Kickers – VfR Aalen – Vorbericht

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison treffen am morgigen Samstagnachmittag, 14.30 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau, die Stuttgarter Kickers auf den VfR Aalen und auch beim dritten Mal hoffen die Blauen als Sieger den Platz verlassen zu können. In der ersten Partie behaupteten sich die Kickers ja beim Hinrundenstart in Aalen mit einem souveränen 5:2-Erfolg und leiteten damit eine tolle Serie von acht Spielen ohne Niederlage ein. Das nächste Wiedersehen mit Aalen erfolgte im GAZi-Stadion beim wfv-Pokal und damals setzten sich die Kickers nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 7:6 durch.

Jetzt folgt also das dritte Aufeinandertreffen und sicher wäre da nach seinen zwei Toren im Hinspiel Torjäger Christian Okpala im Mittelpunkt gestanden. Nun aber hat sich der 30jährige Nigerianer durch seine Handgreiflichkeiten in der Kabine selbst ins Abseits gespielt und er wird vermutlich nicht mehr das Kickers-Trikot tragen. Das wiederum ist die Chance für andere und vor allem für die Mannschaft, sich in dieser Begegnung zu profilieren. „Der Teamgeist stimmt ja in der Mannschaft und er könnte gegen Aalen neue Energien freisetzen“, hofft jedenfalls Trainer Robin Dutt.
Große Änderungen dürfte Robin Dutt also nicht vornehmen, da sich zuletzt die Viererkette in der Abwehr bewährte und auch die Mischung im Mittelfeld stimmte. Der Trainer überlegt lediglich, ob er von Anfang an Mustafa Parmak bringen oder ihn später einwechseln soll. Offen ist auch noch, wer anstelle von Okpala im Angriff stürmen soll. In Frage kommen da auch Bastian Bischoff und Sokol Kacani, die sich zuletzt in der zweiten Mannschaft bewährten. „Gegen Aalen wird es sich wieder ein Geduldsspiel, aber wir hoffen auf das bessere Ende für uns“, sinniert auch Manager Joachim Cast. Die Begegnung wird übrigens in einem größeren Beitrag im SWR ab 17.00 Uhr übertragen.

Guido Dobbratz

www.stuttgarter-kickers.de

Das 2:5 vom Hinspielsoll aus den Köpfen

Aalen – Das 2:5 zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers ist für den VfR Aalen der Knackpunkt für die Vorrunde der Fußball-Regionalliga gewesen. Heute haben die VfR-Spieler die Gelegenheit, das Ding zu drehen, einen positiven Schub für die Rückrunde zu schaffen. 

Von unserem RedakteurThomas Ringhofer

Noch heute haben die Spieler des VfR Aalen die Auftakt-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers im Hinterkopf. „Gut gespielt, aber verloren, und auch noch fünf Gegentreffer kassiert“, das waren die ersten 90 Minuten des VfR Aalen in dieser Saison. „Die Mannschaft hat damals nicht begriffen, was abgeht“, sagt Cheftrainer FrankWormuth dazu. Die jetzige Lage wird von einigen wenigen Kickern immer noch nicht richtig eingeschätzt. „Mit diesen Spielern habe ich Tacheles geredet. Es kann nicht sein, dass man nach dem 0:0 gegen Darmstadt am nächsten Tag fröhlich durch die Gegend läuft!“

Das Gros der Aalener war nach der erneut verpassten Chance an die Spitzengruppe aufzuschließen demprimiert. Gegen Reutlingen und Darmstadt wäre ein Sieg möglich gewesen, „dann wären wir jetzt Dritter. So entsteht bei einigen Frust“, so der Trainer. Den Vorwurf, dass er am Mittwoch Branko Okic zu spät für Marco Christ einwechselte, lässt Wormuth gelten. „Ich habe den richtigen Zeitpunkt verpasst, weil sowohl ich als auch Co-Trainer Rainer Kraft das Gefühl hatten, es gibt keinen Grund etwas zu ändern. Wir waren der Ansicht, die Mannschaft hat sich nach der Pause besser gefunden. Sie hatte ja auch ihre Torchancen.“

Kickers sind wieder in der Spur
Gefunden haben sich laut Wormuth auch wieder die Kickers. „Nach einer bösen Phase haben sie zuletzt wieder besser gespielt, sind jetzt wieder auf ihrem normalen Niveau.Während Kickers-Trainer Robin Dutt auf Sven Sökler (Leistenprobleme) verzichten muss, sind in Aalen außer den Langzeitverletzten alle an Bord. Denkbar ist es, dass Marijo Maric nach seiner zum Teil wenig engagierten Vorstellung gegen Darmstadt zunächst auf der Bank bleibt, dafür Marco Sailer beginnt, auch wenn er zu viele Chancen vergibt, Maric gefährlicher ist.

Schwäbische Zeitung online

Presse zum Platzen des Becherwurf-Prozesses

Prozess geplatzt – Becherwerfer wieder frei
 
Richterin bricht beschleunigtes Verfahren ab und will auf DNA-Analyse warten
 
Das beschleunigte Verfahren gegen einen 38-Jährigen, der beim DFB-Pokalspiel Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC einen Bierbecher auf den Linienrichter geworfen hatte, ist gestern gescheitert. Die Richterin will das Ergebnis eines DNA-Gutachtens abwarten.

