Presse zu Kickers – SV Darmstadt 98 (3:0)

Kickers werden für Geduld belohnt

Die Mannschaft bleibt nach dem 3:0 gegen Darmstadt Erster – und bekommt zwei Tage frei

STUTTGART. Am Ende ist es noch ein klares 3:0 (0:0) der Stuttgarter Kickers gegen Darmstadt geworden. Nach den Toren von Hartmann, Okpala und Tucci sagte der Trainer Robin Dutt: „Erstmals hat man gesehen, dass wir auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft sind.“

Von Joachim Klumpp

Sogar ein Hauch von EM-Atmosphäre wehte gestern Abend durchs Gazistadion. Da hatten sich doch glatt ein paar irische Fans nach Degerloch verirrt, um sich fußballerisch auf die Partie ihrer Mannschaft heute im Daimlerstadion einzustimmen. Am Ende feierten sie unter den 4580 Zuschauern einen 3:0-Sieg, nach dem es in dieser Deutlichkeit lange Zeit nicht ausgesehen hatte. Als es Mitte der zweiten Hälfte nicht nur nach Bratwürsten im Stadion roch, sondern auch verdammt nach einem 0:0, da fasste sich Manuel Hartmann ein Herz und zog aus 30 Metern so hart ab, dass Darmstadts Torhüter Bastian Becker nur das Nachsehen blieb.

Der Kickers-Trainer Robin Dutt sagte später ganz gelöst: „Ich hatte immer das Gefühl, unser Druck wird so groß, dass wir auf den Fehler des Gegners warten können.“ Und mit dem Rückstand häuften sich diese jetzt auch. Christian Okpala, der über die 90 Minuten einen schweren Stand hatte, wurde von Bashiru Gambo mustergültig bedient und schoss volley zum 2:0 (86.) ein. Die Freude darüber war so groß, dass der Ex-Augsburger zwei, drei Salti einlegte – mit denen er auch bei den deutschen Kunstturnmeisterschaften in der Porsche-Arena für Aufsehen gesorgt hätte, ihn von seinem Trainer aber fast noch ein Rüge einbrachte: „Schließlich hat er Probleme mit dem Rücken.“ Den Schlusspunkt setzte schließlich der eingewechselte Marco Tucci mit einem Abstaubertor in der 90. Minute. Sehr zum Leidwesen des Gästetrainers Gino Lettieri, der sagte: „Es ist bitter, wenn man das Ergebnis liest, das hat meine Mannschaft nicht verdient.“

Doch die in der Tat spielstarken Gäste, die in der siebten Minute durch Sebastiano da Veiga die große Chance zur Führung vergaben, schwächten sich kurz vor der Pause. Der Mittelefeldspieler Alberto Mendez flog mit gelb-rot vom Platz. Doch das alleine war noch kein Vorteil für die Kickers, schließlich gab Dutt zu bedenken: „Wir haben uns gegen zehn Mann schon oft schwer getan.“

Gestern Abend aber gab die Mannschaft nie auf und arbeitete sich Meter um Meter an den Strafraum der Gäste heran, auch wenn letztendlich ein Sonntagsschuss herhalten musste, um den Sieg einzuleiten. „Aber man hat heute erstmals gesehen, dass wir auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft sind“, lobte Dutt seine Spieler für ihre engagierte Leistung – und gab im Hinblick auf den Pokalschlager gegen den HSV zwei Tage frei.

Die irischen Fans werden dagegen noch gefordert sein. Für sie geht das Wochenende heute erst richtig los.

Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Hartmann – Sökler (81. Kanitz), Akcay (75. Tucci), Gambo – Okpala, Mesic (85. Wildersinn).

Tore: 1:0 Hartmann (76.), 2:0 Okpala (86.), 3:0 Tucci (90.).

Gelb-Rote Karte: Mendez (Darmstadt/44.).

Stuttgarter Zeitung

3:0 – Hartmann bricht den Bann

Kickers bleiben nach Sieg über Darmstadt Regionalliga-Spitzenreiter

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers bleiben in der Fußball-Regionalliga ungeschlagen an der Tabellenspitze: Am Freitagabend schlugen die Blauen vor 4580 Zuschauern im Gazistadion Darmstadt 98 mit 3:0 (0:0).

