte Liga vorgesehen. Kickers-Manager Joachim Cast sieht durch den geplanten neuen Fernsehvertrag gute Chancen, dass sich die TV-Gelder für jeden Drittligisten auf eine Million Euro erhöhen: „Das ist unser Ziel“, sagt er in seiner Funktion als Vertreter der Regionalligaclubs im DFB-Spielausschuss.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers mit Respekt gegen Aalen

Stuttgart (bw) – Mit einer gehörigen Portion Respekt geht Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in das Derby morgen (14 Uhr) gegen den Aufstiegskandidaten VfR Aalen. (…)

Die einen kämpfen um den Aufstieg in die zweite Liga, die anderen hoffen auf den Sprung in die dritte – sowohl für die Aalener als auch für die Kickers steht im Saison-Endspurt noch einiges auf dem Spiel. Daher wird es morgen im Gazi-Stadion zwischen dem Tabellenzweiten und dem Zwölften heftig zur Sache gehen. Mindestens 4500 Zuschauer werden zum Derby erwartet. Schließlich haben die Kickers einen Lauf, in sechs Spielen 14 Punkte gesammelt und damit im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga kräftig Boden gut gemacht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir die Wende schaffen“, betont Trainer Stefan Minkwitz. Dennoch stapeln die Gastgeber vor der Partie gegen Aalen tief. „Wir sind nicht in der Favoritenrolle“, sagt Minkwitz, sieht aber darin auch einen Vorteil: „Das ist psychologisch gesehen etwas einfacher.“ Respekt haben die „Blauen“ in erster Linie vor dem gefährlichen Angriff: Der VfR ist mit 55 Treffern einsame Spitze in der Liga. Minkwitz muss auf Angelo Vaccaro verzichten. Der Stürmer konnte wegen Schmerzen im rechten Knie unter der Woche nicht trainieren. Für ihn wird wohl Marco Tucci zum Einsatz kommen.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Tucci.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 26.04.2008 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Steuer (Menden)
Assistenten: Jeromin (Bochum), Schulte (Herdecke)

Stuttgarter Kickers: Trainer Minkwitz will der Elf von Burghausen (2:1) vertrauen. Vaccaro (Knie) ist aber fraglich, für ihn oder auch Kacani könnte Tucci kommen.

VfR Aalen: Welm wird Stickel (zwei Spiele Sperre) vertreten, der rechte Außenverteidiger Fall kehrt nach abgelaufener Gelbsperre wieder zurück. Ansonsten sind alle fit.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz

VfR Aalen
Linse – A. Fall, Welm, Alder, Traub – Haller, Hofmann, C. Holzer, A. Mayer – M. Steegmann, Sailer; Trainer: Schmitt 

Kicker

Kickers-Phoenix steigt aus der Asche

So erbittert wie der nächste Gegner des VfR Aalen, kämpft in der Regionalliga keiner um die Existenz. Für die Stuttgarter Kickers geht’s um alles: Nach schwacher Hinrunde haben sie sich auf Rang zwölf geschoben. Der Aufstieg in Liga drei muss her, sonst rückt der Weg des Traditionsklubs in die Bedeutungslosigkeit gefährlich nahe.

AALEN (sz) Es ist ein bitterer Kampf, den die Kickers führen: In den 90er Jahren mit guten Platzierungen in der Zweiten Bundesliga und sogar zweimaliger Teilnahme an der Bundesliga waren die Kickers zweite Kraft hinter dem VfB Stuttgart. Doch seit dem Abstieg in die Regionalliga vor sieben Jahren rücken immer mehr Finanzprobleme und interne Querelen in den Vordergrund.

Sportlich läuft es wieder

Und gerade jetzt, wo der Verein mit dem Rücken zur Wand steht, läuft es sportlich wieder so gut wie lange nicht: Seit zehn Spielen sind die Kickers ungeschlagen, in der Tabelle des Jahres 2008 befinden sie sich punktgleich mit dem VfR Aalen auf Position fünf. Ein Aufstieg wie Phoenix aus der Asche. „Die positive Grundstimmung im sportlichen Bereich überwiegt momentan alles andere“, sagt Kickers-Manager Joachim Cast.

Unterstützt wird die Mannschaft am Samstag sicher dadurch, dass sich die Kickers theoretisch mit einem Sieg bis auf Rang acht vorschieben könnten, sollten die Tabellennachbarn schwächeln. Genau davor warnt auch der Sportliche LeiterHelmut Dietterle: „Die Zahlen sprechen für sich und überraschen mich auch nicht. Wenn man derart mit dem Rücken zur Wand steht, entsteht so ein starkes Wir-Gefühl, dass alles möglich ist.“ Dem muss Cast auch zustimmen: „Jeder Spieler muss alles dem spielerischen Erfolg unterordnen. Dadurch ist die Mannschaft zu einem verschworenen Haufen geworden, der sich nicht mehr durch ein Gegentor aus dem Konzept bringen lässt.“

Fans stehen hinter dem Klub

Eine wichtige Rolle spielt laut Dietterle das Publikum, das „gerade wieder das Kickers-Gefühl entdeckt hat und die Mannschaft lautstark unterstützt“. Die Mannschaft sei kämpferisch und läuferisch äußerst stark. Besonders wichtig sei es Bashiru Gambo und Oliver Stierle im Mittelfeld nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dann kann der Phoenix aus der Asche mit einem Sieg auch zunächst wieder auf den Boden zurückgeholt werden. Anschließend können die Stuttgarter ja wieder gewinnen, denn viertklassige Kickers, so Dietterle, „das mag man sich gar nicht vorstellen“.

Schwäbische Zeitung

StZ: „Nach der Saison geht die Arbeit erst richtig los“

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Kickers, Rainer Lorz, die entscheidenden nächsten Wochen des Fußball-Regionalligisten beurteilt

STUTTGART. Gegen den VfR Aalen tritt Rainer Lorz morgen erstmals offiziell als neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Kickers bei einem Heimspiel auf. Der 45-jährige Jurist äußert sich zu den verschiedenen Problemfeldern des Fußball-Regionalligisten.

Von Joachim Klumpp

Rainer Lorz zur sportlichen Situation:

„Ich denke, wir haben sehr gute Chancen, unser Ziel dritte Liga zu erreichen, nachdem in der Tabelle alles sehr eng beisammen ist. So gesehen war das Spiel in Burghausen sicher von herausragender Bedeutung, nicht nur, weil wir gewonnen, sondern unsere Konkurrenten großteils verloren haben. Allerdings haben wir auch noch ein schweres Restprogramm, das wird kein Selbstläufer, angefangen mit dem Spiel gegen Aalen.“

. . . zur Qualifikation dritte Liga:

„Die Qualifikation ist die Grundvoraussetzung, um so weitermachen zu können, wie wir uns das vorstellen. Aber dann geht die Arbeit erst richtig los. Die Frage ist, wie positionieren wir uns: Sportlich, wo wir einen schlagkräftigen Kader aufstellen müssen, aber auch finanziell, denn der geplante Etat (etwa drei Millionen Euro; d. Red.) wird nach derzeitigem Stand nur geringfügig höher sein als bisher. Und damit werden wir in der dritten Liga auch ganz unten stehen, wenn man sieht, dass Braunschweig jetzt schon sieben Millionen Euro ansetzt und 14 000 bis 15 000 Zuschauer hat – das ist natürlich ein Riesenunterschied. Wir können also nicht einfach sagen: Super, wir haben die sportliche Qualifikation geschafft, das war“s jetzt.“

. . . zu einem möglichen Investor:

„Ich sage es mal so: es gibt durchaus Überlegungen in diese Richtung, aber im Augenblick ist es nicht so, dass wir konkret etwas auf dem Tisch liegen haben. Da müsste dann ja auch die Umsetzung funktionieren. Man muss eine Mitgliederversammlung einberufen, das Modell präsentieren, die Gegebenheiten dafür schaffen. Da muss man eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, in der der Verein nach aktuellem Recht die Mehrheit halten würde. Und ein Investor will ja vor allem eines – immer einen Rückfluss haben. Da stellt sich die Frage: Wie erwirtschafte ich den?“

. . . zur Hauptversammlung:

„Ich glaube schon, dass eine Mitgliederversammlung nach der Saison sinnvoll wäre, das muss keine außerordentliche sein, man kann die normale ja auch vom November vorziehen. Ich halte es jedenfalls nicht für falsch, dass man die Mitglieder einbindet, wenn wichtige Entscheidungen anstehen.“

. . . zur gegründeten GmbH & Co. KG:

„Wir wollen das Thema nicht so hoch hängen, aber die Frage ist ja immer: wie kann ich einen Fußballverein finanzieren? Neben kapitalmäßigen Beteiligungen vor allem über Sponsoren oder Darlehen. Und in diesem Fall wandle ich belastendes Fremdkapital in Eigenkapital um und verzichte dadurch auf einen Rückforderungsanspruch. Im Gegenzug werden Transferrechte gesichert. Und der Vorteil ist, dass das Geld aus möglichen Ablösesummen wieder dem Verein zur Verfügung gestellt werden kann.“

. . . zur vierten Liga und Insolvenz:

„Man kann jetzt nicht so tun, als ob bereits alles klar ist. Generell bin ich der Meinung, dass man eine Insolvenz vermeiden sollte, wenn es irgendwie geht. Denn die nützt keinem. Da fängt man in der fünften Liga zwar wieder bei null an, aber zu sagen, wir starten einen Durchmarsch – das ist nicht so einfach. Vorrangig sollte man deshalb alles dafür tun, dass man in der vierten Liga eine schlagkräftige Truppe hätte und weiterspielen könnte, wenngleich natürlich mit einem deutlich reduzierten Etat.“

. . . zum Verhältnis VfB Stuttgart:

„Da ist vielleicht in den vergangenen Jahren zu wenig daran gearbeitet worden, was die Abgrenzung zum VfB betrifft. Da reicht es eben nicht zu sagen, wir sind die sympathische Alternative, man muss auch konkret sagen, wie die aussehen soll. Da gibt es durchaus Überlegungen. Aber in der Situation momentan kann man als Aufsichtsratschef nicht hingehen und sagen, wir machen jetzt alles vollkommen neu. Wir ziehen die restlichen Spiele der Saison sauber durch. Danach folgt die Bestandsaufnahme, bei der wir uns fragen müssen: wo stehen wir, wo wollen wir hin – wer ist dabei?“

. . . zum Darlehen des Expräsidenten:

„Die mir gegebenen Informationen sagen, dass der DFB das Rangrücktrittsdarlehen von Hans Kullen akzeptiert, wenn unser Wirtschaftsprüfer das als ausreichend ansieht. Und das tut er. So gesehen gehe ich davon aus, dass der DFB das nicht bemängelt. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass es Auflagen oder gar Bedingungen bei der Lizenzierung geben wird. Aber in dieser Hinsicht sind wir, glaube ich, in guter Gesellschaft.“

. . . zum Liquiditätsproblem der Kickers:

„Die finanzielle Seite hängt für mich eng mit der sportlichen zusammen. Wenn man in die Saison geht, ist der Etat weitgehend gedeckt. Aber es gibt immer auch abhängige Faktoren, wie spontane Werbemaßnahmen oder die Zuschauereinnahmen, die bei uns durch die sportliche Situation ins Wanken geraten sind. Ob man da jemand einen Vorwurf machen kann, das würde ich doch mit einem Fragezeichen versehen, zumal wir ja nicht mit 5000, sondern mit 3500 Besuchern geplant hatten. Derzeit ist die Liquidität gesichert, schwierig ist immer noch der Juni, wenn keine Spiele mehr stattfinden. Den überbrückt man natürlich leichter, wenn man für die dritte Liga qualifiziert ist. Die Sponsoren sagen: im Mai reden wir gerne weiter – was ja auch verständlich ist.“

Rainer Lorz gehört dem Aufsichtsrat der Stuttgarter Kickers seit November 2005 an. Der Jurist aus Degerloch beschäftigt sich vor allem mit der unternehmerischen Nachfolgeplanung. Der Honorarprofessor an der Universität Stuttgart hat aber auch einen persönlichen Bezug zum Fußball. Bis zu seinem 24. Lebensjahr spielte er selbst – unter anderem bei der DJK Konstanz – und hat Jugendmannschaften trainiert.

Stuttgarter Zeitung