Von Markus Heffner

Dieter Wahl und die übrigen Präsidiumsmitglieder der Stuttgarter Kickers werden sich noch einige Wochen gedulden müssen, bis sie ihr Recht geltend machen können. Ihre Regressforderungen gegen den 38-jährigen „Fan“, der beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin durch seinen Becherwurf einen Spielabbruch provoziert hatte, belaufen sich laut Wahl auf derzeit 55 000 Euro. 10 000 Euro musste der Verein an Geldstrafe bezahlen, auf weitere 10 000 Euro beziffert Wahl die Einnahmenverluste aus dem bereits durchgeführten Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, 35 000 Euro wird das Netz kosten, dass der Verein nun als Auflage vor der Gegengerade anbringen muss. „Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen“, sagt Wahl.

Mit ihrer Zivilklage wollen die Kickers aber warten, bis der wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung angeklagte Kai B. rechtskräftig verurteilt ist – und das wird länger als gedacht dauern: Amtsrichterin Katharina Wörlen lehnte gestern nach knapp dreistündiger Beweisaufnahme die Durchführung der Hauptverhandlung im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens ab.

Zuvor hatten sich nicht nur drei der insgesamt fünf geladenen Zeugen zur Sache geäußert, auch Linienrichter Kai Voss war eigens aus Mönchengladbach angereist. Den Becherwurf vom 25. Oktober und seine Folgen habe er überstanden, sagte er aus. Allerdings habe er einige Zeit pausieren müssen, weil er neben Kopf- und Rückenschmerzen auch psychische Probleme gehabt habe.

Der Linienrichter war in der 81. Minute von einem Hartplastikbecher im Nacken getroffen worden und bewusstlos zusammengesackt. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen und vom DFB-Sportgericht mit 2:0 für Berlin gewertet. Geworfen worden war jener Bierbecher aus dem B-Block der Kickers-Fans, von dem aus auch der Angeklagte mit drei, vier Begleitern das Spiel verfolgte. Dabei waren sie nicht nur durch VfB-Gesänge aufgefallen, sondern laut Zeugen auch durch ihren Bierkonsum. Sie habe die Gruppe direkt neben ihr immer wieder besorgt beobachtet, gab eine 57-jährige Zeugin zu Protokoll. Dann habe sie gesehen, wie der Angeklagte ausgeholt, den Becher „mit Schmackes geworfen“, und dieser den Linienrichter getroffen habe. Der Angeklagte habe triumphierend gegrinst, ein Kumpel mit einem Schulterklopfen zu dem „Volltreffer“ gratuliert.

Den Wurf selbst hat der polizeibekannte Hooligan Kai B., der einschlägig vorbestraft ist und bereits 20 Einträge zu Buche stehen hat, dem Gericht gegenüber eingeräumt. Er habe aber niemanden treffen wollen. Sein Anwalt zweifelt gar, dass sein Becher den Linienrichter überhaupt treffen konnte. Daher stellte er den Antrag, dass ein Sachverständiger eine Flugbahnberechnung vornehmen solle. Die Richterin lehnte dies ab und regte ihrerseits an, auf das Ergebnis eines DNA-Gutachtens zu warten. Dieses soll klären, ob an dem Becher Spuren des Angeklagten zu finden sind. Weil mit dem Ergebnis nicht vor fünf, sechs Wochen zu rechnen ist, setzte die Richterin den Haftbefehl gegen Meldeauflagen außer Vollzug. Der Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Stuttgarter Zeitung

Prozess um Becherwurf im Gazi-Stadion geplatzt
 
Verhandlung muss wegen schwieriger Beweislage neu angesetzt werden – Angeklagter massiv vorbestraft
 
Der Prozess wegen des folgenschweren Becherwurfs im DFB-Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC Berlin ist am Donnerstag geplatzt. Der bisher inhaftierte Angeklagte wurde auf freien Fuß gesetzt.

VON GEORGE STAVRAKIS

Am 25. Oktober wollte Regionalligist Stuttgarter Kickers nach dem Hamburger SV mit Hertha BSC den zweiten Bundesligisten aus dem DFB-Pokal kegeln. Es kam anders. Beim Stand von 2:0 für den HSV im Gazi-Stadion auf der Waldau ging Linienrichter Kai Voss bewusstlos zu Boden. Der 32-Jährige war aus dem B-Block von einem Bierbecher aus Hartplastik an der Wirbelsäule getroffen worden. Das Spiel wurde abgebrochen. Jetzt sollte sich der mutmaßliche Becherwerfer in einem beschleunigten Verfahren vor dem Amtsgericht verantworten.

Eigentlich schien alles klar. Der 38-jährige Angeklagte räumte vor Einzelrichterin Katharina Wörlen ein, seinen Bierbecher Richtung Spielfeld geworfen zu haben. „Ich habe mich hinreißen lassen“, so der VfB-Anhänger. Er habe mit Schwung geworfen, aber nicht gezielt. Und: „Ich weiß bis heute nicht, ob ich jemanden getroffen habe.“

Damit war die Verteidigungslinie von Anwalt Franz Friedel vorgezeichnet. Erstens: Sein Mandant habe mitnichten den Linienrichter treffen wollen. Zweitens: Es sei nicht erwiesen, dass der Becher seines Mandanten das Opfer niedergestreckt habe. Denn um den benommenen Unparteiischen lagen mehrere Becher am Spielfeldrand vor der Gegengerade herum.