VON DIRK PREISS

Trainer Robin Dutt schaute zufrieden. Er hatte lange warten müssen, doch die Geduld wurde belohnt. 3:0 nach Startschwierigkeiten, die Blauen weiter ganz oben. „Ich war mir sicher, dass wir das Tor noch machen“, sagte Dutt, „heute haben wir einen weiteren Schritt in Richtung Spitzenteam gemacht.“

Es hätte ganz anders kommen können. José Sebastiao da Veiga hätte das 1:0 für die Lilien erzielen können (7.), doch Recep Yildiz schlug den Ball vor der Linie weg. In die zweite Halbzeit starteten die Blauen mit einem Mann mehr. Darmstadts Alberto Mendez hatte Gelb-Rot gesehen (44.), die Lilien verlegten sich aufs Kontern. Doch bei den Kickers gab es keine zwingenden Chancen. Womöglich wäre die Partie 0:0 ausgegangen – wenn sich Manuel Hartmann nicht an einen Spruch erinnert hätte: „Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, schieß ihn ins Tor.“ Der Defensivmann zog aus 30 Metern trocken ab, der Ball flog unhaltbar ins linke obere Toreck. „Wir waren besser, aber nicht effektiv genug“, sagte der Torschütze, „deshalb habe ich einfach draufgehauen.“ Jetzt war Musik im Spiel. Darmstadt lockerte die Abwehr, die Kickers nutzten die Freiräume: Bashiru Gambo legte für Christian Okpala auf – 2:0. Und weil“s so schön war, erhöhte Marco Tucci noch auf 3:0.

Stuttgarter Nachrichten

77 Minuten lang hält das Darmstädter Bollwerk
Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98 3:0: Platzverweis von Mendez kann nicht bis zum Ende kompensiert werden
leer
Der SV Darmstadt 98 kassierte mit dem 0:3 (0:0) bei den Stuttgarter Kickers die dritte Niederlage in Serie und muss sich langsam mit den unteren Tabellenregionen der Fußball-Regionalliga Süd vertraut machen. Doch es war eine bittere Niederlage, denn die Darmstädter zeigten sich gegenüber den Partien in Reutlingen (1:2) und Pirmasens (1:2) stark verbessert. Vor allem in der Defensive stimmte die Ordnung. Doch ein überflüssiger Platzverweis von Alberto Mendez in der ersten Halbzeit war von den Darmstädtern in der Schlussphase gegen den Tabellenführer nicht zu kompensieren.

Trainer Gino Lettieri hatte aus der Not eine Tugend gemacht. Da ihm für den verletzten Mergim Mavraj auf der linken Seite in der Vierer-Abwehrkette eine Alternative fehlte, stellte er auf die althergebrachte Variante um. Achim Pfuderer spielte gegen den angriffslustigsten Verein der Regionalliga (nun 17 Treffer in sechs Spielen) einen klassischen Libero. Echendu Adiele kümmerte sich um Christian Okpala, Alexander Konjevic als zweiter Innenverteidiger wich Mirnes Mesic nicht von der Seite. Klare Zuordnungen, die sich auszahlten, da zudem Stephan Hanke dem bislang mit fünf Treffern gefährlichsten Torschützen der Kickers, Bashiru Gambo, im Mittelfeld das Leben schwer machte.

Der Tabellenführer fand zunächst kein Konzept gegen diese strengen Zuordnungen. Im Gegenteil. Er konnte froh sein, nicht in Rückstand zu geraten. Denn Sebastiao hatte bereits in der achten Minute den Darmstädter Führungstreffer auf dem Fuß. Er lief alleine auf Stuttgarts Torhüter David Yelldell, scheiterte jedoch. Es dauerte fast 20 Minuten, bis sich die Stuttgarter sortiert hatten und feldüberlegen wurden. Zwingende Torchancen sprangen allerdings nicht heraus, die Darmstädter Abwehr stand sicher.

Einen Bärendienst leistete kurz vor der Halbzeit dann Alberto Mendez dem SV 98. Bereits gelbverwarnt säbelte er in der gegnerischen Hälfte Mesic um: Gelb-Rot – absolut überflüssig.

