Presse zum Ausgang des Becherwerferprozess

Bewährungsstrafe für Becherwerfer
Kickers fordern 50000 Euro Schadenersatz – Zeugin: „Der hat geworfen und getroffen“

Der Becherwerfer, der am 25. Oktober 2006 einen Linienrichter mit einem Bierbecher niedergestreckt hatte, hat seinen Einspruch zurückgezogen und den Strafbefehl über acht Monate Haft auf Bewährung akzeptiert. Mehrere Zeugen hatten ihn klar erkannt.

Von Susanne Janssen

Auch das Spiel vor dem Stuttgarter Amtsgericht, mit einem heftigen Schlagabtausch zwischen Verteidiger Franz Friedel und Staatsanwalt Michael Greven, ist gestern vorzeitig beendet worden: Um 14 Uhr, als die beiden letzten Zeugen vor der Tür warteten, nahm der 39-jährige Kai B. seinen Einspruch gegen den verhängten Strafbefehl zurück. Staatsanwalt und Richter stimmten zu. Kai B. bringt der Becherwurf vom 25. Oktober 2006 acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und hundert Stunden gemeinnützige Arbeit ein. Das dicke Ende kommt aber noch: Die Stuttgarter Kickers wollen von dem Mann Schadenersatz in Höhe von „zumindest 50 000 Euro“ fordern, wie der Verein gestern Abend erklärte. Damit sollen die durch den Vorfall entstandenen Kosten – 10 000 Euro Strafe, 35 000 Euro für ein Fangnetz sowie Einnahmeausfälle durch ein Spiel im Degerlocher Gazi-Stadion ohne Zuschauer – kompensiert werden. „Wir wollen damit auch ein Signal gegen Randalierer und Störenfriede setzen“, so Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum.

Bei Kai B. wird aber nicht viel zu holen sein: Der 39-jährige Maler ist zurzeit auf Arbeitssuche und lebt von Hartz IV. 20 Mal ist der gebürtige Cannstatter, der eigentlich Fan des VfB Stuttgart ist, bereits der Polizei aufgefallen, darunter auch als Fußball-Hooligan. Am 25. Oktober 2006 machte der Mann durch eine besonders unrühmliche Tat auf sich aufmerksam. Die Kickers lagen im DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin 0:2 zurück, als auf den Rängen im Fanblock B Tumulte ausbrachen. In der 81. Minute flog ein Bierbecher über den Zaun, traf den Schiedsrichterassistenten Kai Voss am Rücken und streckte diesen nieder. Mehrmals schauten sich gestern die Verfahrensbeteiligten einen Ausschnitt aus einem Fernsehbericht an, in dem der hochgewachsene 33-Jährige mit Zeitverzögerung zu Boden ging.

Der Linienrichter reiste gestern eigens aus Schleswig-Holstein an und schilderte den Vorfall: „Es gab einen Schlag an der Wirbelsäule, und dann fehlen mir 30 bis 60 Sekunden Erinnerung.“ Danach stand er wieder auf den Beinen, er war nur einen Tag krankgeschrieben. Der damals erfolgte Spielabbruch sei aber zwingend gewesen: „Wenn ein Schiedsrichter oder einer seiner Assistenten tätlich angegriffen wird, ist das Spiel abzubrechen“, zitierte Voss die Fußballregeln.

Der Angeklagte Kai B. hatte nicht bestritten, aus Frust einen halbvollen Becher geworfen zu haben. Er habe zuvor rund fünf Liter Bier getrunken, um seine Schmerzen herunterzuspülen, erklärte er dem Amtsrichter Stefan Biehl. Denn wenige Tage zuvor habe er sich bei einem Unfall mit seinem Mountainbike einen dreifachen Kieferbruch zugezogen gehabt. Frage nur: war es wirklich Kai B.“s Becher, der den Linienrichter getroffen hatte? Um diese Frage kreiste das Verfahren bereits seit November 2006. Ein DNA-Gutachten an zwei Bechern, die neben dem Schiedsrichterassistenten gefunden wurden, ergab keine Übereinstimmung. Eine groß angelegte Bierbecherwurfübung der Polizei brachte nur die Erkenntnis, dass es möglich war, vom Stehplatz des Angeklagten zu treffen. Zum Verhängnis wurden dem Angeklagten nun allerdings drei Zeugen, die behaupteten, sie hätten Kai B. beim Werfen des Bechers beobachtet. Eine 58-jährige Frau erklärte, sie habe definitiv gesehen, wie der Angeklagte den Becher geworfen und den Linienrichter getroffen habe. Danach sollen die Bekannten, mit denen Kai B. im Stadion gewesen war, gelacht, diesem auf die Schulter geklopft und „Volltreffer!“ gerufen haben.