Zwar sagten drei Zeugen aus, sie hätten den VfB-Anhänger, der in einer Gruppe mit Kumpeln stand, einen Becher werfen sehen. Als der Linienrichter zu Boden ging, hätten die Männer gelacht, dem Werfer auf die Schulter geklopft und „Volltreffer“ gesagt. Doch nur eine Zeugin bestand darauf, dass es auch der Becher des Angeklagten gewesen sei, der Kai Voss getroffen habe.

Staatsanwalt Michael Greven war damit zufrieden – zumal sich Kai B. bei dem Opfer entschuldigt hatte. Doch die junge Richterin gab dem Antrag des Verteidigers nach einem DNA-Gutachten statt. Dieses soll anhand von Fingerspuren klären, ob der Becher des Kai B. überhaupt bis aufs Spielfeld geflogen ist.

Damit war der Prozess geplatzt. Wann das jetzt notwendige Hauptverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung stattfinden wird, ist noch unklar. Der Haftbefehl gegen Kai B. wurde gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Sehr zum Missfallen von Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl. Der Verein wartet nämlich auf ein rechtskräftiges Urteil, um den Angeklagten zivilrechtlich zur Rechenschaft ziehen zu können. „Das sind wir unseren Mitgliedern und Sponsoren schuldig“, so Wahl.

Der Vorfall hat die Kickers viel Geld gekostet. 10 000 Euro Strafe vom DFB, 10 000 Euro Verlust aus dem Spiel gegen Elversberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit, rund 35 000 Euro, die der Verein jetzt für ein Netz aufbringen muss, das gespannt werden muss, plus Anwaltskosten.

Und auch für Kai B. geht es um viel. Der Mann steht wegen einer Prügelei im Sommer 2005 unter Bewährung. Er hat 20 Vorstrafen: ältere Gewaltdelikte als Hooligan, Drogen- und Verkehrssachen. „Ich bin seit zehn Jahren kein Hooligan mehr“, sagt der Mann aus Bad Cannstatt. Trotzdem hatte er während der Fußball-WM Stadionverbot.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur Suspendierung von Okpala

Okpala wird handgreiflich – und fliegt
 
Der Fußball-Regionalligist suspendiert seinen Torjäger nach einem Zwischenfall in der Kabine
 
STUTTGART. Es gibt Zeiten, da überschlagen sich die Ereignisse – so wie bei den Stuttgarter Kickers zurzeit. Nach Bierbecherwurf und Hauptversammlung ist gestern Christian Okpala suspendiert worden. „Für ihn wird es kein Zurück geben“, sagt der Trainer Dutt.

Von Joachim Klumpp

Normalerweise beißt sich der Trainer Robin Dutt lieber auf die Zunge, bevor er etwas Konkretes zur Aufstellung sagt. Gestern war das anders, wenngleich es keine frohe Kunde gab: „Christian Okpala ist mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb der ersten Mannschaft suspendiert“, sagte der Trainer sachlich. Grund seien Handgreiflichkeiten nach dem Mittagstraining am Mittwoch im Kabinentrakt gegen einen Mannschaftskollegen, wobei es sich um Sascha Benda handeln soll.

„Das ging weit über das hinaus, was man tolerieren kann“, sagte der Manager Joachim Cast, nachdem bei dem 30-Jährigen bisher schon mal ein Auge zugedrückt worden war. Schließlich gilt Okpala als nicht gerade pflegeleichter Spieler, weshalb letztlich auch der FC Augsburg nach dem Aufstieg keinen gesteigerten Wert mehr auf die Dienste des Nigerianers mit Schweizer Pass legte. „Das war uns auch schon bei seiner Verpflichtung bekannt“, sagte Dutt, „aber wir haben gedacht, wir bekommen das hin.“ Irrtum.

Dabei schien sich die Situation zu stabilisieren. Am vergangenen Wochenende hatte Okpala die Mannschaft noch geschlossen zur Geburtstagsfeier eingeladen. Dutt sagt deshalb: „Zum jetzigen Zeitpunkt kam der Zwischenfall aus heiterem Himmel.“ Zumal es keine rassistischen Hintergründe gegeben habe, allerdings auch keine Einsicht des Spielers: „Er sah seine Reaktion als recht normal an“, sagte das Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum. Nach den Worten des Juristen gibt es nun zwei Möglichkeiten: „Eine fristlose Kündigung oder die Freistellung vom Spielbetrieb.“ Letztere ist bereits unmittelbar erfolgt, allerdings gepaart mit der Möglichkeit, am Training (der zweiten Mannschaft) teilzunehmen, was der Spieler aber ablehnt. „Das werde ich nicht tun“, sagte er auf Anfrage.