Zehn Darmstädter gegen elf Stuttgarter. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Beim SV 98 wurde nun Mikheil Sajaia endgültig zum Alleinunterhalter im Sturm. Jetzt ging es nur nach darum, einen Punkt zu retten. Den Stuttgartern fiel gegen die disziplinierte Darmstädter Mannschaft nicht viel ein, erst in der 60. Minute hatten sie durch Akcay die erste Chance, sein Schuss wurde von Stefan Leitl jedoch abgeblockt. Bei einigen Darmstädtern – wie etwa Sebastiao, der allerdings auch enormes Laufpensum absolviert hatte – schwanden jedoch die Kräfte, der Druck der Stuttgarter wurde immer größer. Okpala (67.) prüfte Torhüter Bastian Becker, der nun mehr Arbeit als in der ersten Halbzeit erhielt und Glück hatte, dass Manuel Hartmann aus kurzer Distanz eine Flanke verpasste (72.). Doch der hatte nun Lunte gerochen. In der 77. Minute fasste er sich aus etwa 30 Metern ein Herz, als ihn Marcus Mann nicht eng genug bedrängte. Sein Sonntagsschuss am Freitag Abend schlug unhaltbar für Becker im Netz ein. Bitter für den SV 98, der auf bestem Weg war, einen Punkt vom Degerloch mit nach Darmstadt zu nehmen. Der Versuch, noch den Ausgleich zu erzielen schlug fehl. Bei Kontern kassierte der SV 98 gar noch zwei Treffer. Ein bitterer Abend.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steiner – Sökler (82. Kanitz), Hartmann, Akcay (75. Tucci), Gambo – Okpala, Mesic (85. Wildersinn).

SV Darmstadt 98: Becker – Pfuderer – Konjevic, Adiele – Leitl (66. Geiger), Mendez, Mann, Juskic, Hanke (80. Fischer), Sebastiao (66. Beigang) – Sajaia.

Schiedsrichter: Stark (Landshut); Tor: 1:0 Hartmann (77.), 2:0 Okpala (86.), 3:0 Tucci (90+1).

Zuschauer: 4580; Gelbe Karte: Adiele; Gelb-Rote Karte: Mendez (42.)

Darmstädter Echo

Hartmann sorgt für die Erlösung

Stuttgarter Kickers bleiben nach 3:0-Sieg gegen den SV Darmstadt 98 Tabellenführer der Regionalliga

Stuttgart – „Die Mannschaft hat heute einen weiteren Schritt in Richtung eines Spitzenteams gemacht“, lobte Trainer Robin Dutt. Die Stuttgarter Kickers taten sich gestern Abend gegen den SV Darmstadt 98 in Überzahl lange schwer, bewiesen jedoch Geduld und verteidigten durch den 3:0 (0:0)-Sieg schließlich die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga.

Von Sigor Paesler

Manuel Hartmann sorgte mit einem Distanzschuss für die Erlösung (76.). „Im Training treffe ich so öfter“, freute sich der Esslinger über sein drittes Saisontor.

Die Darmstädter begannen forsch und kauften den „Blauen“ damit zunächst den Schneid ab. In der 7. Minute rettete Kickers-Keeper David Yelldell mit einer Glanztat vor dem enteilten Sebastiano. Doch die Verteilung der Spielanteile änderte sich schnell. Die Stuttgarter erarbeiteten sich mehr Spielanteile, Chancen waren aber Mangelware. Die Gäste zogen sich immer mehr zurück, die „Blauen“ taten sich schwer damit, das Spiel machen zu müssen. Die kleine Kolonie irischer Fans, die sich die Zeit am Vorabend des Länderspiels im Gazi-Stadion vertrieben, sah eine Begegnung ohne viele Höhepunkte – und kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte für Darmstadts Alberto Mendez.

Damit erwies er seinen Mitspielern einen Bärendienst, denn die Gäste taten nach dem Wechsel gar nichts mehr für die Offensive. Die Stuttgarter drückten, es fehlte zunächst jedoch die Durchschlagskraft. „Der Druck wurde immer größer, der Sieg ist hoch verdient“, analysierte Dutt. Akcay schoss zunächst Alexander Konjevic an (60.), Christian Okpala scheiterte kurz darauf an Gäste-Keeper Bastian Becker. In der 76. Minute fasste sich Hartmann ein Herz, zog aus 25 Metern ab – und traf. Anschließend erhöhten Christian Okpala (86.) und Marco Tucci (90.+1) und ließen damit das Ergebnis etwas zu hoch ausfallen. Hartmann war aus dem Häuschen: „Das ist Wahnsinn, jetzt ist auch gegen den HSV alles drin“, freute sich der Mittelfeldspieler in Bezug auf das DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten am 9. September.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Hartmann – Sökler (81. Kanitz), Akcay (75. Tucci), Gambo – Okpala, Mesic (85. Wildersinn).