Als Höhepunkt im Schlagabtausch zwischen Verteidiger und Staatsanwalt beantragte Anwalt Friedel die Vereidigung der Zeugin. „Lächerlich“ fand dies Staatsanwalt Michael Greven. Die 58-Jährige schwor indes bei Gott, die Wahrheit zu sagen. Danach zog Kai B. seinen Einspruch gegen den zuvor verhängten Strafbefehl zurück – und Richter Biehl konnte die Partie abpfeifen. Das Nachspiel folgt dann vor einem Zivilgericht.

Stuttgarter Zeitung 

Endlich
VON GEORGE STAVRAKIS
 

Nach fast eineinhalb Jahren hat es die Stuttgarter Justiz geschafft, den Becherwerfer aus dem Kickers-Stadion seiner Strafe zuzuführen. Endlich. Acht Monate, wenn auch auf Bewährung, sind kein Pappenstiel. Der Mann wird an den Folgen seines idiotischen Tuns eine ganze Weile zu knabbern haben. Doch das Verfahren hat viel zu lang gedauert. Solche Aktionen müssen schnell und hart bestraft werden. Denn sie sind geeignet, den Sport, der so viele Menschen begeistert, zu zerstören.

Fußball lebt von Emotionen – auf dem Feld und auf den Rängen. Gewalt jedoch, egal in welcher Form, muss in den Stadien und in ihrem Umfeld konsequent bekämpft werden. „Ich kam mir vor wie auf einem Schlachtfeld“, hat eine Zuschauerin nach dem Bundesliga-Derby des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC am vergangenen Samstag gesagt. Gegen das, was sich im Daimlerstadion abgespielt hat, scheint der Degerlocher Becherwurf eine Petitesse zu sein. Ist er aber nicht. Mit einem Plastikbecher fängt es an. Dann fliegen weit gefährlichere Geschosse. Wir erinnern uns mit Schrecken an den von einem Golfball am Kopf getroffenen, blutüberströmten Oliver Kahn.

Die Vereine und die Sicherheitskräfte müssen Flagge zeigen. Aber auch die Justiz muss unbedingt schnell(er) handeln. Dass sie das kann, hat sie bei der WM bewiesen.

Stuttgarter Nachrichten

Becherwerfer aus Kickers-Stadion verurteilt
Acht Monate auf Bewährung wegen Körperverletzung – Linienrichter mit Bierbecher niedergestreckt

Der Mann, der im Oktober 2006 das DFB-Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC mit einem Becherwurf zum Abbruch gebracht haben soll, hat seinen Strafbefehl akzeptiert. Er wird mit acht Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung, bestraft.

VON GEORGE STAVRAKIS

Drei Stunden Verhandlung vor dem Amtsgericht, eine Videovorführung und mehrere Zeugenaussagen haben den knapp 40-jährigen Fan des VfB Stuttgart zu der Erkenntnis kommen lassen, dass für ihn vor Einzelrichter Stefan Biehl nichts zu holen ist. Um die drohende noch höhere Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung abzuwenden, lenkten er und sein Verteidiger Franz Friedel ein. Damit war der zuvor bereits mehrfach geplatzte Prozess ohne Urteil beendet.

Jetzt kommen auf den Hartz-IV-Empfänger aus Bad Cannstatt Schadenersatzansprüche der Stuttgarter Kickers zu. Die Kickers sprechen von rund 50 000 Euro, bestehend aus der Strafe vom DFB, Anwaltskosten und Kosten für das Fangnetz, das der Regionalligaverein wegen des Becherwurfs vor die Gegengerade hat spannen müssen.

Es war der 25. Oktober 2006, der den Angeklagten wahrscheinlich viel Geld kosten wird. Die Kickers spielten im DFB-Pokal im ausverkauften Gazistadion auf der Waldau gegen Hertha. Beim Stand von 2:0 für die Berliner flog in der 74. Minute ein halbvoller Bierbecher aus Hartplastik aus dem B-Block Richtung Spielfeld, traf Schiedsrichterassistent Kai Voss an der Wirbelsäule und streckte ihn für kurze Zeit nieder. Das Spiel wurde abgebrochen, die Kickers als Gastgeber vom DFB bestraft. Das Fernsehen zeigte die Bilder und sprach von einem „Skandalspiel“. Noch im Stadion wurde der wegen früherer Gewalttätigkeiten im Rahmen von Fußballspielen vorbestrafte Mann dingfest gemacht.