Zudem wolle er sich einen anderen Verein suchen. Das wäre offensichtlich auch im Sinne der Kickers, die auf einen Wechsel in der Winterpause setzen, womit der Spitzenverdiener (rund 100 000 Euro Jahresgehalt) von der Lohnliste gestrichen werden könnte und gleichzeitig Spielraum für einen Ersatz vorhanden wäre. Im Gespräch soll Marius Zarn vom FC Aarau sein, kein Stürmer allerdings, weshalb der Trainer zugibt: „Ein Christian Okpala in Bestform wie zu Saisonbeginn fehlt uns natürlich, keine Frage.“

Für die nächsten drei Spiele, beginnend mit dem Rückrundenstart gegen den VfR Aalen morgen im Gazistadion, muss Robin Dutt so oder so auf den vorhandenen Kader zurückgreifen. Und da sind die Alternativen im Angriff neben Mirnes Mesic überschaubar. Sie heißen: Gambo, Schlabach, und von der zweiten Mannschaft Bischoff – oder Kacani, der mit neun Treffern in der Oberliga auf sich aufmerksam machte. „Ich denke nicht, dass der Vorfall negative Spuren hinterlässt“, sagt Dutt. Im Gegenteil. „Ich traue der Mannschaft sogar zu, dass sie den Vorfall in positive Energie umsetzt.“

Außerhalb des Platzes haben die Kickers eine Sorge weniger: das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Gerhard W. Kluge verzichtet auf eine Anfechtung der Wahlen bei der Hauptversammlung. „So ärgerlich das Ganze war, letztlich würde sich dadurch nichts verändern, auch wenn ich mit der Klage Erfolg hätte.“ Kluge will sich künftig noch im Förderkreis engagieren und sagt: „Es ist ja nicht so, dass mir die Kickers über Nacht egal sind.“

Wie das bei dem sechsmaligen Torschützen Christian Okpala aussieht, ist nicht genau bekannt. Der einstige Hoffnungsträger bestreitet die Handgreiflichkeiten und will einen Anwalt einschalten. Dennoch steht fest: ein Hintertürchen wird sich nicht öffnen. „Es gibt für ihn kein Zurück“, betont Robin Dutt – trotz der Aufstiegsambitionen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers trennen sich von Okpala
 
Regionalligist suspendiert den Stürmer nach Handgreiflichkeiten in der Kabine
 
Stuttgart – Er kam vor der Saison und sollte die Blauen in die zweite Liga schießen. Jetzt trennen sich die Wege wieder. Die Stuttgarter Kickers haben Stürmer Christian Okpala mit sofortiger Wirkung suspendiert.

VON GUNTER BARNER

Der Nigerianer mit Schweizer Pass darf zwar bis auf weiteres mit der Oberligamannschaft trainieren, eine Rückkehr in den Regionalligakader schließen die Kickers-Verantwortlichen aber aus. „Uns blieb keine andere Wahl“, sagte Trainer Robin Dutt.

Was sich am Mittwoch nach dem Nachmittagstraining in der Umkleidekabine im ADM-Sportpark en Detail abspielte, behalten die Chefs auf der Waldau für sich. „Aus arbeitsrechtlichen Gründen“, wie Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum betonte. Klar ist aber: Christian Okpala und Teamkollege Sascha Benda lieferten sich zunächst ein Wortgefecht. Dann soll dem Nigerianer der Kragen geplatzt sein. Benda ging offenbar zu Boden. Teamkollege Gambo wollte schlichten und bekam ebenfalls sein Fett ab. Rassistische Hintergründe spielten dabei nach Vereinsangaben keine Rolle.

Nach ausgiebigen Beratungen des Präsidiums mit der Mannschaftsleitung entschlossen sich die Blauen zu der drastischen Maßnahme, die von den Teamkollegen nach Angaben von Jens Härter gestützt wird. „Der Vorfall war so eklatant, da hätte der Teamgeist gelitten“, sagte der Kickers-Kapitän.

Christian Okpala beharrte unserer Zeitung gegenüber: „Ich bin provoziert worden.“ Im Gespräch mit der Vereinsleitung soll er keine Einsicht gezeigt haben, was Okpala wiederum dementiert. Er will einen Anwalt zu Rate ziehen. „Okpala findet, dass seine Reaktion gerechtfertig war“, sagte Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum. Der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit hatte am Samstag nach dem 2:0 gegen den SV Elversberg das Team noch zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Okpala, der 30 Jahre alt wurde, hatte nach längerer Durststrecke wieder ins Schwarze getroffen. „Da war er bester Laune“, wundert sich Dutt.

Der Kickers-Trainer hofft vor dem Heimspiel am morgigen Samstag gegen den VfR Aalen (14.30 Uhr/Gazistadion) darauf, „dass die Mannschaft jetzt noch enger zusammenrückt“. Solche Maßnahmen könnten den Teamgeist auch stärken.

So oder so müssen sich die Blauen in den kommenden drei Spielen möglichst schadlos halten, um sich in der Winterpause neu zu sortieren. Okpala, verheiratet, zwei Kinder, hat beim Regionalligisten einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Sein Gehalt dürfte bei knapp 10 000 Euro pro Monat liegen. Jetzt hoffen die Kickers, dass der Torjäger schnell einen neuen Verein findet. Mit dem frei werdenden Geld könnten sich die Blauen nach Ersatz für Okpala umsehen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers suspendieren Okpala

Der 30-Jährige lässt sich angeblich zu Handgreiflichkeiten gegen Mitspieler hinreißen – Stürmer dementiert
 
Stuttgart – Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abbruch des DFB-Pokalsspiels gegen Hertha BSC Berlin am 25. Oktober sorgen die „Blauen“ jetzt wegen innerer Querelen für weitere Schlagzeilen. Die Kickers haben mit sofortiger Wirkung den Stürmer Christian Okpala suspendiert. Der 30-Jährige habe sich zu Handgreiflichkeiten gegen einen Mitspieler hinreißen lassen, teilten die Kickers mit.
 