SV Darmstadt 98: Becker – Konjevic, Pfuderer, Adiele – Hanke (80. Fischer), Juskic, Mann – Leitl (66. Beigang), Mendez, Sebastiano (66. Geiger) – Sajaia.

Schiedsrichter: Stark (Landshut).

Zuschauer: 4580.

Tore: 1:0 Hartmann (76.), 2:0 Okpala (86.), 3:0 Tucci (90.+1).

Gelbe Karten: – / Adiele.

Gelb-Rote Karte: – / Mendez (44. / wiederholtes Foulspiel).

Beste Spieler: Mesic, Hartmann / Juskic.

Eßlinger Zeitung

Fußballparty in Degerloch

Wann hat es das zuletzt gegeben? Einen riesigen Dank an die irischen Fans, ein herzlichen Dank an die Mannschaft und ein herzlichen Dank an die Zuschauer! Die Party geht weiter! Wir sehen uns am kommenden Samstag!
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Pressefoto Eibner

Stuttg.Kickers
Aufstellung:
Tor: David Yelldell
Abwehr: Jens Härter
Abwehr: Manuel Hartmann
Abwehr: Recep Yildiz
Mittelfeld: Oliver Stierle
Mittelfeld: Mustafa Akcay
Mittelfeld: Sven Sökler
Mittelfeld: Sascha Benda
Sturm: Mirnes Mesic
Sturm: Bashiru Gambo
Sturm: Christian Okpala
Auswechslungen:
75. min: Tucci (unbekannt) für Mustafa Akcay (Mittelfeld)
81. min: Nico Kanitz (Abwehr) für Sven Sökler (Mittelfeld)
85. min: Marco Wildersinn (Abwehr) für Mirnes Mesic (Sturm)
SV Darmstadt 98
Aufstellung:
Tor: Bastian Becker
Abwehr: Joachim Pfuderer
Abwehr: Echendu Adiele
Abwehr: Alexander Konjevic
Mittelfeld: Zivojin Juskic
Mittelfeld: Stefan Leitl
Mittelfeld: Stephan Hanke
Mittelfeld: Marcus Mann
Mittelfeld: Alberto Mendez
Mittelfeld: José Sebastiao da Veiga
Sturm: Mikhail Sajaia
Auswechslungen:
66. min: Alexander Geiger (Mittelfeld) für José Sebastiao da Veiga (Mittelfeld)
66. min: Nico Beigang (Sturm) für Stefan Leitl (Mittelfeld)
80. min: Andreas Fischer (Sturm) für Stephan Hanke (Mittelfeld)
Karten:
Gelb: Echendu Adiele (Abwehr)
44. min Gelb/Rot: Alberto Mendez (Mittelfeld) wh.Foul
Torfolge:
1:0 Manuel Hartmann (Abwehr), 77. min
2:0 Christian Okpala (Sturm), 86. min
3:0 Tucci (unbekannt), 90. min
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 4580

IRSport

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98

Fußball-Regionalliga, 6. Spieltag
Kickers nehmen neue Rolle an
 
STUTTGART (ump). Die Wetterprognose stimmt schon mal. Rechtzeitig zum Heimspiel der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga heute (19 Uhr, Gazistadion) gegen Darmstadt 98 soll der Sommer noch einmal nach Stuttgart zurückkehren. Das würde passen. Denn sportlich befindet sich die Mannschaft von Robin Dutt ja seit Wochen in einem Hoch. Das soll sich auch gegen die Hessen fortsetzen, die der Kickers-Trainer trotz der zwei Niederlagen zuletzt weiter zum Favoritenkreis zählt. „Von den Einzelspielern her rechne ich Darmstadt zu den drei, vier besten Teams der Liga – auch wenn sie sich als Mannschaft bisher noch nicht richtig gefunden haben.“

Anders ist das bei den Kickers, die zuletzt sogar die Ausfälle von drei Stammspielern (Stierle, Kanyuk und Parmak) verkraftet haben. „Deshalb war der Sieg in Ingolstadt für mich auch richtungweisend“, sagt Dutt, der keinen Zweifel daran lässt, dass sich die Kickers so lange wie möglich oben in der Tabelle festsetzen wollen. „Wir nehmen die Favoritenrolle an“, sagt der Trainer. Und das Präsidiummitglied Dieter Wahl wagt die Prognose, dass heute mindestens 5000 Zuschauer kommen werden.