„Ich habe mich hinreißen lassen, es tut mir leid“, gibt der Angeklagte zu. Er besteht darauf, dass er sich vor mehr als zehn Jahren von der Hooligan-Szene losgesagt habe. Ob es allerdings sein Becher war, der den Linienrichter getroffen hat, wisse er nicht. Tatsächlich waren mehrere Becher aufs Spielfeld geworfen worden. Eine Zeugin legte sich fest und ließ sich auch durch ihre Vereidigung nicht ins Bockshorn jagen. Sie sagte aus, der Angeklagte habe geworfen – und getroffen. Andere Zeugen sagten, der Mann sei nach dem Becherwurf von seinen Kumpeln mit Schulterklopfen beglückwünscht worden. „Volltreffer“ habe einer aus der Gruppe gesagt.

Zuerst hatte der Verteidiger bezweifelt, dass man einen Becher über den Zaun überhaupt auf den Linienrichter werfen kann. Die Polizei stellte das Geschehen im Kickers-Stadion nach. Fazit nach der Videodemonstration im Gerichtssaal: Es ist möglich. Der damals noch unter Bewährung stehende Mann zog seinen Einspruch zur Zufriedenheit von Staatsanwalt Michael Greven zurück. „Das erspart uns weitere Zeugen und die Berufung vor dem Landgericht“, so der Ankläger.

Wann nun das Netz vor der Gegengerade im Gazistadion abgenommen werden darf, ist unklar. Falls nichts mehr passiert, können die Kickers Ende dieser Saison einen Antrag beim DFB stellen.

Stuttgarter Nachrichten

Becherwerfer verknackt!
2006 Spielabbruch verursacht – Kickers wollen Schadenersatz

Am 25. Oktober 2006, beim Pokalspiel der Kickers gegen Hertha im Gazi-Stadion, wurde Linienrichter Kai Voss mit einem Hartplastik-Becher am Rücken getroffen und verletzt. Das Spiel wurde abgebrochen.

Jetzt ist der Becherwerfer, Kai-Oliver B. (39) aus Stuttgart, wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Stuttgart setzte die Strafe zur Bewährung aus. Der mehrfach Vorbestrafte muss außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.Nach dem Wurf in der 80. Minute (Stand 2:0 für Berlin) wertete der DFB das Spiel mit 0:2 gegen die Kickers. Die Blauen mussten 10.000 Euro Strafe zahlen und für 40.000 Euro ein Fangnetz vor der Gegentribüne anbringen.

Manager Joachim Cast: „Neben dem Imageschaden ein finanzieller Verlust. Wir werden zivilrechtliche Schritte gegen den Verurteilten einleiten und versuchen, Schadenersatz zu bekommen.“

Cast weiter: „Es war ja kein Kickers-Anhänger.“ Früher sei B. schon als Hooligan bei Spielen des VfB aufgefallen.

BILD

Zivilrechtliche Schritte gegen Becherwerfer

Die Stuttgarter Kickers werden zivilrechtliche Schritte gegen den Becherwerfer einleiten, der nun vom Stuttgarter Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten mit Bewährung verurteilt wurde. Es wird sich um einen Betrag von zumindest 50 000 Euro handeln, der den Kickers als Folgekosten beim Spielabbruch der DFB-Pokalbegegnung Stuttgarter Kickers – Hertha BSC im Oktober 2006 entstanden war.
„Wir wollen damit auch ein Signal an die Randalierer und Störenfriede setzen, dass solche Vorfälle auch von Vereinsseite konsequent geahndet werden“, betonte Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. 