Von Hannes Kern

Was genau am Mittwoch in Degerloch vorgefallen ist und Anlass für die Suspendierung Okpalas war, wollte Manager Joachim Cast nicht preisgeben. „So eine Maßnahme spricht man nicht ohne Grund aus“, verriet er lediglich. Trainer Robin Dutt erklärte: „Uns bleibt nach dem Vorfall keine andere Wahl.“

Okpala, der im Sommer vom Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg als Torschützenkönig nach Degerloch gewechselt war und bei den Kickers einen Vertrag bis 2008 unterschrieben hatte, wehrte sich gestern gegen die Darstellung des Vereins. „Das stimmt nicht“, erklärte der 30-Jährige, der nun mit Hilfe eines Anwalts gegen die Suspendierung durch die Kickers vorgehen will. Dennoch scheint auch er eine weitere Zusammenarbeit mit den Kickers auszuschließen. Der Stürmer will nach einem neuen Verein suchen. „Das kann für mich nicht so weitergehen mit den Stuttgarter Kickers.“

Dabei schien zu Saisonbeginn die Chemie zwischen dem Regionalligisten und Okpala zu stimmen. Der Stürmer, der zu den Topverdienern bei den „Blauen“ zählt, war zunächst überaus erfolgreich und erzielte bisher sechs Treffer.

Allerdings blieb der gebürtige Nigerianer mit Schweizer Pass zwischen dem sechsten und 17. Spieltag ohne Torerfolg. Erst beim „Geisterspiel“ gegen Elversberg am vergangenen Samstag trug er sich wieder in die Torschützenliste ein. Zwischendurch war Kritik an seiner Leistung aufgekommen. „Die Suspendierung hat damit überhaupt nichts zu tun“, versicherte Cast.

Gleichwohl schloss Cast aus, dass sich der Verein und der Stürmer eventuell über eine weitere Zusammenarbeit verständigen könnten. „Ich gehe davon aus, dass es keinen Weg mehr zurück gibt“, erklärte der Manager.

„Verstoß gegen den Teamgeist“
Für die Partie der Kickers gegen den VfR Aalen zum Rückrundenstart morgen (14.30 Uhr) berief Dutt die Stürmer Bastian Bischoff und Sokol Kacani aus der Oberliga-Mannschaft in den Regionalliga-Kader. Einer von ihnen könnte die zweite Angriffsposition neben Mirnes Mesic besetzen. „Ich hoffe, dass nach diesem bedauerlichen Vorfall, der einen groben Verstoß gegen dem Teamgeist darstellt, die Mannschaft noch enger zusammenrückt und die entsprechende Energie gegen Aalen freimacht“, sagte Cast.

Eßlinger Zeitung

Neuer Email-Newsletter

Liebe Fans und Freunde der Stuttgarter Kickers, liebe Newsletter-Abonnenten,

wie sicher festgestellt wurde, wurde in den letzten Monaten kaum Newsletter des Kickers-Online-Fanclub versendet.

Dies hat einen Grund: Im Hintergrund wurde an einem neuen Newsletter gearbeitet. Der neue Newsletter wird einmal am Tag verschickt und enthält die Eintrage des feedblitz.com durchgeführt.

Wir bitten die Abonennten des bisherigen Newsletters, sich auf untenstehenden Link in den neuen Newsletter einzutragen. Auf eine allgemeine Übertragung der Abonennten auf den neuen Newsletter sehen wir aus Datenschutzgründen ab.

Die Adresse zum anmelden: http://www.feedblitz.com/f/?Sub=98689

Bei Problemen und Fragen stehen wir gerne unter den Email-Adressen webmaster@blaue-goetter.de oder unter mcvillager@gmx.de zur Verfügung.

Eine An- und Abmeldung ist auch jederzeit im Newscenter unter dem Button Feedblitz-Button möglich.

Wir wünschen allen Lesern viel Spaß mit dem neuen Newslettern!

Timo Knüttel

Presse: Nachbetrachtungen zur Jahreshauptversammlung

„Ich arbeite lieber im Hintergrund“

Interview mit Walter Kelsch über seine neue Funktion im Aufsichtsrat der Stuttgarter Kickers und die Perspektiven des Regionalligisten

Walter Kelsch ist Fußballprofi bei den Stuttgarter Kickers, dem VfB Stuttgart und verschiedenen Klubs im Ausland gewesen. Inzwischen ist der Exnationalspieler in der Versicherungs- und Immobilienbranche selbstständiger Unternehmer. Am Dienstag wurde er in den neunköpfigen Aufsichtsrat des Regionalligisten Stuttgarter Kickers gewählt. „Ich halte nichts von Versprechungen und Visionen“, sagt der 49-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Kelsch, früher sind Sie als Spieler in die Offensive gegangen, inzwischen sind Sie erfolgreicher Geschäftsmann. Wo sehen Sie im Aufsichtsrat Ihren Schwerpunkt?

Mein Augenmerk liegt sicher im sportlichen Bereich, mit der notwendigen betriebswirtschaftlichen Erfahrung. Ich weiß, was möglich ist – und was nicht.

Und was ist bei den Kickers möglich?

Der Verein hat über Jahre – mit wenigen Unterbrechungen – auf den Nachwuchs gesetzt. Darauf müssen wir weiter Wert legen, das ist das Potenzial der Kickers, weil sie nicht in der Lage sind, nur Qualität zukaufen zu können. Außerdem müssen wir auch dahin kommen, dass wir wie eine Familie sind, in der sich die Spieler wohl fühlen.

Aber ganz ohne fremde Spieler geht es nicht, wenn man in der Regionalliga Erfolg haben möchte?

Das stimmt, auch wenn wir das Beispiel Hoffenheim mal außen vor lassen sollten. Aber Verpflichtungen von außen erfordern sehr viel Fingerspitzengefühl und ein glückliches Händchen. Denn sind wir mal ehrlich: welcher gute Spieler geht schon freiwillig in die Regionalliga.

Was hat Sie denn überhaupt dazu bewogen, für den Aufsichtsrat zu kandidieren?

Nachdem ich bei den Kickers einmal zu einer Sponsorentalkrunde eingeladen war, gab es grundsätzliche Gespräche, ob ich mich nicht in irgendeiner Form engagieren wolle. Und da ich hier zehn sehr schöne Jahre verbracht und dem Verein viel zu verdanken habe, habe ich mir gesagt: warum soll ich nicht mein Knowhow und meine Kontakte zu ehemaligen Spielern, die im Profifußball zu Hause sind, zur Verfügung stellen. Also habe ich gerne zugesagt.

Können Sie sich vorstellen, eine andere maßgebliche Funktion zu übernehmen?

Nein, das habe ich von vornherein gesagt, weil mir dazu alleine schon die Zeit fehlt. Außerdem bin ich lange genug in der ersten Reihe gestanden. Ich habe nicht das Bedürfnis, die Nummer eins zu sein, ich arbeite lieber im Hintergrund. Die Entscheidungen treffen sowieso Präsidium, Manager, Trainer.

Robin Dutt etwa. Haben Sie das Gefühl, dass der gerne mal Tipps von Ihnen holt?

Nein, das muss er auch nicht. Aber natürlich tauschen wir uns aus. Und ich habe schon den Eindruck, dass er sich gerne mit jemandem unterhält, der auch die sportliche Kompetenz hat. Denn von der Tribüne oben sieht man manche Dinge eben anders. Ich denke, wir liegen auf einer Welle, das ist eine sehr fruchtbare Geschichte.

Sie werden sich also dafür einsetzen, dass Dutt Trainer bei den Kickers bleibt?

Ja, dafür spreche ich mich klar aus. Er passt auch menschlich und charakterlich zu den Kickers. Die können froh sein, dass sie so einen Trainer haben. Was in diesem Geschäft aber nie ausschließt, dass es irgendwann anders kommt.

Und das sportliche Ziel heißt Aufstieg in die zweite Liga?

Natürlich muss man Ziele haben. Aber ich halte nichts von Versprechungen und Visionen. Es wäre fahrlässig, wenn man so einen Druck aufbauen würde, der dem nicht gerecht wird, was an wirtschaftlichem Potenzial vorhanden ist. Also muss man die Mannschaft sukzessive verstärken.

Schon in der Winterpause?

Da muss man abwarten. Es macht keinen Sinn, in Aktionismus zu verfallen. Man muss ja immer auch schon die nächste Saison im Auge haben, wenn es um die Qualifikation für die eingleisige dritte Liga geht. Falls es jetzt mit dem Aufstieg nicht klappt, ist es ein Muss, dass die Kickers da dabei sind. Denn der Fußball darunter spielt künftig, ohne das abwerten zu wollen, keine große Rolle mehr.

Wie sehen Sie generell die Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren?

Zunächst einmal ist der Verein konsolidiert worden. Das ist schon mal eine große Leistung – und das hat auch künftig Priorität. Denn es bringt ja nichts, wenn die Kickers finanziell irgendwann handlungsunfähig sind und Insolvenz anmelden müssen. Und ich werde auch nur vertretbare Akzente setzen, dazu bin ich Realist genug. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, deshalb braucht man auch Geduld.

Was sagen Sie zu manchen Querelen zwischen einigen Mitgliedern, die auch auf der Hauptversammlung deutlich wurden?

Die Suppenkocherei bringt nichts. Wer kritisiert, der muss erst einmal beweisen, dass er es besser macht. Und mir geht es ganz klar um den Verein – nicht um Personen.

Stuttgarter Zeitung

Kluge sucht noch Mitstreiter
Nachspiel zur Kickers-Wahl?

STUTTGART (ump). Bei der Jahreshauptversammlung haben die Stuttgarter Kickers am Dienstagabend nochmals an die Erfolge im DFB-Pokal erinnert, wo man bekanntlich in der Verlängerung gegen den Hamburger SV gewonnen hat. Nun droht ein weiteres Nachspiel – auf juristischer Ebene. Das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Gerhard W. Kluge, der sein Amt wegen eines Strafverfahrens seit April ruhen ließ und seine Kandidatur in letzter Minute zurückzog, ließ gestern noch offen, ob er die Wahl anfechten wird. „Die rechtlichen Voraussetzungen wären vorhanden“, sagt Kluge und bezieht sich auf den Umstand, dass als Wahlleiter nicht wie in der Satzung eigentlich vorgesehen der Präsident fungierte, sondern wie schon in der Vergangenheit das frühere Präsidiumsmitglied Hermann Mäurle. Dazu kämen die Drohungen gegen seine Person von Seiten zweier Aufsichtsratsmitglieder, nicht mehr für das Gremium zu kandidieren. „Ich werde abwarten, ob ich zwei oder drei Mitstreiter finde.“

Auf das ehemalige Präsidiumsmitglied Michael Hofstetter kann er dabei nicht setzen. Der war zwar mit dem Procedere der vollzogenen Blockwahl des Aufsichtsrats nicht einverstanden, sagt zu einer Anfechtungsklage: „Juristisch hat sie vielleicht eine Chance, aber es bringt letztendlich nichts und schadet nur wieder dem Verein.“ Kluge selbst überlegt indes, ob er hauptberuflich bei einem anderen Fußballverein arbeiten wird, tendiert aber im Moment eher zu einem Engagement beim Eishockeyklub Stuttgarter EC.

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers-Gremien

Präsidium: Hans Kullen (Präsident), Dirk Eichelbaum (Finanzen und Recht), Dieter Wahl (Marketing), Edgar Kurz (Jugend und Amateure), Jürgen Köhn (übrige Abteilungen).

Aufsichtsrat: Christian Mauch (Vorsitzender), Christian Dinkelacker, Rainer Lorz, Kai-Uwe Völschow; neu: Walter Kelsch, Klaus Lang, Friedrich Kummer, Heinz Höfinger, Alexander Lehmann.

Stuttgarter Zeitung

Dem neuen Kickers-Aufsichtsrat droht Ärger

Gerhard W. Kluge spricht von Drohungen nach Bekanntwerden seiner Kandidatur

Stuttgart – Die Aufsichtsratswahl bei der Mitgliederversammlung der Stuttgarter Kickers könnte ein Nachspiel haben. Ex-Aufsichtsrat Gerhard W. Kluge erhebt schwere Vorwürfe gegen Mitglieder des neuen Gremiums.

VON DIRK PREISS

Als sich der Abend im Clubhaus der Stuttgarter Kickers dem Ende zuneigte, fiel es Christian Mauch sichtlich schwer, seine Müdigkeit zu verbergen. Die Augen des Orthopäden wurden kleiner, Mauch wirkte erschöpft. Es war ja auch kein leichter Abend gewesen für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Blauen. Zwar wurde er samt seinem Team in das neue Kontrollgremium gewählt, allerdings könnte dieses Votum der Mitglieder unter Umständen bald nur noch Makulatur sein. Dann nämlich, wenn der ehemalige Kickers-Aufsichtsrat Gerhard W. Kluge seine Ankündigung wahr macht. Kluge hatte zuletzt sein Mandat ruhen lassen. Gegen ihn läuft im Zusammenhang mit seiner früheren beruflichen Tätigkeit ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren, das seiner Meinung nach aber demnächst eingestellt wird.

Kluge war am Dienstag die Nummer zehn auf der Liste der Kandidaten für den Aufsichtsrat – der Spielmacher war er aber nicht, eher der Spielverderber. Sie hatten es sich so schön zurechtgelegt, Christian Mauch und seine Männer. Nur als neunköpfige geschlossene Gesellschaft wollten sie das Kontrollgremium bilden. „Wenn auch nur einer unserer Kandidaten nicht durchkommt, stehe ich nicht zur Verfügung“, hieß es immer wieder. Mauch verteidigte später diese Strategie: „Wir vertrauen uns, es ist legitim, dass wir das nur als Mannschaft machen wollen.“

Mauch sagt auch, er hätte sich mehr Kandidaten gewünscht – zumindest bei einem seiner Aufsichtsratskollegen war dieser Wunsch wohl weniger ausgeprägt. Erst wurde das ehemalige Präsidiumsmitglied Michael Hofstetter vereinsintern zurückgepfiffen. Als Kluge sich dann als letzter der Kandidaten den Mitgliedern vorstellte, ließ er durchblicken, dass seine Bewerbung mit Mitteln verhindert werden sollte, „die ich in Sizilien vermutet hätte, aber nicht hier“. Nachdem bekannt geworden sei, dass er antrete, habe er Anrufe und eine E-Mail erhalten. Er nennt es „eindeutige Drohungen“. Von einer möglichen Schmutzkampagne gegen ihn sei da die Rede gewesen, nach dem Motto: „Irgendwas bleibt immer hängen.“

Kluge zog am Dienstagabend seine Kandidatur dann doch noch zurück. Alles Weitere ließ er offen. Er habe durch die E-Mail eindeutige Beweise und lasse die Geschehnisse rechtlich prüfen, anschließend könnte es eine Anzeige geben – und womöglich die Anfechtung der Aufsichtsratswahl. Ende der Woche will er sich entschieden haben.

Mauch versichert, von den von Kluge geschilderten Vorgängen nichts gewusst zu haben. „Das ist nicht unser Stil“, sagt er, „wie die Wahl abgelaufen ist, finde ich sehr schade.“ Zumal er sich sicher sei, dass es ohnehin für seine Mannschaft gereicht hätte. „Wir hatten so etwas nicht nötig.“ Die Androhung einer Neuwahl sieht er gelassen.

Vielmehr will er sich auf künftige Aufgaben konzentrieren. „Die letzten drei Jahre mit den vielen Reibereien haben keinen Spaß gemacht“, sagt er. Nun will er mit seinem Team die Versprechen der Vergangenheit einlösen. Immer wieder versprach man sich von den Club-Kontrolleuren wirtschaftliche Kontakte mit finanziell positiven Folgen. Doch schon im vergangenen Jahr mussten die mit viel Elan gestarteten Aufsichtsräte feststellen, dass die Arbeit für die Kickers der Goldsuche mit einer Wünschelrute gleicht. „Nun ist die Ausgangslage aber eine andere“, glaubt Mauch.

Erstes Ziel sei es, bis zur Winterpause den finanziellen Rahmen für eine Verstärkung der Mannschaft zu schaffen. Trotz der sieben Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz bewertet Mauch die Chance auf den Sprung in Liga zwei so groß wie schon lange nicht mehr. „Jetzt oder nie“, lautet sein Motto. Als er es sagt, fangen seine Augen wieder an zu leuchten – aller Müdigkeit zum Trotz.

Stuttgarter Nachrichten

Kicker: Kickers suspendieren Okpala

Stuttgart: Nach Handgreiflichkeit gegen einen Mitspieler

Nach einer Durststrecke von sieben torlosen Spielen hatte er endlich am letzten Samstag gegen Elversberg (2:0) wieder getroffen und den Stuttgarter Kickers so den ersten Sieg nach neun sieglosen Partien ermöglicht. Kaum wieder in der Erfolgsspur, hat er sich nun ein neues Problem eingebrockt: Wegen einer Handgreiflichkeit gegen einen Mitspieler nach dem Training wurde Christian Okpala von seinem Klub mit sofortiger Wirkung suspendiert.

„Uns blieb nach diesem Vorfall keine andere Wahl“, erklärte Kickers-Coach Robin Dutt die Maßnahme. Okpala wies den Vorwurf jedoch vehement von sich: „Das stimmt nicht. Ich werde mit einem Anwalt dagegen vorgehen.“

Im Sommer war der 30-jährige Torjäger, der in der aktuellen Regionalliga-Saison bislang sechs Treffer erzielte, vom Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg als Torschützenkönig der Süd-Staffel nach Stuttgart gewechselt, wo er noch einen Vertrag bis 2008 hat. Diesen möchte er allerdings nun nicht mehr erfüllen, stattdessen wolle er sich einen neuen Verein suchen: „Das kann für mich nicht so weitergehen mit den Stuttgarter Kickers.“

Einen Namen machte sich der gebürtige Nigerianer mit Schweizer Pass in der ersten Runde des DFB-Pokals, als er den Überraschungssieg der Kickers, die in der Regionalliga Süd derzeit den vierten Platz belegen, gegen den Hamburger SV (4:3 n.V.) mit zwei Treffern – darunter der entscheidende vierte in der Verlängerung per Foulelfmeter – perfekt machte.

Dutt reagierte darauf, dass einer seiner beiden Stürmer nun nicht eingesetzt wird, indem er für die Partie gegen den VfR Aalen zum Rückrundenstart am Samstag (14.30 Uhr) die Stürmer Bastian Bischoff und Sokol Kacani aus der Oberliga-Mannschaft in den Regionalliga-Kader berief. Einer der beiden wird wohl die zweite Angriffsposition neben Mirnes Mesic besetzen. „Ich hoffe, dass nach diesem bedauerlichen Vorfall, der einen groben Verstoß gegen dem Teamgeist darstellt, die Mannschaft noch enger zusammenrückt und die entsprechende Energie gegen Aalen freimacht“, hofft Manager Joachim Cast auf eine positive Reaktion der Mannschaft.

Kicker

Stuttgarter Kickers suspendieren Christian Okpala

Mit sofortiger Wirkung haben die Stuttgarter Kickers Christian Okpala vom Spiel- und Trainingsbetrieb suspendiert. Der 30jährige Stürmer ließ sich nach dem gestrigen Training zu einer Handgreiflichkeit in der Kabine gegenüber einem Mitspieler hinreißen. Nach Rücksprache mit dem Präsidium, dem Management und der Mannschaft wurde der anfangs der Saison von Augsburg geholte Hoffnungsträger beurlaubt. „Uns blieb nach diesem Vorfall keine andere Wahl“, bedauerte Trainer Dutt die Entscheidung. Für die Begegnung mit dem VfR Aalen am Samstagnachmittag (14.30 Uhr) hat Robin Dutt nun auch die Stürmer Bastian Bischoff und Sokol Kacani aus der Oberligamannschaft berufen und sie könnten nun neben Angriffsspieler Mirnes Mesic zum Rückrundenstart eine Chance erhalten.
„Ich hoffe, dass nach diesem bedauerlichen Vorfall, der einen groben Verstoß gegenüber dem Teamgeist darstellt, die Mannschaft nun noch dichter zusammenrückt und entsprechende Energie gegen Aalen freimacht“, ergänzt Manager Joachim Cast.

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Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen in der Statistik

Am Samstag beginnt bereits die Rückrunde der Regionalliga Süd. Und wir erinnern uns wohl alle gern an das erste Saisonspiel beim VfR Aalen. 5:2 gewannen unsere blauen Götter ihr Auftaktspiel.

Allerdings sollten wir nicht davon ausgehen, dass die samstägliche Begegnung ähnlich verlaufen wird. Der VfR Aalen hat sich nach extremen Startschwierigkeiten nach vorne gearbeitet und findet sich in der Tabelle auf Platz neun nur noch 3 Puntke hinter uns. Auswärts hat Aalen in dieser Saison noch dazu erst ein einziges Mal verloren (3:4 in Siegen). Und schließlich ist Aalen unser Angstgegner im heimischen Kickers-Stadion. In fünf Spielen verloren wir nun bereits vier Mal gegen die Ostälbler: 1:2, 1:2, 2:0, 0:1, 0:1. Nach dem Gesetz der Serie sind wir also wieder dran mit einem Sieg.

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