Stuttgarter Zeitung
SV 98 muss sich gewaltig steigern
Fußball-Regionalliga: Trainer Gino Lettieri fordert Geduld – Ohne Mavraj bei den Stuttgarter Kickers – Keine Neuzugänge
 
Im Trainingsspiel des Fußball-Regionalligisten SV Darmstadt 98 vergehen kaum mehr als zwei Minuten, bis Trainer Gino Lettieri unterbricht. Immer wieder. Es folgen Erklärungen über Laufwege, Stellungsspiel oder Pässe. Feinarbeit, die der SV 98 nötig hat. Denn in der Abstimmung passt einiges nicht, die Mannschaft ist keine eingespielte Einheit. Wie die katastrophale zweite Halbzeit am vergangenen Freitag beim 1:2 gegen Pirmasens zeigte.
„Es sind viele Kleinigkeiten, die noch verbessert werden müssen. Und das braucht Zeit“, versucht Lettieri die Partie gegen Pirmasens nicht schön zu reden. „Aber die Mannschaft arbeitet konzentriert und akribisch. Die Niederlage ist verdaut, die Stimmung gut.“ Nun, an der Stimmung kann es wirklich nicht liegen, sie war gestern auf dem Trainigsplatz in der Tat gut. Nicht dabei war Mergim Mavraj, der wegen einer Verletzung an den Adduktoren die ganze Woche über pausierte und auch am heutigen Freitag bei den Stuttgarter Kickers (19 Uhr) nicht eingesetzt werden kann.

Und das bereitet Lettieri Probleme. Denn auf der linken Seite in der Vierer-Abwehr fehlt es an Alternativen, selbst Mavraj ist im Grunde eine Notbesetzung. Anders als in der vergangenen Saison, als mit Dirk Wolf und Dilaver Satilmis variiert werden konnte, fehlt nun eine Alternative. Im Grunde müsste der SV 98 personell nachbessern. Doch dazu fehlen die finanziellen Mittel, gestern endete zudem die Transferperiode.

„Wir haben gegen Pirmasens nach dem Ausgleich die Ordnung verloren. Dass ich nach dem Spiel Leitl, Hanke und Pfuderer genannt habe, hat nichts damit zu tun, dass ich sie in die Pfanne hauen wollte. Aber das sind die erfahrenen Spieler, die die Ordnung halten müssen.“ Einige hätten nach dem 1:1 zu viel gewollt, mit aller Gewalt versucht, auf Sieg zu spielen – und dabei eben die Ordnung verloren.

Verwundert und enttäuscht zeigt sich das Präsidium des SV 98 auf der Internetseite über das Verhalten der eigenen Fans. „Viele Spieler sind gerade wegen des tollen Publikums gekommen, nun spüren sie mangelndes Vertrauen und fast schon Hysterie bei jedem Fehlpass. Das trägt nicht dazu bei, dass die Mannschaft besser spielt“, erklären die Präsidiumsmitglieder Karlheinz Hahn und Karl-Heinz Wandrey. Das Verhalten der Fans macht aber auch deutlich, dass sie sich noch nicht mit der neuformierten Mannschaft identifizieren. Im Kader stehen nur sieben Spieler, die bereits in der vergangenen Saison in Darmstadt unter Vertrag standen. Hinzu kommt die Erwartungshaltung, die sich von der letzten Spielzeit auf die aktuelle übertragen hat: die Darmstädter Zuschauer erwarten, dass der SV 98 oben mitmischt. Doch nach den bisherigen Leistungen besteht kaum Hoffnung, dass daraus etwas wird.

Mit dem ungeschlagenen Tabellenführer Stuttgarter Kickers treffen die Darmstädter heute Abend auf einen Gegner, der ihnen zwei Dinge voraus hat. Die Stuttgarter sind eingespielt und haben treffsichere Offensivkräfte. Christian Okpala hat bereits vier Treffer erzielt, Bashiru Gambo sogar schon fünf – so viel, wie der kompletten Mannschaft des SV 98 bisher gelangen. Welche Formation Lettieri beim Tabellenführer aufbietet, ließ er wie immer offen. Die Mannschaft des SV 98 muss sich aber gewaltig steigern, um am Degerloch bestehen zu können.

Voraussichtliche Aufstellung: Becker – Mahr, Adiele, Pfuderer, Mann – Leitl, Hanke, Juskic, Mendez, Sebastiao – Sajaia.

Echo-Online

SV98 tritt am Freitag bei Spitzenreiter Kickers Stuttgart an

Mit dem Auswärtsspiel am kommenden Freitag (1. September) beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer Stuttgarter Kickers steht für den SV Darmstadt 98 eine schwere Aufgabe an. Anpfiff für das Spiel im Gazi-Stadion am Degerloch ist um 19 Uhr.

