Härter: „Es geht drunter und drüber“

Auch wenn der Satz vielleicht abgedroschen klingt, bei Jens Härter trifft er absolut zu: Ein Unglück kommt selten allein. Nach einer langwierigen Verletzung des linken Knies will der Kapitän zwar bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, doch vor einigen Tagen fing sich der Linksfuß eine Grippe ein – und wird nun erneut zurückgeworfen.

Dabei wird der Innenverteidiger gerade jetzt dringend gebraucht. Bei fünf Punkten Rückstand auf Platz zehn ist die Quali für die neue 3.Liga ernsthaft in Gefahr. Der 28-Jährige wird auch zum Wiederbeginn gegen Pfullendorf nicht mitwirken können. „Bei mir geht gerade alles ein bisschen drunter und drüber“, erklärt Härter.

Sein Comeback hätte eigentlich schon längst stattfinden sollen. Nach der schweren Innenbanddehnung Ende September war zunächst nur von einer mehrwöchigen Pause die Rede. Dann hieß es: Ausfall bis zur Winterpause. Doch Mitte Januar, als die Vorbereitung auf die zweite Saisonphase begann, schwoll das Knie wieder an. Zwar kann Härter momentan wieder problemlos laufen, er hat aber noch mit großen Schmerzen im Knie zu kämpfen sobald er gegen den Ball tritt.

„Sobald er wieder dabei ist, wird er uns beim Spielaufbau weiterhelfen“, erklärt Kickers-Manager Joachim Cast. „Jens ist einer der Spieler, bei deren Fehlen man sofort merkt, wie wichtig sie sind.“

Kicker

Presse zum 3:0 Testsieg in Thannhausen

Kickers: kein Antrag für die 2. Liga

Test gelungen

STUTTGART (ump). So langsam hinterlässt die Vorbereitung ihre Spuren. „Unter dem Strich war ich mit der Leistung zufrieden“, sagte der Manager der Stuttgarter Kickers, Joachim Cast, nach dem 3:0-Erfolg am Samstag im Testspiel beim Bayernligisten TSG Thannhausen. Die Treffer für den ohne Härter, Steinle, Akcay und Gambo (grippegeschwächt) angetretenen Fußball-Regionalligisten erzielten Cerci, Parmak und Vaccaro. „Spielerisch und taktisch war das ein Fortschritt“, sagt Cast zu dem Auftritt. „Schritt für Schritt findet das Team zusammen.“ Nächsten Samstag folgt in Gersthofen noch die Generalprobe für den Regionalligastart am 1. März gegen den SC Pfullendorf.

Bis zu diesem Wochenende müssen auch die Lizenzierungsunterlagen für die nächste Saison beim DFB komplett sein. Wobei die Kickers auf einen Antrag für die zweite Liga verzichten werden. „In unserer Situation muss man realistisch sein, und da steht nach Absprache mit dem Präsidium die Qualifikation für die dritte Liga im Mittelpunkt“, sagt Cast, ganz unabhängig davon, dass ein Antrag mit Kosten verbunden wäre. „Letztlich hat es sich jetzt auch ausbezahlt, dass wir auf ein längeres Trainingslager verzichtet haben“, so Cast in Anbetracht der bisher günstigen Wetterverhältnisse in diesem Winter.

Stuttgarter Zeitung

3:0 – Kickers in Form, aber Stierle verletzt
Stuttgart (jüf) – 2:1 gegen den FC Heidenheim, 1:0 beim FC Nöttingen, 2:0 bei der SG Sonnenhof Großaspach und nun ein 3:0(1:0)-Erfolg beim Bayernligisten TSG Thannhausen – die Stuttgarter Kickers kommen mit jedem Vorbereitungsspiel besser in Form. „Unser Spiel hat schon sehr gut ausgesehen, wir haben gut kombiniert. Besonders positiv war, dass die Mannschaft von der ersten Minute an Gas gegeben hat“, sagte Trainer Stefan Minkwitz. Ferhat Cerci, Mustafa Parmak und Angelo Vaccaro erzielten die Tore für die Blauen, die dennoch nicht rundum glücklich waren. Grund: Oliver Stierle musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade vom Platz. Er droht für den Regionalligastart am 1. März auszufallen. Bis dahin bestreiten die Kickers noch ein Testspiel am kommenden Samstag in Gersthofen gegen den FC Ingolstadt. „Ich habe meine Anfangself im Kopf“, sagt Minkwitz. In Thannhausen sah sie so aus: Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Stierle – Rosen, Yildiz, Parmak, Cerci – Vaccaro, Tucci.

Stuttgarter Zeitung

Kickers II mit erfolgreichem letzten Test

– von DS –

Die kleinen Blauen haben ihr letztes Vorbereitungsspiel mit 2:1 gewonnen. Die Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit. Beim 1:0 in der 62. Minute konnte Muhamed Bajrahmi eine Ecke von Ali Parhizi aus kurzer Distanz verwerten. Frickenhausen spielte ab der 70. Minute in Unterzahl, da nach einer Verletzung kein Auswechselspieler mehr auf der Bank war. Trotzdem kamen sie nach einem Konter in der 74. Minute zum Ausgleich. Der Siegtreffer fiel in der 80. Minute wieder nach einer Ecke (von Sökler), wobei der ehemalige Kickers-Torwart Stowers kräftig mithalf, der den Ball nicht festhalten konnte und Stevanovic staubte ab.

Die Kickers spielten mit einem 4-2-3-1-System, standen in der Abwehr recht sicher und hatten in der Offensive einige Möglichkeiten. Die Chancenauswertung könnte aber noch besser werden.
Sven Sökler spielte in der ersten Halbzeit rechter Verteidiger, Markus Ortlieb im defensiven Mittelfeld, beide waren aber ziemlich unauffällig. Auffälligster Spieler war Neuzugang Ali Parhizi, der im rechten Mittelfeld begann und ab der 62. Minute ins zentrale Mittelfeld wechselte.

Die Kickers spielten mit folgender Aufstellung:
Hauser – Sökler, Leist (80. Oliveira), Accardi (80. Ivanusa), Baradell (80. Weber) – Ortlieb, Rizzi (55. Kovac) – Parhizi, Bajrahmi (62. Schneider), Petruso (80. Gentner) – Stevanovic

Dominique Rodrigues hat übrigens nicht gespielt, war aber unter den Zuschauern.

Abwehr überzeugt in Thannhausen – 3:0 Sieg für die Blauen

Mit einer kompakten Abwehrleistung überzeugten die Stuttgarter Kickers bei ihrem 3:0 (1:0)-Erfolg beim bayerischen Oberligisten FC Thannhausen. In diesem Testspiel zeigten die Blauen im spielerischen wie taktischen Bereich weitere Fortschritte und erzielten ihre Tore durch Ferhat Cerci (15.), Mustafa Parmak (50.) und Angelo Vaccaro (65,) nach zumeist sehenswerten Kombinationen.

Gut integriert zeigten sich auch die beiden Neuzugänge Ferhart Cerci und Alexander Rosen. Nicht dabei war infolge einer Grippe Bashiru Gambo. „Schritt für Schritt findet die Mannschaft zusammen und muß auf diesem Weg weiterarbeiten“,meinte Manager Joachim Cast.
Für die Kickers spielten: Yelldell (60.Salz) – Benda, Wildersinn, Rapp (46. Mann), Stierle (60. Geniysürek) – Yildiz, Rosen, Cerci (46. Deigendesch), Parmak – Tucci (46. Kacani), Vaccaro – Trainer: Minkwitz

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U19 mit erstem Saisonsieg!

Die U19 hat sich mit dem ersten Saisonsieg in der A-Junioren-Bundesliga zurück gemeldet. Gegen den Tabellenfünften 1. FC Kaiserslautern gewannen die Blauen heute mit 2:1. Die Gäste aus der Pfalz gingen hierbei nach zwölf Minuten in Führung, kurz danach konnte Gökhan Gümüssü ausgleichen. Ein Eignetor von Olbrich brachte die Kickers in der 24. Spielminute auf die Siegerstraße.

Damit sehen die Kickers im Kampf gegen den Abstieg nun wieder Land. Der Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt nun vier Punkte. Nächstes Wochenende erwarten die Blauen den Nachwuchs der TSG Hoffenheim, der momentan den Siebten Tabellenplatz belegt.
Die Kickers spielten mit:
Rodriguez; Abruscia, Thies, Gümüssü (76.Zivaljevic), Reichard; Auracher, Gürol (90. Fennell), Boric (88. Pala), Caliskan, Kühnert; Celiktas (65. Hirning)

StN: Eichelbaum sieht kein Sturm-Problem

Wirbel um Garcia-Interview

Stuttgart – Die Fans der Stuttgarter Kickers verstehen die Welt nicht mehr: Wie Eduardo Garcia im Interview mit unserer Zeitung erklärte, haben die Verantwortlichen der Blauen beim Hauptsponsor nicht einmal den Versuch unternommen, nach einer Geldspritze für einen Stürmer zu fragen.

VON JÜRGEN FREY

Im Kickers-Forum fliegen der Chefetage die Kugeln um die Ohren. Ein „Armutszeugnis“ sei die Personalpolitik. Von „vereinsschädigendem Handeln“ ist die Rede. Präsident Dirk Eichelbaum verteidigt den Kurs: „Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass der Sturm nicht unser Problem ist, sondern das Herausspielen der Torchancen.“ Eine äußerst kühne Aussage bei gerade mal 15 erzielten Treffern in 19 Regionalligaspielen. Eichelbaum weiter: „Für die Spieler, die für uns in Betracht kamen, haben wir sehr attraktive Pakete geschnürt.“ Letztendlich haben sich Wunschspieler wie Andreas Mayer (zum VfR Aalen), Martin Willmann (zur SV Elversberg) oder Marcel Ziemer (blieb beim 1. FC Kaiserslautern) aber gegen die Kickers-Angebote entschieden. Mit einer denkbaren Zugabe von Garcia hätte es möglicherweise anders ausgesehen. Der Häuptling der Blauen rückt dennoch keinen Millimeter von seiner Linie ab: „Wenn wir einen Spieler geholt hätten, der dreimal so viel verdient wie ein Angelo Vaccaro, hätte das unser Gehaltsgefüge gesprengt. Das wäre kontraproduktiv gewesen.“ Die Fans dürfte diese Theorie nur wenig besänftigen.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Geld für Stürmer? „Mich hat keiner gefragt“

Kickers-Hauptsponsor richtet klare Worte ans Team und appelliert an den Zusammenhalt im Verein

Stuttgart – Eduardo Garcia hat dem Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers schon aus einigen finanziellen Engpässen geholfen. Vor den wichtigsten Wochen der Vereinsgeschichte appelliert der Hauptsponsor an den Zusammenhalt im Verein: ¸¸Der Qualifikation für die dritte Liga muss alles untergeordnet werden.“
Herr Garcia, welche Ihrer Sportsponsoring-Aktivitäten macht Ihnen derzeit am meisten Spaß?
Ganz klar die Zusammenarbeit mit dem Boxer Firat Arslan. Er ist ein toller Typ, ein Vorbild für die Jugend. Er steht für Integration, Fleiß, Ehrgeiz – und vor allem für sportlichen Erfolg.
Im Gegensatz zu den Kickers. Wissen Sie, wann es den letzten Regionalliga-Heimsieg gab?
Daran kann ich mich nicht erinnern.
Es war am 26. Mai 2007 gegen Hoffenheim.
Das ist sehr enttäuschend.
Zumal das Gazistadion auch den Namen Ihres Premiumproduktes trägt.
Wenn es nach wirtschaftlichen oder marketingpolitischen Gesichtspunkten ginge, dürfte ich die Kickers nicht unterstützen. Der nationale und internationale Werbewert lässt sich mit dem Einzelsponsoring eines Christoph Daum zum Beispiel nicht vergleichen. Aber die Blauen sind für mich eher ein Hobby – und als Degerlocher eben eine echte Herzensangelegenheit.
Die Ihnen zuletzt kaum Spaß bereitet haben dürfte.
Das stimmt. Ich bin sehr unzufrieden über die sportliche Entwicklung. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft zu Hause aufgetreten ist, war äußerst frustrierend. Nicht nur für mich, sondern für die ganze Region. Aber ich werde den Glauben an die Kickers nicht verlieren.
Woran liegt die Talfahrt Ihrer Meinung nach?
Dazu möchte ich mich nicht äußern. Die sportliche Analyse ist Sache des Vereins. Die Kickers-Verantwortlichen müssen ja auch nicht unsere Joghurts verkaufen.
Trotzdem haben Sie vor kurzem im Jugendhaus ein paar klare Worte an die Mannschaft gerichtet.
Richtig. Es war ein flammender Appell, dem einen und einzigen gemeinsamen Ziel alles unterzuordnen. Das gilt für alle. Für den Busfahrer genauso wie für den Kartenabreißer bis hin zu den Sponsoren. Ich habe den Spielern klargemacht: Völlig egal, ob man sich mag oder nicht, wir ziehen jetzt gemeinsam in den Krieg und wollen gemeinsam lebend zurückkommen.
So martialisch kennen wir Sie gar nicht.
Daran sehen Sie, wie ernst sich die Lage darstellt und wie wichtig es ist, das für die Existenz des Vereins so eminent wichtige Ziel zu erreichen: die Qualifikation für die dritte Liga.
Deshalb hätte der Mannschaft ein etablierter Stürmer gutgetan. Waren Sie nicht bereit, dafür Geld lockerzumachen?
Ehrlich gesagt, es hat mich niemand gefragt. Aber letztendlich haben Präsidium und Aufsichtsrat der Kickers entschieden, mit diesem Trainerteam und mit dieser Mannschaft ins Rennen zu gehen. Das sind alles erwachsene Leute, und deren Entscheidung akzeptiere ich.
Genauso wie die Personalie Jürgen Sundermann?
Wenn es der Sache dient.
Sie selbst hatten ursprünglich viel höhere Ziele mit den Kickers.
Absolut. Mein Anspruch war immer zumindest die zweite Liga. Dann hätten wir ganz andere Möglichkeiten – auch was zum Beispiel Kooperationen mit großen deutschen und türkischen Clubs angeht.
Derzeit droht eher der Absturz in die vierte Liga. Wie würde es danach mit dem Kickers weitergehen?
Das weiß ich nicht.
Könnte der Verein noch mit Ihrer Unterstützung rechnen?
An eine Nichtqualifikation für die dritte Liga möchte ich am liebsten gar nicht denken. Wenn es so weit käme, müsste man sicher über Strukturänderungen und einen Neuaufbau nachdenken. Auch ich müsste mein Engagement überdenken. Aber so weit wird es nicht kommen. Wir schaffen die Qualifikation.
Warum?
Weil die Mannschaft das nötige Potenzial hat, der Erfolg im ersten Spiel gegen den SC Pfullendorf (Anm. d. Red.: am 1. März) eine Initialzündung auslösen wird, alle zusammenrücken und ich es gewohnt bin, mich mit Siegern zu umgeben.
Herr Garcia, Sie unterstützen seit sechs Jahren die Stuttgarter Kickers!
Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Blauen in die Erfolgsspur kommen.
Fragen von Jürgen Frey
Heute mit
Eduardo Garcia

Stuttgarter Nachrichten 

Zur Person 

Der gebürtige Stuttgarter, Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters, ist mit seinem Unternehmen Garmo AG Marktführer in Europa für hochwertige Milch- und Molkereiprodukte. Seit sechs Jahren fungiert der 57-Jährige als Hauptsponsor des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Der Schriftzug seiner Premiummarke Gazi ziert die Trikots aller Kickers-Mannschaften. Insgesamt beläuft sich die Unterstützung Garcias pro Saison auf 400 000 Euro. Im Juli 2004 erwarb Garcia für eine Million Euro die Namensrechte am Waldaustadion – seitdem heißt die Arena Gazistadion. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Die Million fließt zur Hälfte in fünf Jahresraten direkt an die Blauen zurück. Die restlichen 500 000 Euro werden zur Tilgung der Kickers-Schulden bei der Stadt Stuttgart verwendet. Neben den Kickers unterstützt die Garmo AG auch seit über 13 Jahren den Fußballtrainer Christoph Daum sowie mehrere Boxer, darunter den Weltmeister aus Süßen, Firat Arslan. jüf

Stuttgarter Nachrichten

Zukunftsfrage Stadion – Fortsetzung

Grüne suchen Stadionsponsor
Die Ratsfraktion der Grünen untermauert ihren Vorschlag, das alte Stadion Festwiese zur Arena für Leichtathletik und Drittligafußball umzubauen, mit einem Antrag. Darin fordert sie die Verwaltung auf, den Aufwand für die Modernisierung des betagten kleinen Stadions an der Gaisburger Brücke zu prüfen und mit dem einer Sanierung des Gazi-Stadions auf der Waldau zu vergleichen.

Zur Erinnerung: der Gemeinderat hat in den Etatberatungen Planungsmittel für einen auf neun Millionen Euro geschätzten Umbau der Heimstätte der Stuttgarter Kickers genehmigt. An eine Modernisierung muss gedacht werden, weil von der kommenden Saison an eine dritte Fußball-Profiliga eingeführt wird und die Spielstätten der in dieser Liga spielenden Vereine deutlich mehr Sitzplätze haben müssen. Derzeit spricht aber wenig dafür, dass die Kickers die Qualifikation für die dritte Liga schaffen.

Grünenchef Werner Wölfle weist die Stadt darauf hin, dass das Namensrecht verkauft und damit der Umbau teilweise finanziert werden könnte. Die Stadt soll den Gemeinderat darüber informieren.jon

Stuttgarter Zeitung

VfB will 27 Millionen Euro ins Stadion investieren
Gemeinderat entscheidet nach Ostern – Geländekauf durch Daimler ermöglicht Neuordnung im Neckarpark

Nach einem Jahr zäher Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und der Suche nach Sponsoren ist der VfB Stuttgart seinem Ziel, das Daimlerstadion in eine reine Fußballarena umzubauen, deutlich näher gekommen. Ein Sponsorenpool ist offenbar bereit, den Verein mit 27 Millionen Euro zu unterstützen.

VON KONSTANTIN SCHWARZ

OB Wolfgang Schuster und Finanzbürgermeister Michael Föll (beide CDU) wollen dem Gemeinderat nach Ostern ein Papier präsentieren, das die Neuordnung mehrerer Sportstätten im Neckarpark beschreibt.

Auslöser ist der Kauf eines bisherigen Sportgeländes unmittelbar beim Mercedes-Museum durch die Daimler AG. Deren Vorstand wird in den nächsten Wochen über den Erwerb von 54 000 Quadratmetern entlang der Mercedesstraße entscheiden. Hierhin sollen das bisher in Fellbach beheimatete Classic-Center und eine im Untertürkheimer Werk angesiedelte Werkstatt wechseln.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat seine grundsätzliche Bereitschaft zum Kauf erklärt. Die genaue Nutzung ist in der Feinabstimmung. Die Nähe zum Besuchermagneten Mercedes-Museum wird von den Autobauern als Chance und Risiko zugleich erkannt. Das Risiko liegt darin, dass der erst vor einer Woche mit einem Designpreis bedachte Museumsbau und die hochwertig gestaltete Niederlassung durch Fabrikhallen-Architektur in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Die gestalterische Herausforderung könnte in einen Architektenwettbewerb münden.

Der Geländeverkauf, der der Stadt mindestens 15 Millionen Euro bescheren soll, hat nichts mit dem vom VfB geforderten Stadionumbau zu tun. Dennoch will die Verwaltung beide Sachverhalte verbinden.

Mit den Daimler-Millionen sollen mehrere Baustellen angegangen werden: So ist die Sanierung des Stadions Festwiese für die Leichtathletik, aber auch, statt des Waldau-Stadions der Kickers, für Amateurfußball vorgesehen. Für die von Daimler verdrängten VfL und Rot-Weiß-Stuttgart soll eine neue Infrastruktur geschaffen werden. Außerdem fände unter einer steiler aufragenden Untertürkheimer Stadionkurve eine Sporthalle mit 2000 Zuschauerplätzen Raum. Sie würde für zwölf Millionen Euro die sanierungsbedürftige Molly-Schauffele-Halle ersetzen. Deren Erneuerung wird mit 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Daimler sei für das Gesamtkonzept entscheidend, sagen die Fraktionschefs Reinhold Uhl (CDU), Manfred Kanzleiter (SPD) und Werner Wölfle (Grüne). Genauso entscheidend sei, dass der VfB sich erheblich am Umbau beteilige. Dazu ist der Verein inzwischen im Umfang von 27 Millionen Euro bereit. Bei den Geldgebern handle es sich um „mehrere Sponsoren“, deren Einsatz nicht mit hohen Zinsen vergolten werden müsse, heißt es im VfB-Clubzentrum.

Ursprünglich wollten Verwaltung und Fraktionen das Stadion an den VfB verkaufen. Dem Verein aber fehlen die Mittel. Aus früheren Bauabschnitten muss er der Stadt noch 27 Millionen Euro zurückzahlen. Die Raten dafür sollen weiterlaufen. Die Stadt würde das Stadion in eine Objektgesellschaft einbringen, die Sponsoren sich als stille Gesellschafter beteiligen. Die Gesellschaft würde den 50 bis 65 Millionen Euro teuren Umbau abwickeln, der VfB bliebe Mieter. „Wir erwarten vom VfB einen Betrag von 25 bis 30 Millionen Euro“, sagt Reinhold Uhl, dann sei das städtische Risiko „vertretbar“. Wölfle und Kanzleiter äußern sich ähnlich. Klar sei, dass VfB-Präsident Erwin Staudt eine „zweistellige Summe auf den Tisch legen muss“, fordert Wölfle.

Stuttgarter Nachrichten