Presse zu Stuttgarter Kickers II – TSG Hoffenheim II

Richtig sauer war dagegen der Trainer der Stuttgarter Kickers II, Björn Hinck. Bei der 0:2-Heimniederlage gegen Hoffenheim II traf der Schiedsrichter Manuel Hipp einige zweifelhafte Entscheidungen zum Nachteil der Gastgeber. Bereits nach vier Minuten zeigte Hipp dem Kickers-Verteidiger Julian Leist wegen einer vermeintlichen Notbremse die Rote Karte. Doch trotz Unterzahl zeigten die Kickers eine gute Partie und hätten im ersten Durchgang durchaus in Führung gehen können. Allein der Kicker-Angreifer Ali Parhizi hatte kurz vor dem Wechsel zwei hundertprozentige Chancen. Die Hoffenheimer waren in dieser Hinsicht effizienter und trafen nach 54 Minuten durch Kai Herdling zum 1:0. In der 66. Minute entschied der Schiedsrichter Hipp dann auf Elfmeter für Hoffenheim – und Herdling traf erneut. Mit einem Mann Unterzahl und dem Rückstand lief bei den Kickers fortan nicht mehr viel zusammen. Doch damit nicht genug: kurz vor Ende der Partie schickte der Unparteiische Hipp Parhizi mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. „Die Leistung des Schiedsrichters hat mich schon sehr geärgert. Erst die sehr harte Rote Karte, dann der unberechtigte Elfmeter, das war letztlich zu viel für uns. Meinem Team muss ich trotzdem ein Kompliment machen“, sagte Hinck.

Stuttgarter Zeitung

Die Stuttgarter Kickers II fühlten sich beim 0:2 gegen Hoffenheim 1899 II von Schiedsrichter Manuel Hipp (Karlsruhe) benachteiligt. Die Rote Karte gegen Julian Leist (4./Notbremse) und der Elfmeter, der zum 2:0 (65.) führte, seien laut Trainer Björn Hinck „zwei Fehlentscheidungen“ gewesen. Die Blauen hatten sich die Niederlage aber auch selbst zuzuschreiben. Neuzugang Ali Parhizi vergab zwei glasklare Chancen.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum letzten Vorbereitungsspiel gegen Ingolstadt

Kickers bleiben ungeschlagen
STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers haben die Generalprobe für die Fußball-Regionalliga bestanden. Die Mannschaft gewann in Nördlingen gegen den Ligakonkurrenten FC Ingolstadt durch ein Freistoßtor von Mustafa Parmak (48.) mit 1:0. Es war der sechste Sieg im sechsten Testspiel, gegen ansonsten allerdings unterklassige Gegner. Dabei hätten die Kickers ja noch die Option auf ein Freundschaftsspiel gegen die Profis des VfB Stuttgart, der zwischenzeitlich in Reutlingen angetreten war. „Die haben eben eine Rasenheizung“, sagt der Manager Joachim Cast zu den Vorzügen des Konkurrenten, auch wenn die in diesem Winter wohl nicht mehr gebraucht wird. „Ansonsten ist es schon enttäuschend, dass das Spiel bisher nicht ausgetragen wurde“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, zumal die Einnahmen im Etat der Kickers angesetzt waren.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Gute Generalprobe
Parmak trifft gegen Ingolstadt

Nördlingen (StN) – Die Stuttgarter Kickers haben auch ihr sechstes und letztes Testspiel gewonnen. Vor dem Regionalliga-Wiederbeginn am Samstag (14 Uhr) gegen den SC Pfullendorf bezwangen die Blauen in Nördlingen den Ligarivalen FC Ingolstadt mit 1:0. Mustafa Parmak traf mit einem Freistoß (60.). „Wichtig ist, dass die Null steht. Das gibt Selbstvertrauen“, sagte Kickers-Trainer Stefan Minkwitz. Bei der Generalprobe setzte der Coach auf folgende Anfangself, die auch gegen Pfullendorf auflaufen könnte: Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Steinle – Rosen, Mann, Parmak, Cerci – Vaccaro, Tucci. Nach der Pause testete Minkwitz erneut Marcus Mann als Manndecker. Für ihn kam Recep Yildiz in die Partie und spielte auf der Position vor der Abwehr. Auch Sokol Kacani (für Marco Tucci) bekam nach dem Wechsel eine Chance. Wer beim Start neben Vaccaro stürmen wird, ließ Minkwitz noch offen. Unabhängig davon hofft der Coach auf den Einsatz von Oliver Stierle (Muskelfaserriss): „Wenn er am Mittwoch wieder trainieren kann, wird er am Samstag auch spielen.“

Stuttgarter Nachrichten

FCI vergisst das Toreschießen
von Roland Geier

Nördlingen Fußball-Regionalligist FC Ingolstadt „verbockte“ am Samstag gegen den Ligakonkurrenten Stuttgarter Kickers durch eine 0:1-Niederlage seine Generalprobe. Dennoch war Trainer Thorsten Fink mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden. „Wir haben gut gespielt, den Gegner beherrscht und uns jede Menge Chancen herausgespielt. Nur wir haben im Moment nicht die nötige Konsequenz, das Tor zu machen. Die Generalprobe haben wir nur vom Ergebnis her verbockt“, trauerte er den verpassten Möglichkeiten nach.

Erst eine Stunde vor dem Match ließ der Coach des FC 04 die Katze aus dem Sack, wie seine Startelf aussieht, die dann möglicherweise auch am kommenden Freitag zur Punktspiel-Premiere im MTV-Stadion gegen den VfB Stuttgart 2 auflaufen wird. Vor der Partie gegen die Kickers hatte Thorsten Fink Heiko Gerber zum neuen Kapitän und Stefan Leitl zum Stellvertreter bestimmt (siehe eigener Bericht).

„Wir müssen wie beim Boxen den Gegner erst herrichten und dann zuschlagen“, sagte der Ingolstädter Fußballlehrer, der seine Elf erwartungsgemäß sehr offensiv ausgerichtet hatte. Ralf Keidel und Heiko Gerber auf den Außenpositionen in der Viererkette schalteten sich immer wieder über die Flügel in den Angriff mit ein. Aber auch die bei-den Innenverteidiger Necat Aygün und Mario Neunaber rückten nach vorne, wenn es die Situation zuließ. Auf der Sechser-Position spielte Markus Karl und davor war Stefan Leitl als Spielmacher zuständig.

Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ bot der Ingolstädter Übungsleiter gleich vier Stürmer auf. Andreas Buchner und Ersin Demir machten über die Flügel Betrieb und im Sturmzentrum lauerten Ali Gerba und Steffen Wohlfahrth. Wie es sich Fink vorgestellt hatte, übernahm der FC 04 sofort das Kommando und ließ die Kickers nicht zur Entfaltung kommen, die voll damit beschäftigt waren, ihren Kasten sauber zu halten. Ein früher Treffer, als Necat Aygün nach einen Eckstoß einen Kopfball knapp über die Latte köpfte (2.), hätte bei den Schanzern womöglich die „Torblockade“ gelöst.

Glänzend reagierte Kickers-Keeper David Yelldell (21.) gegen Ersin Demir, der auch den Nachschuss von Andreas Buchner gerade noch vor dem Überschreiten der Torlinie herunterpflücken konnte. Glück für die Württemberger, dass erst ein Schuss von Ersin Demir zur Ecke abgefälscht wurde und im An-schluss Markus Karl knapp vorbeiköpfte (25.).

„In dieser Liga kann eine Situation entscheidend sein. Die müssen wir vermeiden, dann gewinnen wir auch unsere Spiele“, so Fink, dem ein unnötiger Freistoß knapp außerhalb des Strafraums im Magen lag. Mustafa Parmak nutzte diese Situation eiskalt und zirkelte das Leder zum 1:0 über die Mauer (58.). „Es gibt so Tage, da kannst du machen, was du willst. Ich habe doch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, das hab ich schon oft bewiesen. Ich hoffe, die kommt gegen den VfB wieder“, sagte Steffen Wohlfarth etwas zerknirscht, als er zweimal (47./65.) allein vor Yelldell auftauchte und beide Male an diesem scheiterte.

Aber auch Ali Gerba (66.) und Steffen Schneider (86./90.) machten es aus kurzer Distanz nicht besser. Dazu köpften Mario Neunaber, Markus Karl und Necat Aygün haarscharf das Leder über das Kickers Tor. „Es kann ja noch nicht alles klappen. Wir haben noch eine Woche Zeit. Am Freitag kommt es darauf an, da müssen wir da sein – und das werden wir auch“, erklärte Thorsten Fink, für den das Gerippe der Mannschaft steht.

FC Ingolstadt: Lutz – Keidel (63. Fink), Aygün, Neunaber, Gerber – Karl, Leitl (82. Hintersberger), Buchner, Demir (52. Buch) – Wohl-fahrth (77. Schneider), Ali Gerba.

Augsburger Allgemeine

U19 unterliegt Hoffenheim

Nach zwei Spielen mit vier Punkten unterlag die A-Jugend heute dem Nachwuchs der TSG Hoffenheim mit 0:2 (0:0). Dabei blieb den Blauen das Glück versagt, Alex Thies scheiterte früh in der vierten Spielminute bei einem Fouelfmeter am Hoffenheimer Torsteher. Nächsten Sonntag steht das Derby beim Tabellenführer VfB Stuttgart an.

Die Kickers spielten mit:
Rodriguez; Abruscia (77. Fennel), Thies, Gümüssü, Reichard; Auracher, Gürol (62. Brandstetter), Boric, Caliskan, Kühnert (54. Hirning); Celiktas (70. Zivaljevic)

Gelungene Generalprobe gegen den FC Ingolstadt

Durch einen direkt verwandelten Freistoß von Mustafa Parmak in der 48. Minute gewannen die Stuttgarter Kickers in Nördlingen ein Freundschaftsspiel gegen den Ligakonkurrenten FC Ingolstadt mit 1:0 und absolvierten damit eine gelungene Generalprobe für das Punktspiel am kommenden Samstag 1. März zuhause gegen den FC Pfullendorf. Die Kickers überzeugten vor allem durch eine homogene Mannschaftsleistung sowie ein energisches Abwehrverhalten. Nach Seitenwechsel zeichnete sich auch Schlussmann David Yelldell aus, doch versäumten es die Kickers ihrerseits, einige gelungene Konter erfolgreich abzuschließen. Für den verletzten Stierle spielte diesmal Steinle auf dem Posten des linken Außenverteidigers und die Neuzugänge Rosen sowie Cerci liefen im Mittelfeld auf.

„Die Mannschaft hat in den letzten Wochen gut gearbeitet und freut sich jetzt auf den Vergleich mit Pfullendorf“,kommentierte Manager Joachim Cast. Gegen Pfullendorf nicht dabei sein kann Bashiru Gambo, da er infolge der gelb-roten Karte gesperrt ist.
Die Aufstellung: Yelldell; Benda (46. Gambo), Rapp, Wildersinn,(46. Yildiz), Steinle; Mann, Rosen, Parmak (75.Akzay), Cerci (46.Deigendesch); Tucci (46. Kacani), Vaccaro (70.Genyisürek).

Offizielle Homepage

Bereit für die Rückrunde

Nördlingen, 23. Februar 2008 – (RT) Wenn auch das Ergebnis der heutigen Begegnung nicht zugunsten des FCI ausfiel startet die Mannschaft gut vorbereitet in die anstehende Rückrunde. Mit gut heraus gespielten Chancen und einem genauen Zuspiel dominierten die „Schanzer“ die Partie gegen den Ligarivalen Stuttgarter Kickers. Lediglich im Abschluss fehlte die Präzision, um das Leder ins gegnerische Netz zu befördern. Für den Führungstreffer und gleichzeitigen Endstand sorgten die Kickers aus Stuttgart nach einem Standartfreistoß in der 48. Minute, indem sie die Kugel über die Mauer und an FCI-Keeper Lutz vorbeilotsten. Alles in allem jedoch eine äußerst zufrieden stellende „Generalprobe“, bevor am kommenden Freitag mit dem Rückrundenstart die Punktejagd eingeläutet wird.

Spielinfos:

Anstoß: 23.02.08, 14:00 Uhr
Austragungsort: Nördlingen
Zuschauer: 150

Aufstellung:

Lutz, Keidel, Aygün, Neunaber, Gerber, Karl, Leitl, Buchner, Demir, Gerba, Wohlfarth

Einwechslungen:

46. Buch für Demir
70. Fink für Keidel
72. Schneider für Wohlfarth

Homepage FC Ingolstadt

Mißglückter Start für Kickers II

0:2 verloren sowie zwei Platzverweise. Kein guter Start für das Oberligateam der Kickers in die Rückrunde. Gegen die TSG Hoffenheim erhielt Julian Leist bereits in der vierten Spielminute wegen Notbremse die Rote Karte. Nach der Pause traf Torjäger Kai Herdling mit zwei Treffer für die Gäste, kurz vor Schluß sah auch noch Ali Parhizi die Gelb-Rote Karte wegen Unsportlichkeit.

In der Tabelle bleiben die Kickers damit auf einem Abstiegsplatz. Am Samstag geht es zum FC Villingen, der heute mit einem 2:2 Unentschieden in Kirchheim enttäuschte.

Links:
Bericht TSG Hoffenheim