Für die Mannschaft von Trainer Gino Lettieri heißt die Devise nach der Heimniederlage gegen Pirmasens nun Selbstvertrauen und Stärke zurück zu gewinnen. „Wir wollen in Stuttgart unser Spiel durchbringen, da ist es mir egal, ob ungeschlagen oder Tabellenführer“, blickt der Coach kämpferisch nach vorne. Lettieri: Wir werden aggressiv sein, dürfen aber nicht übermotiviert sein, dürfen Stuttgart nicht zu viel Raum geben.“

Im Mittelpunkt der Arbeit unter der Woche stand die Aufarbeitung der beim letzten Heimspiel gemachten Fehler (Lettieri: „die Pirmasenser Gegentore haben wir selbst vorbereitet“) mittels Videoanalysen und Besprechungen sowie die spieltaktische Vorbereitung auf den Gegner von der Tabellenspitze.

Die Stuttgarter Kickers haben indes einen Traumstart hingelegt und führen ohne Niederlage bei 13 Punkten die Tabelle an. Nachdem zu Beginn der Saisonvorbereitung noch vorsichtig das obere Tabellendrittel anvisiert wurde hat Trainer Robin Dutt mittlerweile ganz klar den Schalter auf Aufstieg umgelegt. Mit meist souveränen Leistungen hat man die Höhen erklommen. Die Neuzugänge Benda, Okpala und Kanyuk sind bestens eingeschlagen und bilden mit dem eingespielten Rest eine stark offensiv ausgerichtete Formation, die meist in 4-4-2 mit Mittelfeldraute aufläuft. Bereits 14 Tore in fünf Spielen stehen auf dem Torkonto. Besonders Gambo mit fünf und Okpala mit vier Toren zeigen sich treffsicher. Einzige Schwäche der Stuttgarter scheint im Moment der mit nur 18 Mann personell gesehen sehr dünne Kader zu sein.

Mit welcher Mannschaft und Taktik Gino Lettieri die knifflige Auswärtsaufgabe lösen will, verrät er gemäß seiner Gewohnheit noch nicht. Klar ist aber, „dass wir nicht nur die Offensive der Kickers lahm legen wollen, sondern selber unser Spiel machen und eine gute Leistung bieten wollen.“

Homepage SV Darmstadt 98

StN: „Hier sind alle hungrig auf Erfolg“

Kickers-Spieler Sascha Benda
 
Stuttgart – Fünf Treffer hat Sascha Benda in dieser Saison bereits für die Stuttgarter Kickers vorbereitet. Am heutigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen den SV Darmstadt 98 peilt er sein erstes eigenes Tor an. Viel wichtiger ist ihm, dass sein Tipp in Erfüllung geht: „Wir gewinnen das Spiel 2:0.“

Herr Benda, wie fühlt man sich als Vorlagenkönig der Fußball-Regionalliga?

(lacht). Ganz gut soweit, nur jetzt würde ich auch selbst mal gerne treffen. Aber letztendlich stimmt die Floskel eben doch: Wer die Tore erzielt, ist vollkommen egal.

Warum klappt es mit den Standardsituationen in dieser Saison so hervorragend?

Wir trainieren Ecken und Freistöße regelmäßig. Es ist einstudiert, dass ich die Bälle auf die kopfballstarken Bashiru Gambo und Recep Yildiz zirkle. Aber das wird von Spiel zu Spiel schwieriger, wahrscheinlich müssen wir uns jetzt was Neues einfallen lassen.

Wie stehen die Chancen auf den Aufstieg?

Ich glaube, wir haben gute Karten. Die Mannschaft ist eingespielt und kompakt, die Mischung zwischen Alt und Jung stimmt, und wir sind von der ersten Minute an hellwach und machen sofort unsere Tore.

Mit dem FC Augsburg kamen Sie letzte Saison schwerer in die Gänge. Am Ende reichte es souverän zum Aufstieg. Wo liegen die Hauptunterschiede zu den Blauen?

Bei diesem Vergleich müssen wir uns nicht verstecken. Beim FCA hatten wir 23 gleichstarke Spieler im Kader mit viel mehr Routiniers. Aber unser sensationeller Teamgeist sowie die neue Euphorie und Begeisterung rund um die Kickers können das durchaus ausgleichen. Hier sind alle unheimlich hungrig auf Erfolg.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten